Region Viamala
Hund in der Region Viamala: Was wirklich gilt
Der Hinterrhein hat sich hier über Jahrmillionen durch den Kalkfels gefressen. Das Ergebnis: Schluchten, die bis zu 300 Meter tief in den Stein fallen, Seitentäler, die sich erst nach einer Stunde Aufstieg öffnen, und ein Landschaftsraum, der zwischen Südföhn und Schattenhang ständig die Stimmung wechselt. In der südlichen Mitte Graubündens erstreckt sich die Region rund um Splügen, Andeer und das Domleschg, vom Wasser des Hinterrheins begleitet und geprägt von den Siedlungen der Walser. Wer mit Hund herkommt, trifft auf eines der wildreichsten Gebiete der Alpen.
Administrativ gehört die Region Viamala zum Kanton Graubünden und umfasst die Kreise Domleschg/Hinterrhein, Rheinwald, Schams, Heinzenberg und Avers. Die Leinenpflicht regelt hier nicht der Kanton pauschal, sondern jede Gemeinde eigenständig. Im Kanton Graubünden sind es die Regelungen auf Gemeindeebene, die eine generelle Leinenpflicht oder Leinenpflicht im bewohnten Gebiet vorschreiben können. Das heisst: In Thusis kann gelten, was in Andeer nicht gilt. Vor einem Ausflug lohnt es sich, die kommunale Webseite der Zielgemeinde zu prüfen.
Leinenpflicht in der Region Viamala: Was kommunal gilt
Der Kanton Graubünden gibt keinen landesweiten Leinenpflichtraster vor. Die Gemeinden sind frei, strengere Regeln einzuführen oder auf Beschilderung zu setzen. Was kantonal gilt: Hunde müssen so gehalten werden, dass sie weder Menschen noch Tiere gefährden. Wer mit einem Hund aus einem anderen Kanton in die Viamala reist, untersteht dem Graubündner Recht. Alle Regelungen zu den kantonalen Hundegesetzen Graubündens gelten nicht nur für im Kanton wohnhafte Hundehalter, sondern für alle sich auf dem Kantonsgebiet Graubünden aufhaltenden Hundehalter.
Thusis und die Zentrumsgemeinden
Thusis ist der Hauptort der Region. Am frühen Morgen liegt noch Nebel in der Talsohle, die Häuser tauchen erst nach neun Uhr aus dem Schatten des Heinzenbergs. Im Ortskern gilt: Im Zweifelsfall über Leinen- und Maulkorbpflicht sowie Zutrittsverboten gilt immer das, was vor Ort ausgeschildert ist. Konkrete kommunale Polizeireglements der Gemeinde Thusis erhalten zu Leinenpflicht und Hundeverbotszonen direkt bei der Gemeindeverwaltung Thusis. Auch für Andeer, Zillis und Domleschg gilt: Beschilderung vor Ort beachten und im Zweifelsfall bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung nachfragen.
Wald und Wildschutz: Brut- und Setzzeit
Im Frühling passiert das überall, und die Viamala macht keine Ausnahme. Rehkitze liegen unsichtbar im hohen Gras, Auerhühner brüten am Boden. Ein frei laufender Hund kann das in Sekunden zerstören. Jeder Kanton verfügt über eine eigenständige Regelung zur Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit. Entsprechende Regelungen finden sich je nach Kanton sowohl in kantonalen Jagd- und Hundegesetzen als auch in den dazugehörigen Verordnungen. Für Graubünden gilt: Die Waldleinenpflicht während der Brut- und Setzzeit ist in kantonalen und kommunalen Erlassen verankert. Kantone können gewisse Bestimmungen zur Hundehaltung den einzelnen Gemeinden überlassen. Es gilt, sich bei der jeweiligen Gemeinde über das kommunale Recht zu informieren und örtliche Beschilderungen zu befolgen. Konkret heisst das: Im Wald zwischen April und Juli die Beschilderung lesen und den Hund im Zweifel anleinen.
Naturpark Beverin
Rund um den Piz Beverin erstreckt sich das Gebiet des Naturparks Beverin. Das Herz des Naturparks liegt beim Piz Beverin auf 2998 Metern. Steinböcke haben hier ihren Lebensraum. In Naturparkgebieten gelten regelmässig erhöhte Schutzanforderungen. Ob und wo im Naturpark Beverin besondere Leinenpflichtregelungen ausgeschildert sind, klärst du direkt beim Naturpark Beverin oder beim Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden.
Viamala-Schlucht: Sicherheit geht vor
Der Weg durch die Schlucht geht über Steinstufen, teils nass, teils ausgesetzt. Der Hinterrhein rauscht tief unten. An der Viamala-Schlucht müssen Hunde an der Leine geführt werden. Ob Hunde auf den Schluchtstegen zugelassen sind und unter welchen Bedingungen, klärst du vor dem Besuch auf der offiziellen Webseite der Viamala-Schlucht.
Listenhunde in der Region Viamala: Graubünden macht es einfach
Wer mit einem sogenannten Listenhund reist, kennt das Gefühl: In jedem Kanton andere Regeln, andere Listen, anderer Stress. Graubünden fällt aus diesem Muster heraus. Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden (Stand 2025) führt keine Rasseliste. Massnahmen erfolgen einzelfallbezogen, etwa nach Beissvorfällen oder auf Beschwerde.
Graubünden kennt weder pauschale Verbote noch eine Bewilligungspflicht für gewisse Rassen. Das bedeutet: Ein American Staffordshire Terrier oder ein Rottweiler darf hier gehalten und geführt werden, ohne dass vorher eine kantonale Bewilligung beantragt werden muss. Was gilt: Jeder Hund muss so gehalten werden, dass er niemanden gefährdet. Zeigt ein Hund auffälliges Verhalten oder kommt es zu einem Beissvorfall, greift das Veterinäramt ein, unabhängig von Rasse und Grösse.
Ein wichtiger Hinweis für Reisende aus anderen Kantonen: Für alle Listenhundbesitzer gilt: Wenn das Halten des Listenhundes im Wohnkanton bewilligt ist und alle damit zusammenhängenden Auflagen und Vorgaben erfüllt werden, kann kein anderer Kanton das Einreisen, die Durchreise oder den zeitweisen Aufenthalt verbieten. Die Auflagen des Wohnkantons bleiben trotzdem gültig. Wer also aus Zürich kommt, führt seinen Listenhund auch in der Viamala an der Leine und mit Maulkorb, falls das Zürcherrecht das vorschreibt.
Hundesteuer und Anmeldung in der Region Viamala
In der Schweiz erheben die Gemeinden die Hundetaxe selbständig. Es gibt keinen kantonalen Einheitsbetrag. Die Höhe variiert von Gemeinde zu Gemeinde. Aktuelle Tarife erfährst du direkt bei der Gemeindeverwaltung deines Wohnorts, für Thusis, Andeer, Zillis, Splügen oder jede andere Gemeinde der Region gibt es je eine eigene Steuerkasse.
Zur Anmeldung: Jeden Hund meldest du in der nationalen Hundedatenbank AMICUS an. Die Ersterfassung nimmt der Tierarzt vor. Danach meldest du den Hund bei der Einwohnergemeinde an. Die Frist beträgt in den meisten Bündner Gemeinden 14 Tage nach Erwerb oder Zuzug, konkrete Fristen erfährst du bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung. Eine Haftpflichtversicherung für deinen Hund ist zwar in Graubünden nicht kantonal vorgeschrieben, aber dringend empfohlen.
Die besten Routen in der Region Viamala, mit korrekter Rechtslage
Viamala-Schlucht und Veia Traversina: Kalkstein und Hinterrhein
Der Kalkfels ist glattgeschliffen, an manchen Stellen feucht selbst im August. Der Hinterrhein stürmt tief unten durch einen Spalt, den man nicht sieht, nur hört. Zwischen steilen, hohen Felswänden haben Gletscher und das Wasser des Hinterrheins ein tiefes Bett in den Stein gefressen. Einst war die Schlucht kaum begehbar, ihr Name Via Mala, «schlechter Weg», sagt alles.
Die Veia Traversina ist ein Wanderweg im Kanton Graubünden. Sie erschliesst die Viamala-Schlucht für Fussgänger und führt von Thusis nach Zillis. Die Hängebrücken Traversinersteg und Punt da Suransuns überspannen die Schlucht in schwindelerregender Höhe. Für den Bereich der Schluchtanlage gilt Leinenpflicht für Hunde. Ob und wo Hunde auf dem Weg mitdürfen, klärst du vor dem Besuch auf der offiziellen Seite der Schlucht. Aktuelle Routeninfos und saisonale Bedingungen findest du auch bei SchweizMobil.
Piz Beverin und Naturpark-Höhenwege: Wild und Steinbock
Im September, wenn das Gras auf den Alpen vergilbt und der erste Frost in den Mulden liegt, sind die Steinböcke nahe. Man hört sie bevor man sie sieht. Der Piz Beverin ist einer der bekanntesten Aussichtsberge Graubündens. Durch seine vorgeschobene Lage in den Adula-Alpen und seine ansehnliche Höhe, ein Fast-Dreitausender, bietet er eine eindrucksvolle Fernsicht.
Eine dreitägige Rundtour um den Piz Beverin führt durch das Kerngebiet des Naturparks und entlang der Steinbockkolonie. Auf Höhenwegen im Naturpark gilt erhöhte Rücksicht. Wild ist hier nah. Im Frühling und Frühsommer liegt Leinenpflicht im Bereich der Waldgrenze nahe. Vor Ort die Beschilderung beachten. Weitere Routendetails bei Viamala Tourismus unter viamala.ch.
Safiental und Walserweg: Hochtal mit kaum Menschen
Das Safiental öffnet sich erst, wenn man es fast wieder aufgegeben hat. Enge Strasse, steil, dann plötzlich: weites Hochtal, grüne Alpen, Dörfer aus dem 14. Jahrhundert. Der Walserweg führt durch diese Abgeschiedenheit. Der Walserweg Graubünden führt in 23 Tagesetappen von San Bernardino im bündnerischen Misox nach Brand im österreichischen Vorarlberg. Wer nur eine Etappe durch das Safiental läuft, braucht kaum jemandem auszuweichen. Auf den Alpen: Aufmerksamkeit bei Rindern und Schafen. Herdenschutzhunde sind in der Region real. Wenn du einem Herdenschutzhund begegnest, bleibst du ruhig, gehst langsam und hältst deinen Hund nah bei dir.
Surettaseen bei Splügen: Hochplateau, Stein und Stille
Ab Splügen geht es steil hinauf. Nach einer Stunde ändert sich der Boden: Fels, Schutt, Moos dazwischen. Dann liegen die Surettaseen vor einem, klar, kalt, von einer Steinwelt umrahmt. Die Surettaseen liegen auf einem Hochplateau in der steinigen Bergwelt. Eine leichte und trotzdem schon fast hochalpine Wanderung führt an der historischen Splügenpassroute zum Hochplateau der Surettaseen. Im Hochsommer ist der Aufstieg knochentrockener Schotter. Im Oktober liegt hier schon Schnee. Hunde können im Hochplateau gut laufen, ausser beschilderte Ruhezonen verlangen die Leine. Vor Ort die Markierungen lesen.
Was in der Region Viamala anders ist als im Rest des Kantons
Graubünden ist der grösste Kanton der Schweiz. Das bedeutet: grosse interne Unterschiede. Die Region Viamala ist kein Erholungsgebiet im urbanen Sinne, kein See-Resort. Sie ist Transitkorridor, einst führte entlang der Viamala eine der wichtigsten Handelsrouten von Nord nach Süd. Das prägt den Charakter bis heute. Tourismusinfrastruktur ist vorhanden, aber nicht überwältigend. Wanderwege sind häufig echte Bergwege, kein Schotterpfad-Komfort.
Was das für Hundehalter bedeutet: Die Wildtierdichte ist hoch. Rehwild, Gämsen, Steinböcke, vor allem im Beverin-Gebiet und im Avers. Ein Hund, der Wild jagt, verursacht erheblichen Schaden. Die Folgen reichen vom Ordnungsbusse bis zur behördlichen Anordnung. Das Veterinäramt Graubünden kann bei Vorfällen Massnahmen verhängen, rasseunabhängig. Die Grenzlage zum Kanton Ticino im Süden und die Nähe zum Splügenpass nach Italien bedeuten zudem: Im Hochsommer reisen viele Besucher durch. Parkplätze an Schluchteingängen und Alpenrouten füllen sich schnell. Wer früh startet, hat die Wege für sich.
Ein Vorteil dieser Region gegenüber anderen Graubündner Gebieten: Graubünden führt keine Rasseliste. In einer Region mit viel Natur und wenig urbanem Druck bedeutet das deutlich entspannteres Reisen mit Hunden, die in anderen Kantonen Bewilligungspflichten auslösen würden.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es in der Region Viamala eine generelle Leinenpflicht?
Nein, eine kantonsweite generelle Leinenpflicht gibt es in Graubünden nicht. Die Gemeinden der Region Viamala – Thusis, Andeer, Zillis, Splügen und andere, können eigene Polizeireglements erlassen. Vor jedem Besuch lohnt sich ein Blick auf die kommunale Webseite oder ein kurzer Anruf bei der Gemeindeverwaltung. Vor Ort gilt: Beschilderung beachten. An der Viamala-Schlucht, in Naturparkgebieten und auf Schulanlagen ist Anleinen Pflicht.
Darf ich mit einem Listenhund in die Region Viamala?
Ja. Der Kanton Graubünden führt keine Rasseliste und kennt keine Bewilligungspflicht für bestimmte Rassen. Massnahmen erfolgen nur einzelfallbezogen. Wer aus einem anderen Kanton kommt und dort Auflagen für seinen Hund hat, muss diese Auflagen auch in der Viamala einhalten, die Pflichten des Wohnkantons gelten weiterhin. Im Zweifelsfall beim Veterinäramt Graubünden nachfragen.
Wie melde ich meinen Hund in einer Gemeinde der Region Viamala an?
Den Hund lässt du zuerst beim Tierarzt in der nationalen Datenbank AMICUS (amicus.ch) erfassen. Danach meldest du ihn bei der Einwohnergemeinde deines Wohnorts an. Die Frist beträgt in den meisten Bündner Gemeinden 14 Tage ab Erwerb. Die Gemeindeverwaltung stellt dir die genaue Frist und allfällige Unterlagen zur Verfügung.
Wie hoch ist die Hundesteuer in der Region Viamala?
Das legt jede Gemeinde eigenständig fest. Es gibt keinen einheitlichen Betrag für die ganze Region. Die aktuellen Tarife für Thusis, Andeer, Zillis, Splügen oder eine andere Gemeinde erfährst du direkt bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung. Telefonische Auskunft oder das Gemeindeportal sind die zuverlässigsten Quellen.
Darf mein Hund in der Viamala-Schlucht frei laufen?
Nein. Im Bereich der Viamala-Schlucht gilt Leinenpflicht für Hunde. Ob Hunde auf bestimmten Abschnitten des Schluchtsteg-Wegs überhaupt mitdürfen, hängt von den aktuellen Regelungen des Schluchtbetreibers ab. Prüfe das vor deinem Besuch auf der offiziellen Webseite viamala.ch.
Quellen
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Sommer