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Bonn (Kreisfreie Stadt)

Bonn (Kreisfreie Stadt) Bild: Wikimedia Commons – Post Tower Bonn sunset.jpg · CC BY-SA 4.0
Schwierigkeit
Mittel
Eintritt
Kostenlos

Hund in Bonn: Was wirklich gilt

Bonn liegt dort, wo der Rhein seine letzte große Kurve vor dem Mittelrheintal zieht und das Flachland des Kölner Tieflands gegen die bewaldeten Basaltkuppen des Siebengebirges stößt. Als kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen hat Bonn mehr Grün pro Kopf als viele andere Großstädte im Rheinland. Der Naturpark Siebengebirge liegt im Südosten, der Kottenforst im Südwesten, der Rhein im Osten. Die Wege vom Wohnzimmer in die Natur sind kurz. Jede Hundehaltung im Stadtgebiet ist steuerpflichtig. Das ist das Erste, was du wissen musst.

Als ehemaliger Regierungssitz und heutige Bundesstadt hat Bonn klare Ordnungsstrukturen. Das Ordnungsamt kontrolliert in Parks und am Rheinufer. Wer die Regeln nicht kennt, merkt das spätestens, wenn ein Aufseher in der Rheinaue das Bußgeld aufschreibt. Das Siebengebirge grenzt als eigenständiges Naturschutzgebiet direkt ans Bonner Stadtgebiet. Die Übergänge sind fließend, die Regeln aber schärfer als im Stadtwald.

Leinenpflicht in Bonn: Was kommunal gilt

Die Leinenpflicht in NRW ist komplizierter als in manchen anderen Bundesländern. Es gibt keine einfache Regel: „Alle Hunde immer überall an die Leine.“ Stattdessen kommt es auf den Ort, die Hundekategorie und kommunale Zusatzvorschriften an. Bonn regelt die städtische Ebene über die Bonner Straßenordnung (StrO), erlassen auf Basis von § 15 Abs. 2 LHundG NRW.

Innenstadt, Parks und Grünanlagen

Sonntagvormittag, die Rheinaue füllt sich. Kinder flitzen auf Fahrrädern, Grillrauch zieht vom Ufer herüber, und dein Hund ist nicht angeleint. Das endet schnell mit einer Ermahnung oder einem Bußgeld. In Bonn leinst du deinen Hund im innerstädtischen Bereich an: in Fußgängerzonen, öffentlichen Parks und Grünanlagen sowie bei öffentlichen Veranstaltungen.

Die Bonner Straßenordnung benennt ausdrücklich den Bad Godesberg Stadtpark, Redoutepark, das Baumschulwäldchen, den Panoramapark, Drachensteinpark und den Bürgerpark Oberkassel sowie Zieranlagen wie den Japanischen Garten, Rosengarten, Blindengarten und den Deutschen Garten im Freizeitpark Rheinaue. In all diesen Anlagen gilt Leinenpflicht. Hundewiesen mit Freilauf weist die Stadt auf ihrer Website aus. Den aktuellen Stand prüfst du direkt dort.

Für große Hunde, ab 40 cm Widerristhöhe oder 20 kg Gewicht, gilt zusätzlich: Du führst deinen Hund innerhalb bebauter Ortsteile auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen angeleint.

Wald: Kottenforst und Stadtwald

Sobald du die Bonnstadt hinter dir lässt und in den Kottenforst einbiegst, ändert sich der Rahmen. Der Kottenforst ist kein eingezäunter Park, sondern ein weitläufiger Wirtschaftswald in Landesverantwortung. Hier gilt das Landesforstgesetz NRW (LFoG), nicht die Bonner Straßenordnung. Auf Waldwegen darf dein Hund ohne Leine laufen, wenn er sicher unter Kontrolle bleibt. Abseits der Wege leinst du an. Das OVG Münster hat bestätigt, dass Kommunen in NRW keine Leinenpflicht für Waldwege anordnen dürfen. Diese Kompetenz liegt beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW.

NRW hat keine einheitliche landesweite Brut- und Setzzeit-Regel. Schutzgebiete und örtliche Verordnungen können aber strengere Regeln enthalten. In Europäischen Vogelschutzgebieten gilt laut Landesnaturschutzgesetz eine saisonale Leinenpflicht vom 1. März bis 31. Juli (§ 52). Der Kottenforst grenzt an entsprechende Schutzflächen. Zwischen März und Ende Juli legst du deshalb auch auf den Wegen die Leine an, besonders in der Nähe dieser Flächen. Das NRW-Jagdrecht erlaubt Jagdschutzberechtigten, Hunde abzuschießen, die erkennbar einem Wildtier nachstellen.

Naturschutzgebiete: Siebengebirge

Der Weg von Königswinter-Oberdollendorf hoch zur Löwenburg kostet Kraft und führt durch Buchen, die auch im August noch grün duften. Schön, aber hier gelten die schärfsten Regeln des gesamten Einzugsgebiets. Hunde müssen im Naturschutzgebiet jederzeit angeleint sein. Das Bonner Stadtportal bestätigt das ausdrücklich für alle ausgewiesenen Naturschutzgebiete, zu denen Teile des Siebengebirges gehören. Welche Wegabschnitte als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind, zeigen die Hinweisschilder des Naturparks Siebengebirge e.V. vor Ort.

Listenhunde in Bonn: NRW-Rasseliste und kommunale Erlaubnispflicht

Das LHundG NRW unterscheidet drei Kategorien: gefährliche Hunde (§ 3), Hunde bestimmter Rassen (§ 10) und große Hunde (§ 2). Als gefährlich gelten Pittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden.

Als „Hunde bestimmter Rassen“ nach § 10 Abs. 1 LHundG NRW gelten außerdem: Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu sowie deren Kreuzungen. Umgangssprachlich heißen beide Kategorien Listenhunde.

Für Bonn gilt: Die Erlaubnis zum Halten eines gefährlichen Hundes erteilt das Veterinäramt. Du musst ein besonderes privates oder öffentliches Interesse nachweisen. Ab dem sechsten Lebensmonat führst du den Hund außerhalb des befriedeten Besitztums mit Maulkorb und einer Leine von höchstens 1,5 Metern. Die Erlaubnisgebühr liegt zwischen 45 und 100 Euro, je nach Aufwand. Ein bestandener Wesenstest kann von der Maulkorb-Pflicht befreien, nicht aber bei Hunden, die im Einzelfall nach § 3 Abs. 3 LHundG NRW als gefährlich eingestuft wurden.

Alle Details zur NRW-Rasseliste und den Anforderungen an Halter findest du beim Landwirtschaftsministerium NRW. Mehr zum Landesrecht gibt es in der Übersicht Nordrhein-Westfalen.

Nach § 5 Abs. 5 LHundG NRW schließt du als Halter eines gefährlichen Hundes oder eines Hundes über 20 kg und 40 cm Widerristhöhe eine Hundehaftpflichtversicherung ab. Die gesetzliche Mindestdeckung beträgt 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden.

Hundesteuer und Anmeldung in Bonn

Bonn ist kein günstiges Pflaster für die Hundesteuer. Der Ersthund kostet 162 Euro pro Jahr, das liegt bundesweit in der Gruppe der teuersten Städte. Für als gefährlich eingestufte Hunde gilt ein erhöhter Satz von 840 Euro jährlich. Diese Tarife stammen aus der aktuellen Hundesteuersatzung der Bundesstadt Bonn (Stand 2025). Den geltenden Satz prüfst du vor der Anmeldung direkt beim Steueramt, besonders wenn du nach 2025 liest.

Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Monaten nach Aufnahme beim Steueramt der Bundesstadt Bonn an. Dieselbe Frist gilt beim Zuzug. Wer die Frist versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Anmeldung läuft online über bonn.de oder per Post.

Wer einen Hund aus dem Bonner Albert-Schweitzer-Tierheim übernimmt und ihn mindestens zwei Jahre hält, bekommt auf Antrag einen Zuschuss in Höhe der Jahressteuer. Sozialhilfe- und Grundsicherungsempfänger erhalten ebenfalls eine Ermäßigung.

Die besten Routen in Bonn, mit korrekter Rechtslage

Rheinaue – Gras, Kies, Fluss

Früh morgens, wenn die Rheinaue noch leer ist und Morgennebel über den Teichen hängt, gehört dieser Park de facto den Hunden. Knapp 160 Hektar Stadtpark am Rheinufer, breite Wiesenflächen, Uferpfade bis Bad Godesberg, feuchtes Gras unter den Pfoten, Rheinwellen hinter den Pappeln. Du führst deinen Hund hier angeleint. Das Ordnungsamt setzt die Leinenpflicht aktiv durch, besonders an Wochenenden. Freilauf ist nur auf den ausgewiesenen Hundewiesen erlaubt. Die aktuellen Standorte stehen auf bonn.de. Tipp: Vor 9 Uhr und nach 19 Uhr ist der Park ruhiger, die Kontrolldichte geringer.

Kottenforst – Buchenwald, Stille, nasse Pfoten

Südwestlich der Stadt liegt der Kottenforst, Teil des Naturparks Rheinland. Jahrhundertealte Buchen strecken Wurzeln über moorige Böden, Forstwege verschwinden im Oktober unter rostbraunem Laub, und der Großstadtlärm ist nach zehn Minuten Fußweg vom letzten Bus weg. Das ist der Unterschied zur Rheinaue: keine Menschenmassen, kein Lärm, nasse Pfoten auf lehmigem Grund. Auf den Forstwegen ist Freilauf möglich, wenn dein Hund unter Kontrolle bleibt. Abseits der Wege leinst du an, das schreibt das Landesforstgesetz NRW vor. Zwischen März und Ende Juli legst du auch auf den Wegen die Leine an, besonders in der Nähe von Schutzflächen. Aktuelle Routen-Empfehlungen für den Naturpark Rheinland findest du bei Tourismus NRW.

Naturpark Siebengebirge – Basalt, Aussicht, strikte Leine

Der Drachenfels (321 m) ist an Wochenenden überfüllt. Weniger überlaufen sind der Ölberg (461 m) und die Runde ab Oberdollendorf durch Wald und über Wiesen mit Blick auf Kloster Heisterbach. Die Wege sind breit und gut befestigt, der Boden nach Regen dunkel und feucht, der Geruch nach Erde und Buchenlaub stark. Leine ist Pflicht, jederzeit, auf allen Wegen, ohne Ausnahme für gut erzogene Hunde. Das Siebengebirge ist Naturschutzgebiet. Wasserversorgung mitbringen: auf den Höhenzügen gibt es keine gesicherten Tränkmöglichkeiten. Ab Bonn Hauptbahnhof erreichst du Königswinter-Oberdollendorf mit der S-Bahn S12 in rund 20 Minuten.

Ennert, der ruhige Geheimtipp im Bonner Osten

Zwischen Beuel und Küdinghoven erhebt sich der Ennert, ein bewaldeter Höhenzug mit steilen Pfaden und freiem Blick auf den Rhein. Wer hierher kommt, ist meist allein. Keine Ausflugsgastronomie, keine Wanderbusse, kein Trubel. Der Boden ist sandig-lehmig, nach Regen glatt und duftend. Für Hunde, die Ruhe und ungestörtes Schnüffeln mögen, ist der Ennert eine deutlich entspanntere Alternative zum Siebengebirge. Der Ennert ist kein ausgewiesenes Naturschutzgebiet. Es gelten die normalen Landesforstregeln: Wege frei, abseits der Wege angeleint. Erreichbar mit der Linie 608 ab Beuel.

Rheinuferpromenade Bad Godesberg, abends, flach, aussichtsreich

Der Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg hat eine gut gepflegte Rheinpromenade. Abends, wenn der Siebengebirgs-Kamm im Gegenlicht steht und das Wasser träge glänzt, taugt sie gut für einen ruhigen Abendrundgang. Asphalt und Pflaster wechseln mit Kiespassagen, der Verkehr ist gering. Ob Gastwirtschaften am Weg Hunde empfangen, klärst du vor Ort oder direkt beim jeweiligen Betrieb. Die Leinenpflicht gilt auch hier. Die Wege sind aber breit genug, dass du mit einer 2-Meter-Schleppleine komfortabel spazierst.

Was in Bonn anders ist als im Rest von NRW

Bonn gehört zu den teuersten NRW-Städten für die Hundesteuer. 162 Euro für den Ersthund liegen deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von rund 96 Euro. Im Rhein-Sieg-Kreis nebenan fallen die Steuern in vielen Gemeinden günstiger aus.

Was Bonn von anderen NRW-Großstädten unterscheidet, ist die unmittelbare Nähe zu zwei grundverschiedenen Naturräumen. Der Kottenforst: ruhiger Wirtschaftswald, auf den Wegen Freilauf möglich. Das Siebengebirge: streng geschütztes Naturschutzgebiet, Leine auf allen Wegen, keine Ausnahmen. Du kannst am selben Tag im Kottenforst Freilauf machen und eine Stunde später im Siebengebirge die Leine nicht loslassen. Der Übergang liegt oft nur wenige Minuten auseinander. Die Schilder am Wegesrand zeigen dir, auf welcher Seite der Grenze du gerade bist.

Häufig gestellte Fragen

Gilt in der Bonner Rheinaue überall Leinenpflicht?

Ja, in der Rheinaue gilt Leinenpflicht, in Parks, Grünanlagen und in der Nähe von Spielplätzen und Veranstaltungsflächen. Ausnahmen gibt es nur auf den ausgewiesenen Hundewiesen, die auf bonn.de kartiert sind. Das Ordnungsamt kontrolliert regelmäßig, besonders an Wochenenden und bei Veranstaltungen.

Darf mein Hund im Kottenforst frei laufen?

Auf den Forstwegen im Kottenforst ist Freilauf möglich, wenn dein Hund unter Kontrolle bleibt. Das OVG Münster (Az. 5 A 2601/10) hat bestätigt: Kommunen in NRW dürfen für Waldwege keine Leinenpflicht anordnen. Abseits der Wege leinst du an, das schreibt das Landesforstgesetz NRW vor. Zwischen März und Ende Juli legst du auch auf den Wegen die Leine an, besonders in der Nähe von Schutzflächen.

Was kostet die Hundesteuer in Bonn, und wo melde ich meinen Hund an?

Die Hundesteuer beträgt laut Hundesteuersatzung 162 Euro pro Jahr für den ersten Hund (Stand 2025). Für als gefährlich eingestufte Hunde gilt ein erhöhter Satz von 840 Euro jährlich. Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Monaten beim Steueramt der Bundesstadt Bonn an, online unter bonn.de, telefonisch unter 0228 772370 oder per Post. Wer die Frist versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Den aktuellen Steuersatz prüfst du vor der Anmeldung direkt beim Steueramt.

Ist das Siebengebirge mit Hund zugänglich?

Ja, das Siebengebirge ist mit Hund zugänglich, aber angeleint, jederzeit, auf allen Wegen. Das Siebengebirge ist Naturschutzgebiet. Die Bundesstadt Bonn stellt auf ihrer Website klar, dass Hunde dort jederzeit angeleint sein müssen. Das Verlassen der markierten Wege ist verboten. Gut geeignet ist der Rundweg ab Königswinter-Oberdollendorf durch ruhigere Waldabschnitte, weniger überlaufen als der Drachenfels-Aufstieg.

Ich halte einen Rottweiler, was muss ich in Bonn beachten?

Der Rottweiler fällt unter § 10 LHundG NRW als „Hund bestimmter Rassen“. Du brauchst eine behördliche Erlaubnis vom Veterinäramt Bonn, einen Sachkundenachweis, ein Führungszeugnis und eine Hundehaftpflichtversicherung mit mindestens 500.000 Euro Deckungssumme für Personenschäden. Außerhalb des befriedeten Besitztums gilt Maulkorb- und Leinenpflicht (max. 1,5 m Leine). Ein bestandener Wesenstest kann von der Maulkorb- und erweiterten Leinenpflicht befreien. Die Erlaubnisgebühr liegt zwischen 45 und 100 Euro.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Frühling|Sommer|Herbst