Hunderasse · FCI-Gruppe 6

Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke)

Spurlaut, selbstständig, schwarzwildfokussiert: Wer einen Slovenský Kopov holt, muss jagdliche Führung oder ein lückenloses Triebmanagement mitbringen — ohne Ausnahme.

Größe 40–50 cmGewicht 15–20 kgLebenserwartung 12–14 JahreFCI-Standard Nr. 244
MittelKurzhaarMittelgross
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Foto eines Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) – KI-generiert (Imagen 4) für rundum.dog
Quelle: KI-Symbolbild Rasse

01Kurzfazit

In einem Absatz

Wenn du nur 30 Sekunden Zeit hast.

Der Slovenský Kopov ist ein slowakischer Laufhund, der über Jahrhunderte auf eine einzige Aufgabe hin selektiert wurde: Schwarzwild spurlaut und ausdauernd zu verfolgen. Dieser genetische Fokus prägt jeden Aspekt seines Alltags. Wer ihn ohne jagdlichen Kontext oder strukturiertes Triebmanagement hält, unterschätzt die Rasse fundamental. Erfahrung mit triebstarken Jagdhunden ist keine Empfehlung — sie ist Voraussetzung.

02Einleitung

Was den Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) ausmacht

Einleitung

Slovensky Kopov: schwarzbeschlagener slowakischer Laufhund – für die Schwarzwildjagd gezüchtet und sehr ausdauernd

03Steckbrief

Eckdaten und Eignung

Steckbrief
Herkunft
Slowakei
Ursprüngliche Aufgabe
Schwarzwildjagd
FCI
Nr. 244 · Gruppe 6 · Sektion 1.2: Mittelgroße Laufhunde, mit Arbeitsprüfung
Schulterhöhe
40–50 cm
Gewicht
15–20 kg
Lebenserwartung
12–14 Jahre
Felltyp
Kurzhaar
Benötigte Bewegung
90 min/Tag
Welpenpreis
800–1'500 CHF
Wartezeit
4 Monate
Sportarten
Fährtenarbeit Mantrailing
Charakter-Profil
Aktivitätslevel 4/5
Freundlichkeit zu Fremden 2/5
Bellneigung 3/5
Jagdtrieb 4/5
Spieltrieb 3/5
Erfahrung nötig 3/5
Hitzetoleranz 2/5
Kältevertraeglichkeit 3/5

04Wesen

So zeigt sich der Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) im Alltag

Im Alltag

Wer morgens mit einem Slovenský Kopov das Haus verlässt, merkt schnell: Die Nase übernimmt die Führung. Bereits auf dem Weg zur Wiese zieht der Hund jede Witterungsspur nach — Reh, Wildschwein, Fuchs. Das ist kein Ungehorsam, sondern genetisch verankertes Arbeitsprogramm.

Im Alltag

Intern — also in dem, was der Hund aus sich selbst heraus benötigt — steht Nasenarbeit an erster Stelle. Der Kopfarbeitsbedarf liegt hoch: Ohne spurnahe Auslastung, Mantrailing, Fährtenarbeit oder jagdlichen Einsatz entsteht ein Hund, der sich seine Beschäftigung selbst sucht. Das bedeutet in der Praxis: ausgedehnte Eigeninitiative im Freiland, Lautgeben ohne erkennbaren Anlass für den Halter, und ein Alleinbleibverhalten, das sich ohne schrittweisen Aufbau rasch verschlechtert. Vier Stunden Alleinsein sind die realistische Obergrenze — und nur dann, wenn der Hund zuvor ausreichend ausgelastet wurde.

Im Alltag

Extern — also in der Reaktion auf Reize aus der Umwelt — zeigt der Slovenský Kopov ein anderes Bild. Fremden gegenüber verhält er sich reserviert, nicht aufdringlich. Er sucht keinen Kontakt zu Unbekannten, toleriert sie aber in der Regel ohne Eskalation. Diese Zurückhaltung ist kein Zeichen mangelnder Sozialisation, sondern rassetypisch. Wer einen geselligen Begrüßungshund erwartet, liegt falsch.

Im Alltag

Im Haushaltsalltag ist er ruhig, wenn seine Bedürfnisse gedeckt sind. Nach einer ausgedehnten Fährteneinheit oder einem Jagdeinsatz legt er sich ab und erholt sich ausdauernd. Dieser Wechsel zwischen hoher Aktivität und echter Ruhe ist charakteristisch. Die beiden Achsen — hoher interner Bedarf und externe Reserviertheit — dürfen nicht verwechselt werden: Ein Hund mit starker Familienbindung ist nicht automatisch offen für jeden Besucher.

05Bedürfnisse

Was diese Rasse täglich benötigt

Der Slovenský Kopov benötigt täglich mindestens 120 Minuten aktive Bewegung — und damit ist kein lockeres Spazierengehen gemeint. Geländeläufe, Fährtenarbeit, Mantrailing oder jagdlicher Einsatz sind die Formate, die seinem genetischen Profil entsprechen. Ein Stadtspaziergang an der Leine deckt diesen Bedarf nicht ab.

Nasenarbeit steht im Zentrum der mentalen Auslastung. Der Kopfarbeitsbedarf dieser Rasse ist hoch: Fährten legen, Schweißarbeit, strukturiertes Spurfolgen — diese Aktivitäten sprechen den Hund auf einer Ebene an, die reine körperliche Bewegung nicht erreicht. Wer keinen Jagdschein besitzt, findet in organisierten Mantrailing-Gruppen oder Fährtenhundvereinen eine strukturierte Alternative, die dem Triebprofil nahekommt.

Das Alleinbleiben erfordert einen schrittweisen Aufbau. Die realistische Toleranzgrenze liegt bei etwa vier Stunden — vorausgesetzt, der Hund wurde zuvor ausreichend ausgelastet und der Aufbau erfolgte systematisch. Längere Abwesenheiten ohne Vorbereitung führen zu Stressverhalten.

Ein ländliches oder zumindest stadtrandnahes Umfeld mit Zugang zu Freigelände ist keine Komfortfrage, sondern eine Haltungsvoraussetzung. Eingezäuntes Gelände ist sinnvoll, da der Jagdtrieb im Freiland nicht zuverlässig durch Abruf zu unterbrechen ist. Das Management des Jagdtriebs — also die bewusste Steuerung, wann und wo der Hund seiner Nase folgen darf — ist eine tägliche Führungsaufgabe, keine gelegentliche Maßnahme.

Sozialer Anschluss an die Bezugsperson ist dem Hund wichtig. Er ist kein Zwingerhund, der Isolation verträgt. Der Sozialbedarf ist moderat bis hoch — er will Teil des Alltags sein, nicht nur Auslauf-Objekt.

Bewegung

Hoch

Kopfarbeit

Viel

Sozialbedarf

Mittel

Erziehung

Anspruchsvoll

06Sport & Auslastung

Wozu sich der Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) sportlich eignet

Realistisch nach Physiologie und Genetik — nicht jede Rasse passt zu jedem Sport.

Strukturell-physiologisch passend: Mantrailing, Dummy-Arbeit, Schweißarbeit geeignet · CaniCross / Bikejöring möglich.

07Schnell-Check

08Eignung

Für wen passt diese Rasse — und für wen nicht

Passt zu

Der Slovenský Kopov passt zu Haltern mit aktiver Jagdausübung, die einen selbstständig arbeitenden Laufhund für die Schwarzwildjagd suchen. Wer regelmäßig im Revier arbeitet und dem Hund jagdliche Einsätze ermöglichen kann, schafft die Grundlage für eine funktionierende Haltung.

Geeignet ist die Rasse auch für sehr erfahrene Hundehalter ohne Jagdschein — unter der Bedingung, dass täglich strukturierte Nasenarbeit (Mantrailing, Fährte, Schweißarbeit) angeboten wird, ein ländliches Umfeld mit Freigelände vorhanden ist und der Halter Erfahrung im Umgang mit triebstarken, selbstständig denkenden Hunden mitbringt.

Konkret: Wer mindestens zwei Stunden täglich aktiv mit dem Hund im Gelände verbringt, einen eingezäunten Auslaufbereich zur Verfügung hat, Triebmanagement als dauerhafte Führungsaufgabe versteht und nicht erwartet, dass der Hund im Freiland zuverlässig abrufbar ist — der kann mit dieser Rasse eine belastbare Bindung aufbauen.

Familien mit älteren Kindern (ab 12 Jahren) sind möglich, wenn die Erwachsenen die Hauptverantwortung für Auslastung und Führung übernehmen. Die externe Reserviertheit gegenüber Fremden muss im Familienalltag mit Besuchern aktiv berücksichtigt werden.

×Passt nicht zu

Der Slovenský Kopov passt nicht zu Haltern, die einen umgänglichen, sozial offenen Begleithund suchen. Wer erwartet, dass der Hund Fremde herzlich begrüßt oder im Hundepark problemlos mit unbekannten Hunden interagiert, wird von der rassetypischen Reserviertheit überrascht sein.

Ungeeignet ist die Rasse für Erstbesitzer ohne Vorerfahrung mit triebstarken Jagdhunden. Die Kombination aus hohem Bewegungsbedarf, ausgeprägtem Jagdtrieb und selbstständigem Entscheidungsverhalten auf der Spur überfordert Halter, die Führung primär über Abruf und Lob aufbauen wollen.

Wer mehr als vier Stunden täglich außer Haus ist und keinen verlässlichen Hundebetreuungsplan hat, sollte diese Rasse nicht wählen. Das Alleinbleibverhalten ist ausbaufähig, aber nicht unbegrenzt belastbar.

Urbane Haltung — Stadtwohnung ohne Garten, ohne Zugang zu Freigelände, mit primär befestigten Spazierwegen — entspricht nicht den Mindestanforderungen dieser Rasse. Wer den Jagdtrieb als gelegentliches Problem betrachtet, das sich mit der Zeit legt, unterschätzt die genetische Tiefe dieses Merkmals fundamental. Auch wer die interne Stärke der Familienbindung mit externer Offenheit gegenüber Fremden gleichsetzt, wird im Alltag auf Widersprüche stoßen.

10Linien-Realität

Show-Linie, Arbeitslinie, Vermehrer-Markt

Der Slovenský Kopov existiert praktisch ausschließlich in einer einzigen Linie: der Arbeitslinie. Eine Aufspaltung in Show- und Arbeitstypen, wie sie bei Rassen wie dem Deutschen Schäferhund oder dem Labrador Retriever seit Jahrzehnten zu beobachten ist, hat bei dieser Rasse nicht stattgefunden. Das hat einen einfachen Grund: Die Rasse ist in Westeuropa so selten, dass der Zuchtpool keine parallele Entwicklung trägt.

In der Slowakei und den angrenzenden osteuropäischen Ländern wird der Slovenský Kopov bis heute primär als Gebrauchsjagdhund gehalten und gezüchtet. Leistungsprüfungen — insbesondere auf Schwarzwild — sind fester Bestandteil der Zuchtzulassung in den Herkunftsländern. Das bedeutet: Wer einen Slovenský Kopov erwirbt, erhält mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Hund aus arbeitsorientierter Zucht, unabhängig davon, ob er selbst jagdlich tätig ist.

Im deutschsprachigen Raum betreut der Schwarzwildbrackenverein (Slovenský Kopov) e.V. die Rasse. Die Wurfzahlen sind gering, die Wartezeiten entsprechend lang. Regionale Linienunterschiede innerhalb der Arbeitslinie existieren — slowakische Zuchten legen teils stärkeres Gewicht auf Spurvermögen, ungarische oder tschechische Linien können in Körperbau und Stimmgebung leicht variieren. Diese Unterschiede sind jedoch nicht so ausgeprägt, dass sie eine separate Kategorisierung rechtfertigen.

11Gesundheit · Realität

Was du beim Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) medizinisch einplanen musst

Der Slovenský Kopov gilt als robuste, leistungsfähige Rasse mit einer Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren. Systematische populationsweite Gesundheitsstudien liegen für diese seltene Rasse kaum vor — das ist ein Informationsdefizit, das bei der Rassewahl ehrlich benannt werden muss.

Hüftgelenksdysplasie (HD) ist bei Laufhunden dieser Größenklasse grundsätzlich relevant. Konkrete HD-Prävalenzquoten speziell für den Slovenský Kopov sind in der wissenschaftlichen Literatur nicht publiziert (Stand 2024). Seriöse Züchter lassen Elterntiere röntgenologisch auf HD untersuchen und weisen Befunde nach — das ist ein Mindestkriterium bei der Züchterwahl.

Ohrprobleme sind rassetypisch erhöht: Die Behängeohren begünstigen feuchte Bedingungen im Gehörgang, besonders nach Einsätzen in dichtem Unterholz oder bei Nässe. Regelmäßige Ohrkontrolle — mindestens wöchentlich — und zügige tierärztliche Abklärung bei Rötung, Geruch oder Kratzen sind Pflicht.

Verletzungen im jagdlichen Einsatz — Schnittwunden durch Unterholz, Prellungen, Bissverletzungen durch Schwarzwild — sind ein reales Risiko bei aktiv eingesetzten Hunden. Eine Jagdhund-Zusatzversicherung, die Einsatzverletzungen abdeckt, ist für jagdlich geführte Hunde sinnvoll.

Übergewicht ist bei ausreichend ausgelasteten Exemplaren selten ein Problem. Bei Hunden ohne adäquate Bewegung und mit unkontrollierter Fütterung steigt das Risiko jedoch. Das Körpergewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden — sichtbare Rippenkontur bei leichtem Druck ist der Richtwert. Jährliche Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt, Zahnkontrolle und Parasitenmanagement (Zecken nach jedem Geländeeinsatz) sind Standard.

12Strukturdaten

Gesundheit nach Zahlen

Gesundheit

Anfällige Erkrankungen

Hüftdysplasie Ohreninfektionen

Empfohlene Gesundheitstests

Hüftröntgen Ohrencheck

13Mythen ↔ Realität

Was über diese Rasse oft falsch erzählt wird

Fünf Mythen, fünf Realitäten, fünf Quellen.

1

„Der Slovenský Kopov ist wie jeder andere Jagdhund — mit genug Bewegung kommt man zurecht.

Der Slovenský Kopov wurde spezifisch auf selbstständige Schwarzwildjagd selektiert. Sein Jagdtrieb ist nicht durch Bewegungsvolumen allein zu kompensieren. Ohne strukturiertes Triebmanagement und jagdnahe Auslastung entstehen Verhaltensprobleme wie unkontrolliertes Ausbrechen, Lautgeben und Selbstbeschäftigung auf Kosten des Halters.

www.fci.be

2

„Er ist ein Familienhund, der sich gut in den Alltag integriert.

Der Slovenský Kopov bindet sich an seine Bezugsperson, ist jedoch kein Alltagsbegleiter im klassischen Sinn. Sein Bewegungsbedarf liegt bei mindestens zwei Stunden aktiver Auslastung täglich, sein Jagdtrieb erfordert konsequentes Management in jedem Freilandkontext. Familien ohne jagdliche Erfahrung oder klare Triebstruktur überfordern sich und den Hund.

schwarzwildbracke.de

3

„Laufhunde sind laut und deshalb als Begleithunde ungeeignet — man kann sie nicht erziehen.

Der Slovenský Kopov ist lernfähig und reagiert auf klare, konsistente Führung. Seine Lautäußerung auf der Spur ist eine genetisch verankerte Arbeitsleistung, kein Erziehungsdefizit. Im Alltag ohne Wildreiz ist er deutlich ruhiger. Entscheidend ist, dass der Halter realistische Erwartungen an die Abrufbarkeit im Freiland mitbringt.

www.fci.be

4

„Schwarzwildbracken sind aggressiv, weil sie für die Jagd auf gefährliches Wild gezüchtet wurden.

Mut gegenüber Schwarzwild ist eine jagdliche Eigenschaft, keine Aggression gegenüber Menschen oder Artgenossen. Der Slovenský Kopov zeigt Fremden gegenüber eher Zurückhaltung als Aggressivität. Im jagdlichen Kontext arbeitet er mit anderen Hunden kooperativ. Soziale Aggression ist rassetypisch nicht beschrieben.

schwarzwildbracke.de

5

„Weil die Rasse so selten ist, muss man lange auf einen seriösen Züchter warten — Tierschutz ist keine Option.

Jagdhunde mit ausgeprägtem Trieb werden überproportional häufig abgegeben, wenn die Haltungsanforderungen unterschätzt wurden. Auch beim Slovenský Kopov existieren Abgabefälle, die über spezialisierte Jagdhund-Tierschutzorganisationen vermittelt werden. Eine Wartezeit beim seriösen Züchter ist kein Argument gegen die Prüfung von Vermittlungsoptionen.

schwarzwildbracke.de

Mehr zur Realität dieser Rasse — und warum sie überdurchschnittlich häufig in Tierheimen landet.Zur Tierschutz-Perspektive →

14Tierschutz

Die Tierschutz-Perspektive

Vermehrer-Markt, Designer-Versionen, Tierheim-Realität — was niemand auf der Welpen-Anzeige schreibt.

Der Slovenský Kopov ist in Deutschland und der Schweiz eine ausgesprochene Seltenheit. Das schützt die Rasse vor dem Massenmarkt — bedeutet aber nicht, dass Tierschutzaspekte irrelevant sind.

Vermehrer und unseriöse Angebote
Gerade bei seltenen Rassen entstehen Angebote, die mit dem Seltenheitswert werben, ohne die Zuchtbedingungen offenzulegen. Wer einen Slovenský Kopov über Kleinanzeigenplattformen ohne Vereinszugehörigkeit, ohne Nachweise über Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und ohne Möglichkeit zur Besichtigung der Aufzuchtbedingungen anbietet, handelt nicht im Interesse der Rasse. Der Schwarzwildbrackenverein (Slovenský Kopov) e.V. ist die erste Anlaufstelle für seriöse Züchtersuche im deutschsprachigen Raum.

Abgabefälle durch unterschätzte Haltungsanforderungen
Jagdhunde mit ausgeprägtem Triebprofil werden überproportional häufig abgegeben, wenn die Haltungsrealität nicht mit den Erwartungen übereinstimmt. Beim Slovenský Kopov ist das Muster bekannt: Der Hund wird als „robuster, unkomplizierter Begleiter" eingeschätzt — und entpuppt sich als Hund, der ohne jagdliche Auslastung oder strukturiertes Triebmanagement den Alltag aktiv mitgestaltet, auf eine Weise, die Halter ohne Vorerfahrung überfordert.

Vermittlung als gleichwertige Option
Spezialisierte Jagdhund-Tierschutzorganisationen und Rasseclub-interne Abgabelisten vermitteln gelegentlich erwachsene Slovenský Kopov. Ein erwachsener Hund hat den Vorteil, dass Triebintensität und Charakter bereits einschätzbar sind — ein Aspekt, der bei Welpen dieser Rasse schwerer vorherzusagen ist. Die Entscheidung für einen Hund aus Vermittlung ist keine Kompromisslösung, sondern eine informierte Alternative.

Zuchtbedingte Probleme
Qualzuchtmerkmale sind beim Slovenský Kopov nicht rassetypisch. Die Rasse profitiert davon, dass ihr Erscheinungsbild funktional geblieben ist und keine extremen anatomischen Merkmale selektiert wurden. Das Hauptrisiko liegt nicht in der Zucht selbst, sondern in der Haltung: Ein Hund, der für Ausdauerarbeit im Wald gezüchtet wurde und diese Auslastung nicht erhält, leidet unter chronischem Unterforderungsstress — ein Tierschutzproblem, das nicht durch guten Willen allein gelöst wird.

15Kosten · Transparenz

Was diese Rasse realistisch kostet

Ein Welpe vom seriösen Züchter kostet im deutschsprachigen Raum erfahrungsgemäß zwischen 800 und 1.500 EUR. Angebote deutlich darunter ohne Vereinszugehörigkeit und Gesundheitsnachweise sind ein Warnsignal. Aufgrund der geringen Wurfzahlen existiert kein etablierter Marktpreis wie bei häufigeren Rassen.

Die jährlichen Lebenshaltungskosten liegen bei einem mittelgroßen, aktiven Hund dieser Klasse realistisch zwischen 1.800 und 3.000 EUR. Darin enthalten: hochwertiges Futter (ca. 600–900 EUR/Jahr), Grundpflege, Zeckenschutz und Parasitenmanagement (ca. 150–250 EUR/Jahr) sowie Grundausstattung.

Tierarztkosten für Routineversorgung — Jahresimpfung, Vorsorgeuntersuchung, Zahnkontrolle — betragen durchschnittlich 200–400 EUR/Jahr. Hinzu kommen nicht planbare Behandlungskosten: Ohrprobleme, Verletzungen im Geländeeinsatz oder orthopädische Abklärungen können einzelne Rechnungen von 300–1.500 EUR erzeugen.

Eine Hundekrankenversicherung oder OP-Kostenversicherung ist empfehlenswert. Monatliche Prämien liegen je nach Anbieter und Leistungsumfang zwischen 30 und 80 EUR. Für jagdlich eingesetzte Hunde ist zusätzlich eine Jagdhaft- und Einsatzverletzungsversicherung sinnvoll — Kosten variieren je nach Verein und Deckungsumfang.

16Welpensuche

Worauf du bei der Zuchtwahl achten musst

  • Seriöse Züchter des Slovenský Kopov sind im deutschsprachigen Raum selten.
  • Der Schwarzwildbrackenverein (Slovenský Kopov) e.V.
  • führt eine Züchterliste und ist die empfohlene erste Anlaufstelle.
  • Auch die SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft) kann bei der Suche nach anerkannten Züchtern weiterhelfen.
  • Folgende Kriterien kennzeichnen eine seriöse Zucht: Die Elterntiere wurden auf Hüftgelenksdysplasie (HD) röntgenologisch untersucht, und die Befunde werden schriftlich nachgewiesen.
  • Der Züchter ermöglicht eine Besichtigung der Aufzuchtbedingungen vor der Abgabe.
  • Der Welpe verlässt den Wurf frühestens mit acht Wochen, ist gechipt, geimpft und entwurmt.
  • Der Züchter stellt Fragen zur geplanten Haltung — und beantwortet eigene Fragen zur Rasse substanziell.
  • Vorsicht ist geboten bei Angeboten ohne Vereinszugehörigkeit, ohne Gesundheitsnachweise und mit sofortiger Verfügbarkeit ohne Wartezeit.
  • Kleinanzeigenplattformen sind kein geeigneter Ausgangspunkt für die Suche nach dieser Rasse.
  • Die Vermittlung erwachsener Hunde über Rasseclub-interne Abgabelisten oder spezialisierte Jagdhund-Tierschutzorganisationen ist eine gleichwertige Option — besonders für Halter, die ein bereits einschätzbares Triebprofil bevorzugen.

FAQ

Häufige Fragen zum Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke)

Ist Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) ein Familienhund?

Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) gilt bei guter Sozialisierung und artgerechter Haltung als familientauglich.

Wie hoch ist der Bewegungsbedarf von Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke)?

Mindestens rund 90 Minuten Bewegung pro Tag. Als aktive Rasse eher mehr — plus geistige Auslastung.

Passt Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) in eine Wohnung?

Mit genügend Auslauf und Beschäftigung lässt sich Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) auch in einer Wohnung halten.

Welche Grösse und welches Gewicht hat Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke)?

Ausgewachsen erreicht Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) etwa 40–50 cm Widerristhöhe und wiegt rund 15–20 kg.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke)?

Die Lebenserwartung von Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) liegt bei etwa 12–14 Jahren.

Welche Krankheiten treten bei Slovensky Kopov (Slowakische Schwarzwildbracke) häufig auf?

Hüftdysplasie Ohreninfektionen

17Rasseclubs

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Fazit

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Selten ausserhalb der Slowakei – robuster Jagdhund für erfahrene Halter