Übung · Training & Erziehung

Apportieren

⏱ 10 Min
Zeitaufwand
10 Min
Hilfsmittel
Ball oder Spielzeug als Apportiergegenstand
Trainingsziel

Der Hund lernt, geworfene Gegenstände aufzunehmen und zum Hundeführer zurückzubringen.

Ziel: Dein Hund lernt, Gegenstände zu holen und zuverlässig zurückzubringen – mit korrekter Abgabe in deine Hand.

Schwierigkeitsgrad: Mittel

Trainingsbereich: Grundgehorsam

Material: Ein Apportiergegenstand (Dummy, Ball oder stabiles Spielzeug), hochwertige Leckerlis

Wie trainiere ich das Apportieren Schritt für Schritt?

Phase 1: Interesse wecken (1–3 Tage)

  1. Zeige deinem Hund den Apportiergegenstand und bewege ihn spielerisch vor seiner Nase.
  2. Sobald er den Gegenstand ins Maul nimmt, sage „Nimm“ und belohne sofort mit einem Leckerli.
  3. Lass ihn den Gegenstand wieder fallen – kein Kommando nötig.
  4. Wiederhole das 5–10 Mal täglich, bis er gezielt nach dem Gegenstand greift.

Phase 2: Kurze Distanzen (Woche 1–2)

  1. Wirf den Gegenstand nur 2–3 Meter weit und sage „Hol’s“.
  2. Geht er hin und nimmt ihn auf, rufe ihn sofort mit seinem Namen zurück.
  3. Hocke dich hin und klatsche in die Hände – das motiviert zum Zurückkommen.
  4. Kommt er mit dem Gegenstand zurück, sage „Bring“ und halte ein Leckerli vor seine Nase.
  5. Er wird den Gegenstand loslassen, um das Leckerli zu nehmen – genau in diesem Moment sagst du „Aus“ oder „Gib“.

Phase 3: Zuverlässige Abgabe trainieren (Woche 2–4)

  1. Stehe aufrecht, wenn er zurückkommt – nicht mehr hinhocken.
  2. Halte deine Hand unter sein Maul und sage „Aus“.
  3. Wartet er mit der Abgabe, berühre sanft seinen Nasenrücken – die meisten Hunde öffnen dann das Maul.
  4. Belohne erst NACH der korrekten Abgabe in deine Hand, nicht wenn er den Gegenstand fallen lässt.
  5. Baue die Wartezeit vor der Abgabe auf 3–5 Sekunden aus.

Phase 4: Distanz erhöhen (ab Woche 4)

  1. Steigere die Wurfweite nur um 2–3 Meter pro Woche.
  2. Bei 15 Metern und mehr: Lass ihn vor dem Wurf „Sitz“ machen und erst auf „Hol’s“ losrennen.
  3. Variiere die Richtung der Würfe, damit er nicht nur geradeaus läuft.

Welche Gegenstände eignen sich zum Apportieren?

Am besten startest du mit einem Apportierdummy aus Canvas – der liegt gut in der Hand und ist robust. Tennisbälle nutzen sich an den Zähnen ab; verwende sie nur gelegentlich. Stöcke sind ungeeignet, da Splittergefahr besteht.

Der Gegenstand sollte für deinen Hund gut tragbar sein. Bei einem Chihuahua funktioniert ein kleiner Stoffball, bei einem Labrador eher ein grösserer Dummy.

Was mache ich, wenn mein Hund den Gegenstand nicht zurückbringt?

Das ist das häufigste Problem beim Apportier-Training. Läuft dein Hund mit dem Gegenstand weg, hast du vermutlich zu früh die Distanz erhöht. Kurz.

Geh zurück zu Phase 1 und trainiere „Nimm“ und „Aus“ nochmal intensiv im Haus. Erst wenn er zuverlässig abgibt, gehst du wieder nach draussen.

Renne niemals hinter einem Hund her, der mit dem Apportiergegenstand wegläuft – das wird für ihn zum Spiel. Geh stattdessen demonstrativ in die entgegengesetzte Richtung.

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Timing der Belohnung: Belohne nur die korrekte Abgabe in deine Hand, nicht das Fallenlassen des Gegenstands. Sonst lernt dein Hund, dass er den Gegenstand einfach irgendwo hinwerfen kann.

Zu weite Würfe: Steigerst du die Distanz zu schnell, überforderst du deinen Hund. Die Motivation sinkt und er verliert das Interesse am Training.

Ungeduld bei der Abgabe: Lässt dein Hund den Gegenstand sofort fallen, ohne auf das „Aus“-Kommando zu warten, ignoriere das komplett. Belohne nur, wenn er auf dein Zeichen hin abgibt.

Wie kann ich das Training abwechslungsreich gestalten?

Wechsle zwischen verschiedenen Apportiergegenständen – ein Dummy, ein Ball und ein Stofftier halten das Training lebendig.

Integriere das Apportieren in einen kleinen Parcours: Dein Hund muss um einen Baum herumlaufen, bevor er den Gegenstand holt. Oder lass ihn vor dem Wurf ein „Platz“ machen.

Bei fortgeschrittenen Hunden kannst du die Verlorensuche trainieren: Lass den Apportiergegenstand fallen, während dein Hund nicht hinschaut, und schicke ihn dann zur Suche.

Worauf muss ich bei der Sicherheit achten?

Prüfe Apportiergegenstände regelmässig auf Risse oder lose Teile. Ein zerfetzter Ball kann verschluckt werden.

Bei jungen Hunden unter 12 Monaten und bei Senioren dosiere das Training bewusst: 10–15 Minuten reichen, da die Gelenke noch nicht oder nicht mehr voll belastbar sind.

An heissen Tagen verlege das Training in die frühen Morgenstunden. Hunde überhitzen schnell, besonders beim intensiven Rennen.

Was du brauchst

Ball oder Spielzeug als Apportiergegenstand