Mönchengladbach (Kreisfreie Stadt)
Bild: Wikimedia Commons – Mönchengladbach Geroweiher.jpg von Unknown authorUnknown author · Public Domain4 QuellenStand 8. September 2026Redaktionell verantwortlich: Roger KleinText: Roger Klein
Hund in Mönchengladbach: Was wirklich gilt
Morgens, wenn der erste Nebel noch über der Niers hängt und die Graureiher reglos im flachen Wasser stehen, zeigt Mönchengladbach seine ruhige Seite. Die rund 270.000-Einwohner-Stadt liegt am linken Niederrhein, eingebettet zwischen Krefeld im Norden, Viersen im Nordwesten und der niederländischen Grenze in Sichtweite. Wer sie nur als alte Textilstadt kennt, unterschätzt das Grün: Hardter Wald, Niersauen, Parks in jedem Stadtbezirk, und gleich hinter dem westlichen Stadtrand die weiten Sandwege des Naturparks Schwalm-Nette. Für Hundehalter ist das ein solides Alltagsangebot.
Mönchengladbach ist kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen. Das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW, in Kraft seit 1. Januar 2003) bildet den gesetzlichen Rahmen. Darunter liegt eine kommunale Schicht: städtische Strassen- und Anlagenverordnung plus das Hundewiesen-System, das die Stadt gemeinsam mit den mags (Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Strassenbetriebe AöR) betreibt. Diese kommunale Schicht ist für den Alltag entscheidend, und strenger, als viele Neuankömmlinge erwarten.
Leinenpflicht in Mönchengladbach: Was kommunal gilt
Hunde müssen in Mönchengladbach überall angeleint sein, ausser auf Hundewiesen und Wirtschaftswegen. Das geht über das LHundG NRW noch hinaus. Der städtische Kommunale Ordnungs- und Servicedienst (KOS) überwacht das im gesamten Stadtgebiet. Er ist präsent.
Innenstadt, Parks und öffentliche Grünanlagen
In Fussgängerzonen, auf belebten Plätzen und in allen öffentlichen Grünanlagen gilt konsequente Leinenpflicht. Das LHundG NRW schreibt sie in Fussgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und vergleichbar belebten Bereichen vor. Dasselbe gilt in allen öffentlich zugänglichen, umfriedeten Park- und Grünanlagen einschliesslich Kinderspielplätzen. Ausnahme: ausgewiesene Hundeauslaufbereiche. Mönchengladbach geht kommunal noch weiter. Auf Kinderspielplätzen und Spielwiesen hat auch ein angeleinter Hund nichts zu suchen.
Wer die Leine weglässt oder die Steuermarke vergisst, riskiert Ärger. Die Strassen- und Anlagenverordnung ermöglicht Bussgelder bis zu 1.000 Euro.
Wald: Hardter Wald und Stadtrandwälder
Im Hardter Wald, wenn die Buchenkronen im Oktober das Licht filtern und der Boden nach feuchtem Laub riecht, sieht es etwas entspannter aus als auf den Stadtstrassen. Auf Waldwegen dürfen sicher kontrollierbare Hunde ohne Leine laufen. Abseits der Wege gilt Leinenpflicht. Das ist der entscheidende Unterschied: Wer auf dem Weg bleibt und einen abrufbaren Hund hat, ist auf der sicheren Seite. Wer den Hund ins Unterholz schickt, riskiert Ärger. Vor allem von März bis Juli, wenn Wild besonders störungsempfindlich ist.
Naturschutzgebiete
Im Stadtgebiet und im angrenzenden Naturpark Schwalm-Nette gibt es mehrere ausgewiesene Naturschutzgebiete. Dort gelten schärfere Regeln: Wegegebot, enge Führung oder Leinenpflicht. Was gilt, steht in der jeweiligen Schutzgebietsverordnung und auf den Schildern vor Ort. Der KOS kontrolliert. Ignorier die Schilder nicht.
Grosse Hunde: Anzeigepflicht beim Ordnungsamt
Einen grossen Hund zeigst du beim Ordnungsamt an. Als gross gilt nach LHundG NRW, wer ausgewachsen mindestens 40 cm Widerristhöhe oder 20 kg Gewicht erreicht. Du brauchst keine Erlaubnis für die Haltung, aber die Anzeigepflicht gilt sofort nach Aufnahme des Tieres. Zusätzlich: Grosse Hunde müssen innerhalb bebauter Ortsteile auf öffentlichen Strassen, Wegen und Plätzen angeleint sein.
Listenhunde in Mönchengladbach: LHundG NRW plus kommunale Erlaubnispflicht
Das LHundG NRW führt Hunderassen auf, für deren Haltung eine Erlaubnis nötig ist. Es unterscheidet zwei Gruppen: gefährliche Hunde nach § 3 LHundG NRW und Hunde bestimmter Rassen nach § 10 Abs. 1 LHundG NRW.
Gefährliche Hunde nach § 3 sind: American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull Terrier, Staffordshire Bullterrier sowie Kreuzungen dieser Rassen, oder Hunde, deren Gefährlichkeit im Einzelfall festgestellt wurde. Für zehn weitere Rassen gelten besondere Regelungen, weil sie rassespezifische Merkmale wie niedrige Beisshemmung oder herabgesetzte Schmerzempfindlichkeit aufweisen können.
Für erlaubnispflichtige Hunde gilt in Mönchengladbach eine erhöhte Hundesteuer. Ausserhalb des eigenen Grundstücks besteht Maulkorb- und Leinenpflicht. Das Ordnungsamt kann diese Pflicht auf Antrag aufheben, nach fachlicher Stellungnahme des amtlichen Tierarztes zur Gefährlichkeit. Wer den Wesenstest vorweist und eine Maulkorbbefreiung hat, zahlt die normale Hundesteuer.
Zuständig für das Erlaubnisverfahren ist das Ordnungsamt Mönchengladbach. Mehr zu den NRW-weiten Listenhund-Regelungen findest du in der Übersicht Nordrhein-Westfalen.
Hundesteuer und Anmeldung in Mönchengladbach
Mönchengladbach liegt bei der Hundesteuer im oberen Mittelfeld der NRW-Städte. Die Jahresbeträge: ein Hund kostet 138,00 Euro, zwei Hunde je 165,60 Euro, drei oder mehr Hunde je 207,00 Euro. Für Listenhunde gilt ein erhöhter Satz: ein gefährlicher Hund kostet 720,00 Euro, bei zwei Hunden je 960,00 Euro, bei drei oder mehr je 1.152,00 Euro. Ermässigungen gibt es für Listenhunde nicht, ausser nach bestandenem Wesenstest und Maulkorbbefreiung durch das Ordnungsamt.
Du meldest deinen Hund innerhalb von vier Wochen nach Aufnahme schriftlich bei der Stadt an. Das Ende der Hundehaltung zeigst du ebenfalls innerhalb von vier Wochen an. Nach der Anmeldung bekommst du eine Hundesteuermarke, gültig bis 2029, kostenfrei. Dein Hund trägt sie ausserhalb des Grundstücks verpflichtend. Wer die Marke vergisst, begeht eine Ordnungswidrigkeit, der KOS prüft das ab Februar verstärkt.
Die Anmeldung läuft über das Serviceportal der Stadt Mönchengladbach, auch online. Zahltag für die Jahressteuer ist der 15. Februar.
Die besten Routen in Mönchengladbach, mit korrekter Rechtslage
Nierswanderweg: Flachland-Kilometer entlang des Flusses
An einem Herbstmorgen glänzt das Gras an den Uferböschungen noch feucht. Die Niers schiebt sich träge durch ihre breite Aue. Der Nierswanderweg folgt dem Fluss durch wechselnde Uferabschnitte, mal dicht bewachsen, mal offen mit weitem Blick über die Wiesen. Er ist vom Stadtgebiet aus direkt zu Fuss erreichbar, verläuft flach und bietet auf langen Abschnitten guten Untergrund. Auf Wirtschaftswegen entlang der Niers gilt kein allgemeiner Leinenzwang. Führt der Weg durch ein Naturschutzgebiet, gelten die dortigen Hinweistafeln. Lies sie, bevor du die Leine abnimmst. Aktuelle Routen-Empfehlungen für die Region findest du bei NRW-Tourismus.
Hardter Wald: Der grösste Stadtwald
Im Norden der Stadt liegt der Hardter Wald, der grösste zusammenhängende Grünkorridor im Stadtgebiet. Im Oktober wird der Boden unter den Buchen weich. Es riecht nach feuchter Erde und Pilzen. Die Wege sind breit, das Gelände typisch niederrheinisch flach. Auf den Waldwegen ist für kontrollierbare Hunde Freilauf möglich. Abseits der Wege gilt Leinenpflicht. Von März bis Juli solltest du deinen Hund auch auf Wegen im Blick behalten. Es gilt das Landesforstrecht NRW, keine zusätzliche kommunale Sonderverordnung.
Stadtwald Odenkirchen und Tiergarten am Pixbusch
Im Stadtteil Odenkirchen, südlich des Stadtzentrums, wechseln Waldwege und Grünflächen einander ab. An Wochentagen ist es hier angenehm ruhig. Die Wege sind gut ausgebaut, die Luft riecht nach Kiefer und feuchtem Boden. Der Tiergarten am Pixbusch verbindet Stadtwald-Charakter mit Parkanlage. Im eigentlichen Park- und Gartenanlagenbereich gilt Leinenpflicht nach § 2 Abs. 2 LHundG NRW. Auf den angrenzenden Waldwegen ausserhalb des eingefriedeten Bereichs ist Freilauf für kontrollierbare Hunde auf dem Weg möglich. Kenne die Grenzen der Parkanlage, dann lässt sich das gut navigieren.
Naturpark Schwalm-Nette: Weite Heideflächen westlich der Stadt
Der Naturpark Schwalm-Nette beginnt direkt hinter dem westlichen Stadtrand. Flache Treidelpfade, offene Moore, Seen, Waldkorridore, der Boden ist weich und pfotenschonend. Die Kernbereiche sind mit dem Auto in 15 bis 25 Minuten erreichbar. Innerhalb des Parks gibt es ausgewiesene Naturschutzgebiete, in denen Leinenpflicht und Wegegebot gelten. Halte dich dort an die Beschilderung: Bodenbrüter und Wiesenbrüter sind störungsempfindlich, besonders von März bis Juli. Ausserhalb der Schutzzonen ist Wandern mit Hund entspannt möglich.
Offizielle Hundewiesen: Freilauf mit Netz und Schleuse
Mönchengladbach betreibt 16 Hundewiesen im gesamten Stadtgebiet. Die meisten bieten zwischen 2.000 und 6.000 Quadratmeter Grasfläche. Zwei Wiesen sind mit bis zu 17.000 Quadratmetern deutlich grösser. 14 der Wiesen haben Schleusen. Bekannte Standorte: Hundefreilauffläche Vitus-Park (Westend), Gladbacher Strasse (Rheindahlen-Land) und Rheydt-West. Die aktuelle Karte gibt es bei mags.de/hundewiesen. Auf den Wiesen gilt: Leinenzwang aufgehoben, Haftung bleibt beim Halter.
Was in Mönchengladbach anders ist als im Rest von NRW
Die meisten NRW-Städte setzen das LHundG NRW um, und lassen es dabei bewenden. Mönchengladbach geht weiter. Hunde müssen ausser auf Hundewiesen und Wirtschaftswegen überall angeleint sein. Diese kommunale Verschärfung überrascht viele Zuzügler aus ländlicheren Gegenden. Wer gewohnt ist, den Hund auf Feldwegen frei laufen zu lassen, stösst hier schnell an Grenzen.
Der Trade-off ist klar: strenger auf der Strasse, aber 16 Hundewiesen über alle Stadtbezirke verteilt. Das ist für eine kreisfreie Stadt dieser Grösse eine vergleichsweise dichte Infrastruktur. Der KOS überprüft ab Februar verstärkt die Steuermarken. Marke vergessen ist kein Kavaliersdelikt.
Dazu kommt die Lage zwischen zwei grossen Naherholungsräumen: Hardter Wald im Norden, Naturpark Schwalm-Nette im Westen. Beide liegen in Alltagsreichweite. Sie bieten ganz andere Bewegungsfreiheit als die Stadt selbst, und entlasten den innerstädtischen Alltag spürbar.
Häufig gestellte Fragen
Gilt in Mönchengladbach überall Leinenpflicht?
Praktisch ja. Hunde müssen ausser auf ausgewiesenen Hundewiesen und Wirtschaftswegen im gesamten Stadtgebiet angeleint sein. In Parks, Grünanlagen und auf Kinderspielplätzen gilt Leinenpflicht nach § 2 Abs. 2 LHundG NRW ohnehin. Auf Waldwegen im Hardter Wald ist Freilauf für kontrollierbare Hunde auf dem Weg möglich, abseits der Wege nicht. Naturschutzgebiete haben schärfere Regeln, dort immer die Beschilderung beachten. Verstösse können mit bis zu 1.000 Euro geahndet werden.
Wie hoch ist die Hundesteuer in Mönchengladbach 2025?
Ein Hund kostet 138,00 Euro pro Jahr, zwei Hunde je 165,60 Euro, drei oder mehr je 207,00 Euro. Für gefährliche Hunde oder Hunde bestimmter Rassen nach LHundG NRW gilt ein erhöhter Satz: 720,00 Euro für einen, 960,00 Euro je Hund bei zweien, 1.152,00 Euro je Hund bei drei oder mehr. Ermässigungen gibt es für Listenhunde nicht, ausser nach bestandenem Wesenstest und Maulkorbbefreiung durch das Ordnungsamt. Fälligkeitstag ist jeweils der 15. Februar.
Wo kann ich meinen Hund in Mönchengladbach ohne Leine laufen lassen?
Auf den 16 offiziellen Hundewiesen der Stadt, verteilt über alle Stadtbezirke. Die meisten sind eingezäunt und haben Schleusen. Bekannte Standorte: Vitus-Park (Westend), Gladbacher Strasse (Rheindahlen-Land), Rheydt-West und Eicken. Ausserdem ist auf Wirtschaftswegen im Stadtgebiet und auf Waldwegen im Hardter Wald Freilauf für kontrollierbare Hunde möglich, solange du auf dem Weg bleibst. Die aktuelle Karte aller Hundewiesen findest du unter mags.de/hundewiesen.
Muss ich meinen grossen Hund in Mönchengladbach beim Ordnungsamt anzeigen?
Ja. Hunde mit mindestens 40 cm Widerristhöhe oder 20 kg Gewicht gelten nach LHundG NRW als grosse Hunde und müssen beim Ordnungsamt angezeigt werden. Du brauchst keine gesonderte Erlaubnis, aber einen Sachkundenachweis und einen Nachweis der Haftpflichtversicherung. Innerhalb bebauter Ortsteile müssen grosse Hunde auf öffentlichen Wegen und Plätzen angeleint sein. Zuständig ist das Ordnungsamt, Hauptstrasse 162–168, 41236 Mönchengladbach.
Darf ich mit meinem Hund in den Naturpark Schwalm-Nette?
Ja. Auf Sandwegen und Heideflächen ausserhalb der Schutzzonen ist Wandern mit Hund gut möglich. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten innerhalb des Parks gilt Leinenpflicht und oft Wegegebot, zum Schutz von Bodenbrütern und seltenen Pflanzen. Halte dich an die Hinweisschilder vor Ort. Von März bis Juli ist besondere Vorsicht geboten. Der Naturparkrand ist von Mönchengladbach aus in etwa 15 bis 25 Minuten mit dem Auto erreichbar.
Quellen
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Frühling|Sommer|Herbst