Ausflugsziel · Glarus

Wanderung zum Muttsee und Muttenchopf im Glarus

Wanderung zum Muttsee und Muttenchopf im Glarus

Die Glarner Alpen haben uns schon öfter überrascht – aber die Runde rund um Muttsee und Muttenchopf war noch einmal eine andere Hausnummer. Steil, wuchtig, weit. Und für Emma eine echte Prüfung, die sie mit Bravour bestanden hat.

Die Tour im Überblick

Ausgangspunkt ist der Parkplatz Tierfed, von wo aus die Seilbahn Tierfehd–Kalktrittli hinauf zur Bergstation fährt. Von dort weg läuft man knapp 11,4 km, überwindet rund 730 Höhenmeter und braucht – je nach Schritttempo und Pausenlaune – gut 5 Stunden. Trittsicherheit ist Pflicht, für Mensch und Hund gleichermassen.

Abschnitt 1: Aufstieg zur Muttseehütte

Gleich nach der Bergstation geht’s ernst: Auf den ersten 3,7 km schraubt sich der Weg um fast 700 Höhenmeter hinauf. Die Beine brennen, der Rucksack drückt – und dann, plötzlich, liegt die Muttseehütte auf 2.446 m vor einem. Hier haben wir Pause gemacht, Kaffee getrunken und dem See zugeschaut. Bei Sonnenschein leuchtet das Wasser des Muttsees in einem unwirklichen Türkis, das man so schnell nicht vergisst.

Abschnitt 2: Muttenchopf und Limmerensee

Nach der Hütte lohnt der kurze Abstecher auf den Muttenchopf wirklich. Man steigt nochmals ein Stück auf – und steht dann oben vor diesem Blick: Tief unten der Limmerensee, eingebettet zwischen Felswänden. Wer eine Kamera dabei hat, wird hier schiessen wie verrückt.

Abschnitt 3: Abstieg zum Limmerensee

Dann kommt der Teil, den man nicht unterschätzen sollte. Der Abstieg vom Muttenchopf hinunter zum Limmerensee ist steil und technisch – loses Gestein, enge Kehren. Emma hat es gut gemeistert, weil sie Berggelände kennt. Wer mit einem weniger erfahrenen Hund unterwegs ist, sollte hier besonders ruhig und aufmerksam vorgehen und dem Tier immer wieder Zeit lassen, sicher Fuss zu fassen.

Abschnitt 4: Durch den Stollen zurück zur Bergstation

Vom Limmerensee führt der Rückweg durch einen Stollen – dunkel, kühl, irgendwie surreal nach all der Weite. Etwa auf halber Strecke kann man noch einmal auf den Staudamm hinaustreten. Über 1.000 Meter Betonriegel mitten in den Bergen: Das sitzt.

Emma im Glarus

Wasser und Ausrüstung – was wirklich wichtig ist

Auf dieser Tour gibt es kaum Bachstellen, an denen ein Hund zuverlässig trinken kann. Genug Wasser einpacken ist also kein Ratschlag, sondern eine echte Notwendigkeit. Emma bekommt bei uns bei jedem längeren Aufstieg alle 20 bis 30 Minuten eine Trinkpause – gerade bei warmem Wetter macht das einen riesigen Unterschied.

Ein gut sitzendes Geschirr ist empfehlenswert, bei empfindlichen Pfoten oder sehr rauem Untergrund auch Hundeschuhe. Und wer in der Muttseehütte einkehren möchte: Vorher kurz anfragen, ob Hunde willkommen sind – meistens klappt es, aber sicher ist sicher.

Emma im Gebierge

Hintergrund: Muttsee und Limmerensee

Die beiden Seen sind keine gewöhnlichen Bergseen. Muttsee und Limmerensee gehören zum Projekt Linth-Limmern, einer der grössten Pumpspeicheranlagen der Schweiz. Der Muttsee liegt auf 2.446 m, der Staudamm misst über 1.000 Meter in der Länge – damit ist er der längste der Schweiz. Der Limmerensee liegt deutlich tiefer und ist von Felsflanken umschlossen, die ihm etwas fast Bedrohliches geben.

Fazit

Diese Runde ist nichts für einen gemütlichen Sonntagsspaziergang – und genau das macht sie besonders. Wer konditionsstark ist, einen bergerfahrenen Hund dabei hat und die Glarner Bergwelt in ihrer ungeschönten Form erleben will, wird hier belohnt: mit Weitsicht, Stille und dem guten Gefühl, etwas Echtes geleistet zu haben.