Übung · Training & Erziehung

Hindernis-Ausweichen

⏱ 20 Min
Zeitaufwand
20 Min
Hilfsmittel
Kisten, Stangen, Möbelstücke, Leine, Leckerli
Trainingsziel

Der Hund lernt, Hindernisse kontrolliert zu umgehen oder zu überwinden und dabei eigenständig sichere Wege zu finden.

Ziel: Dein Hund entwickelt räumliches Denken und lernt, Hindernisse sicher zu umgehen oder zu überwinden.

Schwierigkeitsgrad: Mittelstufe

Material: Kartons (20-40 cm hoch), PVC-Rohre oder Besenstiele, stabile Kisten, Pylonen

Wie baue ich den ersten Parcours auf?

Starte mit drei einfachen Elementen im Abstand von 2-3 Metern. Ein niedriger Karton (20 cm) zum Drüberspringen, eine aufgestellte Kiste zum Drumherumgehen, einen auf zwei Stühlen liegenden Besenstiel (30 cm Höhe) zum Drunterducken.

Der Parcours sollte eine klare Linie haben – kein Labyrinth. Dein Hund muss den Weg erkennen können.

Welche Trainingsschritte führen zum Erfolg?

Woche 1-2: Einzelelemente
Jedes Hindernis erst isoliert üben. Führe deinen Hund an lockerer Leine zum Karton. Einen Schritt vor dem Hindernis: „Hopp“ sagen und selbst drüberspringen. Leckerli sofort nach der Landung.

Woche 3-4: Einfache Kombination
Zwei Hindernisse hintereinander. Zwischen den Elementen kurz stoppen, loben, weiter. Timing ist entscheidend: Die Belohnung kommt im Moment der korrekten Bewegung, nicht erst am Ende.

Ab Woche 5: Vollständiger Parcours
Drei bis fünf Elemente ohne Unterbrechung. Kommando nur noch am Anfang, dann mit Körpersprache führen.

Wie belohne ich verschiedene Hindernistypen richtig?

Beim Springen: Leckerli in Sprungrichtung werfen, damit dein Hund vorwärts motiviert bleibt. Beim Slalom um Kisten: Seitlich neben dir belohnen, nicht frontal. Beim Ducken unter Stangen: Leckerli am Boden platzieren, bevor ihr das Hindernis erreicht.

Körperbelohnung funktioniert oft besser als Futter. Ein kurzes Spiel mit dem Lieblingsspielzeug nach einem sauberen Sprung motiviert mehr als das zehnte Leckerli.

Wann steigere ich die Schwierigkeit?

Erst wenn dein Hund den aktuellen Parcours dreimal fehlerfrei läuft. Dann eine Variable ändern: Hindernis 5 cm höher, einen weiteren Slalom-Kegel, oder den Abstand zwischen den Elementen verkürzen.

Nie mehrere Aspekte gleichzeitig steigern. Entweder höher oder komplexer oder schneller – aber nur eins davon.

Was sind die typischen Aufbaufehler?

Der häufigste Fehler: Zu früh zu schwer. Ein 60 cm hoher Sprung für einen Beagle ist kein Training, sondern Überforderung. Faustregel: Sprunghöhe maximal Schulterhöhe des Hunds minus 10 cm.

Zweiter Klassiker: Unklare Parcours-Führung. Wenn du selbst zögerst welchen Weg ihr nehmt, wird dein Hund erst recht unsicher.

Wie variiere ich das Training sinnvoll?

Alle zwei Wochen den Parcours komplett umbauen. Neue Hindernistypen: Tunnel aus einem großen Karton, Wippe aus einem Brett auf einem Kissen, Reifen zum Durchspringen (Hula-Hoop-Reifen, 60 cm Durchmesser).

Draußen andere Gegebenheiten nutzen: Baumstämme, Bänke, natürliche Erhebungen. Das macht das Training alltagstauglicher.

Worauf muss ich bei der Sicherheit achten?

Alle Hindernisse müssen umfallen können, wenn dein Hund dagegen läuft. Keine fest verschraubten Konstruktionen. Abgerundete Kanten, keine scharfen Metallteile.

Bei Sprüngen: Landezone frei von rutschigem Untergrund. Auf Laminat oder Fliesen Yoga-Matten auslegen.

Bei älteren Hunden oder Gelenkproblemen: Maximale Sprunghöhe halbieren und mehr Slalom-Elemente einbauen.

Wie hoch darf mein Hund springen?

Kleine Hunde bis 30 cm Schulterhöhe: maximal 20 cm Sprunghöhe. Mittelgroße Hunde bis 50 cm: maximal 35 cm. Große Hunde über 50 cm: maximal 40 cm.

Was mache ich wenn mein Hund den Parcours umgeht?

Kürzere Distanz wählen und Hindernisse niedriger stellen. Mit Leckerli oder Spielzeug vor dem Hindernis locken, nicht dahinter.

Kann ich dieses Training auch im Garten machen?

Perfekt geeignet für draußen. Nutze natürliche Gegebenheiten: Über Äste springen, um Büsche herumlaufen, durch selbstgebaute Tore gehen.

Was du brauchst

Kisten, Stangen, Möbelstücke, Leine, Leckerli