Wenn im Frühjahr und Spätsommer Felder gegüllt werden, zieht der Geruch Hunde an. Sie wälzen sich darin und knabbern an Grashalmen am Feldrand. Was harmlos wirkt, kann tödlich enden.
Das eigentliche Risiko: Botulismus
Gülle ist ein idealer Nährboden für Botulinumtoxin, ein hochwirksames Nervengift. Es entsteht, wenn Mäuse oder Ratten in Güllegruben verenden. Der Hund nimmt das Gift auf, wenn er sich einsaut und danach sauberleckt. Die Symptome zeigen sich oft erst ein bis zwei Tage später:
- Zunehmende Lähmung, beginnend an der Hinterhand
- Schwäche, Schluckbeschwerden, Speicheln
- Im schweren Verlauf Atemlähmung
Daneben drohen Salmonellen, E. coli und Hautreizungen. Bei Verdacht auf eine fortschreitende Lähmung sofort in die Tierarztpraxis.
Warum Düngezeit besondere Vorsicht heißt
Die Belastung folgt dem Landwirtschaftskalender, nicht dem Wetter. In den Tagen nach dem Ausbringen sind Felder besonders heikel, der Geruch hält länger an.
Im Alltag
- Frisch gegüllte Felder und Wegränder ein paar Tage meiden.
- Nicht aus Pfützen am Feldrand trinken lassen.
- Nach Kontakt Fell und Pfoten gründlich reinigen, bevor der Hund sich putzt.
Intensitäts-Verlauf
Hauptausbringung im Frühjahr ab Mitte Februar bis Mai, eine zweite Phase im Spätsommer. In den Tagen nach dem Güllen ist die Belastung am höchsten.
Quellen
- Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich (Clinitox), Botulismus
- TierWelt (Schweiz), Gefahrenquelle Gülle
- Bundesverband für Tiergesundheit, Gefahren auf Feldern