Hintergrund zur Region
Springe liegt im südlichen Niedersachsen, eingebettet zwischen dem Deister und den sanften Hügeln des Calenberger Landes — eine Kleinstadt, die Hundehaltende mit Waldwegen, Bachläufen und ruhigen Feldpfaden überrascht. Die Stadt selbst ist überschaubar, doch das Umland entfaltet sich in alle Richtungen: Mischwald, der nach Harz und Fichte duftet, Wiesen, auf denen Hunde in vollem Galopp verschwinden, und Dörfer, in denen man noch freundlich gegrüßt wird, wenn man mit Leine und Leckerlis um die Ecke kommt. Wer hier lebt oder zu Besuch ist, bekommt ein Stück Niedersachsen, das sich nicht verbiegt.
Der Deisterrand beginnt praktisch vor der Haustür. Schon wenige Minuten nach dem Stadtrand wechselt der Asphalt in Walderde, der Verkehrslärm verstummt, und dein Hund zieht die Nase tief in den Boden. Das ist der Alltagsrhythmus vieler Springerinnen und Springer: morgens eine Runde durch den Wald, nachmittags am Ufer der Gehle, abends müde Pfoten und ein zufriedenes Tier. Diese Mischung aus Erreichbarkeit und Naturtiefe macht Springe zu einem verlässlichen Zuhause für Menschen mit Hund.
Gleichzeitig lohnt sich ein Tagesausflug hierher auch für alle, die aus Hannover oder der Region anreisen. Die Bahnverbindung nach Hannover ist gut getaktet, das Parken am Stadtrand unkompliziert, und das Deister-Plateau lockt mit Panoramablicken, die man sich verdienen muss — Schritt für Schritt, Pfote für Pfote. Lies weiter, was dich und deinen Hund in Springe erwartet, welche Regeln du kennen solltest und wie du die Jahreszeiten hier am besten nutzt.
Tagesausflüge mit Hund in Springe
Der Wald riecht nach feuchtem Laub, irgendwo hämmert ein Specht, und dein Hund dreht schon Kreise, bevor du die Autotür aufgemacht hast. Rund um Springe gibt es Routen für jedes Tempo — ob ausgedehnte Bergwanderung im Deister oder gemächliche Runde durch die Parkanlage in der Stadt. Die folgenden vier Orte geben dir einen konkreten Einstieg.
Der Deister: Waldplateau mit langen Wegen
Der Deister ist das Herzstück jedes Hundeausflugs rund um Springe. Der bewaldete Höhenzug erhebt sich auf gut 400 Meter und ist von Springe aus in wenigen Fahrminuten erreichbar — oder zu Fuß über die Ausstiege am Stadtrand. Das Wegenetz ist dicht: Forstwege, schmale Pfade und ausgeschilderte Wanderrouten wechseln sich ab, sodass du dieselbe Gegend immer wieder anders erkunden kannst. Besonders beliebt ist der Deister-Weser-Weg, der in Etappen durch das gesamte Plateau führt.
Für deinen Hund bedeutet das: viele Gerüche, wechselndes Gelände und gelegentliche Begegnungen mit Reh- oder Schwarzwild — weshalb du in Waldabschnitten grundsätzlich auf eine gute Rückrufkontrolle achten solltest. Wildschweine sind im Deister präsent; halte deinen Hund besonders in der Dämmerung nahe bei dir. Auf den Forstwegen begegnen dir außerdem Fahrradfahrer und gelegentlich forstwirtschaftliche Fahrzeuge — also Augen auf. Aktuelle Sperrungen und Hinweise zum Wegenetz findest du beim Regionalen Raumordnungsprogramm und Freizeitinformationen der Region Hannover.
Für einen Halbtagesausflug empfiehlt sich der Einstieg am Springer Parkplatz Nienstedter Pass: Von dort erschließt du das Plateau schnell, findest Schutzhütten für Regenpausen und kannst die Runde individuell abkürzen oder verlängern. Trinkwasser für den Hund solltest du mitbringen, da Quellen und Bäche im Sommer austrocknen können.
Die Gehle: Bachspaziergang durchs Stadtgebiet
Die Gehle fließt durch das Springeaner Stadtgebiet und bietet eine grüne Achse mitten durch die Stadt. Der Bachlauf ist kein reißendes Gewässer, sondern ein ruhiges, mäandrierendes Bächlein, das Hunde magisch anzieht — besonders im Sommer, wenn der Boden heiß ist und eine kurze Abkühlung lockt. Die Uferwege eignen sich für entspannte Spaziergänge ohne großen Höhenunterschied, was sie auch für ältere Hunde oder Hunde nach einer Operation angenehm macht.
Entlang der Gehle wechseln sich Wiesenabschnitte und dichter Bewuchs ab. In der Brut- und Setzzeit — grob von März bis Juli — können einzelne Abschnitte empfindlich sein; halte deinen Hund dann angeleinten, um bodenbrütende Vögel nicht zu stören. Prüfe vor Ort, ob Hinweisschilder auf besonders schützenswerte Bereiche hinweisen. Die Nähe zur Innenstadt macht die Gehle-Route außerdem praktisch für einen schnellen Morgenlauf oder eine Mittagsrunde.
Nach dem Spaziergang am Bach ist es nicht weit bis zu den kleinen Cafés und Bäckereien in der Springeaner Innenstadt. Ob Hunde auf Außenterrassen willkommen sind, klärst du am besten direkt beim jeweiligen Lokal — eine pauschale Aussage lässt sich dazu nicht treffen.
Schlosspark Springe und Stadtpark: Grün mitten in der Stadt
Wer nicht gleich in den Wald will, findet im Bereich des Schlossparks und der Grünanlagen rund um den Stadtkern eine ruhige Alternative. Die Parkflächen bieten gestutzten Rasen, alte Bäume und schattige Wege — angenehm an Sommertagen, wenn der direkte Sonnenschein auf dem Deister zu intensiv wird. Der Park ist ein beliebter Treffpunkt für Familien und Spaziergänger.
Wichtig: In öffentlichen Parkanlagen gelten häufig besondere Regeln für Hunde. Leinenpflicht ist in gepflegten Parkanlagen in Niedersachsen weit verbreitet; ob und wo das in Springeaner Grünanlagen gilt, prüfst du am besten direkt bei der Stadt Springe oder beim zuständigen Ordnungsamt. Halte dich an Verbotsschilder und Hinweistafeln, die direkt vor Ort angebracht sind.
Für Hunde, die eine gute Sozialisierung genießen, ist der Stadtpark auch eine Gelegenheit, auf andere Hunde zu treffen — allerdings immer mit Rücksicht auf andere Parknutzer. Nimm Kotbeutel mit und nutze die aufgestellten Abwurfbehälter, die im Stadtgebiet verteilt sind.
Calenberger Land: Felder, Dörfer, Ruhe
Wer den Wald kennt und das Offene sucht, fährt ins Calenberger Land — die hügelige Ackerlandschaft südwestlich von Hannover, zu der Springe geografisch gehört. Hier rollen die Felder in sanften Wellen, Alleen verbinden kleine Dörfer, und auf den Wirtschaftswegen kannst du deinen Hund neben dir traben lassen, ohne ständig auf Fahrrad- oder Autoverkehr zu achten. Das Tempo ist langsamer, die Begegnungen seltener.
Für längere Wanderungen empfiehlt sich eine gute Karte oder eine GPS-App, denn die Wege sind nicht überall ausgeschildert. Felder mit Wildwechsel gibt es auch hier — Leinenpflicht gilt in der Nähe von Wildgehegen und Feldfluren, besonders in der Setz- und Brutzeit; die genauen Regelungen des niedersächsischen Naturschutzrechts findest du beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Im Herbst bieten die Felder nach der Ernte viel Platz und Übersicht — eine der schönsten Jahreszeiten für ausgedehnte Spaziergänge hier draußen.
Kleinstädte und Dörfer wie Eldagsen oder Bennigsen in der unmittelbaren Umgebung sind kurze Abstecher wert. Historische Fachwerkzeilen, ruhige Dorfplätze und gelegentlich ein Hofcafé oder Bäcker machen die Tour rund — aber plane keine Einkehr fest ein, denn das Angebot wechselt.
Hund und lokale Regeln in Springe
Bevor du die Leine losmachst, lohnt ein kurzer Blick auf die Regeln. Niedersachsen hat ein eigenes Hundegesetz, und Kommunen wie Springe können darüber hinaus eigene Satzungen erlassen. Was folgt, ist eine Orientierung — keine Rechtsberatung. Die verbindliche Auskunft holt du dir beim zuständigen Ordnungsamt oder direkt bei der Stadt.
Leinenpflicht in Springe: Was gilt wo?
Das Niedersächsische Hundegesetz (NHundG) bildet die rechtliche Grundlage. Es schreibt unter anderem vor, dass Hunde in Ortschaften, auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen sowie in öffentlichen Anlagen grundsätzlich an der Leine zu führen sind — sofern keine Ausnahmeregelung gilt. Darüber hinaus kann die Stadt Springe in ihrer Gefahrenabwehrverordnung oder Polizeiverordnung zusätzliche Regelungen treffen, zum Beispiel für bestimmte Parks, Spielplätze oder Innenstadtbereiche.
Wälder und Feldwege im Deister oder im Calenberger Land können abweichende Regeln haben — sowohl Forstrecht als auch Naturschutzrecht spielen eine Rolle. Prüfe die aktuelle Regelung vor Ort anhand der aufgestellten Schilder und frag im Zweifelsfall beim Ordnungsamt der Stadt nach. Den Gesetzestext zum Niedersächsischen Hundegesetz findest du über das offizielle Landesrechtsinformationssystem unter landesrecht.niedersachsen.de.
Ein gut sitzender Rückruf ist unabhängig von der Leinenpflicht immer eine gute Idee. Im Deister mit Wildwechsel, auf Feldwegen mit Nutztieren in der Nähe und in belebten Stadtbereichen schützt ein zuverlässiger Rückruf deinen Hund und andere gleichermaßen.
Anmeldung und Hundesteuer in Springe
Wer in Springe wohnt und einen Hund hält, ist verpflichtet, diesen bei der Stadt anzumelden. Die Anmeldung erfolgt beim zuständigen Steueramt oder Bürgerbüro der Stadtverwaltung. Nach der Anmeldung erhältst du eine Hundemarke, die dein Hund als Erkennungszeichen am Halsband tragen sollte — das erleichtert eine Zuordnung, wenn dein Hund einmal ausreißt.
Die Hundesteuer ist eine kommunale Abgabe, deren Höhe die jeweilige Gemeinde in ihrer Hundesteuersatzung festlegt. Die konkreten Beträge für Springe erfährst du direkt bei der Stadtverwaltung — pauschal nennen lassen sie sich hier nicht, da Satzungen angepasst werden können. Aktuelle Informationen zur Hundesteuer findest du auf der offiziellen Website der Stadt Springe. Wer seinen Hund nicht anmeldet, riskiert Nachzahlungen und Bußgelder.
Für Ersthundehalter lohnt sich außerdem ein Blick ins NHundG: Es enthält Anforderungen an Sachkunde und unter Umständen an einen Wesenstest — je nach Rasse und Einstufung. Informiere dich rechtzeitig, bevor du dir einen Hund zulegst.
Öffentlicher Nahverkehr und hundefreundliche Gastronomie
Springe ist über die S-Bahn-Linie S5 mit Hannover verbunden, was Tagesausflügler aus der Landeshauptstadt freut. Hunde dürfen im niedersächsischen ÖPNV in der Regel mitgenommen werden — dabei gelten jedoch die Beförderungsbedingungen des jeweiligen Verkehrsverbunds. Im Bereich Hannover ist das die GVH (Großraum-Verkehr Hannover): Hunde benötigen meist einen eigenen Fahrschein, müssen angeleint sein und dürfen bei starker Auslastung nicht immer mitgenommen werden.
Kleine Hunde in einer geschlossenen Transporttasche oder -box fahren häufig kostenfrei — prüfe das aber in den aktuellen Tarifbedingungen des GVH, da sich Details ändern können. Auf dem Bahnsteig und in der S-Bahn gilt generell: Leine anlegen, Maulkorb bei Bedarf, Abstand zu anderen Fahrgästen halten. Wer mit dem Auto anreist, findet am Stadtrand und an den Deister-Zugangspunkten in der Regel ausreichend Parkplätze.
Ob ein Restaurant oder Café in Springe Hunde erlaubt, ist Sache des jeweiligen Betreibers. Es gibt keine allgemeine Pflicht zur Hundeaufnahme. Frage vor dem Betreten kurz nach — die meisten Außenterrassen regionaler Gaststätten sind hundefreundlich, aber das ist keine Garantie. Ein Wassernapf für deinen Hund ist eine kleine Geste, die du gut in der Tasche transportieren kannst.
Listenhunde, Maulkorb und Kotentsorgung
Das Niedersächsische Hundegesetz kennt eine Liste von Hunderassen, bei denen eine erhöhte Gefährlichkeit vermutet wird — darunter zum Beispiel American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier und weitere. Für diese Rassen gelten besondere Anforderungen: unter anderem Leinenpflicht und Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit sowie ein Wesenstest und besondere Genehmigungsvoraussetzungen. Halter solcher Hunde sollten sich unbedingt bei der zuständigen Behörde — dem Landkreis Hannover oder der Stadt Springe — über alle geltenden Auflagen informieren, bevor sie mit ihrem Hund in die Öffentlichkeit gehen.
Auch für Hunde, die nicht auf der Liste stehen, aber durch aggressives Verhalten auffallen, kann die Behörde Auflagen erteilen. Das NHundG regelt das ausführlich — den aktuellen Text findest du auf landesrecht.niedersachsen.de. Nimm rechtliche Einschätzungen dazu nicht von informellen Quellen — nur offizielle Stellen können verlässliche Auskunft geben.
Zur Kotentsorgung: In Springe und vielen umliegenden Gemeinden sind Kotbeutelspender und Abwurfbehälter auf beliebten Spazier- und Wanderwegen aufgestellt. Nutze sie konsequent — auch dort, wo es keine Behälter gibt, gehört der Kot in eine Tüte und in den nächsten Mülleimer. Wer Hundekot auf Gehwegen, in Parks oder auf Feldwegen liegen lässt, kann mit einem Bußgeld belegt werden. Das mag selbstverständlich klingen, aber es ist der häufigste Konfliktpunkt zwischen Hundehaltenden und anderen Stadtnutzern — und lässt sich mit einem Beutel in der Jackentasche vollständig vermeiden.
Praktisches vor Ort in Springe
Springe liegt eingebettet zwischen Deister und Süntel — wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch ist, braucht verlässliche Adressen für den Alltag. Vom Tierarzt bis zur Hundeschule: Die folgende Übersicht hilft dir, den Aufenthalt gut vorzubereiten.
Tierärzte und tierärztlicher Notfalldienst
In Springe selbst gibt es tierärztliche Praxen, die Routineversorgung und akute Fälle abdecken. Für spezialisierte Eingriffe oder Notfälle außerhalb der Öffnungszeiten lohnt der Blick auf die Notfallpraxen im Raum Hannover, die rund um die Uhr erreichbar sind. Die Tierärztekammer Niedersachsen führt unter tieraerztekammer-niedersachsen.de einen aktuellen Notdienstkalender, den du vor dem Besuch prüfen solltest. Speichere die Nummer deiner Notfallpraxis bereits bei der Anreise ab — im Ernstfall zählt jede Minute.
Gerade nach langen Wanderungen im Deister solltest du deinen Hund auf Zecken kontrollieren. Der Deister gilt als Zeckengebiet; frag deinen Tierarzt vor Ort nach geeignetem Schutz und nach der aktuellen FSME-Lage für die Region.
Hundeschulen und Trainingsangebote
Im Stadtgebiet Springe und im nahen Umland finden sich Hundeschulen und Trainingsgruppen, die von der Welpenstunde bis zum Gehorsamkeitstraining ein breites Angebot abdecken. Wer neu zugezogen ist, profitiert besonders von lokalen Kursen — der Austausch mit anderen Hundehaltern vor Ort ist oft die schnellste Möglichkeit, gute Empfehlungen zu bekommen. Prüfe Bewertungen und frage nach einer Schnupperstunde, bevor du dich bindest. Ein seriöser Anbieter erklärt dir seine Trainingsmethoden transparent und arbeitet ausschließlich mit positiver Verstärkung.
Für Stadtbesucher, die nur wenige Tage in der Region sind, eignet sich ein Einzeltraining direkt im Gelände — manche Trainer aus dem Raum Hannover bieten das auch für den Deister-Bereich an. Frag gezielt nach Trainern, die sich mit dem Gelände auskennen, damit Übungen direkt im für dich relevanten Umfeld stattfinden.
Auslaufflächen und eingezäunte Hundebereiche
Springe verfügt über Grünflächen und Wiesenbereiche, auf denen Hunde Auslauf finden können. Ob und wo Leinenpflicht gilt oder freies Laufen erlaubt ist, regelt die jeweilige städtische Verordnung — frag beim Stadtportal Springe nach der aktuell gültigen Polizei- und Gemeindeordnung, bevor du deinen Hund von der Leine lässt. Eingezäunte Hundewiesen, wie sie in Großstädten üblich sind, sind in kleineren Städten wie Springe seltener — der Deister bietet dafür weitläufigen, naturnahen Auslauf auf markierten und unmarkierten Wegen.
Für Hunde mit Rückrufproblemen oder starkem Jagdtrieb empfiehlt sich die Suche nach privaten eingezäunten Trainingsflächen im Umkreis, die stundenweise gemietet werden können. Solche Angebote wachsen in Niedersachsen, und einige Anbieter aus dem Großraum Hannover decken auch den südlichen Umlandbereich ab. Informiere dich direkt beim Anbieter über Verfügbarkeit und Hygienebedingungen.
Hundebetreuung, Pensionen und Unterkunft mit Hund
Wer für einen Tagesausflug oder Kurzurlaub nach Springe kommt und eine Unterkunft mit Hund sucht, sollte frühzeitig anfragen — nicht alle Ferienwohnungen und Pensionen in der Region akzeptieren Vierbeiner, und Aufpreise oder Sonderregeln (etwa keine Sofanutzer) variieren stark. Es lohnt, beim Buchen explizit nach Hundezusatzkosten, Leinenpflicht auf dem Gelände und Haustierpolicen zu fragen. Plattformen mit Filterfunktion für haustierfreundliche Unterkünfte erleichtern die Suche.
Für Tagesbetreuung oder Boarding — etwa wenn du einen Tag ohne Hund wandern oder Sehenswürdigkeiten besichtigen möchtest — gibt es im Raum Hannover mehrere gewerbliche Hundepensionen. Prüfe, ob der Anbieter eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz besitzt; das ist in Deutschland Pflicht für gewerbliche Tierpension und gibt dir eine Grundsicherheit über den Betreuungsstandard. Lass deinen Hund die Einrichtung vorab kennenlernen, wenn möglich — das reduziert Stress bei längeren Aufenthalten deutlich.
Saisonal in Springe
Das Klima rund um den Deister folgt dem norddeutschen Hügelland: milde Frühjahrsstarts, grüne Sommer mit gelegentlicher Hitze, farbenprächtige Herbstwälder und ruhige, manchmal frostige Winter. Mit Hund bedeutet das vier sehr unterschiedliche Jahreszeiten — und vier unterschiedliche Sorgenlisten.
Frühling: Brut- und Setzzeit im Deister
Ab März erwacht der Deister — und mit ihm eine Zeit, in der du als Hundehalter besonders aufmerksam sein solltest. Rehkitze, Bodenbrüter und Niederwild nutzen den Frühjahrswald intensiv; ein frei laufender Hund kann erheblichen Schaden anrichten, ohne dass du es bemerkst. In Niedersachsen gilt während der Brut- und Setzzeit in Wald- und Feldflurbereichen oft eine verschärfte oder ausgedehnte Anleinpflicht — die genauen Regelungen findest du beim Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Halte dich im Frühjahr konsequent an die markierten Wege und meide das Unterholz abseits der Pfade. Weidezäune werden reaktiviert, und Schafherden mit Lämmern reagieren empfindlich auf Hundekontakt. Selbst ein gut erzogener Hund kann Schafe in Panik versetzen — hält deinen Hund in Sichtweite und an der Leine, wenn Weidetiere in der Nähe sind.
Positiv: Der Frühjahrswald riecht nach feuchter Erde, Bärlauch und frischem Grün — Hundenasen sind in diesen Wochen im Dauerhochbetrieb. Kurze, ruhige Schnüffelrunden abseits des Jagddrucks tun Hund und Mensch gut. Die Wegeinfrastruktur ist nach dem Winter oft noch feucht und lehmig; festes Schuhwerk und ein Handtuch fürs Auto sind Pflicht.
Sommer: Hitze, Wasser und Waldbrandrisiko
Die Sommer im Deister-Vorland können heißer werden, als man erwartet. Asphaltflächen in der Innenstadt heizen sich stark auf und belasten Pfoten empfindlich — der Handballentest (Handfläche 7 Sekunden auf den Boden) zeigt dir sofort, ob es zu heiß ist. Plane Spaziergänge in die frühen Morgenstunden oder den Abend; der Deister bietet durch seinen Laubbaumbestand tagsüber Schatten, aber auch dort steigt die Temperatur an heißen Tagen stark.
Wasser ist im Sommer das Wichtigste. Führe immer eine Trinkflasche mit faltbarem Napf mit; natürliche Bäche im Deister können in Trockenphasen wenig Wasser führen. Badegewässer in der Region — etwa der Deister-Erlebnissee — haben eigene Regeln für Hunde, die saisonal variieren. Prüfe die aktuelle Regelung direkt beim Betreiber oder bei der Stadt, bevor du deinen Hund ins Wasser lässt.
Bei anhaltender Trockenheit kann im Deisterwald erhöhte Waldbrandgefahr herrschen. Achte auf Hinweisschilder und Sperrungen; der Niedersächsische Forstbetrieb kommuniziert aktuelle Gefahrenstufen. Offenes Feuer ist im Wald grundsätzlich verboten — und Zigarettenstummel auf trockenen Wegen können lebensbedrohliche Folgen haben.
Herbst: Jagdsaison und Pilzsammelzeit
Der Herbst verwandelt den Deister in ein rotgoldenes Farbenspiel — und in eine Zeit mit erhöhtem Unfallrisiko für Hunde. Die Jagdsaison läuft von September bis Januar auf Hochtouren; an Wochenenden und während Drückjagden ist freies Laufen im Wald besonders riskant. Informiere dich bei der örtlichen Jägerschaft oder der Stadtverwaltung Springe über geplante Jagdtermine und meide an diesen Tagen die betroffenen Waldgebiete.
Auffällige Warnwesten für Hunde in Orange oder Gelb erhöhen die Sichtbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen erheblich — im Herbstnebel oder in der Dämmerung ist das kein Luxus, sondern sinnvoller Schutz. Kaufe Weste und LED-Leuchte am besten noch im Sommer, damit du gut ausgerüstet in die dunkle Jahreszeit gehst.
Pilzsammler sind im Herbst-Deister zahlreich unterwegs — das ist kein direktes Problem, aber es bedeutet, dass Hunde leichter auf Giftpilze stoßen. Fliegenpilz, Knollenblätterpilz und andere toxische Arten wachsen auch abseits der Wege. Trainiere das Kommando „Lass es" zuverlässig, und beobachte nach Waldgängen, ob dein Hund schmatzt, sabbert oder Anzeichen von Übelkeit zeigt. Im Zweifelsfall sofort zum Tierarzt.
Winter: Frost, Streusalz und kurze Tage
Winter in Springe bedeutet kurze Tage, gelegentlichen Frost und — an unerwarteten Tagen — Schnee auf den Deisterhöhen. Das Licht wird knapp: Reflektoren, Leuchthalsbänder und helle Kleidung für dich selbst sind ab Oktober sinnvoll. Straßen und Wege in der Innenstadt werden bei Glätte mit Streusalz oder abstumpfenden Mitteln behandelt, die Pfoten reizen und bei Verschlucken Magen-Darm-Beschwerden auslösen können.
Spüle die Pfoten deines Hundes nach jedem Stadtspaziergang im Winter kurz mit lauwarmem Wasser ab — das entfernt Salz- und Chemierückstände. Pfotenschutzwachs bietet zusätzliche Barriere; viele Hunde gewöhnen sich mit etwas Training auch an Hundeschuhe. Schneebälle zwischen den Zehenballen können bei langen Runden schmerzhaft werden — kurzes Fell zwischen den Zehen regelmäßig trimmen hilft.
Kurzhaarige und kleine Hunde frieren im Winter schnell, besonders wenn der Deister-Wind kalt von den Höhen zieht. Ein gut sitzender Hundemantel ist für diese Rassen kein Modeaccessoire, sondern praktischer Wärmeschutz. Achte darauf, dass der Mantel Bewegungsfreiheit lässt und nicht scheuert — schlecht sitzende Kleidung kann die Haut reizen und den Gang beeinträchtigen.
Für Gassirunden in der Dunkelheit — morgens vor der Arbeit, abends nach Feierabend — gilt im Winter besondere Vorsicht im Straßenverkehr. Selbst auf bekannten Wegen kann Glatteis plötzlich auftreten; kurze Leinen und langsames Tempo schützen euch beide vor Stürzen.
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