Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer Nachtfalter. Gefährlich sind seine Raupen: Ab dem dritten Larvenstadium bilden sie feine Brennhaare mit dem Eiweißstoff Thaumetopoein. Die Härchen haben winzige Widerhaken, brechen leicht ab und werden vom Wind getragen. Die Gefahr reicht dadurch weit über den befallenen Baum hinaus.
Warum Hunde besonders betroffen sind
Hunde schnüffeln im Unterholz, lecken an Gräsern und stecken die Nase ins Laub. So gelangen Brennhaare an Pfoten, ins Fell und auf die Schleimhäute. Typische Reaktionen:
- Gerötete, geschwollene Haut, starkes Lecken
- Speicheln, geschwollene Zunge, Schluckbeschwerden
- Atemnot, wenn Maul oder Rachen betroffen sind
Bei betroffenen Schleimhäuten, Augen oder Atemnot sofort in die Tierarztpraxis.
Hauptsaison Mai und Juni
In dieser Zeit stehen die Raupen im dritten bis sechsten Larvenstadium und tragen besonders viele Brennhaare. Nester und Gespinste an Eichenstämmen bleiben auch danach gefährlich, weil die Härchen lange aktiv bleiben.
Was im Alltag schützt
- Gemeldete Befallsgebiete und markierte Bäume weiträumig meiden.
- Nicht an Eichenstämmen schnüffeln lassen, Nester nie berühren.
- Nach Kontaktverdacht das Fell mit Wasser spülen, Hände schützen.
- Befall der Gemeinde melden, Nester nur durch Fachleute entfernen lassen.
Intensitäts-Verlauf
Brennhaare ab Anfang Mai relevant. Höchste Belastung Mai bis Juni. Nester und abgebrochene Härchen bleiben über den Sommer gefährlich.
Quellen
- VIER PFOTEN Stiftung für Tierschutz, Ratgeber Eichenprozessionsspinner
- Julius Kühn-Institut, Eichenprozessionsspinner Hinweise
- Thieme Tiermedizin, Fachbeitrag Eichenprozessionsspinner