Kombinierte Geruchsaufgaben
Der Hund lernt, verschiedene Gerüche zu unterscheiden und komplexe Geruchsparcours zu bewältigen.
Ziel: Der Hund unterscheidet mehrere Gerüche in einem Parcours und löst komplexe Suchaufgaben durch Kombination verschiedener Duftsignale.
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten – nur für Hunde, die bereits einzelne Gerüche sicher identifizieren
Material:
- 3-4 deutlich unterscheidbare Gerüche: Kümmel, Zimt, getrocknete Kamillenblüten, Lavendel
- Kleine Döschen oder Teebeutel als Behälter
- Leckerlis als Belohnung
- Optional: Klicker für präzise Bestätigung
Wie baue ich den Geruchs-Parcours richtig auf?
Starte mit nur zwei Gerüchen in einem Abstand von mindestens drei Metern. Platziere Kümmel und Zimt in separaten Döschen – beide Gerüche sind stark genug, dass dein Hund sie nicht verwechselt.
Lass deinen Hund zunächst nur den Kümmel-Duft suchen und belohne sofort, wenn er die richtige Dose anzeigt. Erst wenn er fünf Mal hintereinander treffsicher ist, kommt der zweite Geruch dazu.
Bei drei oder mehr Gerüchen erhöhst du die Schwierigkeit schrittweise: Verringere die Abstände zwischen den Döschen auf einen Meter, dann auf 50 Zentimeter.
Welche Kommandos benötige ich für kombinierte Geruchsaufgaben?
„Such Kümmel“ – dein Hund soll gezielt nach diesem einen Geruch suchen, auch wenn andere Düfte vorhanden sind. „Zeig“ oder „Hier“ als Anzeigeverhalten, sobald er den richtigen Geruch gefunden hat.
Fortgeschritten: „Such alle“ – der Hund soll nacheinander alle platzierten Gerüche finden und anzeigen. Das funktioniert jedoch nur, wenn er mindestens vier verschiedene Einzelgerüche bereits beherrscht.
Was sind die häufigsten Fehler beim Training?
Zu schnell zu viele Gerüche einzuführen überfordert den Hund. Er wird unsicher und zeigt wahllos an. Bleib bei einem neuen Geruch mindestens eine Woche, bevor der nächste dazu kommt.
Zu ähnliche Düfte verwirren jeden Hund. Zimt und Nelken riechen für Einsteiger dieser Übung zu ähnlich. Lavendel und Rosmarin ebenfalls.
Stehen die Döschen zu nah beieinander, wird die Aufgabe unlösbar. Die Gerüche vermischen sich, und dein Hund kann nicht mehr unterscheiden.
Wie erkenne ich, dass mein Hund überfordert ist?
Er zeigt planlos alle Döschen an, auch die leeren. Oder er verweigert die Mitarbeit komplett und läuft weg. Geh in diesem Fall sofort einen Schritt zurück zur letzten Schwierigkeitsstufe, die funktioniert hat.
Frustrierte Hunde knabbern manchmal an den Geruchsbehältern oder versuchen sie umzuwerfen. Das ist ein klares Zeichen: Mach eine Pause und fang beim nächsten Mal einfacher an.
Welche Gerüche sind sicher und welche gefährlich?
Geeignete Optionen: Kümmel, Zimt (kleine Mengen), getrocknete Kamille, Lavendel, Majoran, Thymian. Diese Gewürze gelten als unbedenklich, auch wenn dein Hund gelegentlich daran leckt.
Niemals verwenden: Teebaumöl, Eukalyptus, Minze in hoher Konzentration. Diese ätherischen Öle können bei Hunden Vergiftungen auslösen.
Tipp aus der Praxis: Verwende die Gerüche immer in geschlossenen Behältern. So kann dein Hund nicht versehentlich etwas verschlucken.
Wie steigere ich die Komplexität sinnvoll?
Woche 1-2: Zwei Gerüche, drei Meter Abstand, 5 Durchgänge pro Training
Woche 3-4: Drei Gerüche, zwei Meter Abstand
Woche 5-6: Vier Gerüche, ein Meter Abstand
Ab Woche 7: Gerüche in unterschiedlichen Höhen verstecken
Die Königsdisziplin: Dein Hund soll eine bestimmte Reihenfolge der Gerüche abarbeiten. „Erst Kümmel, dann Zimt, dann Lavendel.“ Das benötigt Monate an Aufbau – aber es funktioniert.
Was du brauchst
Verschiedene Duftstoffe, Geruchsquellen, Versteckmöglichkeiten