Hintergrund zur Region
Das Märkische Viertel im Berliner Norden ist ein Stadtteil, der mit seinem Ruf als Großsiedlung aus den 1960er und 1970er Jahren oft unterschätzt wird — doch für Hundehaltende steckt er voller grüner Überraschungen. Zwischen den markanten Hochhäusern öffnen sich weitläufige Grünanlagen, Waldstreifen und baumgesäumte Wege, die morgens nach dem Regen nach feuchter Erde und Kiefernharz riechen. Wer mit seinem Hund hier lebt oder zu Besuch kommt, entdeckt einen Stadtteil, der mehr Freiraum bietet, als das Stadtbild auf den ersten Blick verspricht.
Die Lage am nördlichen Rand Berlins macht das Märkische Viertel zum Sprungbrett in den Berliner Forst und die Landschaft des Barnim. In wenigen Minuten mit dem Auto oder der Buslinie erreichst du Waldgebiete, in denen du deinem Hund eine echte Auszeit vom Asphalt gönnen kannst. Gleichzeitig ist die Infrastruktur des Viertels — Supermärkte, Plätze, Einkaufsstraßen — auf das Alltagsleben zugeschnitten, sodass du auch kurze Spaziergänge direkt vor der Haustür einplanen kannst.
Ob du im Märkischen Viertel wohnst und den Alltag mit deinem Hund organisierst, oder ob du einen Tagesausflug in den Berliner Norden planst: Diese Seite sammelt das Wichtigste zu Ausflugstipps, lokalen Regeln und praktischen Anlaufstellen. Behalte im Hinterkopf, dass sich Vorschriften ändern können — prüfe deshalb aktuelle Regelungen stets direkt bei der zuständigen Stelle.
Tagesausflüge mit Hund in Märkisches Viertel
Rund um das Märkische Viertel wartet eine grüne Kulisse, die viele Berliner gar nicht kennen. Der Stadtrand liegt hier so nah, dass du nach einem kurzen Fußmarsch oder einer Busfahrt plötzlich Waldluft und Vogelstimmen statt Straßenlärm hörst. Für deinen Hund bedeutet das: echte Abwechslung, neue Gerüche und Platz zum Durchatmen.
Volkspark Glienicke und der Tegeler Forst
Direkt westlich des Märkischen Viertels schließt sich der Tegeler Forst an — ein ausgedehntes Waldgebiet, das zu den größten zusammenhängenden Grünflächen Berlins gehört. Auf naturbelassenen Wegen schlenderst du mit deinem Hund durch Kiefern- und Laubmischwald, weit weg vom Stadtlärm. Der Forst bietet zahlreiche Wege unterschiedlicher Länge, sodass du kurze Spaziergänge ebenso planen kannst wie mehrstündige Touren. Beachte: In Teilbereichen des Berliner Stadtforstes gelten Leinenpflicht und Wegegebote — informiere dich vor deinem Besuch auf der offiziellen Seite der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt und Klimaschutz über die aktuellen Regeln.
Der angrenzende Volkspark Glienicke am Tegeler See ergänzt die Waldroute um eine Uferpromenade mit Wasserblick. Hunde freuen sich über das Rascheln im Laub, die abwechslungsreiche Topografie und die Möglichkeit, gelegentlich ins kühle Nass zu tauchen — allerdings nur dort, wo es erlaubt ist. Prüfe vor Ort die aufgestellten Hinweisschilder zu Badestellen und Hundebereichen. Die Anbindung per Bus macht den Forst auch ohne Auto gut erreichbar.
Segelschiffhafen und Tegeler See
Der Tegeler See liegt nur wenige Kilometer westlich des Märkischen Viertels und zieht Hundehaltende das ganze Jahr über an. Am Uferweg entlang des Sees kannst du deinen Hund bei gemächlichem Tempo schnüffeln lassen, während Enten und Blässhühner auf dem Wasser treiben. Der Weg um den nördlichen Teil des Sees führt durch ruhige Wohngebiete und kleine Grünstreifen — ideal für eine entspannte Halbtagestour. Denk daran, frisches Wasser und einen Napf mitzunehmen, denn Seewasser ist kein geeignetes Trinkwasser für Hunde.
Am Hafen selbst herrscht oft Betrieb durch Segler und Spaziergänger — das ist eine gute Gelegenheit, mit deinem Hund an Sozialisierung in belebtem Umfeld zu arbeiten. Für Hunde, die noch unsicher auf Menschenmassen reagieren, bieten die ruhigeren Waldpfade nördlich des Sees eine stressfreie Alternative. Ob Hunde am Ufer angeleint sein müssen, variiert je nach Abschnitt; halte dich an die vor Ort aufgestellten Beschilderungen.
Grünzug und Parkband im Märkischen Viertel selbst
Das Märkische Viertel wurde städtebaulich mit einem durchgängigen Grünzug geplant, der die Hochhauszeilen miteinander verbindet. Dieser grüne Streifen, der sich durch den Kern der Siedlung zieht, bietet kurze Morgen- und Abendspaziergänge direkt vor der Haustür. Für Hunde, die keine langen Touren brauchen oder die du nach einem langen Arbeitstag schnell ausführst, ist dieser Grünzug ein echter Alltagsanker. Rasenflächen, Baumreihen und vereinzelte Spielplätze wechseln sich ab und sorgen für ein abwechslungsreiches Umfeld.
Beachte, dass auf und rund um Spielplätze in Berlin grundsätzlich Hunde verboten sind — halte ausreichend Abstand zu umzäunten Spielbereichen. Die Grünflächen dazwischen sind in der Regel zugänglich, doch auch hier gelten die allgemeinen Berliner Regeln zur Leinenpflicht in bestimmten Bereichen. Halte stets Kotbeutel griffbereit: Im Märkischen Viertel sind Hundekotbehälter an verschiedenen Stellen aufgestellt, trotzdem lohnt es sich, einen Vorrat mitzunehmen.
Ausflug in den Barnim — Pankower Forst und Umland
Wer das Märkische Viertel als Ausgangspunkt für größere Touren nutzt, hat es nicht weit in den Naturpark Barnim, der sich östlich und nördlich von Berlin erstreckt. Der Pankower Forst, der Blankenfelde-See und die Landschaft rund um Schildow bieten Hundehaltern echte Weitläufigkeit — mit Feldwegen, Seen und Wiesen, die nach Großstadtflucht rufen. Mit dem Auto erreichst du diese Gebiete in 15 bis 30 Minuten. Informiere dich auf der Website des Naturparks Barnim über empfohlene Routen, Schutzgebiete und saisonale Sperrungen, die für Hunde relevant sein können.
In Schutzgebieten des Naturparks gelten oft strenge Anleingebote, besonders in der Brut- und Setzzeit. Wege abseits der markierten Pfade sind in manchen Zonen nicht erlaubt — auch das schützt die heimische Tierwelt und hilft, Konflikte mit Behörden zu vermeiden. Plane deinen Ausflug entsprechend und bringe genug Zeit mit, um die Hinweistafeln am Eingang zu lesen.
Hund und lokale Regeln in Märkisches Viertel
Wer in Berlin mit Hund lebt, trifft auf ein klares Regelwerk — das aber je nach Bezirk, Park und Jahreszeit variieren kann. Im Märkischen Viertel, das zum Bezirk Reinickendorf gehört, gelten die Berliner Landesvorschriften, ergänzt durch bezirkliche Regelungen. Es lohnt sich, diese einmal durchzulesen, bevor du in Situationen gerätst, die unangenehm werden könnten.
Leinenpflicht in Berlin: Was gilt im Märkischen Viertel?
Berlin kennt keine stadtweite, pauschale Leinenpflicht für alle öffentlichen Flächen — aber zahlreiche ortsgebundene Anleingebote, die du kennen solltest. In Parks, auf belebten Straßen, in der Nähe von Spielplätzen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und an bestimmten Gewässerabschnitten musst du deinen Hund anleinen. Im Berliner Stadtforst und in Schutzgebieten gilt Leinenpflicht, oft ganzjährig oder saisonal verschärft. Die genauen Regelungen für den Bezirk Reinickendorf und das Märkische Viertel findest du auf der offiziellen Seite des Bezirksamts Reinickendorf.
Achte auf die Beschilderung vor Ort — in Berlin wird auf Leinenpflicht und Hundeverbot in der Regel deutlich hingewiesen. Wo keine Schilder stehen, gilt trotzdem: Dein Hund muss jederzeit unter deiner Kontrolle sein und darf weder Menschen noch Tiere gefährden oder belästigen. Das Berliner Hundegesetz (BlnHundG) regelt die Grundlagen; lies es einmal vollständig, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
Anmeldung und Hundesteuer in Berlin
In Berlin bist du verpflichtet, deinen Hund beim Finanzamt anzumelden — nicht beim Ordnungsamt oder beim Bezirksamt, wie in manchen anderen Städten. Die Anmeldung muss innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug in Berlin oder dem Zuzug des Hundes erfolgen. Du erhältst eine Steuermarke, die dein Hund beim Spaziergang tragen muss. Die Höhe der Hundesteuer richtet sich nach der jeweils gültigen Berliner Steuersatzung — konkrete Beträge können sich ändern, weshalb du die aktuellen Informationen direkt beim Berliner Senat für Finanzen prüfen solltest.
Für als gefährlich eingestufte Hunde (sogenannte Listenhunde) gelten in Berlin erhöhte Steuersätze und zusätzliche Auflagen — dazu gleich mehr. Wer einen zweiten Hund hält, zahlt in der Regel einen höheren Steuersatz pro Tier. Bewahre den Steuerbescheid und die Steuermarke gut auf; Kontrollen durch das Ordnungsamt kommen vor, besonders in Parks und belebten Grünanlagen.
Listenhunde und gefährliche Hunde in Berlin
Das Berliner Hundegesetz unterscheidet zwischen Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotenzial und solchen, die im Einzelfall als gefährlich eingestuft wurden. Bestimmte Rassen — darunter Staffordshire Bullterrier, American Pit Bull Terrier, Bullterrier und deren Kreuzungen — unterliegen in Berlin besonderen Vorschriften. Für sie gelten unter anderem Leinenpflicht und Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit, außerdem musst du einen Wesenstest und eine Haltergenehmigung nachweisen. Die genaue Liste der betroffenen Rassen und die erforderlichen Dokumente regelt das Berliner Hundegesetz (BlnHundG) — prüfe es auf der offiziellen Seite des Berliner Abgeordnetenhauses oder beim Bezirksamt Reinickendorf.
Auch Hunde, die durch Vorfälle auffällig geworden sind, können im Einzelfall als gefährlich eingestuft werden — unabhängig von der Rasse. In diesem Fall fordert das Ordnungsamt dich auf, entsprechende Nachweise zu erbringen. Halte alle Dokumente griffbereit und trage die Steuermarke sichtbar am Halsband, um unnötige Diskussionen zu vermeiden.
Hund im ÖPNV und in der Gastronomie im Märkischen Viertel
In den Bussen und U-Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) dürfen Hunde grundsätzlich mitfahren — allerdings gelten Regeln: Kleine Hunde, die in einer geschlossenen Tasche oder Transportbox getragen werden, fahren oft kostenlos. Größere Hunde benötigen einen eigenen Fahrschein und müssen angeleint sein. In Stoßzeiten kann es eng werden; plane lieber ruhigere Fahrzeiten ein, wenn du mit einem großen Hund unterwegs bist. Die aktuellen Beförderungsbedingungen findest du auf der BVG-Website — prüfe sie vor deiner Fahrt, da sich Regelungen ändern können.
In der Gastronomie im und rund um das Märkische Viertel hängt die Hundeerlaubnis vom jeweiligen Betrieb ab — ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht. Außengastronomie ist in der wärmeren Jahreszeit die häufigste Option für Hundehaltende; frag im Zweifel vorher kurz nach, ob dein Hund willkommen ist. Manche Cafés und Restaurants im Bezirk Reinickendorf sind ausgesprochen hundefreundlich und stellen sogar einen Wassernapf bereit — das erfährst du aber am sichersten durch einen kurzen Anruf oder einen Blick auf die Bewertungsplattformen. Denk daran, immer frisches Wasser für deinen Hund dabei zu haben, besonders im Sommer.
Praktisches vor Ort in Märkisches Viertel
Das Märkische Viertel ist ein dicht besiedelter Stadtbezirk im Berliner Norden — und wer dort mit Hund lebt, weiß: Die richtigen Anlaufstellen zu kennen, spart im Ernstfall kostbare Zeit. Ob Tierarztbesuch, Welpenkurs oder die Frage nach einer vertrauenswürdigen Betreuung: Hier bekommst du einen Überblick über das Wichtigste.
Tierärzte und tierärztlicher Notdienst
Im und um das Märkische Viertel gibt es mehrere Tierarztpraxen, die Hunde routinemäßig betreuen — von der Impfung bis zur Zahnreinigung. Für akute Notfälle außerhalb der regulären Öffnungszeiten ist der Berliner Tiernotdienst die wichtigste Anlaufstelle; die aktuellen Rufnummern und diensthabenden Praxen findest du beim Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LaGeSo), Fachbereich Veterinär. Halte Notfallnummern immer griffbereit — besonders am Wochenende und an Feiertagen, wenn viele Praxen geschlossen sind. Im Bezirk Reinickendorf, zu dem das Märkische Viertel gehört, gibt es zusätzlich Kliniken mit erweitertem Leistungsspektrum, etwa für bildgebende Diagnostik oder Operationen.
- Notfall: Berliner Tierärztekammer veröffentlicht den aktuellen Notdienstplan
- Tipp: Speichere Nummer und Adresse deiner Notfallklinik im Handy, bevor du sie brauchst
- Fahrzeit einkalkulieren: Nächste Tierklinik mit 24h-Betrieb kann im Berliner Norden einige Kilometer entfernt sein
Für chronisch kranke oder ältere Hunde lohnt sich eine feste Stammpraxis in der Nähe — kurze Wege senken den Stress für dich und den Hund. Prüfe, ob die Praxis deiner Wahl auch Hausbesuche anbietet; gerade für gehbehinderte oder sehr ängstliche Tiere kann das ein echter Vorteil sein.
Hundeschulen und Trainingsangebote
Rund um das Märkische Viertel und im angrenzenden Bezirk Reinickendorf haben sich verschiedene Hundeschulen und Trainer angesiedelt, die vom Welpenkurs bis zum Agility-Training ein breites Programm bieten. Achte bei der Wahl auf zertifizierte Trainer — seriöse Anbieter weisen eine abgeschlossene kynologische Ausbildung oder eine anerkannte Zertifizierung nach. Straßen- und Stadthunde, die Reizen wie Fahrrädern, Kinderwagen und engem Trubel ausgesetzt sind, profitieren besonders von einem guten Stadtspaziergang-Training. Frag in der Praxis deines Tierarztes nach Empfehlungen; viele Praxen haben Kontakte zu lokalen Trainern.
Einige Anbieter in der Region bieten auch Einzeltraining direkt vor Ort an — also in deiner gewohnten Umgebung im Viertel. Das ist besonders sinnvoll, wenn dein Hund spezifische Probleme auf bestimmten Wegen oder an bestimmten Orten zeigt. Gruppentraining auf Vereinsgeländen hat dagegen den Vorteil, dass der Hund gleichzeitig soziale Kontakte knüpft.
- Welpen- und Junghundekurse: Grundlage für entspanntes Stadtleben
- Mantrailing, Nasenarbeit, Agility: Alternativen für mentale Auslastung
- Online-Bewertungen kritisch lesen — persönliche Schnupperstunden sind aussagekräftiger
Auslaufflächen und eingezäunte Hundebereiche
Das Märkische Viertel bietet einige Grünflächen und Freilaufflächen, auf denen Hunde — je nach aktueller Beschilderung — ohne Leine rennen dürfen. Der nahe gelegene Lubars und das Tegeler Fließ bieten großzügigere Auslaufmöglichkeiten im Vergleich zu den engeren Rasenflächen direkt im Viertel. Prüfe die Beschilderung an jedem Eingang neu, da Berliner Bezirke Regelungen eigenständig anpassen können. Auf der Website des Bezirksamts Reinickendorf findest du aktuelle Informationen zu ausgewiesenen Hundefreilaufflächen im Gebiet.
Eingezäunte Hundeparks — wie sie in anderen Berliner Bezirken vereinzelt existieren — sind im Märkischen Viertel selbst eher rar. Für kleine und unsichere Hunde kann das eine Herausforderung sein, weil unkontrollierte Begegnungen mit anderen Hunden auf offenen Flächen schwieriger zu managen sind. Als Alternative nutzen manche Halter private Trainingsgeländer oder buchen Einzelstunden auf eingezäunten Übungsplätzen in der Umgebung. Informiere dich auch bei lokalen Hundeschulen — manche stellen ihr Gelände zu festen Zeiten für freies Spielen zur Verfügung.
Hundebetreuung, Pensionen und Gassiservice
Wer berufstätig ist oder verreist, braucht eine verlässliche Betreuungslösung für seinen Hund. Im Märkischen Viertel und dem umliegenden Reinickendorf gibt es Gassiservices, Tagespflegeangebote und private Hundesitter — die Bandbreite reicht von organisierten Kleinunternehmen bis hin zu Nachbarschaftsangeboten über entsprechende Plattformen. Frage im Bekanntenkreis nach Empfehlungen; persönliche Erfahrungsberichte sind oft aussagekräftiger als Onlinebewertungen. Für längere Abwesenheiten, etwa im Urlaub, lohnt es sich, Hundepensionen in der weiteren Region Berlin-Nord frühzeitig zu buchen — gute Plätze sind besonders in den Sommerferien schnell vergeben.
Achte bei der Auswahl einer Pension oder Tagespflege darauf, dass die Betreuungsperson den Hund vorher kennenlernt — ein Probebesuch oder ein Kennenlerntreffen ist ein gutes Zeichen für Seriosität. Prüfe außerdem, ob die Unterkunft ausreichend Auslauf und eine reizarme Umgebung für deinen Hund bieten kann. Viele Hunde, die im städtischen Alltag aufgewachsen sind, reagieren in unbekannter Umgebung empfindlicher als erwartet.
- Gassiservice: Ideal für Berufstätige mit langen Arbeitstagen
- Tagespflege: Soziale Alternative zur Einzelbetreuung zuhause
- Hundepension: Frühzeitig buchen, besonders in Ferienzeiten
- Probebesuch nie auslassen — für Hund und Halter gleich wichtig
Saisonal in Märkisches Viertel
Berlin kennt vier deutlich unterschiedliche Jahreszeiten — und das Märkische Viertel mit seinen Grünstreifen, nahen Wäldern und dem Fließtal spürt jeden Wechsel. Was dem Menschen als schöner Spaziergang erscheint, kann für den Hund je nach Saison eine echte Herausforderung sein. Hier erfährst du, worauf du das ganze Jahr über achten solltest.
Frühling: Brut- und Setzzeiten im Grünen
Sobald die Temperaturen steigen und die ersten Blüten erscheinen, erwacht das Tegeler Fließ und das angrenzende Gebiet rund um Lubars zu neuem Leben — und damit beginnt auch die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere. Von März bis etwa Juni sind Rehe, Hasen und bodenbrütende Vögel besonders schutzwürdig. Hunde, die in dieser Zeit unkontrolliert durch Unterholz oder Wiesen streifen, können Nester und Jungtiere gefährden — und sich dabei selbst in Gefahr bringen, etwa durch aufgeregte Elterntiere. Halte deinen Hund in dieser Jahreszeit auf markierten Wegen und prüfe, ob in naturnahen Bereichen eine saisonale Leinenpflicht gilt.
Der Frühling bringt auch die Zeckensaison mit sich. Im Märkischen Viertel und besonders in den angrenzenden Waldgebieten Richtung Hermsdorf und Lübars sind Zecken bereits ab Temperaturen um die acht Grad aktiv. Kontrolliere deinen Hund nach jedem Ausflug ins Grüne gründlich — besonders Ohren, Achseln, Leistengegend und zwischen den Zehen. Sprich mit deinem Tierarzt über geeignete Zeckenprophylaxe, bevor die Saison richtig beginnt.
- Leinenpflicht in Schutzgebieten ab März beachten — Beschilderung vor Ort prüfen
- Zeckenschutz rechtzeitig besprechen und anwenden
- Frühlingspflanzen: Vorsicht vor giftigen Pflanzen wie Bärlauch-Verwechslung, Osterglocken
Der Frühling ist gleichzeitig eine ideale Zeit, um neue Routen zu erkunden — die Wege rund um Lubars sind jetzt noch nicht von Sommerhitze oder Laubmatsch geprägt. Frühe Morgenstunden bieten ruhige Spaziergänge, bevor der Trubel des Tages einsetzt.
Sommer: Hitze, Asphalt und kühle Ausweichrouten
Das Märkische Viertel besteht zu einem großen Teil aus versiegelten Flächen, breiten Straßen und Betonwegen — und die Hitze im Berliner Sommer kann diese Oberflächen auf Temperaturen aufheizen, die für Hundepfoten gefährlich sind. Faustregel: Wenn du den Handrücken nicht fünf Sekunden schmerzfrei auf den Asphalt halten kannst, ist er zu heiß für deinen Hund. Verlagere Spaziergänge auf frühe Morgen- oder späte Abendstunden, wenn die Oberflächen noch kühl sind.
Für Abkühlung sorgen die nahen Gewässer: Das Tegeler Fließ und der Bereich rund um Lübars bieten schattige Uferwege und an manchen Stellen die Möglichkeit, ins Wasser zu waten. Prüfe vor Ort, ob Hunde den Zugang zum Wasser nutzen dürfen — nicht alle Uferbereiche sind für Hunde freigegeben. Frisches Trinkwasser gehört im Sommer zu jeder Ausflugstüte: Hunde können auch bei moderaten Temperaturen schnell dehydrieren, besonders nach intensiver Bewegung.
- Asphalttemperatur testen, bevor du loswalkst
- Wasserflaschen und Faltnapf immer dabei
- Hund nie im parkenden Auto lassen — auch nicht kurz
- Anzeichen von Hitzschlag erkennen: Taumeln, starkes Hecheln, Erbrechen — sofort zum Tierarzt
Brachycephale Rassen — also Hunde mit kurzer Schnauze wie Bulldoggen, Möpse oder Französische Bulldoggen — reagieren auf Hitze besonders empfindlich. Sie sollten im Hochsommer nur in den kühlsten Tagesstunden bewegt werden und benötigen im Zweifelsfall kürzere Routen als andere Hunde.
Herbst: Laub, Dunkelheit und Pilzsaison
Der Berliner Herbst verwandelt die Grünflächen des Märkischen Viertels und die nahen Wälder in ein leuchtendes Farbenspiel — gleichzeitig bringt er einige saisonale Risiken mit sich. Feuchtes Laub auf Wegen kann rutschig werden, besonders für ältere Hunde mit Gelenkproblemen. Die Pilzsaison ist in den Wäldern rund um Hermsdorf und im Bereich des Tegeler Forstes auf ihrem Höhepunkt: Einige Pilzarten sind für Hunde hochgiftig, und neugierige Nasen inspizieren Pilze oft schneller, als das Auge folgen kann. Trainiere ein zuverlässiges „Aus" oder „Lass es" — das kann im Herbstwald Leben retten.
Mit den kürzeren Tagen kommen auch die Dämmerungsspaziergänge zurück. Im Märkischen Viertel mit seinem städtischen Verkehr ist gute Sichtbarkeit besonders wichtig. Reflektierende Leinen, Halsbänder oder kleine LED-Lampen machen dich und deinen Hund für Autofahrer und Radfahrer deutlich sichtbarer. Leuchtendes Zubehör ist kein Luxus, sondern echte Sicherheit — besonders auf den breiteren, stärker befahrenen Straßen des Viertels.
- Giftpilze: Hund vom Schnuppern an unbekannten Pilzen abhalten
- Reflektoren und LED-Clips für Abendspaziergänge
- Kastanien und Eicheln können in großen Mengen Verdauungsprobleme verursachen
- Regenjacke für kurzhaarige Hunde bei anhaltend nasskaltem Wetter erwägen
Der Herbst ist auch die Zeit, in der Hunde nach dem Spaziergang im Freien Rückkontrolle beim Tierarzt für Zecken und Parasiten bekommen sollten — die Tiere sind bis in den Oktober hinein aktiv, auch wenn die Temperaturen bereits sinken.
Winter: Streusalz, Kälte und kürzere Touren
Im Winter verändert sich das Märkische Viertel: Bürgersteige werden gestreut, Straßen werden gesalzen, und die Grünflächen ziehen sich unter Frost oder Schnee zurück. Streusalz und chemische Taumittel sind die größte Gefahr für Hundepfoten im Berliner Winter — sie reizen die Haut, können zu Rissen führen und sind giftig, wenn der Hund die Pfoten ableckt. Washe die Pfoten deines Hundes nach jedem Stadtspaziergang mit lauwarmem Wasser ab und prüfe die Zwischenräume auf eingeschlossenes Salz oder Eisklumpen.
Pfotenschutzwachs, das du vor dem Spaziergang aufträgst, bildet eine schützende Barriere. Für Hunde, die Schuhe tolerieren, bieten Pfotenschuhe noch besseren Schutz — allerdings braucht es etwas Geduld, bis ein Hund sie akzeptiert. Kleine, kurzhaarige oder alte Hunde können bei Temperaturen unter null Grad von einem Hundemantel profitieren; ein zitternder Hund zeigt deutlich, dass er friert. Plane im Winter kürzere Touren ein und achte darauf, dass dein Hund nach der Rückkehr ausreichend Zeit hat, sich aufzuwärmen.
- Pfoten nach jedem Winterspaziergang abwaschen und abtrocknen
- Pfotenpflege mit Wachs vor dem Spaziergang auftragen
- Hundemantel für Kurzhaarhunde und Welpen bei Frost erwägen
- Eisige Pfützen und zugefrorene Wasserstellen meiden — Einbruchgefahr
Wer die Routen rund um Lübars und das Tegeler Fließ im Winter nutzt, sollte auf gefrorene Uferbereiche besonders achten — das Eis an Berliner Fließgewässern trägt oft nicht, auch wenn es auf den ersten Blick stabil wirkt. Melde deinen Hund im Bedarfsfall beim Ordnungsamt Reinickendorf an und halte alle Unterlagen griffbereit — im Winter, wenn draußen weniger los ist, sind auch Kontrollgänge der Behörden häufiger wahrzunehmen.
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