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Frankfurt am Main (Kreisfreie Stadt)

Frankfurt am Main (Kreisfreie Stadt) Bild: Wikimedia Commons – Skyline Frankfurt am Main 2015.jpg · CC BY-SA 4.0
Schwierigkeit
Mittel
Eintritt
Kostenlos

Hund in Frankfurt am Main: Was wirklich gilt

Frankfurt am Main liegt im Herzen Hessens, zwischen dem Taunus im Norden und dem Rhein-Main-Tiefland im Süden. Im Westen grenzt der Main-Taunus-Kreis an, im Osten der Landkreis Offenbach. Rund ein Drittel des Stadtgebiets entfällt auf den Grüngürtel, ein zusammenhängendes Landschaftsband aus Auenwäldern, Feuchtwiesen, Obstbaumreihen und einem der größten Stadtwälder Europas. Wer am frühen Morgen mit dem Hund in den Stadtwald einbiegt, hört zunächst nur Rotkehlchen und nasse Erde unter den Schuhen. Die Skyline taucht erst später am Horizont auf.

Frankfurt hat rund 773.000 Einwohner, dichte Bebauung und ein kommunales Regelwerk, das je nach Stadtgebiet stark variiert. Rund 22.000 Hunde sind gemeldet, eine der höchsten Hundedichten unter deutschen Großstädten. Wer falsch anlegt oder die falschen Flächen aufsucht, zahlt drauf.

Leinenpflicht in Frankfurt am Main: Was kommunal gilt

Die Grundlage bildet die hessische Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden (HundeVO) vom 22. Januar 2003, zuletzt geändert im November 2022. Hessen kennt keine pauschale Leinenpflicht für alle Hunde im ganzen Bundesland. Bestimmte Situationen lösen landesrechtliche Anleinpflichten aus. Frankfurt schichtet darüber eine eigene Gefahrenabwehrverordnung sowie die städtische Grünanlagensatzung.

Stadtgebiet: Parks, Fußgängerzonen, Brücken

In der Innenstadt ist die Regel eindeutig. Leinenpflicht gilt in Gaststätten, öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Grünanlagen, in Fußgängerzonen, in Naturschutzgebieten, auf Brücken und an Haltestellen. Die Leine darf maximal zwei Meter lang sein. Wer am Mainufer die Leine auf vier Meter auslässt, riskiert eine Ordnungswidrigkeitenanzeige beim Ordnungsamt.

Auf Spielplätzen, Festplätzen, Liegewiesen sowie im Holzhausen- und Günthersburgpark und auf Friedhöfen sind Hunde verboten. Ausnahme: Assistenzhunde. Den Holzhausenpark mit seinem kleinen Teich halten viele Zuzügler für hundefreundlich. Er ist es nicht.

Stadtwald und Grüngürtel

Im Stadtwald gelten andere Regeln. In weiten Bereichen des Grüngürtels besteht keine Anleinpflicht. Hunde dürfen aber nicht unbeaufsichtigt laufen. du musst im Einwirkungsbereich der führenden Person bleiben. Das heißt konkret: Der Hund muss sicher abrufbar sein. Er muss in Sichtweite bleiben und auf Ruf oder Pfiff sofort reagieren. Wer das nicht garantieren kann, lässt die Leine lieber dran.

Während der Brut- und Setzzeit, grob 1. März bis 15. Juli, gilt besondere Sorgfalt. Mit den ersten Sonnenstrahlen beginnen Vögel zu brüten, Wildtiere ziehen ihren Nachwuchs auf. Im Stadtwald und weiten Teilen des Grüngürtels fällt eine pauschale Leinenpflicht trotzdem weg. Der Hund muss aber einwandfrei auf den Rückruf hören.

Naturschutzgebiete: Enkheimer Ried und Schwanheimer Düne

Enkheimer Ried und Schwanheimer Düne sind ausgewiesene Naturschutzgebiete. Hier gilt, was auf den Schildern steht: Leinenpflicht. Die Schwanheimer Düne ist eine der wenigen Binnendünen Europas – Sand, Silbergras, Kiefern. Hunde dürfen angeleint rein, die befestigten Wege verlässt du aber nicht. Wer den Hund trotzdem freilässt, riskiert ein Bußgeld. Die Hinweisschilder vor Ort zählen mehr als jede pauschale Aussage aus dem Internet.

Listenhunde in Frankfurt am Main: HundeVO Hessen und kommunale Steuer

Die Rechtsgrundlage ist die HundeVO Hessen (§ 2, Stand November 2022). Die Verordnung unterscheidet zwei Kategorien. Bei bestimmten Rassen sowie deren Kreuzungen wird eine grundsätzliche Gefährlichkeit vermutet. Dazu zählen Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Terrier und Rottweiler. Insgesamt neun Rassen stehen auf der hessischen Liste.

Gefährlich sind außerdem Hunde, die durch Zucht, Haltung, Ausbildung oder Abrichtung eine über das natürliche Maß hinausgehende Kampfbereitschaft oder Angriffslust besitzen. Hunde jeder Rasse können auch individuell als gefährlich eingestuft werden, etwa nach einem Beißvorfall.

Wer einen gefährlichen Hund halten möchte, braucht eine Erlaubnis (§ 3 Abs. 1 HundeVO). Voraussetzungen: Sachkundenachweis und eine positive Wesensprüfung für den konkreten Hund. Besteht der Hund den Wesenstest, gilt die Gefährlichkeitsvermutung als widerlegt.

Wichtig für Frankfurt: Laut Stadt Frankfurt besteht kein genereller Maulkorbzwang, auch nicht für Listenhunde. Das ist eine relevante Abweichung von vielen anderen deutschen Großstädten. Einen Maulkorb ordnet nur eine individuelle Verwaltungsverfügung an.

Du beantragst die Erlaubnis vor der Anschaffung beim Ordnungsamt Frankfurt. Der Antrag ist persönlich oder schriftlich zu stellen. Mehr zum hessischen Landesrecht im HundeVO-Überblick Hessen. Die Übersicht zum hessischen Hunderecht findest du auch in der Übersicht Hessen.

Hundesteuer und Anmeldung in Frankfurt am Main

Die Hundesteuer beträgt 102 Euro pro Jahr und Hund. Für gefährliche Hunde sind es 900 Euro jährlich. Wer mit einem Listenhund eine Begleithundeprüfung ablegt, zahlt reduzierte 225 Euro im Jahr. Assistenzhunde sowie Hunde aus dem Tierschutzverein Frankfurt (für zwei Jahre) sind steuerbefreit oder ermäßigt.

Die Steuer ist jeweils zum 15. Januar für das laufende Kalenderjahr fällig. 2024 lag das Aufkommen bei 2,44 Millionen Euro. Das Geld fließt unter anderem in die Pflege der Hundeauslaufgebiete.

Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme beim Kassen- und Steueramt an. Welpen meldest du an, sobald sie drei Monate alt sind. Seit Juli 2024 ist die Anmeldung auch digital möglich. Das Kassen- und Steueramt sitzt am Paulsplatz 9, 60311 Frankfurt. Alle fünf Jahre gibt es neue Hundesteuermarken.

Die besten Routen in Frankfurt am Main, mit korrekter Rechtslage

Frankfurter Stadtwald: Kiefernnadeln, Jacobiweiher, Pinkelbaum

Im Oktober liegen die ersten Eicheln auf dem Waldweg. Die Luft riecht nach nassem Holz und Pilzen. Dann ist der Frankfurter Stadtwald am besten. Mit rund 4.800 Hektar zählt er zu den größten zusammenhängenden Stadtwäldern Europas, und er beginnt wenige Minuten südlich des Stadtzentrums. Kein Leinenzwang auf den weitläufigen Wegen, solange der Hund abrufbar bleibt.

Bei Hitze lohnt sich ein Abstecher zur Oberschweinstiege mit dem Jacobiweiher. Das Traditionslokal liegt direkt am Wasser. Am nördlichen Ufer steht der legendäre Pinkelbaum, ein alter Ahornbaum, der außer im Winter buchstäblich zurückpinkelt. Hunde inspizieren ihn mit professionellem Interesse. Ob das Lokal selbst hundefreundlich ist, prüfst du am besten direkt vor Ort.

Vom Stadtwald aus ist auch der elf Kilometer lange Goethe-Wanderweg machbar. Er verbindet Goethes Geburtshaus, die Gerbermühle, die Goetheruh, den Goetheturm und das Willemer-Häuschen. Der Weg schlängelt sich durch Innenstadt, Stadtwald und an Grüne-Soße-Kräuterfeldern entlang. Im Stadtwald fällt die Leinenpflicht weg. Auf innerstädtischen Abschnitten gilt sie.

Niddapark und Nidda-Aue: 168 Hektar ehemalige Bundesgartenschau

Wer im Nordwesten aus der S-Bahn steigt und Richtung Nidda läuft, merkt schnell, warum dieser Park unter Frankfurter Hundehaltern Kultstatus hat. 168 Hektar, weite Wiesen, das Rauschen des Flusses daneben. Eine gute Stunde läuft man, ohne denselben Weg zweimal zu gehen. Je nach Jahreszeit und Wasserstand gibt es zwei Bademöglichkeiten für Hunde.

Der Niddapark gehört zum Frankfurter Grüngürtel. Die ausgewiesene Hundefreilauffläche Frankfurt Praunheim umfasst 6,7 Hektar, offiziell leinenfrei. Auf den allgemeinen Parkwegen gilt dagegen die kommunale Grünanlagensatzung: Leinenpflicht. Wer das verwechselt, dem zählt das Ordnungsamt am Wegrand schnell 80 Euro auf. Aktuelle Routen-Empfehlungen rund um den Niddapark und den Grüngürtel findest du bei Hessen Tourismus.

Huthpark und Lohrberg: Seckbach mit Weitblick

Im Osten liegt der Huthpark. Nach Feierabend, kein langer Anfahrtsweg. Die große Hundewiese lädt zum Toben ein. Andere Hundehalter trifft man zu jeder Tageszeit. Die Fläche ist nicht eingezäunt. Fluchtfreudige Hunde oder solche mit starkem Jagdtrieb gehören hier an die Leine.

Vom Huthpark aus lohnt der kurze Aufstieg zum Lohrberg. Frankfurts Hausberg auf rund 185 Metern. Freier Blick über die Skyline, der Taunus am Horizont. Wer Frankfurt mit Hund kennt, macht diesen Abstecher.

Schwanheimer Düne und Mainufer Sachsenhausen: Wasser und Weite

Von Höchst aus per Personenfähre über den Main, das ist der ruhigste Einstieg in die Schwanheimer Düne. Sand unter den Pfoten, Kiefernharz in der Luft, kaum Radfahrer. Die Schwanheimer Düne ist eine der wenigen Binnendünen Europas. Im Naturschutzgebiet sind Hunde angeleint erlaubt. Das Wegegebot gilt streng: Abseits der markierten Pfade ist das Betreten verboten. Bodenbrüter und seltene Reptilien leben hier.

Am Mainufer zwischen Sachsenhausen und Höchst gibt es breite Uferpromenaden. Auf Grünanlagen gilt Leinenpflicht. An ruhigeren Flussabschnitten abseits der Gastronomie kann der Hund ins seichte Wasser waten, im Sommer kühlt das schnell. Stadtweit hat Frankfurt laut Stadtverwaltung 25 ausgewiesene Hundeauslaufgebiete.

Was in Frankfurt anders ist als im Rest von Hessen

Frankfurt unterscheidet sich von anderen hessischen Städten in zwei wesentlichen Punkten. Erstens: Die kommunale Leinenpflicht auf Grünanlagen wird konsequenter durchgesetzt als in ländlichen Gemeinden. Das Ordnungsamt kontrolliert aktiv, besonders an Wochenenden in innerstädtischen Parks. Zweitens: Frankfurt kennt keinen generellen Maulkorbzwang, nicht einmal für Listenhunde. Wer aus Bayern oder NRW nach Frankfurt zieht, findet hier mehr Spielraum, solange keine individuelle Verwaltungsverfügung vorliegt.

Außerdem sind in Frankfurt gleich mehrere Ämter für Hunde zuständig: Ordnungsamt, Kassen- und Steueramt sowie Grünflächenamt. Das klingt bürokratisch. Es bedeutet aber auch, dass die Stadt Hundehaltung aktiv gestaltet, mit 25 ausgewiesenen Hundeauslaufgebieten, digitalem Anmeldeservice und einem Grüngürtel, der in dieser Form in Deutschland kaum eine Entsprechung hat.

Häufig gestellte Fragen

Wo darf mein Hund in Frankfurt ohne Leine laufen?

In weiten Teilen des Frankfurter Stadtwalds und des Grüngürtels besteht keine Anleinpflicht, solange der Hund in Sichtweite bleibt und sicher abrufbar ist. Dazu kommen stadtweit 25 offiziell ausgewiesene Hundeauslaufgebiete, darunter die Freilauffläche Praunheim (6,7 ha), der Niddapark, der Huthpark sowie Flächen in Sachsenhausen-Süd, Ostend, Bornheim und Westend-Nord. In allen übrigen Grünanlagen, Fußgängerzonen und auf Brücken gilt Leinenpflicht (max. 2 Meter). Die aktuelle Liste aller Hundeauslaufgebiete findest du auf frankfurt.de.

Wie hoch ist die Hundesteuer in Frankfurt am Main?

Die Hundesteuer beträgt 102 Euro pro Jahr und Hund. Für als gefährlich eingestufte Hunde (Listenhunde gemäß § 2 HundeVO Hessen) sind es 900 Euro jährlich. Wer mit einem Listenhund eine Begleithundeprüfung ablegt, zahlt reduzierte 225 Euro. Assistenzhunde sowie Hunde aus dem Tierschutzverein Frankfurt (für zwei Jahre) sind steuerbefreit oder ermäßigt. Du meldest deinen Hund binnen zwei Wochen nach der Aufnahme an, seit Juli 2024 auch digital über frankfurt.de/Hundeanmeldung.

Welche Hunderassen gelten in Frankfurt als gefährlich?

Die Einstufung richtet sich nach § 2 der HundeVO Hessen (Stand November 2022). Neun Rassen sowie deren Kreuzungen gelten als gefährlich, darunter Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Terrier und Rottweiler. Hunde jeder Rasse können auch individuell durch einen Beißvorfall als gefährlich eingestuft werden. Du beantragst die Erlaubnis vor der Anschaffung beim Ordnungsamt Frankfurt und weist Sachkunde sowie eine positive Wesensprüfung nach. Die Gefährlichkeitsvermutung kann der Wesenstest widerlegen. Einen generellen Maulkorbzwang für Listenhunde kennt Frankfurt nicht, es sei denn, eine individuelle Verfügung ordnet ihn an.

Darf mein Hund im RMV (S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn) kostenlos mitfahren?

Im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) fährt ein Hund kostenlos mit. Du führst ihn an der Leine. Hunde, die Fahrgäste gefährden könnten, müssen einen Maulkorb tragen. Kleine Hunde in geeigneter Tragetasche fahren ebenfalls kostenfrei. Die aktuellen Beförderungsbedingungen prüfst du auf rmv.de.

Gilt im Frankfurter Stadtwald während der Brut- und Setzzeit Leinenpflicht?

Im Frankfurter Stadtwald und weiten Teilen des Grüngürtels gilt auch während der Brut- und Setzzeit (1. März bis ca. 15. Juli) keine pauschale kommunale Leinenpflicht. Der Hund muss aber jederzeit abrufbar bleiben und darf nicht unbeaufsichtigt laufen. In den ausgewiesenen Naturschutzgebieten Enkheimer Ried und Schwanheimer Düne gilt Leinenpflicht ganzjährig. Das Verlassen der markierten Wege ist dort untersagt, um Bodenbrüter und seltene Tierarten zu schützen.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer|Winter