Ausflugsziel · Oberhausen · Leicht

Oberhausen (Kreisfreie Stadt)

Schwierigkeit
Leicht
Eintritt
Kostenlos

Hund in Oberhausen: Was wirklich gilt

Wer Oberhausen auf einer Karte sieht, denkt an Stahl, Kanal und dichten Siedlungsbau. Wer mit dem Hund durch die Stadt läuft, sieht etwas anderes: 296 Hektar Parks, fast 879 Hektar Wald und 21 Natur- und Landschaftsschutzgebiete, die sich durch das Stadtgebiet ziehen wie grüne Adern durch ein Industrieherz. Oberhausen liegt im nördlichen Ruhrgebiet, eingeklemmt zwischen Essen im Süden, Duisburg im Westen und Bottrop im Norden. Kreisfrei seit Jahrzehnten, rund 210.000 Einwohner.

Was das für Hundehalter bedeutet: Der Alltag auf vier Pfoten ist hier besser aufgestellt als der erste Eindruck vermuten lässt. Mehrere eingezäunte Freilaufflächen, eine offizielle Hunderoute als erste ihrer Art im Ruhrgebiet, Waldwege im Sterkrader Forst und Kanaluferpfade, die sich gut zehn Kilometer am Stück laufen lassen. Oberhausen hat seit Mai 2024 eine neue Hundesteuersatzung und seit Juli 2024 verschärfte Anmeldepflichten für bestimmte Rassen. Wer die Schichten kennt, kommunale Verordnung, Landeshundegesetz, Waldrecht –, ist für jeden Spaziergang vorbereitet.

Leinenpflicht in Oberhausen: Was kommunal gilt

Das Fundament bildet das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW), in Kraft seit dem 1. Januar 2003. Es schreibt Anleinpflicht überall dort vor, wo typischerweise erhöhter Publikumsverkehr herrscht. Dazu kommen ein allgemeines Rücksichtnahmegebot und das Verbot aggressionssteigernder Ausbildung. Diese Landesebene ergänzt Oberhausen durch die städtische Ordnungsbehördliche Verordnung (OVO), Fassung vom 1. Juli 2005. Sie regelt Aspekte der Hundehaltung, die über das Landesrecht hinausgehen.

Stadtgebiet und Parks

Im bebauten Stadtgebiet gilt außerhalb ausgewiesener Auslaufgebiete genereller Leinenzwang. In öffentlichen Parks, Grünanlagen, Fußgängerzonen und in der Nähe von Kinderspielplätzen muss die Leine dran. Wer im Kaisergarten die Leine abnimmt, riskiert ein Bußgeld. § 1 der OVO schreibt vor: Die Leine muss reißfest und höchstens 120 cm lang sein. Flexi-Leinen auf voller Länge sind damit nicht regelkonform.

Wald

Im Wald regelt nicht die Stadt, sondern das Landesforstgesetz NRW. Abseits der Wege muss der Hund angeleint sein. Auf den Wegen selbst muss er im Kontrollbereich des Halters bleiben. Auf den Waldwegen des Sterkrader oder Hiesfelder Waldes ist Freilauf möglich, wenn der Hund zuverlässig bleibt. Wer das anders hält und der Hund verschwindet im Unterholz, riskiert eine Ordnungswidrigkeit, Wildschaden und die Reaktion des Försters.

Naturschutzgebiete

In Naturschutzgebieten gilt Anleinpflicht, ausnahmslos. Für alle 21 Natur- und Landschaftsschutzgebiete im Stadtgebiet heißt das: Beschilderung lesen, Leine dran. Ein freilaufender Hund im NSG stört geschützte Bodenbrüter und kann Bußgelder nach dem Bundesnaturschutzgesetz auslösen.

Ausgewiesene Hundeauslaufflächen

Oberhausen hat eine der dichtesten Freilaufflächen-Strukturen im Ruhrgebiet. Die ausgewiesenen Flächen dienen dem freien Auslauf, darunter eingezäunte Bereiche. Ausgenommen sind gefährliche Hunde im Sinne des § 3 LHundG NRW. Die aktuellen Standorte listet die offizielle Stadtseite Oberhausen sowie das Faltblatt „Toben auf vier Pfoten“, erhältlich beim Ordnungsamt.

Listenhunde in Oberhausen: NRW-Recht und kommunale Anmeldepflicht

Das LHundG NRW unterscheidet zwei Kategorien. Als gefährliche Hunde gelten nach § 3 Abs. 2 LHundG NRW: Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen. Für sie gilt Erlaubnispflicht beim Ordnungsamt. Außerdem: Leinenpflicht und Maulkorbpflicht außerhalb des eigenen Grundstücks, Sachkundeprüfung, Führungszeugnis und eine Haftpflichtversicherung.

Eine zweite Gruppe bilden nach § 10 LHundG NRW: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu sowie deren Kreuzungen. Für sie gelten dieselben Anforderungen. Sachkundeprüfung und Verhaltensprüfung können von anerkannten Sachverständigen abgenommen werden.

Konkret für Oberhausen: Wer einen Hund nach § 3 Abs. 2 oder § 10 Abs. 1 LHundG bereits vor dem 1. Juli 2024 gehalten hat, musste ihn bis zum 1. August 2024 beim Fachbereich Steuern neu anmelden. Wer danach neu zuzieht oder einen solchen Hund neu aufnimmt, meldet ihn sofort an. Auf den Oberhausener Hundeauslaufflächen ist Freilauf für Hunde nach § 3 LHundG nicht erlaubt. Die städtischen Schilder weisen darauf hin. Alle Details zur NRW-Rasseliste findest du in der Übersicht Nordrhein-Westfalen auf rundum.dog.

Hundesteuer und Anmeldung

Oberhausen hat im Mai 2024 eine neue Hundesteuersatzung verabschiedet, in Kraft seit dem 1. Juli 2024. Die Steuersätze stiegen moderat. Für einen Hund fallen 168 Euro pro Jahr an. Beim zweiten Hund sind es 252 Euro pro Tier. Ab dem dritten Hund kommen nochmals 36 Euro mehr pro Tier und Jahr hinzu.

Für Hunde nach § 3 oder § 10 LHundG gilt ein deutlich höherer Satz: 850 Euro jährlich je Hund. Dieser Satz kann auf Antrag halbiert werden, wenn eine Befreiung vom Maulkorb- und Leinenzwang nach bestandener Verhaltensprüfung vorliegt.

Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach Aufnahme beim Fachbereich Steuern an. Die Abmeldung folgt demselben Rhythmus: zwei Wochen nach Veräußerung, Verlust, Tod oder Wegzug aus dem Stadtgebiet.

Seit 2025 gilt eine Besonderheit: Wer seinen Hund aus dem Tierheim holt, ist im ersten Jahr von der Hundesteuer befreit. Das lohnt sich nachzufragen. Formulare zur An- und Abmeldung findest du direkt im Serviceportal der Stadt Oberhausen unter dem Stichwort Hundesteuer.

Die besten Routen in Oberhausen, mit korrekter Rechtslage

Die offizielle Hunderoute: 17 Kilometer durch vier Freilaufflächen

Am Parkplatz Haus Ripshorst, ein paar Schritte vom Rhein-Herne-Kanal entfernt, beginnt etwas Ungewöhnliches für das Ruhrgebiet. Oberhausen hat die erste offizielle Hunderoute des Ruhrgebiets, entstanden in Kooperation zwischen Oberhausen Tourismus und dem Borderherz Outdoorblog. Gut 17 Kilometer auf grünen Wegen mitten durch die Stadt, vier Freilaufflächen miteinander verbunden.

Die erste eingezäunte Fläche liegt kurz hinter der Sühlstraße. Weiter geht es Richtung Ripshorster Brücke, am Gleispark Frintrop vorbei, bis zu den weiten Wiesen am Wasserturm. Am Fuße des Wasserturms liegt die dritte Freilauffläche. Bänke stehen für einen Zwischenstopp bereit. Leinenpflicht gilt auf den Wegeabschnitten durch Naturschutzgebiete und Parks, auf der Route deutlich ausgeschildert. Aktuelle Routendetails und saisonale Bedingungen findest du bei Tourismus NRW.

Kaisergarten und Schloss Oberhausen

Im Kaisergarten riecht es nach altem Baumbestand und feuchtem Uferlaub. Im Sommer liegt ein leichter Chlorgeruch in der Luft, der See glitzert, wenn die Sonne niedrig steht, Enten nisten in den Schilfgürteln am Rand. Das Areal mit seinem Tiergehege am Schloss Oberhausen ist bei Oberhausenern beliebt: Liegebänke, Einkehrmöglichkeiten, bei schönem Wetter ein Eiswagen.

Leinenpflicht gilt im gesamten Kaisergarten. Wer die Leine am Ufer einen Moment zu locker hält, dem zählt das Ordnungsamt die Konsequenzen auf. Die Freilauffläche am Wasserturm liegt gut 15 Gehminuten entfernt und lässt sich leicht in den Spaziergang integrieren. Ob Hunde in bestimmten Bereichen rund um Schloss Oberhausen Einschränkungen unterliegen, prüfst du auf der offiziellen Stadtseite Oberhausen.

Knappenhalde: 102 Höhenmeter über dem Ruhrgebiet

Es ist die einzige Erhebung in Oberhausen, die diesen Namen verdient. Die Knappenhalde misst 102 Höhenmeter. Der Aufstieg führt durch Waldabschnitte, deren Boden im Herbst knarzt. Nasse Blätter kleben an den Schuhsohlen, der Hund zieht Richtung Unterholz. Anleinen: Das Wegegebot gilt auch auf der Halde.

Auf dem Plateau stehen ein Aussichtsturm und mehrere Bänke. Von oben liegt das CentrO zu Füßen, im Hintergrund strahlt der Gasometer, rundherum wachsen Bäume, Parks und die Halden der Nachbarstädte. Dieses Bild bekommt man im Ruhrgebiet selten so dicht zusammen.

Rhein-Herne-Kanal und Emscher-Ufer

Der Kanal riecht nach Wasser und Diesel, und wo die Renaturierung weiter voranschreitet, zunehmend nach Auenvegetation. Im Sommer springt mancher Hund ins Wasser. Die asphaltierten und geschotterten Uferwege laufen sich ohne nennenswerte Steigung über mehrere Kilometer. Ideal für Hunde, die Strecke brauchen, aber keine Berge kennen.

Das Ufer liegt nicht im NSG-Bereich. Leinenpflicht gilt nach LHundG-Standard: in belebten Abschnitten anleinen, auf ruhigeren Strecken mit Kontrolle. Die laufende Emscher-Renaturierung erschließt schrittweise neue Grünbereiche für Spaziergänger.

Was in Oberhausen anders ist als im Rest von NRW

Die meisten Ruhrgebietsstädte haben Hundefreilaufflächen. Oberhausen hat eine Route, die sie miteinander verbindet. Vier eingezäunte oder ausgewiesene Flächen auf 17 Kilometern städtischem Grün ist im Ruhrgebiet keine Selbstverständlichkeit. Wer zwei bis drei Stunden unterwegs sein will, steigt hier nicht ins Auto, sondern läuft los.

Gleichzeitig unterscheidet sich Oberhausen von liberaleren NRW-Kommunen durch konkrete Detailvorgaben. Die 120-cm-Leinenpflicht aus der OVO schließt Flexi-Leinen auf voller Länge aus. Wer mit der 8-Meter-Schleppleine durch den Kaisergarten zieht, riskiert eine Beanstandung. Oberhausen hat 2024 als eine der wenigen Ruhrgebietsstädte den spezifischen Steuersatz für Listenhunde neu eingeführt und die Anmelderegeln für § 10-Hunde verschärft. Wer mit einem Bullmastiff oder Dogo Argentino nach Oberhausen zieht, schiebt die Anmeldung beim Ordnungsamt nicht auf.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Hundesteuer in Oberhausen 2024/2025?

Für einen Hund beträgt die Steuer 168 Euro pro Jahr. Für den zweiten Hund fallen 252 Euro pro Tier an. Ab dem dritten Hund kommen nochmals 36 Euro mehr pro Tier und Jahr hinzu. Für gefährliche Hunde nach § 3 LHundG NRW sowie Hunde bestimmter Rassen nach § 10 LHundG beträgt die Steuer 850 Euro pro Hund und Jahr. Seit 2025 gilt in Oberhausen eine Steuerbefreiung für das erste Jahr, wenn der Hund aus dem Tierheim kommt. Anmeldung: Fachbereich Steuern der Stadt Oberhausen, E-Mail: hundesteuer@oberhausen.de.

Gibt es eingezäunte Hundefreilaufflächen in Oberhausen?

Ja. Die Stadt bietet im Stadtgebiet mehrere ausgewiesene Hundeauslaufflächen an, darunter eingezäunte Bereiche. Sie dienen dem freien Auslauf, mit Ausnahme gefährlicher Hunde nach § 3 LHundG NRW. Die offizielle Hunderoute verbindet vier dieser Flächen auf 17 Kilometern. Die aktuelle Standortliste findest du auf oberhausen.de unter „Hundeauslaufflächen“ oder im Faltblatt „Toben auf vier Pfoten“.

Muss ich meinen Hund im Wald in Oberhausen anleinen?

Abseits der Wege gilt Anleinpflicht nach dem Landesforstgesetz NRW. Auf Waldwegen muss der Hund im Kontrollbereich bleiben. Wer einen zuverlässig kontrollierbaren Hund hat, kann auf Waldwegen den Freilauf nutzen. In Naturschutzgebieten gilt dagegen uneingeschränkte Anleinpflicht. Für Hunde nach § 3 und § 10 LHundG NRW gilt Leinenpflicht auch auf allen Waldwegen.

Welche Rassen gelten in NRW als Listenhunde und was gilt in Oberhausen konkret?

Das LHundG NRW unterscheidet zwei Gruppen. Gefährliche Hunde nach § 3 Abs. 2 LHundG NRW: Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen. Die zweite Gruppe nach § 10 LHundG umfasst Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu sowie deren Kreuzungen. In Oberhausen gilt für beide Gruppen Erlaubnispflicht beim Ordnungsamt, eine Jahressteuer von 850 Euro sowie Leine und Maulkorb außerhalb des eigenen Grundstücks. Auf den städtischen Hundeauslaufflächen ist Freilauf für § 3-Hunde nicht erlaubt.

Darf mein Hund mit in den ÖPNV in Oberhausen?

Oberhausen liegt im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Kleine Hunde in einer geschlossenen Transporttasche dürfen kostenlos mitfahren. Größere Hunde nimmst du gegen ein Kinderticket mit. Dein Hund muss angeleint bleiben und darf keine anderen Fahrgäste gefährden. Für Listenhunde gilt zudem Maulkorbpflicht im öffentlichen Nahverkehr. Aktuelle Beförderungsbedingungen findest du auf vrr.de.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Frühling|Sommer