Der städtische Hitzeinsel-Effekt ist messbar: Berlin, Wien und Zürich verzeichnen an Sommerhitzetagen eine Lufttemperatur, die rund 3 °C über dem Umland liegt, die Asphaltoberfläche heizt sich nochmals deutlich höher auf. In der Mittagshitze sind Bodentemperaturen von 55–65 °C auf dunklem Belag normal.
Die 7-Sekunden-Regel
Eine einfache Faustregel: Wer 7 Sekunden lang den Handrücken auf den Asphalt legt, kennt die Antwort. Wenn das unangenehm wird, sind die Pfoten eines Hundes nach wenigen Schritten in derselben Situation, Verbrennungen ersten und zweiten Grades innerhalb von Minuten möglich.
Was Hitzeschlag begünstigt
Im Stadtraum kommen mehrere Faktoren zusammen:
- Stehende Luft zwischen Häuserzeilen, Wind kühlt nicht.
- Reflektierte Strahlung von Glasfassaden und hellen Mauern.
- Wenige schattige Wasserquellen, bei Hund und Halter.
- Erhöhter Stress durch Lärm, Verkehr, Menschenmassen.
Brachycephale Rassen (kurznasige Hunde) reagieren bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen als andere, für sie kann eine Stadtrunde an einem 28 °C-Tag bereits kritisch sein.
Hitzetauglich planen
- Zeitfenster verschieben: erste Runde vor 7 Uhr, letzte nach 21 Uhr.
- Routenwahl: Parks, gepflasterte Innenhöfe, Wasserläufe, nicht der Asphalt-Direktweg.
- Wasser dabei haben: nicht nur zum Trinken, auch zum Bauchabkühlen unterwegs.
- Auto: Auch im Schatten, auch mit gekipptem Fenster, kein sicherer Ort.
Wenn Hechelfrequenz, Speichelfluss oder Apathie auffallen: Schatten, Wasser an Bauch und Pfoten, sofort zur tierärztlichen Notfallpraxis. Hitzschlag ist ein Notfall, kein Wartezimmerthema.
Intensitäts-Verlauf
Erste Gefährdung Mitte Juni mit Frühsommer-Hitzespitzen. Hauptbelastung Juli–Mitte August. Restrisiko bei Spätsommerhitze bis Anfang September.
Quellen
- Deutscher Wetterdienst, Sonderbericht Hitzeinseln deutscher Großstädte 2023
- MeteoSchweiz, Klimabulletin Sommerhitze 2024
- GeoSphere Austria, Hitzewellen-Analyse Wien 2003–2024
- Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), Notfallleitlinie Hitzschlag