Frostschutz- und Kühlerschutzmittel enthalten meist Ethylenglykol. Der Stoff schmeckt süßlich, das macht ihn gefährlich: Hunde lecken Pfützen in Tiefgaragen, auf Parkplätzen und in Einfahrten auf, oft unbemerkt. Die tödliche Menge ist klein. Beim Hund liegt die minimale letale Dosis bei rund 6,6 Millilitern unverdünnt pro Kilogramm Körpergewicht.
Der tückische Verlauf
Die Vergiftung läuft in Phasen. Die Scheinbesserung in der Mitte kostet oft entscheidende Zeit:
- 30 Minuten bis 12 Stunden: Erbrechen, Taumeln, Schwäche, der Hund wirkt wie betrunken.
- 12 bis 24 Stunden: scheinbare Erholung, während Niere und Leber bereits geschädigt werden.
- 24 bis 72 Stunden: akutes Nierenversagen mit starkem Durst, Erbrechen, Apathie.
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Chancen. Bei Verdacht nicht auf Symptome warten, sofort anrufen.
Wo die Gefahr lauert
Typische Quellen sind Lecks unter Autos, offen gelagerte Kanister, abgelassene Kühlflüssigkeit und manche Scheibenwaschmittel. In der kalten Jahreszeit häufen sich die Fälle.
Vorbeugen
- Keine Pfützen in Garagen, auf Parkplätzen und in Einfahrten auflecken lassen.
- Frostschutz dicht verschlossen und unzugänglich lagern, Verschüttetes sofort aufnehmen.
- Bei kleinstem Verdacht direkt in die tierärztliche Notfallpraxis, nicht abwarten.
Intensitäts-Verlauf
Risiko mit den ersten Frösten ab November. Höchste Fallzahlen im Hochwinter Dezember bis Februar. Auslauf im März.
Quellen
- Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich (Clinitox), Ethylenglykol
- Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt), Notfallhinweise Vergiftungen
- Tierärztliche Fachinformation Ethylenglykol-Intoxikation