Geruchsunterscheidung
Der Hund lernt, zwischen verschiedenen Gerüchen zu unterscheiden und den gewünschten Duft zu identifizieren.
Ziel: Dein Hund lernt, zwischen verschiedenen Gerüchen zu unterscheiden und den gewünschten Duft gezielt anzuzeigen.
Schwierigkeitsgrad: Mittelstufe
Material: Verschiedene Duftstoffe (Beispiele siehe unten), kleine Behälter oder Duftkissen
Wie baust du die Geruchsunterscheidung systematisch auf?
Woche 1–2: Grundverständnis entwickeln
- Starte mit stark unterscheidbaren Düften: Zimt gegen Pfefferminz oder Lavendel gegen Zitrone.
- Präsentiere beide Düfte in separaten Behältern mit etwa 50 cm Abstand.
- Sobald dein Hund am Zielduft schnüffelt – auch zufällig –: sofort „Ja“ und Belohnung.
- Plane fünf bis sieben Durchgänge pro Trainingseinheit, maximal zehn Minuten.
Woche 3–4: Präzision steigern
- Führe ein Kommando ein: „Such Zimt“ oder „Find Lavendel“.
- Belohne nur noch bei bewusstem Anzeigen – Sitzen vor dem Duft oder längeres Schnüffeln.
- Wechsle die Positionen der Düfte nach jedem Durchgang.
- Füge einen dritten, neutralen Behälter hinzu (ohne Duft).
Ab Woche 5: Schwierigkeit erhöhen
- Verwende ähnlichere Düfte: verschiedene Teesorten oder Kräuter.
- Trainiere in anderen Räumen oder draussen.
- Erhöhe die Anzahl der Behälter auf vier bis sechs.
- Reduziere die Duftintensität schrittweise.
Welche Duftstoffe eignen sich für den Einstieg?
Sichere Starterdüfte (stark unterscheidbar):
- Zimt und Pfefferminz
- Lavendel und Zitrone
- Kamille und Rosmarin
- Verschiedene Teesorten (ungezuckert)
Fortgeschrittene Düfte (ähnlicher):
- Verschiedene Minzsorten
- Unterschiedliche Zitrusdüfte
- Kräuter derselben Familie
Wann und wie genau belohnst du?
Das Timing entscheidet über Erfolg oder Missverständnis. Belohne in dem Moment, in dem dein Hund die Nase zum Zielduft bewegt – nicht erst, wenn er wieder weggeht.
Bei fortgeschrittenen Hunden wartest du auf ein klares Anzeigesignal: Sitzen vor dem Behälter, längeres Verweilen oder ein von dir trainiertes Signal wie Pfote auflegen.
Tipps für erfolgreiches Training
Beginne immer mit deutlich unterscheidbaren Düften. Zwei ähnliche Gerüche überfordern am Anfang mehr als sie nützen.
Wechsle die Position des Zieldufts nach jedem Durchgang. Sonst lernt dein Hund nur „links ist richtig“ – statt den tatsächlichen Geruch.
Trainiere vor den Mahlzeiten. Ein hungriger Hund ist motivierter und konzentrierter.
Häufige Fehler beim Geruchstraining
Zu ähnliche Düfte zu früh: Zimt und Cassia riechen für die Hundenase fast gleich. Das frustriert beide Seiten.
Falsches Belohnungstiming: Wer erst belohnt, wenn der Hund sich abwendet, trainiert „Weggehen“ statt „Finden“.
Zu lange Trainingseinheiten: Nach zehn Minuten lässt die Konzentration merklich nach.
Wichtige Sicherheitshinweise
Diese Düfte sind giftig und tabu:
- Teebaumöl (hochgiftig)
- Zwiebel und Knoblauch
- Ätherische Öle von Eukalyptus, Thymian oder Oregano
- Alles, was Xylitol enthält
Verwende nur hundertprozentig natürliche Duftstoffe ohne Zusätze. Künstliche Aromastoffe können Allergien auslösen.
Bei Unsicherheit: Lass deinen Hund erst vorsichtig schnuppern und beobachte ihn 24 Stunden lang auf Reaktionen.
Trainings-Variationen für Fortgeschrittene
Verstecke die Duftstoffe in verschiedenen Höhen: auf dem Boden, auf Tischhöhe, an erhöhten Positionen.
Arbeite mit Ablenkung: Radio, andere Familienmitglieder im Raum oder draussen mit Umweltgerüchen.
Kombiniere mit anderen Kommandos: „Sitz“ vor dem Anzeigen oder „Warte“ bis zur Freigabe.
Was du brauchst
Verschiedene sichere Duftstoffe (ätherische Öle, Gewürze)