Nordhausen liegt am Südhang des Harzes, wo das Mittelgebirge in die thüringische Tiefebene übergeht. Du und dein Hund bekommt hier beides: rauhe Waldpfade mit Fichtenwurzeln unter den Pfoten und offene Feldwege, die sich durch das Goldene Tal der Zorge ziehen. Die Stadt selbst ist überschaubar, die Natur drumherum großzügig — genau das richtige Verhältnis für einen Alltag mit Hund.
Wer morgens früh aus dem Haus tritt, hört oft schon das Rauschen der Zorge, die durch das Stadtgebiet fließt. Der Fluss gibt dem Spaziergang eine natürliche Richtung, und dein Hund findet an seinen flachen Uferstellen schnell eine Badegelegenheit. Nordhausen trägt den Beinamen „Rolandstadt" — der mittelalterliche Stadtkern mit seinen Fachwerkhäusern und dem Dom zum Heiligen Kreuz bildet einen malerischen Hintergrund für einen Morgenspaziergang, auch wenn du dort die Leine nicht vergessen solltest.
Die Infrastruktur für Hundehaltende wächst stetig. Ob du hier lebst oder nur einen Tagesausflug planst: Nordhausen ist ein solider Ausgangspunkt, vor allem wenn du anschließend in den Harz oder das Kyffhäuserland weiterziehen möchtest. Informiere dich vor jedem Ausflug über die aktuell geltenden Regeln vor Ort — Verordnungen können sich ändern, und offizielle Quellen wie die Stadt Nordhausen geben verlässlich Auskunft.
Tagesausflüge mit Hund in Nordhausen
Schon wenige Kilometer außerhalb der Innenstadt öffnet sich eine Landschaft, die Hunde sichtlich aufdrehen lässt: Harzer Mischwald, sanfte Bergrücken, Bachläufe und weite Wiesen. Du musst keine langen Anfahrten in Kauf nehmen — die schönsten Reviere beginnen fast vor der Haustür.
Zorge-Tal und Flussaue
Die Zorge begleitet dich auf einem der entspanntesten Stadtspaziergänge in Nordhausen. Entlang des Flusses führen Wege teils auf Schotter, teils auf Wiesenpfaden durch die Aue. Dein Hund kann an mehreren flachen Stellen direkt ans Wasser, trinken und planschen — prüfe aber vorher, ob Leinenpflicht in der jeweiligen Auenzone gilt, da Abschnitte als Naturschutzgebiet ausgewiesen sein können. Das Zorge-Tal verbindet die Stadt mit dem Umland und eignet sich gut als täglicher Spazierweg oder als Einstieg in längere Touren Richtung Niedersachswerfen.
Zwischen den Uferbäumen gibt es im Frühjahr viel zu beschnuppern, und im Sommer spendet das Blätterdach angenehmen Schatten. Achte auf mögliche Brut- und Setzzeiten in den Auen — in diesen Perioden ist es sinnvoll, die Leine anzulegen, auch wo sie nicht vorgeschrieben ist. Die Wege entlang der Zorge sind weitgehend eben und auch für Hunde in fortgeschrittenem Alter gut geeignet.
Harzrand und Gehege-Wald
Nordöstlich der Stadt beginnt der Harzrand mit dichten Waldgebieten, Forststraßen und kleinen Hangpfaden. Besonders das Gebiet rund um Niedersachswerfen und den Gelben Stein bietet dir ausgedehnte Wanderungen mit echtem Höhenunterschied — dein Hund baut hier überschüssige Energie ab. Die Wege sind gut markiert, und du findest ausreichend Abzweigungen für kürzere Runden. Wichtig: Im Wald gilt in Thüringen während der Brut- und Setzzeit — grob von Februar bis Juli — eine generelle Anleinpflicht, die du unbedingt beachten solltest. Details regelt das Thüringer Landesverwaltungsamt sowie die örtliche Forstverwaltung.
Im Herbst verwandelt sich der Harzrand in ein Farbenmeer aus Rot, Orange und Gelb — einer der schönsten Momente für eine ausgedehnte Tagestour. Nimm ausreichend Wasser für deinen Hund mit, denn nicht alle Bachläufe im Forst sind erreichbar oder für Hunde zugänglich. Parkplätze am Waldrand findest du an mehreren Forststraßen — nach starkem Regen solltest du robuste Pfoten einplanen, denn die Wege können aufgeweicht sein.
Kyffhäuser und Umgebung
Etwa 25 Kilometer südöstlich von Nordhausen erhebt sich das Kyffhäusergebirge — ein beliebtes Ausflugsziel mit dem bekannten Kyffhäuserdenkmal und weitverzweigten Wanderwegen durch Misch- und Buchenwälder. Der Kyffhäuser Naturpark bietet dir und deinem Hund ein dichtes Wegenetz, das von kurzen Spaziergängen bis zu mehrstündigen Touren reicht. Rund um das Denkmal selbst und auf dem Burgareal gelten eigene Besuchsregeln — prüfe vor der Anreise, ob Hunde im unmittelbaren Bereich erlaubt sind und welche Anleinpflicht gilt. Infos dazu findest du beim Thüringer Tourismus sowie direkt beim Naturpark Kyffhäuser.
Die Waldwege des Kyffhäusers sind gut befestigt und auch bei normalem Schuhwerk begehbar. Im Sommer bietet das Gelände weniger Wasserquellen als der Harz — plane die Wasserversorgung für deinen Hund entsprechend. Das Kyffhäusergebiet ist autark beschildert, sodass du dich auch ohne GPS gut orientierst.
Stadtpark und Petersberg
Mitten in Nordhausen liegt der Stadtpark mit altem Baumbestand und Rasenflächen — ein guter Ort für die tägliche Runde am Morgen oder Abend. Besonders das Areal rund um den Petersberg mit seinen Aussichtspunkten bietet dir einen kurzen, aber abwechslungsreichen Spaziergang über Nordhausen hinaus. Der Park ist ein stark frequentierter Begegnungsort, hier treffen Hunde auf Kinder, Jogger und Radfahrer — eine gute Leinenführigkeit ist daher von Vorteil. Ob und in welchen Bereichen des Parks Anleinpflicht besteht, erfährst du über aktuelle Beschilderungen vor Ort und auf der Website der Stadt Nordhausen.
Die Wege im Stadtpark sind befestigt und gut beleuchtet, was auch Abendspaziergänge im Winter angenehm macht. Hinterlasse keine Hinterlassenschaften unberäumt — Tütenspender sind an mehreren Punkten im Park aufgestellt, aber es empfiehlt sich, eigene Tüten mitzunehmen, da Nachfüllungen nicht immer garantiert sind.
Hund und lokale Regeln in Nordhausen
Ein Hund in der Stadt bedeutet auch: Regeln kennen, bevor es zum Problem wird. In Nordhausen gelten sowohl kommunale Verordnungen als auch thüringisches Landesrecht — und die Details können sich von Jahr zu Jahr ändern. Hier bekommst du einen Überblick, mit dem du gezielt die richtigen offiziellen Stellen befragst.
Leinenpflicht in Nordhausen
In Nordhausen gilt auf belebten öffentlichen Flächen wie Fußgängerzonen, Märkten, Spielplätzen und in dicht bewohnten Bereichen eine Leinenpflicht. Auch in der Innenstadt rund um den Domberg und in Bereichen mit erhöhtem Publikumsverkehr ist anleinpflichtiges Verhalten die Regel, nicht die Ausnahme. In Parks und Grünanlagen ist die Situation je nach Zone unterschiedlich — einige Bereiche können ausgewiesene Auslaufzonen ohne Leinenzwang haben, andere verlangen die Leine durchgehend. Verlasse dich nicht auf Vermutungen, sondern prüfe die aktuelle Polizeiverordnung der Stadt über die offizielle Website.
Im Wald gilt während der Brut- und Setzzeit (grob Februar bis Juli) nach thüringischem Jagdrecht eine Anleinpflicht — wildernde oder frei laufende Hunde dürfen in dieser Zeit von Jagdberechtigten gestellt werden. Außerhalb dieser Saison kann Freilauf in ausgewiesenen Bereichen möglich sein, sofern keine Schutzgebietsverordnung entgegensteht. Informiere dich beim zuständigen Forstamt oder der unteren Jagdbehörde des Landkreises Nordhausen.
Hundesteuer und Anmeldepflicht
In Deutschland besteht in nahezu allen Kommunen eine Anmeldepflicht für Hunde beim zuständigen Finanzamt oder Ordnungsamt der Gemeinde — das gilt auch in Nordhausen. Melde deinen Hund innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist an, sobald du ihn aufnimmst oder deinen Wohnsitz nach Nordhausen verlegst. Die Stadt erhebt eine Hundesteuer, deren Höhe in der kommunalen Steuersatzung festgelegt ist. Konkrete Beträge veröffentlicht die Stadt Nordhausen auf ihrer Website — sieh dort nach oder frage direkt beim Stadtamt nach, da sich Steuersätze ändern können.
Nach der Anmeldung erhältst du eine Hundemarke, die dein Hund am Halsband tragen muss. Wer seinen Hund nicht anmeldet, riskiert ein Bußgeld. Weitere Pflichten — etwa ein Chip nach dem Thüringer Hundegesetz — solltest du ebenfalls prüfen, da die Kennzeichnungspflicht landesweit geregelt ist.
Öffentlicher Nahverkehr und Gastronomie
Im öffentlichen Nahverkehr von Nordhausen — Busse des ÖPNV sowie die bekannte Straßenbahn, die teilweise auch als Harzbahn betrieben wird — dürfen Hunde in der Regel mitgenommen werden, wenn sie eine entsprechende Fahrtkarte haben und keine anderen Fahrgäste gefährden. Kleine Hunde in einer Transporttasche gelten dabei oft als Handgepäck, während größere Hunde einen eigenen Fahrschein benötigen und in bestimmten Bereichen des Fahrzeugs Platz nehmen müssen. Die genauen Regeln erfährst du direkt beim Verkehrsunternehmen — verlasse dich nicht auf mündliche Aussagen, sondern schau in die aktuellen Beförderungsbedingungen.
In der Gastronomie entscheidet der Betreiber, ob Hunde willkommen sind. Viele Cafés und Biergärten in Nordhausen erlauben Hunde auf der Terrasse — im Innenraum ist es seltener. Frage immer vorab, halte deinen Hund ruhig und auf kurzem Leash, und bringe eine Wassernaht oder ein Faltschälchen mit, da nicht jede Gastronomie von sich aus Wasser anbietet. Eine freundliche Nachfrage öffnet meist mehr Türen als eine Selbstverständlichkeit.
Listenhunde und Kotentsorgung
In Thüringen gibt es kein landesweites Rasselisten-Gesetz, das bestimmte Hunderassen pauschal verbietet oder stark einschränkt. Das bedeutet aber nicht, dass kommunale Regelungen und das allgemeine Ordnungsrecht nicht greifen — gefährliche Hunde oder als gefährlich eingestufte Tiere unterliegen besonderen Auflagen, die individuell geprüft werden. Wenn du mit einem großen oder als kraftvoll geltenden Hund nach Nordhausen ziehst oder dort unterwegs bist, informiere dich beim Ordnungsamt der Stadt über mögliche Pflichten wie Wesenstest, Leinenpflicht auch außerhalb der üblichen Regeln oder Maulkorbzwang in bestimmten Bereichen.
Die Beseitigung von Hundekot ist in Nordhausen — wie überall in Deutschland — Pflicht auf öffentlichen Wegen, Grünflächen und Parkanlagen. Tütenspender sind an frequentierten Stellen installiert, aber ihre Auffüllung ist nicht garantiert. Trage daher immer eigene Kotbeutel bei dir und entsorge sie in den bereitgestellten Behältern oder in regulären Mülleimern. Verstöße können mit einem Bußgeld belegt werden — die Höhe richtet sich nach der Bußgeldkatalog-Verordnung des Landes Thüringen und der kommunalen Satzung.
Praktisches vor Ort in Nordhausen
Nordhausen liegt am südlichen Rand des Harzes — wer hier mit Hund lebt, will wissen, wohin im Notfall, wer beim Training hilft und wo der Hund sicher toben kann. Die folgenden Abschnitte geben dir einen ersten Überblick über die wichtigsten Anlaufstellen in der Stadt und der näheren Umgebung.
Tierärzte und Notfallversorgung in Nordhausen
In Nordhausen selbst gibt es mehrere tierärztliche Praxen, die Hunde in der Regelversorgung betreuen. Für die Routineuntersuchung, Impfungen und kleinere Behandlungen findest du Praxen im Stadtgebiet, die du über das Tierärztekammer Thüringen-Verzeichnis recherchieren kannst. Plane deinen ersten Besuch in einer neuen Praxis ohne Zeitdruck — so lernt dein Hund die Umgebung entspannt kennen.
Für Notfälle außerhalb der Öffnungszeiten solltest du dir den Notdienst im Voraus heraussuchen. Viele Praxen in der Region organisieren einen rollierenden Bereitschaftsdienst, der auf dem Anrufbeantworter der jeweiligen Praxis angekündigt wird. Die nächste tierärztliche Klinik mit erweiterter Notfallkapazität befindet sich in Erfurt oder Göttingen — halte die Fahrtzeit im Hinterkopf, wenn dein Hund regelmäßig gesundheitliche Besonderheiten zeigt. Speichere mindestens zwei Notfallnummern im Telefon, bevor du deinen ersten langen Wandertag im Harz planst.
Ein vergifteter oder verletzter Hund braucht schnelle Entscheidungen. Das Giftnotrufzentrum Erfurt ist unter der Nummer 0361 730730 erreichbar und gibt dir erste Orientierung, wenn dein Hund im Gelände etwas Unbekanntes gefressen hat. Gerade im Herbst — Pilzsaison im Harz — ist diese Nummer wichtig.
Hundeschulen und Training in Nordhausen
Für Welpen, Junghunde und Hunde mit Trainingsbedarf gibt es in und um Nordhausen Anbieter, die Einzel- und Gruppenstunden anbieten. Schau dir den Unterrichtsstil genau an, bevor du buchst: Methoden, die auf Verständnis und positiver Verstärkung basieren, stärken die Bindung zwischen dir und deinem Hund nachhaltig. Frage konkret, welche Ausbildung der Trainer absolviert hat und wie mit Hunden in Stress- oder Überforderungssituationen umgegangen wird.
Gerade wenn du neu nach Nordhausen gezogen bist, lohnt es sich, eine lokale Hundeschule als sozialen Ankerpunkt zu nutzen. Du lernst andere Hundehalter kennen, erfährst aus erster Hand, welche Geheimtipps für Spaziergänge es gibt, und dein Hund bekommt regelmäßigen Kontakt zu anderen Hunden in einem strukturierten Rahmen. Viele Schulen bieten auch Kurse für spezifische Themen an — Leinenführigkeit, Rückruf oder den Umgang mit Radfahrern und Wildwechsel im Harz.
Prüfe, ob ein Anbieter Mitglied in einem anerkannten Hundesportverband ist, etwa dem VDH oder einem vergleichbaren Verband. Das gibt dir eine erste Orientierung über Standards und Qualitätsansprüche. Eine Schnupperstunde ist meistens möglich — nutze sie.
Auslaufzonen und Freilaufflächen in Nordhausen
Nordhausen verfügt über Grünflächen und Parkanlagen, in denen Hunde unter bestimmten Bedingungen spazieren geführt werden können. Ob und wo dein Hund ohne Leine laufen darf, richtet sich nach der aktuellen städtischen Hundeverordnung — prüfe die aktuell geltenden Regelungen direkt bei der Stadt Nordhausen, da sich Ausweisung und Beschilderung von ausgewiesenen Freilaufflächen ändern können.
Die Zorge, der Fluss, der durch das Stadtgebiet fließt, bietet an einigen Abschnitten naturnahe Uferbereiche, die sich für Spaziergänge eignen. Hier kannst du je nach Jahreszeit und Wasserstand auch beobachten, ob dein Hund gerne ins Wasser geht. Achte auf Verbotsschilder und halte deinen Hund in der Nähe von Uferabbrüchen an der Leine.
Für ausgedehnte Freilaufflächen ohne befestigte Wege lohnt sich der Blick in die angrenzende Landschaft südlich des Harzes. Feldwege, Waldränder und weitläufige Wiesen um Nordhausen herum bieten Hunden Raum — achte dabei auf landwirtschaftlich genutzte Flächen und halte deinen Hund von Weidevieh fern. Besonders in der Setz- und Brutzeit gelten zusätzliche Rücksichtnahmen, die im Abschnitt „Saisonal" beschrieben sind.
Hundebetreuung und Pensionen rund um Nordhausen
Wer beruflich unterwegs ist oder Urlaub ohne Hund plant, braucht eine verlässliche Betreuungslösung. In Nordhausen und der Region gibt es gewerbliche Hundepensionen sowie Tagespflegeangebote bei Privatpersonen. Prüfe bei jedem Anbieter, wie viele Hunde gleichzeitig betreut werden, wie der Tagesablauf aussieht und ob dein Hund vor der ersten Buchung einen Probetag verbringen kann.
Ein guter Hinweis auf Qualität: Der Anbieter stellt dir Fragen zu deinem Hund — zu Verhalten, Ernährung, Gesundheit und Eigenheiten. Wer alle Hunde ohne Vorgespräch annimmt, handelt nicht im Sinne der Tiere. Frage auch, ob ein Tierarzt im Notfall kontaktiert werden darf und ob eine entsprechende Vollmacht verlangt wird.
Alternativ bieten sich Hundesitter vor Ort an, die deinen Hund in deiner eigenen Wohnung oder bei sich zuhause betreuen. Plattformen wie die lokalen Kleinanzeigenmärkte oder Empfehlungen aus der Hundeschule helfen dir bei der Suche. Ein persönliches Kennenlerngespräch mit Hund dabei ist Pflicht — so siehst du, wie Mensch und Tier miteinander umgehen, bevor du buchst.
Für längere Aufenthalte gilt: Gib deinem Hund Zeit, die neue Umgebung kennenzulernen. Bring vertraute Gegenstände mit — Decke, Spielzeug, ein getragenes T-Shirt von dir. Das erleichtert die Eingewöhnung und reduziert Stress.
Saisonal in Nordhausen
Der Südrand des Harzes bringt jede Jahreszeit mit eigenem Charakter. Stürmische Wintertage, heiße Sommernachmittage im Tal und farbintensive Herbstwälder prägen das Jahreslauf-Erleben — und jede Saison stellt dich als Hundehalter vor andere Aufgaben.
Frühling: Brut- und Setzzeit rund um Nordhausen
Ab März erwacht die Landschaft südlich des Harzes. Genau jetzt beginnen Rehe, Hasen und Bodenbrüter ihre empfindlichste Phase des Jahres. Ricken setzen ihre Kitze in hohem Gras ab, Fasane und Feldlerchen brüten bodennah — ein frei laufender Hund kann in wenigen Sekunden einen erheblichen Schaden anrichten, ohne dass du es bemerkst.
Das Thüringer Jagdrecht schreibt vor, dass Hunde in Feld und Wald während der Brut- und Setzzeit an der Leine zu führen sind, sofern keine besondere Ausnahmeregelung gilt. Informiere dich über die geltenden Vorschriften beim Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Ein Kitz, das nach Menschenhand oder Hundegeruch riecht, wird von der Mutter oft nicht mehr angenommen — halte deinen Hund auch aus Respekt vor der Tierwelt an der Leine, selbst wenn er noch nie ein Tier gejagt hat.
Im Stadtgebiet selbst lohnt ein Blick auf Parkanlagen und Uferstreifen an der Zorge: Auch dort nisten Enten und andere Wasservögel, und Küken sind im Frühjahr besonders gefährdet. Lies die Hinweisschilder vor Ort und halte Abstand zu brütenden Vögeln. Der Frühling im Harz lohnt sich trotzdem — die Waldwege trocknen schnell, und Hundenasen finden in dieser Jahreszeit besonders viel Interessantes.
Sommer: Hitze und Abkühlung in der Region
Nordhausen liegt in einem klimatisch begünstigten Tal — das bedeutet im Sommer aber auch, dass die Temperaturen tagsüber deutlich steigen. Asphalt und Pflastersteine im Stadtgebiet heizen sich stark auf und können Hundepfoten innerhalb weniger Minuten verbrennen. Teste die Oberfläche mit dem Handrücken: Hältst du die Hand nicht fünf Sekunden drauf, ist es zu heiß für deinen Hund.
Verlege Spaziergänge auf früh morgens oder abends — dann sind auch die Wälder im Harz angenehm kühl. Nimm immer ausreichend Wasser für deinen Hund mit; am Waldrand und auf Feldwegen gibt es keine Wasserstellen. Hunde kühlen über Hecheln ab, aber dieser Mechanismus stößt bei Temperaturen über 30 Grad schnell an seine Grenzen — achte auf Überhitzungszeichen wie starkes, lautes Hecheln, Taumeln oder schlaffe Haltung.
Die Zorge und kleinere Bäche rund um Nordhausen bieten natürliche Abkühlmöglichkeiten. Prüfe vor dem Sprung ins Wasser, ob der Einstieg sicher ist, ob es Strömung gibt und ob im Bereich des Gewässers Verbote ausgehängt sind. Blaualgen-Befall ist in warmen Sommern auch an kleineren Gewässern möglich — vermeide Stellen mit auffällig grünem, trübem Wasser und wasche deinen Hund nach dem Bad ab.
Vergiss nicht: Autos heizen sich im Sommer innerhalb weniger Minuten auf lebensgefährliche Temperaturen auf. Lass deinen Hund nie allein im parkenden Fahrzeug — nicht bei 20 Grad, nicht im Schatten, nicht „nur kurz".
Herbst: Wälder, Pilze und Wildwechsel im Harz
Der Herbst im südlichen Harz ist außergewöhnlich schön — die Buchenwälder rund um Nordhausen leuchten in Orange und Gold, die Luft kühlt ab, und Hunde blühen bei moderaten Temperaturen auf. Gleichzeitig bringt diese Jahreszeit erhöhte Risiken, die du kennen solltest.
Die Jagdsaison ist im Herbst in vollem Gang. Achte auf Hinweisschilder an Waldwegen, die auf Jagdzeiten hinweisen, und meid Bereiche mit laufender Treibjagd. Laute Schussgeräusche können Hunde erschrecken und zur Flucht treiben — trage deinem Hund im Herbst in unbekanntem Gelände ein reflektierendes Halsband oder eine sichtbare Warnweste. Das schützt ihn und signalisiert Jägern klar, dass er ein Begleithund ist.
Im Laubwald liegt jetzt überall Falllaub, das Pilze verdeckt. Hunde schnüffeln und fressen unterwegs gerne — manche Pilze sind für Hunde stark giftig. Behalte deinen Hund im Blick und trainiere das Kommando „Lass es!" konsequent. Das Giftnotrufzentrum Erfurt (0361 730730) ist im Herbst besonders relevant: Ruf sofort an, wenn du nicht sicher bist, was dein Hund gefressen hat.
Auch Eicheln und Kastanien können bei Hunden in größeren Mengen Magenprobleme verursachen. Im Stadtgebiet Nordhausens, in Parks und entlang von Alleen, liegen jetzt viele davon am Boden. Ein kurzer Abruf-Check zu Beginn der Herbstsaison lohnt sich.
Winter: Streusalz, Kälte und kurze Tage in Nordhausen
Nordhausen liegt am Rand eines Mittelgebirges — Winter hier bedeutet nicht zwingend Dauerfrost, aber Eisglätte, Schnee und Streusalz wechseln sich ab. Besonders das Streusalz auf Bürgersteigen und Straßen ist für Hundepfoten problematisch: Es reizt die Haut zwischen den Zehen, trocknet aus und kann bei aufgerissener Haut brennen. Wasche die Pfoten deines Hundes nach jedem Stadtspaziergang mit lauwarmem Wasser ab.
Für Hunde, die empfindliche Pfoten haben oder sehr kurzes Fell an den Beinen tragen, sind Pfotenschutzschuhe oder Pfotenwachs eine sinnvolle Ergänzung. Viele Hunde brauchen eine Eingewöhnungsphase an Schuhe — beginne damit im Sommer, damit der Winter kein Stress wird. Auch ein Hundemantel ist für kurzhaarige, schlanke oder alte Hunde bei Minusgraden keine Luxus-Spielerei, sondern sinnvoller Kälteschutz.
Die Harzhöhenlagen rund um Nordhausen können im Winter deutlich mehr Schnee und Eis abbekommen als das Stadttal. Wege sind dann möglicherweise nicht geräumt, und dein Hund kann durch tiefen Schnee deutlich schneller ermüden als auf trockenem Boden. Plane kürzere Strecken ein und bring Wasservorrat mit — auch im Winter braucht dein Hund ausreichend Flüssigkeit, besonders nach Bewegung.
Kurze Wintertage bedeuten, dass viele Abendspaziergänge im Dunkeln stattfinden. Leuchthalsband, Blinker am Halsband oder eine Stirnlampe für dich helfen, dass ihr beide im Straßenverkehr und auf unbeleuchteten Wegen sicher gesehen werdet. Reflexstreifen an Leine und Geschirr erhöhen die Sichtbarkeit zusätzlich.
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