Grannen sind die spitzen, mit Widerhaken besetzten Fruchtteile zahlreicher Süßgräser. Wenn Wiesen abreifen, brechen die Ähren in einzelne Grannen auf, und genau dann werden sie für Hunde gefährlich.
Warum Grannen so problematisch sind
Die Widerhaken einer Granne wirken wie eine Einbahnstraße: Einmal in Fell, Haut oder einer Körperöffnung verfangen, wandert sie ausschließlich nach innen. Tierärzte berichten von Grannen, die im Bauchraum, in der Lunge oder zwischen Wirbelkörpern entdeckt werden, manchmal Wochen nach dem ursprünglichen Eindringen.
Besonders häufig betroffen sind:
- Pfotenzwischenräume, geschwollene, schmerzhafte Stellen, oft mit kleiner Wunde
- Ohren, plötzliches, heftiges Kopfschütteln und Schiefhalten
- Augen, starkes Tränen, Blinzeln, manchmal Eitersekretion
- Nase, anfallsartiges Niesen, oft einseitig blutig
Was bei Verdacht zu tun ist
Grannen, die noch sichtbar im Fell stecken, lassen sich oft mit ruhiger Hand entfernen. Sobald aber eine Eintrittsstelle entstanden ist, gehört der Hund ohne Umweg in die Praxis: Eine vermeintlich kleine Wunde zwischen den Zehen ist nicht selten der äußere Punkt eines mehrere Zentimeter tiefen Trakts.
Vorbeugen ist einfacher als behandeln
In der Hauptzeit reicht oft schon ein bewusster Routenwechsel: weg von gemähten Wiesen und Wegrändern mit hohen Gräsern, hinein in Wald oder befestigte Pfade. Wer seinen Hund nach jedem Spaziergang kurz absucht, Pfoten, Achseln, Bauch, Ohren, fängt die meisten Grannen ab, bevor sie wandern.
Intensitäts-Verlauf
Erste Fälle ab Ende Mai mit der ersten Mahd. Hauptbelastung Juni–Juli, je nach Witterung. Ende August deutliche Entspannung.
Quellen
- Schweizerische Tierärztliche Vereinigung für Kleintiermedizin (SVK-ASMPA), Fachinformation Grannen 2024
- Deutscher Tierärzteverband, Praxistipp Mai 2025
- BVET (Schweiz) Tiergesundheitsbericht, Kapitel Fremdkörper