Ausflugsziel · Wiesbaden

Schloss Sonnenberg

Schloss Sonnenberg Bild: Wikipedia – Schloss Sonnenberg · CC BY-SA 4.0
Eintritt
Kostenlos

Wer von Stettfurt aus auf den Immenberg schaut, sieht ein Schloss, das jahrzehntelang den Kanton beschäftigt hat – und nicht immer mit guten Schlagzeilen. Schloss Sonnenberg thront zwar markant über dem Dorf, ist aber seit 2007 Privatgelände und Baustelle. Für Hundehalter, die den Weg hierher auf sich nehmen, ist das kein Grund zur Enttäuschung: Die Wanderwege rund um den Immenberg sind öffentlich, abwechslungsreich und für Hunde gut geeignet. Was du wissen musst, bevor du losfährst, steht hier.

Was ist Schloss Sonnenberg – und warum ist es nicht zugänglich?

Das Schloss steht auf dem Immenberg oberhalb von Stettfurt im Bezirk Frauenfeld. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1252, als «Sunnunbergh». Zerstört in den Appenzeller Kriegen 1407 und im Alten Zürichkrieg 1444, wurde die Anlage jeweils wieder aufgebaut. Nach einem Brand 1595 liess Jost Zollikofer von St. Gallen ein neues Schloss im Stil von Schloss Altenklingen errichten. 1678 gelangte es – auf Drängen der katholischen Orte – in den Besitz des Klosters Einsiedeln, das es 329 Jahre lang hielt, bis es die Mönche 2007 an den österreichischen Financier Christian Baha verkauften.

Was seither folgte, beschäftigte die ganze Region: Baha plante eine Generalsanierung, doch der Umbau stockte über Jahre. Ein Baukran stand so lange auf dem Schloss, dass der Sonnenberg in der Gegend als «Kranenberg» bekannt wurde. Streitigkeiten zwischen Bauherrschaft, Gemeinde und Denkmalpflege, ein zeitweise entzogener Baubescheid und langwierige Gerichtsverfahren prägten die Geschichte der Liegenschaft. Seit einigen Jahren laufen die Arbeiten wieder – ob und wann das Schloss der Öffentlichkeit zugänglich sein wird, steht noch nicht fest. Das Gelände ist aktuell für Besucher gesperrt und als Privatbesitz ausgeschildert.

Für einen Ausflug mit dem Hund bedeutet das: Das Schloss lässt sich von den öffentlichen Wanderwegen aus sehen und fotografieren. Das Gelände selbst zu betreten ist nicht erlaubt.

Der Immenberg und seine Wanderwege mit Hund

Trotz gesperrtem Schlossgelände ist der Sonnenberg ein lohnenswertes Wanderziel. Die öffentlichen Wege auf dem Immenberg sind das ganze Jahr zugänglich. Zwei dokumentierte Routen führen am Schloss vorbei:

Die kürzere Variante ist ein Rundweg ab Stettfurt zum Schloss Sonnenberg und weiter nach Weingarten – rund 6,8 Kilometer, moderate Schwierigkeit, Gehzeit ca. 2 Stunden 15 Minuten. Die Route verläuft durch Wald und über Aussichtswege mit Blick ins Thurtal. Laut AllTrails-Nutzerberichten sind Hunde erlaubt; auf Teilabschnitten ist Freilauf möglich.

Wer mehr möchte, kann den längeren Rundweg Stettfurt-Sonnenberg-Stählibuck wählen: rund 15 Kilometer, moderate Schwierigkeit, Gehzeit ca. 4,5 Stunden. Der Weg führt durch die Wälder des Immenbergs, am Altbach mit einem kleinen Weiher vorbei und über Lustdorf und Thundorf zurück nach Stettfurt. Nach Schlechtwetter können einige Abschnitte schlammig sein – festes Schuhwerk ist ratsam.

Für einen klassischen Punkt-zu-Punkt-Ausflug empfehlen die Thurgauer Wanderwege eine Route vom Dorfzentrum Stettfurt über den Sonnenberg nach Frauenfeld, von wo man mit dem Stadtbus oder Postauto zum Bahnhof gelangt.

Was unter dem Schloss liegt – ein Fund von nationaler Bedeutung

Das Schloss Sonnenberg hat eine Besonderheit, die auf keiner anderen Hundeausflug-Seite Erwähnung findet: Der Hügel, auf dem es steht, ist archäologisch bedeutsam. Bei Bauvorbereitungen für eine Tiefgarage wurden 2009 prähistorische Fundschichten entdeckt. Archäologen des Amts für Archäologie Thurgau legten rund 300 Kilogramm Gefässscherben und 150 Kilogramm Tierknochenfragmente frei, die der Pfyner und der Horgener Kultur zuzuordnen sind – also aus der Zeit zwischen 3900 und 2750 v. Chr. stammen. Der älteste Fund, ein Keramikbecher, datiert aus dem 43. Jahrhundert v. Chr.

Damit gilt der Sonnenberg als Standort des ältesten nachgewiesenen Dorfes im Kanton Thurgau – eine Höhensiedlung, die gleichzeitig mit den bekannten Pfahlbausiedlungen an Gewässern existierte. Die Grabungen fanden zwischen 2009 und 2016 statt; 2023 erschien die wissenschaftliche Aufarbeitung durch Archäologin Simone Benguerel beim Amt für Archäologie des Kantons Thurgau (ISBN 978-3-905405-24-8). Unter dem Schloss, über das heute so viele streiten, liegt also ein Stück Geschichte, das 6000 Jahre zurückreicht.

Leinenpflicht rund um den Sonnenberg

Auf den Waldwegen des Immenbergs gilt die kantonale Saisonregel: Vom 1. April bis 31. Juli müssen Hunde im Wald und am Waldrand an der Leine geführt werden (§ 3 Abs. 2bis Hundegesetz TG, in Kraft seit 1. Mai 2023). Die Ordnungsbusse bei Verstoss beträgt CHF 100. Ausserhalb dieser Zeit besteht auf den Waldwegen keine generelle Leinenpflicht – örtliche Beschilderungen sind jedoch immer massgebend. Saisonunabhängig gilt Leinenpflicht in Park-, Schul-, Spiel- und Sportanlagen sowie an verkehrsreichen Strassen (§ 3 Hundegesetz TG).

Das Schlossgelände selbst ist Sperrgebiet. Auf dem eingezäunten Privatgelände gelten die Regeln des Eigentümers – ein Zutritt ist nicht erlaubt.

Hundesteuer und Kurspflicht in Stettfurt

Wer mit Hund in Stettfurt wohnt, zahlt CHF 100.- Hundesteuer pro Jahr für den ersten Hund und CHF 150.- für jeden weiteren Hund im gleichen Haushalt. Die Jahresrechnung ist bis Ende April fällig; neu angemeldete Hunde müssen die Steuer innert 30 Tagen nach Anmeldung bezahlen. An- und Abmeldungen sowie Halterwechsel sind der Gemeinde ebenfalls innert 30 Tagen zu melden; gleichzeitig ist die Mutation in der nationalen Hundedatenbank AMICUS zu erfassen.

Stettfurt setzt das kantonale Hundegesetz in einem Punkt konsequent um, der Halterinnen und Halter manchmal überrascht: Die Kurspflicht gilt für alle Hunde – ohne Gewichtsschwelle. Wer einen Hund anschafft, muss innerhalb eines Jahres einen anerkannten Hundeerziehungskurs mit mindestens 10 Lektionen absolvieren. Inhalte sind Leinenführigkeit, allgemeiner Gehorsam und das Verhalten in der Umwelt; sofern das Alter des Hundes es erlaubt, gehört auch ein Welpenkurs dazu. Den Kursbesuch kann die Gemeinde auf Verlangen jederzeit einfordern.

Zuständige Behörde und Kontakt

  • Gemeinde Stettfurt (Hundeanmeldung, Hundesteuer, Hundekurs): stettfurt.ch – Gemeindeverwaltung Stettfurt, Hauptstrasse 53, 8553 Mettendorf
  • Veterinäramt Kanton Thurgau (Leinenpflicht, Listenhunde): Telefon 058 345 57 30 – veterinaeramt@tg.ch
  • Amt für Archäologie Thurgau (Fundstelle Sonnenberg): archaeologie.tg.ch

Anreise

Per Bahn und Bus: Ab Bahnhof Frauenfeld verkehrt ein Postauto nach Stettfurt (Dorfzentrum), das als Startpunkt der beschriebenen Wanderungen dient. Per Auto: Parkplätze im Ortskern von Stettfurt. Die genauen ÖV-Verbindungen sind über sbb.ch abrufbar.

FAQ

Kann ich Schloss Sonnenberg mit meinem Hund besuchen?

Nein – das Schlossgelände ist seit 2007 eingezäuntes Privatgelände und für Besucher gesperrt. Das Schloss lässt sich von den öffentlichen Wanderwegen aus betrachten und fotografieren. Ein Zutritt zum Gelände ist nicht erlaubt.

Warum steht auf dem Schloss Sonnenberg ein Kran?

Der österreichische Eigentümer Christian Baha kaufte das Schloss 2007 vom Kloster Einsiedeln und begann eine umfangreiche Sanierung. Die Arbeiten stockten über viele Jahre – begleitet von Rechtsstreitigkeiten mit der Gemeinde Stettfurt und der Denkmalpflege. Der Kran wurde so prägend, dass das Schloss in der Region spöttisch «Kranenberg» heisst. Seit einiger Zeit laufen die Bauarbeiten wieder.

Darf mein Hund auf den Wanderwegen am Sonnenberg frei laufen?

Auf den öffentlichen Waldwegen des Immenbergs ist Freilauf ausserhalb der Saisonsperrzeit möglich. Vom 1. April bis 31. Juli gilt im Kanton Thurgau Leinenpflicht im Wald und am Waldrand (Ordnungsbusse CHF 100 bei Verstoss). Örtliche Beschilderungen haben immer Vorrang.

Wie hoch ist die Hundesteuer in Stettfurt?

CHF 100.- pro Jahr für den ersten Hund, CHF 150.- für jeden weiteren Hund im gleichen Haushalt. Neuzugezogene und neue Hundehalter müssen ihren Hund innert 30 Tagen bei der Gemeinde anmelden.

Was hat es mit dem ältesten Dorf im Thurgau auf dem Sonnenberg auf sich?

Bei Bauarbeiten 2009 entdeckten Archäologen unter dem Schloss prähistorische Fundschichten aus der Zeit zwischen 3900 und 2750 v. Chr. Der älteste Keramikfund datiert aus dem 43. Jahrhundert v. Chr. und belegt eine Besiedlung des Hügels, die rund 6000 Jahre zurückreicht. Der Sonnenberg gilt seither als Standort des ältesten nachgewiesenen Dorfes im Kanton Thurgau.

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Herbst