Verhalten DACH-weit

Silvester mit Hund: Was vor, während und nach der Knallerei zählt

28. Dez – 2. Jan Schweregrad: Hoch

Knallerei kündigt sich nicht erst um Mitternacht an — sie beginnt für viele Hunde schon Tage vorher. Vorbereitung schlägt jede Akut-Beruhigung.

Für einen Teil aller Hunde ist Silvester die mit Abstand belastendste Nacht des Jahres. Studien aus Deutschland und Österreich zeigen, dass etwa jeder zweite Hund eine ausgeprägte Stressreaktion auf Knallgeräusche zeigt, und diese Reaktion verstärkt sich mit jedem Jahr ohne Gegenmaßnahme.

Vorbereitung beginnt im Dezember

Was sich bewährt: Eine Routine, die schon vor dem Jahreswechsel greift, nicht erst um 22 Uhr. Dazu gehört:

In der Silvesternacht

Wer ruhig bleibt, gibt seinem Hund das wichtigste Signal. Übertriebenes Trösten verstärkt die Wahrnehmung, dass etwas Bedrohliches passiert. Dauerhaftes Wegsperren verstärkt die Panik. Was wirkt:

Tag danach

Erste Spaziergangrunde bewusst kurz und in vertrauter Umgebung. Schreckhafte Hunde sind am 1. Januar leichter aus der Bindung zu schrecken, Brustgeschirr und ein zweiter Sicherungspunkt sind keine Übervorsicht.

Wer Silvester langfristig in den Griff bekommen möchte, beginnt mit einem strukturierten Geräuschtraining im Frühling, nicht im November.

Intensitäts-Verlauf

Erste Knaller meist ab dem 27.12. (regional früher). Spitze in der Silvesternacht 23–02 Uhr. Restbelastung 1.–2. Januar nach Mittag rückläufig.

Quellen

  1. Tierärztliche Hochschule Hannover, Studie zu Geräuschängsten 2023
  2. Veterinärmedizinische Universität Wien, Stellungnahme Silvesterstress Hund
  3. Schweizerischer Tierschutz, Faktenblatt Silvester und Heimtiere