Was sehen Hunde beim Fernsehen?
Hunde nehmen Fernsehbilder anders wahr als Menschen: weniger Farbdimensionen, ein schnelleres Auge fürs Flimmern und ein weiterer Hörbereich.
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Hunde nehmen Fernsehbilder völlig anders wahr als Menschen. Sie sehen weniger Farben, reagieren stärker auf Bewegung und hören Frequenzen, die für uns stumm bleiben. Die Wahrnehmung hängt stark vom einzelnen Tier ab. Ein Border Collie reagiert auf Bildschirmbewegungen anders als ein entspannter Retriever, ausschlaggebend ist dabei das Temperament, nicht Rasse oder Alter.
Sehen Hunde Fernsehbilder so scharf wie Menschen?
Hunde sehen die Welt in zwei Farbdimensionen statt in dreien: Ihre Augen besitzen zwei Zapfentypen statt unserer drei. Rot und Grün verschmelzen deshalb zu Gelb- und Brauntönen. Ein Prozentwert der «fehlenden Farben» lässt sich daraus nicht ableiten.
Bewegung zieht den Blick des Hundes stärker an als Stillstand: Ein ruhendes Reh übersieht er eher als ein zuckendes Ohr. Das macht bewegte TV-Bilder für ihn interessanter als Standbilder. Dem Menschen überlegen ist er dabei nicht, im direkten Test brauchte er rund achtmal so viel zusammenhängende Bewegung wie wir, um sie überhaupt zu erkennen.
Hunde nehmen Flimmern noch bei 70 bis über 80 Hertz wahr, Menschen nur bis etwa 50 bis 60. Ein Fernseher mit 50 oder 60 Bildern pro Sekunde kann für sie deshalb flackern, flüssig wird das Bild erst oberhalb von rund 80 Hertz. Ältere Röhrenfernseher müssen für sie wie Stroboskoplicht gewirkt haben.
Warum reagieren manche Hunde so heftig auf TV-Geräusche?
Ein Hund hört bis rund 45 000 Hertz, ein Mensch etwa bis 20 000. Das Fiepen der Fernseher-Elektronik, das für uns unhörbar ist, kann für sensible Hunde durchaus störend sein.
Besonders Geräusche anderer Hunde lösen starke Reaktionen aus. Ein Bellen aus dem Lautsprecher klingt für den Hund real, er kann nicht zwischen Aufzeichnung und Wirklichkeit unterscheiden.
Welche Hunde interessieren sich am meisten für Fernsehen?
Nicht die Rasse entscheidet, sondern das Temperament. In der bislang grössten Befragung dazu – 453 Hunde – hatte die Rassegruppe keinen messbaren Einfluss: Erregbare Hunde verfolgten Objekte auf dem Bildschirm, ängstliche reagierten eher auf Autos oder eine Türklingel.
Auch ein Alterseffekt liess sich nicht nachweisen: Über die ganze Spanne von zwei Monaten bis 16 Jahren zeigte sich kein systematischer Unterschied im Interesse an Bildschirmen.
Speziell für Hunde entwickelte Programme berücksichtigen ihre Farbwahrnehmung und verwenden langsamere Schnitte. Die Wirksamkeit dieser «Hunde-TV-Programme» ist wissenschaftlich jedoch noch nicht eindeutig belegt.
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