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Aschaffenburg (Kreisfreie Stadt)

Aschaffenburg (Kreisfreie Stadt) Bild: Wikimedia Commons – Aschaffenburger Schloss, edit.jpg · CC0
Schwierigkeit
Leicht
Eintritt
Kostenlos

Hund in Aschaffenburg: Was wirklich gilt

Der Main macht eine Kurve, der Spessart schiebt seinen Waldsaum bis an die letzten Häuser heran. Dazwischen liegt Aschaffenburg, rund 70.000 Einwohner, kreisfreie Stadt, Bayern. Wer am Godelsberg im Süden aus der Haustür tritt, steht nach wenigen Gehminuten im dichten Laubwald des Naturparks Spessart. Auf der anderen Mainseite liegt der Landschaftspark Schönbusch, einer der ältesten englischen Landschaftsgärten Deutschlands. Dazwischen: Schlosspark, Schöntal-Park, Mainufer-Promenade. Für Hundehalter bedeutet das eine ungewöhnliche Bandbreite. Stadtrunde, Waldtour oder Fluss, alles an einem einzigen Morgen.

Was viele Neuankömmlinge unterschätzen: Bayern hat keine landesweite Leinenpflicht. Aschaffenburg hat auch keine eigene stadtweite Hundeverordnung mit generellem Leinenzwang. Die Praxisregeln entstehen auf drei Ebenen: kommunale Grünanlagensatzung, Naturpark-Schutzgebietsregeln und das bayerische Landesrecht für Listenhunde (BayHundAgressV). Wer die Schichtung kennt, kommt problemlos durch.

Leinenpflicht in Aschaffenburg: Was kommunal gilt

Bayern überlässt die Leinenpflicht den Gemeinden. Der gesetzliche Rahmen kommt aus Art. 18 LStVG. Gemeinden dürfen per Verordnung das freie Umherlaufen von großen Hunden und Listenhunden auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen und in öffentlichen Anlagen einschränken. Was das konkret bedeutet, hängt von Park zu Park ab.

Aschaffenburg Innenstadt und öffentliche Parks

Grünanlagenordnungen und Absperrschilder regeln die Leinenpflicht in Aschaffenburgs Parks. In stark frequentierten Bereichen – Schlosspark-Terrassen unterhalb des Pompejanums, Spielplatznähe, belebte Wege, gilt Anleinpflicht, ausgewiesen durch Beschilderung. Diese Schilder sind verbindlich. Das Ordnungsamt kontrolliert. Auf großen Wiesenflächen ohne Markierungen kannst du deinen Hund führen, solange niemand konkret gefährdet wird. Im Zweifel fragst du beim Ordnungsamt der Stadt Aschaffenburg nach.

Landschaftspark Schönbusch: Leinenpflicht durchgehend

Der Schönbusch auf der anderen Mainseite hat etwas, das Stadtparks selten haben. Stille Weiher, alte Eichen, Alleen, die sich im Herbst gelb einfärben. Im historischen Landschaftspark gilt ganzjährig Leinenpflicht, nicht nur in der Brut- und Setzzeit. Das klingt streng, ist aber gut handhabbar. Die breiten Alleen und Wiesenpfade lassen sich entspannt abgehen. Der Park ist so weitläufig, dass auch angeleinte Hunde ordentlich Strecke machen.

Wald und Spessart: Brut- und Setzzeit ernst nehmen

Im Spessart-Staatswald gilt bayerisches Waldrecht. In Naturschutzgebieten kommen lokale Regelungen hinzu, oft vom 1. März bis 15. Juli. Hinter dem nächsten Gebüsch liegt im Frühjahr womöglich ein Rehkitz, reglos im Gras. Vögel brüten am Boden, Rehe setzen ihre Kitze, Hasen werfen Junge. Ein frei laufender Hund kann durch seinen Geruch allein eine Vogelmutter vom Nest vertreiben. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten mit eigenen Schutzgebietsverordnungen hältst du den Hund ganzjährig auf markierten Wegen. Ein Verstoß gegen die Leinenpflicht in Wald und Jagdgebieten kann in Bayern Bußgelder von 5.000 bis 7.400 Euro kosten.

Die Fasanerie am Stadtrand ist ein echter Geheimtipp. Rund um den See gilt auf bestimmten Wegen Leinenpflicht wegen Bodenbrütern. Das Gebiet ist groß genug, dass diese Einschränkung gut zu verschmerzen ist. Weiter hinten wechselt die Fasanerie direkt in den Spessartweg, von dort kannst du stundenlang weiterlaufen.

Listenhunde in Aschaffenburg: Bayerische Kampfhundeverordnung und kommunale Steuer

Bayern kennt zwei Kategorien gefährlicher Hunde, geregelt in der Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit (BayHundAgressV). Zusätzlich gilt § 37 LStVG, zuletzt 2024 geändert.

  • Kategorie 1 (z.B. Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bandog und deren Kreuzungen): Dürfen in Bayern nicht gehalten werden.
  • Kategorie 2 (u.a. Rottweiler, Cane Corso, American Bulldog, Mastino Napoletano, Mastiff): Gelten als potenziell gefährlich. Ein erfolgreicher Wesenstest kann diese Einstufung widerlegen.

In Aschaffenburg kommt die kommunale Schicht hinzu. Die Stadt erhebt eine gesonderte Steuer für Listenhunde. Hunde ohne gültiges Negativzeugnis müssen auf öffentlichen Wegen und Plätzen stets angeleint sein und einen Maulkorb tragen. Die Haltungserlaubnis beantragst du bei der Stadtverwaltung Aschaffenburg. Die vollständige Rasseliste findest du auf der Website der Bayerischen Staatskanzlei (BayHundAgressV). Mehr zum bayerischen Hunderecht insgesamt findest du in der Übersicht Bayern.

Hundesteuer und Anmeldung

Seit Januar 2024 hat Aschaffenburg die Hundesteuer angehoben. Der Normalsatz liegt bei 50 Euro pro Hund und Jahr. Für Listenhunde gilt ein gesonderter Satz von 700 Euro jährlich. Mit 50 Euro gehört Aschaffenburg zu den günstigsten kreisfreien Städten in Bayern.

Weitere Regelungen im Überblick:

  • Halter, die aus Berufs- oder Sicherheitsgründen auf Hunde angewiesen sind (z.B. Förster, Bewohner von Einöden), zahlen ermäßigt 12 Euro im Jahr.
  • Therapie- und Schulhunde sind vollständig befreit. Wer seinen Hund aus dem Tierheim Aschaffenburg holt, zahlt zwei Jahre lang keine Steuer.
  • Bei fünf Rassen fällt die erhöhte Steuer von 700 Euro immer an. Bei zwölf weiteren Rassen entfällt sie, wenn ein Gutachten keine gesteigerte Aggressivität nachweist.
  • Du meldest deinen Hund sofort an, sobald du ihn hältst. Das gilt auch bei Zuzug. Zuständig ist die Stadtkämmerei, Sachgebiet Steuern (aschaffenburg.de, E-Mail: hundesteuer@aschaffenburg.de).

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Godelsberg und Spessart-Übergang: Stadtrand trifft Wildnis

Der Godelsberg riecht im April nach feuchtem Laub und frischer Erde. Hier endet die letzte Straßenlaterne. Wenige Schritte weiter beginnt der Staatswald. Von den Weinhängen führen ausgeschilderte Wege direkt in den Naturpark Spessart, kein Auto, kein Umweg. Auf breiten Forstwegen kommst du entspannt voran, solange du auf markierten Pfaden bleibst. Von März bis Mitte Juli leinst du den Hund im offenen Gelände und abseits der Wege an. Rehkitze liegen reglos im Unterholz, ein aufgeschrecktes Reh flieht panisch. Ob Hunde auf bestimmte Terrassen der Weingüter am Godelsberg mitdürfen, klärst du direkt vor Ort. Detailrouten und Saisonhinweise für den Spessart findest du bei Erlebe Bayern.

Fasanerie: der inoffizielle Hundetreff der Stadt

Wer in Aschaffenburg lebt, kennt die Fasanerie. Das weitläufige Naherholungsgebiet am nördlichen Stadtrand liegt zwischen Siedlungshäusern und dem ersten echten Spessart-Wald. Eine Stunde lässt sich hier gut verbringen, ohne eine Wiederholungsrunde zu drehen. Danach führt der Spessartweg direkt weiter. Im Bereich rund um den kleinen See gilt auf bestimmten Wegen Leinenpflicht – Schilder markieren die Zonen. Auf den freien Waldwegen dahinter fällt Licht durch Buchenkronen. Der Hund schnüffelt, was der Wald bereitlegt.

Landschaftspark Schönbusch: angeleint, aber lohnenswert

Auf der anderen Mainseite, zu Fuß über die Brücke oder kurz mit dem Rad, liegt der Schönbusch. Die Weiher spiegeln im Herbst die alten Eichen. Im November liegt Morgennebel über den Wiesen. Leinenpflicht gilt ganzjährig. Die Wege sind breit, der Park lässt sich problemlos in eine längere Mainufer-Runde integrieren. Wer am frühen Sonntagmorgen kommt, hat den Park fast für sich. Ob das dortige Café Hunde willkommen heißt, erfährst du auf der offiziellen Tourismusseite Aschaffenburg.

Mainufer-Promenade: kurze Runde, immer möglich

Die Promenade entlang des Mains verbindet Schlosspark und Stadtsilhouette auf einem durchgehenden asphaltierten Weg. Der Hund zieht zur Böschung. Schloss Johannisburg liegt direkt im Blick. An mehreren Stellen führt ein Pfad ans Wasser hinunter, außerhalb der offiziellen Badezonen kein Problem. An belebten Abschnitten und in der Nähe der Liegewiesen leinst du an. Flussaufwärts in Richtung Goldbach werden die Uferabschnitte ruhiger, das Publikum weniger, der Platz mehr.

Was in Aschaffenburg anders ist als im Rest Bayerns

Aschaffenburg liegt in einer geografischen Zwicklage: bayerisch, aber unmittelbar an Hessen grenzend. Wer von der Innenstadt nach Osten oder Süden geht, ist nach wenigen Kilometern in einem anderen Bundesland, mit anderen Leinenpflicht-Regeln. Für den Spessart heißt das: Der bayerische Teil des Naturparks hat keine generelle Leinenpflicht im Wald außerhalb ausgewiesener Schutzgebiete. Der hessische Teil kann strenger sein. Wer längere Touren plant, sollte das im Blick behalten. Aktuelle Wegeinfos für grenzüberschreitende Touren findest du bei Bayern Tourismus.

Was Aschaffenburg außerdem von anderen bayerischen Städten gleicher Größe unterscheidet: Der direkte Waldzugang ohne Autofahrt ist ungewöhnlich für eine Stadt mit 70.000 Einwohnern. Kein Pendelbus, kein Parkplatz, die erste Baumreihe des Spessarts beginnt dort, wo der Bürgersteig endet. Die Hundesteuer lag jahrelang am unteren Ende der bayerischen Skala und wurde erst 2024 angepasst. Aktuelle Vergleichswerte für andere bayerische Städte und Landkreise findest du in der Übersicht Bayern.

Häufig gestellte Fragen

Muss mein Hund in Aschaffenburg generell angeleint sein?

Nein. Eine stadtweite generelle Leinenpflicht gibt es nicht. Bayern regelt die Leinenpflicht kommunal. In Grünanlagen und Parks gilt die jeweilige Grünanlagenordnung, ausgewiesen durch Schilder. Im Landschaftspark Schönbusch besteht durchgehend Leinenpflicht. Im Spessart leinst du den Hund im offenen Gelände und abseits der Wege von März bis Mitte Juli an. Listenhunde ohne Negativzeugnis müssen in der Öffentlichkeit immer angeleint sein.

Wie hoch ist die Hundesteuer in Aschaffenburg, und wann muss ich anmelden?

Seit Januar 2024 beträgt die Hundesteuer 50 Euro pro Hund und Jahr, für Listenhunde 700 Euro pro Jahr. Therapie- und Schulhunde sind befreit, Tierheim-Hunde für zwei Jahre steuerfrei. Du meldest deinen Hund sofort nach Aufnahme an. Zuständig ist die Stadtkämmerei (Sachgebiet Steuern, hundesteuer@aschaffenburg.de).

Darf mein Hund im Spessart frei laufen?

Auf nicht abgesperrten Forstwegen im bayerischen Teil ist Freilauf möglich, soweit keine Schutzgebietsverordnungen entgegenstehen. Von März bis Mitte Juli leinst du deinen Hund im offenen Gelände und abseits der Wege an, Rehkitze und bodenbrütende Vögel sind dann besonders gefährdet. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten gilt ganzjährig Wegegebot und Leinenpflicht. Jäger in Bayern dürfen zum Schutz des Wildes auf freilaufende Hunde schießen, das ist kein Mythos.

Ist mein Hund ein Listenhund in Bayern, und was muss ich in Aschaffenburg beachten?

Bayern kennt zwei Kategorien (BayHundAgressV): Kategorie-1-Hunde (u.a. Pit Bull, American Staffordshire Terrier) dürfen nicht gehalten werden. Kategorie-2-Hunde (u.a. Rottweiler, Cane Corso, American Bulldog) gelten als potenziell gefährlich, können aber mit erfolgreichem Wesenstest und Negativzeugnis normal gehalten werden. In Aschaffenburg zahlen Listenhundehalter 700 Euro Jahressteuer. Ohne Negativzeugnis gilt auf öffentlichen Wegen Leinenpflicht und Maulkorbpflicht. Die vollständige Rasseliste gibt es unter gesetze-bayern.de.

Wo kann ich mit meinem Hund in Aschaffenburg an den Main?

Entlang der Mainufer-Promenade führen mehrere Pfade ans Wasser. Offizielle Badestellen sind für Hunde gesperrt. Ruhigere Zugänge findest du flussaufwärts in Richtung Goldbach, wo das Ufer weniger frequentiert ist. Im Bereich des Schönbuschs ist das Ufer am Altmain-Arm zugänglich, dort gilt die Leinenpflicht des Parks.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer|Winter