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Wilhelmshaven

Wilhelmshaven liegt dort, wo das Jadebusen-Wasser gegen den Wind drückt und die Möwen lauter sind als der Stadtverkehr. Die Marinestadt an der niedersächsischen Nordseeküste ist für Hundehaltende ein…

Blick auf Wilhelmshaven
Bild: Wikimedia Commons – Aquarium Wilhelmshaven einschl. der ehem. Strandhalle am Südstrand (2024).jpg von JoachimKohler-HB · CC BY-SA 4.0

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Hintergrund zur Region

Wilhelmshaven liegt dort, wo das Jadebusen-Wasser gegen den Wind drückt und die Möwen lauter sind als der Stadtverkehr. Die Marinestadt an der niedersächsischen Nordseeküste ist für Hundehaltende ein Geheimtipp mit Weitblick: breite Deiche, weite Salzwiesen und ein Küstenklima, das selbst im Sommer selten drückend wird. Wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch kommt, findet eine Stadt, die Natur und Stadtleben nah beieinander hält.

Der Jadebusen bestimmt den Rhythmus des Alltags — das Watt zieht sich zurück, gibt Fläche frei, und mit der Flut kehrt alles zurück. Für Hunde bedeutet das: riesige Geruchslandschaften, Schlick unter den Pfoten und Salzluft in der Nase. Die Menschen hier sind Küstengewohnte, pragmatisch und direkt, und dasselbe gilt für den Umgang mit Hunden: kein Aufhebens, aber auch klare Erwartungen an verantwortungsvolle Haltung.

Wilhelmshaven ist mit rund 75.000 Einwohnern die einzige Hochseestadt Niedersachsens — und diese Lage macht sie für Tagesausflüge mit Hund außergewöhnlich attraktiv. Wattwanderwege, Deichpfade und Stadtparks liegen oft nur Minuten voneinander entfernt. Wer die Regeln kennt und die Natur respektiert, erlebt hier Küste pur — zusammen mit dem Hund.

Tagesausflüge mit Hund in Wilhelmshaven

Das Watt riecht nach Salz und altem Meer, der Wind trägt Mövenschreie über den Deich, und dein Hund zieht schon an der Leine, bevor du das Auto geparkt hast. Wilhelmshaven bietet für Ausflüge mit Hund eine Vielfalt, die viele Besucher überrascht: Küstennatur, Stadtnatur und Kulturlandschaft liegen hier auf engem Raum.

Deichweg am Jadebusen — Wind, Weite und Wattkante

Der Deichweg entlang des Jadebusens ist der klassische Hundeausflug in Wilhelmshaven. Auf dem breiten Deichkronenweg läufst du mit deinem Hund auf einer Seite das offene Wattenmeer, auf der anderen die grünen Vordeichwiesen. Die Strecke lässt sich flexibel gestalten — kurze Runden von zwei bis drei Kilometern sind ebenso möglich wie längere Touren in Richtung Rüstersiel oder Hooksiel. Achte auf die Jahreszeit: In der Brut- und Setzzeit gelten auf den Salzwiesen und Deichflächen besondere Schutzzonen, in denen Hunde an der Leine bleiben müssen oder der Zugang gesperrt ist. Prüfe die aktuellen Hinweisschilder vor Ort und informiere dich beim Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer über Schutzgebietsregelungen.

Die Deichkrone ist gut begehbar, bei Regen aber rutschig — festes Schuhwerk lohnt sich, und dein Hund wird die vielen Gerüche der Salzwiesen ausgiebig erkunden wollen. Frischwasser gibt es unterwegs kaum, also nimm ausreichend mit. An ruhigen Wochentagen begegnest du vor allem Spaziergängern und Radfahrenden; an Wochenenden kann der Abschnitt nahe der Stadtmitte belebter sein.

Stadtpark Wilhelmshaven — Grün mitten in der Stadt

Der Stadtpark ist die grüne Lunge Wilhelmshavens und ein beliebter Treffpunkt für Hundehalter aus dem Stadtgebiet. Weitläufige Rasenflächen, alte Baumbestände und verschlungene Wege machen den Park zu einem angenehmen Ort für Morgen- und Abendrunden. Gerade für Hunde, die keine langen Strecken mehr laufen, ist der Stadtpark eine entspannte Alternative zum Deich. Leinenpflicht gilt in weiten Teilen des Parks — halte dich an die aufgestellten Schilder und beachte, dass die Regeln je nach Bereich variieren können.

Im Park findest du auch Bänke und schattige Plätze für eine Pause. Wasserstellen für Hunde sind nicht garantiert, also bring eigenes Wasser mit. Der Park liegt zentral und ist gut zu Fuß erreichbar, was ihn auch für kurze Stadtspaziergänge zwischendurch ideal macht.

Rüstersiel und Umgebung — Hafenidyll und Küstenwiesen

Das kleine Hafendorf Rüstersiel am nördlichen Rand Wilhelmshavens ist ein lohnender Ziel für einen Halbtagesausflug. Der Ort liegt direkt am Jadebusen, und von hier aus führen Deichpfade in beide Richtungen. Die Atmosphäre ist ruhiger als im Stadtzentrum, die Wege sind weniger frequentiert, und dein Hund kann hier etwas freier durchatmen — sofern die jeweilige Regelung es erlaubt, prüfe das immer anhand der Beschilderung vor Ort. Rüstersiel eignet sich besonders für ruhige Nachmittagstouren, wenn die Deiche fast menschenleer sind und nur der Wind über das Watt streicht.

In der Nähe gibt es Parkplätze, von denen aus du die Wanderung bequem starten kannst. Gastronomie ist im Ort begrenzt vorhanden; für eine ausgedehnte Pause lohnt es sich, Proviant mitzubringen. Die Wege sind überwiegend gut begehbar, können aber nach starkem Regen schlammig werden.

Hooksiel — Nordseestrand mit Hund

Hooksiel gehört zur Gemeinde Wangerland und liegt nur wenige Kilometer nördlich von Wilhelmshaven — ein lohnender Tagesausflug mit klarer Nordsee-Kulisse. Der Ort hat einen bekannten Binnenstrand sowie Zugang zur Küste, und die Umgebung bietet weitläufige Deich- und Wiesenwege. Wichtig: Strandregeln für Hunde in Hooksiel variieren saisonal und je nach Strandabschnitt. In der Hauptsaison gelten auf vielen Strandabschnitten strenge Einschränkungen oder Hundeverbote; außerhalb der Saison öffnen sich mehr Möglichkeiten. Informiere dich vor dem Besuch direkt bei der Gemeinde Wangerland über die aktuell geltenden Regelungen.

Auch abseits des Strandes bietet Hooksiel schöne Rundwege entlang der Deiche und durch die typisch ostfriesisch-norddeutsche Landschaft. Für den Hund ist die Geruchsvielfalt aus Meer, Wiese und Watt schlicht unschlagbar. Plane ausreichend Zeit ein, denn die An- und Rückfahrt aus Wilhelmshaven lohnt sich nur für einen ausgedehnten Ausflug.

Hund und lokale Regeln in Wilhelmshaven

Salzluft ist schön, aber Regeln sind ernst. In Wilhelmshaven gibt es — wie in jeder deutschen Stadt — klare Vorgaben für Hundehaltung und -führung im öffentlichen Raum. Wer sie kennt, bleibt entspannt; wer sie ignoriert, riskiert Bußgelder und Ärger. Hier findest du die wichtigsten Punkte, immer mit dem Hinweis: Prüfe die aktuell geltende Rechtslage direkt bei der Stadt oder beim zuständigen Amt.

Leinenpflicht in Wilhelmshaven — wo und wann gilt sie?

In Wilhelmshaven gilt eine allgemeine Anleinpflicht in weiten Teilen des öffentlichen Raums — darunter Innenstadt, Parks, öffentliche Grünanlagen und belebte Wege. Auf bestimmten ausgewiesenen Flächen kann die Leinenpflicht gelockert sein; such dort aktiv nach entsprechender Beschilderung. Verlass dich nicht auf Aussagen anderer Hundehalter, sondern orientiere dich an den offiziellen Schildern und der städtischen Verordnung. In Naturschutzgebieten und auf Deichschutzflächen gilt die Leinenpflicht aus natur- und sicherheitsrechtlichen Gründen zusätzlich — hier schützt du mit der Leine nicht nur Wildtiere, sondern hältst auch den Deich als Schutzanlage frei.

Die genauen Regelungen zur Leinenpflicht findest du bei der Stadt Wilhelmshaven auf deren offizieller Website oder direkt beim Ordnungsamt. Frag im Zweifelsfall nach — die Mitarbeiter geben Auskunft über aktuelle Verordnungen und Ausnahmebereiche.

Anmeldung und Hundesteuer — was du wissen musst

In Wilhelmshaven bist du als Hundehalter verpflichtet, deinen Hund bei der Stadt anzumelden. Die Anmeldepflicht besteht in der Regel innerhalb einer bestimmten Frist nach dem Einzug oder dem Erwerb des Hundes — informiere dich über die konkrete Frist direkt beim städtischen Steueramt oder Bürgerbüro. Die Stadt erhebt eine Hundesteuer; die genaue Höhe richtet sich nach der aktuellen Hundesteuersatzung der Stadt Wilhelmshaven. Wir nennen keine Beträge, da diese sich ändern können — prüfe die aktuelle Satzung auf der Website der Stadt.

Nach der Anmeldung erhältst du eine Hundemarke, die dein Hund im öffentlichen Raum tragen muss. Das ist keine Formalie, sondern hilft auch, einen verlorenen Hund schneller zurückzufinden. Halte die Hundemarke am Halsband befestigt — das Ordnungsamt kann die Vorlage verlangen.

  • Anmeldung: beim Bürgerbüro oder Steueramt der Stadt Wilhelmshaven
  • Pflicht zur Hundemarke im öffentlichen Raum
  • Hundesteuer nach aktueller Satzung — Höhe online prüfen
  • Ummeldung nötig, wenn du umziehst oder den Hund abgibst

Öffentlicher Nahverkehr und Gastronomie — mit Hund unterwegs in der Stadt

In den Bussen des öffentlichen Nahverkehrs in Wilhelmshaven sind Hunde grundsätzlich unter bestimmten Bedingungen mitnahmefähig — meist ist eine Leine Pflicht, für große Hunde kann ein Maulkorb oder ein Transportbehälter vorgeschrieben sein. Die genauen Beförderungsbedingungen legt das jeweilige Verkehrsunternehmen fest; prüfe sie vor der Fahrt direkt beim Betreiber. Kleine Hunde in geschlossenen Transporttaschen werden in der Regel problemloser befördert als große Hunde.

In der Gastronomie entscheidet der Betreiber selbst, ob Hunde willkommen sind. Viele Cafés und Restaurants in Wilhelmshaven, besonders mit Außenbereichen oder Küstennähe, sind hundefreundlich eingestellt — frag aber immer vorab oder ruf kurz an, bevor du mit Hund eintrittst. Eine Wasserschale wird auf Nachfrage oft bereitgestellt; nimm im Zweifel eigene mit.

Listenhunde, Kotentsorgung und weitere Pflichten

Niedersachsen kennt im Niedersächsischen Hundegesetz besondere Regelungen für bestimmte Hunderassen und -typen, die als potenziell gefährlich eingestuft werden. Für diese Hunde können erweiterte Anforderungen gelten — etwa Sachkundenachweis, erhöhte Haftpflichtversicherung, Leinenpflicht und Maulkorbpflicht im gesamten öffentlichen Raum. Ob dein Hund unter diese Regelungen fällt und welche Auflagen konkret gelten, prüfst du beim Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz oder beim zuständigen Veterinäramt des Landkreises Friesland beziehungsweise der Stadt Wilhelmshaven.

Die Kotentsorgung ist in Wilhelmshaven Pflicht — lass die Hinterlassenschaften deines Hundes nie liegen. Im Stadtgebiet findest du Kotbeutelspender und Mülleimer; nimm dennoch eigene Tüten mit, da die Spender nicht immer befüllt sind. Wer Hundekot auf öffentlichen Flächen liegenlässt, riskiert ein Bußgeld. Das ist in Wilhelmshaven wie überall in Deutschland eine Ordnungswidrigkeitsangelegenheit — und ein Zeichen von Rücksicht gegenüber anderen Stadtbewohnern.

Praktisches vor Ort in Wilhelmshaven

Wilhelmshaven ist eine Hafenstadt mit maritimem Charakter — und wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch ist, merkt schnell: Die Stadt ist überschaubar, aber die richtigen Anlaufstellen zu kennen, spart Zeit und Nerven. Ob Tierarztsuche nach einem langen Strandtag oder die Frage nach einer verlässlichen Hundepension — hier findest du die wichtigsten Orientierungspunkte.

Tierärzte und tierärztlicher Notfalldienst

In Wilhelmshaven selbst gibt es mehrere tierärztliche Praxen, die Hunde in der Regelversorgung betreuen. Für alltägliche Untersuchungen, Impfungen und kleine Behandlungen bist du vor Ort gut aufgestellt. Wichtiger als die Adresse einer einzelnen Praxis ist jedoch, dass du vor deinem Besuch oder Umzug die aktuelle Notfallregelung kennst — denn tierärztliche Bereitschaftsdienste werden regional koordiniert und können sich ändern.

Außerhalb der regulären Öffnungszeiten gilt in Niedersachsen ein organisierter Notdienst-Verbund unter den niedergelassenen Tierärzten der Region. Die Tierärztekammer Niedersachsen führt eine aktuelle Übersicht der zuständigen Notdienstpraxen — prüfe diese Seite, bevor du mit deinem Hund anreist. Für schwere Notfälle wie Vergiftungen, Unfälle oder akuten Atemnotfälle solltest du außerdem die nächste Tierklinik in Oldenburg oder Aurich kennen, die rund um die Uhr arbeitet. Trage die Notfallnummern am besten direkt in deinem Handy ein.

Hundeschulen und Trainingsangebote

Im Raum Wilhelmshaven gibt es lokale Anbieter, die Grundkurse, Welpenspielstunden und Einzeltraining anbieten. Gerade für Hunde, die neu in einer Küstenumgebung leben, lohnt sich eine gezielte Eingewöhnung — Möwenlärm, Schiffsgeräusche und Menschenmengen am Jade-Weser-Port können Tiere überfordern. Frage gezielt nach Trainern, die positive Verstärkung als Methode einsetzen, und besuche eine Probestunde, bevor du dich festlegst.

Einige Hundesport-Vereine in der Region bieten neben klassischer Gehorsamkeitsausbildung auch Agility, Mantrailing und Nasenarbeit an. Das ist besonders für Hunde interessant, die bei Wind und Wellenrauschen leicht abgelenkt sind. Über die lokale Vereinsdatenbank des niedersächsischen Landessportbunds oder direkt bei der Stadtverwaltung bekommst du Hinweise auf aktive Vereine. Eine eigene Recherche vor Ort bleibt unersetzlich, weil sich Kursangebote regelmäßig ändern.

Hundeauslaufzonen und eingezäunte Freilaufflächen

Wilhelmshaven verfügt über einige ausgewiesene Auslaufbereiche, in denen Hunde ohne Leine rennen dürfen — vorausgesetzt, du kennst die aktuellen Standorte und die dort geltenden Regeln. Die Stadt hat in der Vergangenheit Flächen am Stadtrand und in Parkanlagen ausgewiesen, doch Standorte und Bedingungen können sich ändern. Prüfe die aktuelle Lage direkt bei der Stadtverwaltung Wilhelmshaven — dort werden auch Neuausweisungen kommuniziert.

Besonders beliebt bei Hundehaltern ist der Bereich rund um den Banter See, wo weitläufige Grünflächen zur Verfügung stehen. Dennoch gilt auch hier: Beachte Schilder, die auf Leinenpflicht oder Schutzgebiete hinweisen, und verlass dich nicht auf Hörensagen. Ein eingezäunter, offiziell freigegebener Auslaufplatz bietet die größte Rechtssicherheit — informiere dich, ob ein solcher in deiner bevorzugten Zone existiert. Im Zweifelsfall gilt stadteinwärts grundsätzlich Leinenpflicht.

Hundepensionen, Tagesbetreuung und Gassiservice

Wer beruflich eingespannt ist oder mit dem Hund in Wilhelmshaven Urlaub macht und tagsüber das Marinemmuseum oder den Jade-Weser-Port besichtigen will, braucht eine verlässliche Betreuungslösung. Im Stadtgebiet und im direkten Umland gibt es Anbieter für Tagespflege, Boarding und Gassiservice. Die Qualität unterscheidet sich stark — frage nach einem Probebesuch, prüfe Gruppengrößen und erkundige dich, ob der Anbieter tierärztlich empfohlen wird.

Für Übernachtungsbetreuung sind Pensionen im Umland oft großzügiger ausgestattet als stadtnahe Angebote — mit eigenem Garten und weniger Lärm. Viele Betreiber sind über Mundpropaganda oder lokale Facebook-Gruppen zu finden. Frage deinen Tierarzt oder die Hundeschule vor Ort nach einer Empfehlung — diese Netzwerke sind in einer mittelgroßen Stadt wie Wilhelmshaven häufig eng geknüpft. Buche frühzeitig, besonders in den Sommermonaten, wenn viele Urlauber an die Küste kommen.


Saisonal in Wilhelmshaven

An der niedersächsischen Nordseeküste dreht sich das Jahr schnell — Sturm, Salzwind, Sonnentage und Nebel folgen in rascher Folge. Mit Hund bedeutet das: Jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Chancen und Risiken. Wer die saisonalen Besonderheiten kennt, schützt seinen Hund und genießt die Region in vollen Zügen.

Frühling: Brutzeit, Deichsperrungen und erste Ausflüge

Der Frühling an der Jade-Bucht beginnt oft zögerlich — im März weht noch ein schneidender Nordwestwind, aber im April öffnet sich die Landschaft. Genau jetzt beginnt jedoch die Brut- und Setzzeit für viele Küstenvogelarten. Entlang der Deiche, im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und in den Salzwiesen brüten Kiebitze, Austernfischer und Rotschenkel direkt am Boden. Ein frei laufender Hund kann hier in Sekunden ein Gelege zerstören oder Altvögel dauerhaft vom Nest vertreiben.

Die geltenden Betretungs- und Leinenpflichtregelungen in den Schutzgebieten rund um Wilhelmshaven sind nicht optional — sie sind gesetzlich verankert und werden kontrolliert. Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer informiert auf seiner Website über aktuelle Sperrgebiete und Wegegebote. Halte deinen Hund in dieser Zeit konsequent an der Leine, auch auf bekannten Wegen — die Brutplätze verschieben sich von Jahr zu Jahr. Respektiere Absperrungen, auch wenn sie unbeschildert wirken.

Positiv: Im Frühling sind die Strände noch ruhig, das Gras ist frisch und Ausflüge in den Küstenwald Richtung Dangast oder entlang des Jadebusens belohnen mit weiten Blicken. Kontrolliere deinen Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken — das feuchte Küstenklima begünstigt deren frühe Aktivität bereits ab März.

Sommer: Hitze, Wasser und Strandregeln

Wilhelmshaven liegt an der Nordsee — aber das bedeutet nicht, dass die Sommer harmlos sind. An windstillen Tagen im Juli und August steigen die Temperaturen auf über 25 Grad, und dunkle oder kurzbeinige Hunderassen überhitzen schnell. Plane Spaziergänge in die frühen Morgenstunden oder den späten Abend, wenn der Asphalt auf den Hafenwegen abgekühlt ist. Teste die Bodentemperatur mit dem Handrücken: Ist der Boden zu heiß für deine Hand, ist er zu heiß für Pfoten.

Die Badestellen rund um den Banter See sind im Sommer gut besucht und die Regeln für Hunde variieren je nach Bereich und Saison. An offiziell ausgewiesenen Badeabschnitten gilt für Hunde häufig ein Zutrittsverbot oder Leinenpflicht — prüfe die aktuelle Beschilderung vor Ort und erkundige dich bei der Stadtverwaltung. Außerhalb der offiziellen Badebereiche findest du oft ruhigere Uferabschnitte, wo ein kurzes Plantschen mit dem Hund toleriert wird, sofern keine Verbotsschilder stehen.

Das Nordseewasser selbst kann nach intensivem Planschen zur Belastung für Hundehaut und -ohren werden — spüle deinen Hund nach dem Baden mit klarem Wasser ab, besonders wenn er lange im salzhaltigen Wattbereich unterwegs war. Blaualgen treten in Küstennähe eher selten auf, aber informiere dich über aktuelle Wasserqualitätswarnungen beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt, bevor du deinen Hund in stehenden Gewässern schwimmen lässt.

Herbst: Sturmsaison, Treibgut und Küstengerüche

Der Herbst gehört vielen Wilhelmshavenern zu den schönsten Jahreszeiten mit Hund — die Touristenströme ebben ab, die Luft ist klar und die Küstenlandschaft leuchtet in gedämpften Tönen. Dein Hund wird das merken: Herbstwind trägt eine Vielzahl von Gerüchen an die Küste, und viele Hunde sind im Oktober und November besonders aufgedreht und neugierig. Plane etwas mehr Zeit für Spaziergänge ein.

Mit dem Herbst beginnt auch die Sturmflutsaison. An der Jade-Bucht können Sturmfluten kurzfristig auftreten und Wege und Deiche überspülen. Überprüfe vor Ausflügen in Küstennähe den aktuellen Pegelstand und Sturmflutwarndienst des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Halte deinen Hund bei auflandigem Wind und hohem Wellengang von Deichkronen fern — ein plötzlicher Brecher kann beide überraschen.

Treibgut ist im Herbst an der Küste allgegenwärtig. Hunde fressen mitunter angespülte Fische, Kadaver oder mit Teer verunreinigte Materialien — behalte deinen Hund im Blick und gewöhne ihn an ein verlässliches „Lass es"-Kommando. Auch angeschwemmte Plastikteile und scharfe Muscheln können Pfoten verletzen. Kontrolliere die Pfoten nach jedem Strandgang sorgfältig.

Winter: Kälteschutz, Dunkelheit und Ebbe bei Frost

Winter an der niedersächsischen Küste bedeutet selten tiefen Schnee, aber häufig nassen Wind, Regen und anhaltende Kälte um den Gefrierpunkt. Hunde mit kurzem Fell, wenig Unterwolle oder kleinem Körper kühlen bei diesen Bedingungen schneller aus als erwartet. Ein gut sitzender Hundemantel ist für solche Tiere keine Modegag, sondern sinnvoller Schutz — besonders für ältere oder kranke Hunde.

Die kurzen Tage fordern dich als Hundehalter zusätzlich: Im Dezember wird es in Wilhelmshaven bereits gegen 16 Uhr dunkel. Rüste dich und deinen Hund mit reflektierenden Leinen, Leuchthalsbändern oder blinkenden Anhängern aus — die Sichtbarkeit auf Wegen entlang des Freizeitgebiets oder an der Uferpromenade ist entscheidend, wenn Fahrräder und Jogger auch bei Dunkelheit unterwegs sind. Vermeide unbeleuchtete Deichpfade ohne ortskundige Begleitung.

Streusalz auf städtischen Gehwegen und Parkplätzen ist im Winter ein unterschätztes Problem. Es reizt die Pfotenballen und kann bei Aufnahme über das Lecken zu Magenreizungen führen. Wasche die Pfoten deines Hundes nach jedem Stadtspaziergang mit lauwarmem Wasser ab. Pfotenschutzwax bietet zusätzliche Prävention. Auf Eisglätte an Hafenbereichen und Metallrosten gilt besondere Vorsicht — solche Untergründe sind für Hunde rutschig und können zu Stürzen führen.

Genieße die ruhigen Wintermonate auch als Gelegenheit für Trainingseinheiten in der Nase: Mantrailing und Suchspiele sind bei kühlem Wetter für viele Hunde besonders motivierend. Die langen Abende eignen sich außerdem, um an Impulskontrolle und Ruheverhalten zu arbeiten — eine gute Investition für die belebte Sommersaison, die an der Küste früh beginnt.

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