Paprika
Paprika ist ein Fruchtgemüse, das Hunde in reifer, milder Form und kleinen Mengen meist gut vertragen, während unreife oder scharfe Sorten sowie die Zubereitungsform die Verträglichkeit deutlich beeinflussen.
Inhalt
Paprika (Capsicum annuum) ist ein Fruchtgemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse und enthält je nach Reifegrad unterschiedliche Mengen an Vitamin C, Carotinoiden sowie sekundären Pflanzenstoffen wie Capsaicinoiden (vor allem in scharfen Sorten). In der Hundeernährung ist Paprika in der Regel nur in reifer, roter Form und in kleinen Mengen geeignet, da grüne, unreife oder scharfe Sorten schwerer verdaulich sein und empfindliche Reaktionen auslösen können.
Entscheidend für die Verträglichkeit ist zudem die Zubereitungsform: Roh, gekocht oder püriert wird Paprika unterschiedlich gut vertragen, wobei die Schale bei empfindlichen Hunden Verdauungsprobleme begünstigen kann.
Mythen rund um Paprika und Nachtschattengewächse
Paprika ist ein Nachtschattengewächs und das reicht vielen Hundehaltern schon, um die Schote grundsätzlich vom Napf fernzuhalten. Verständlich, denn manche Vertreter dieser Pflanzenfamilie enthalten tatsächlich Solanin, ein Alkaloid, das in hohen Dosen giftig wirkt.
Allerdings gelten die meisten berechtigten Bedenken scharfen Sorten wie Peperoni oder Chili. Die enthalten Capsaicin und haben im Hundenapf nichts zu suchen.
Um die geht es hier aber nicht. Dieser Artikel beschäftigt sich ausschliesslich mit Gemüsepaprika.
Solaningehalt in Gemüsepaprika
Ja, Solanin kann in hohen Mengen Vergiftungserscheinungen auslösen. Aber: In der modernen Landwirtschaft wurde der Stoff aus vielen Gemüsepflanzen schlicht herausgezüchtet. Was bleibt, ist erstaunlich wenig.
Studien zeigen:
- Der Solaningehalt in Paprika liegt bei 6 bis 11 mg pro 100 g Frischgewicht.
- Rote, gelbe und grüne Sorten unterscheiden sich dabei kaum.
- Diese Werte bewegen sich auf dem Niveau moderner Kartoffelsorten und die gelten als unbedenklich.
Sichere Menge für Hunde
Auf Basis humanmedizinischer Studien wird ein Richtwert von 0,5 mg Solanin pro kg Körpergewicht täglich als sicher eingestuft. Konkret heisst das:
- Ein 30 kg schwerer Hund kann bis zu 15 mg Solanin pro Tag problemlos aufnehmen.
- Das entspricht ungefähr einer ganzen Paprika.
- Vergiftungssymptome? Erst ab der 6-fachen Menge – also rund 900 g Paprika auf einmal.
- Lebensbedrohliche Dosen liegen noch erheblich darüber.
Und das Wichtigste zum Schluss: Kein einziger dokumentierter Vergiftungsfall durch Gemüsepaprika bei Hunden ist bisher bekannt.
Nährstoffe in Paprika
- 37 kcal pro 100 g, also ausgesprochen kalorienarm
- 140 mg Vitamin C pro 100 g, das ist mehr als in vielen Zitrusfrüchten
- 3,6 g Ballaststoffe pro 100 g
- Antioxidantien, die zur Zellgesundheit beitragen
Fütterungsempfehlung
- Menge: Für einen 30 kg schweren Hund sind 1 bis 2 Paprika pro Woche völlig unbedenklich.
- Zubereitung: Roh geht, leicht gegart ist aber noch besser verträglich, weil Solanin beim Kochen ins Wasser übergeht.
- Vorbereitung: Strunk und Kerne entfernen. Der Strunk enthält den höchsten Solaninanteil.
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