Aubergine
Auberginen gehören zu den Nachtschattengewächsen und enthalten Solanin – einen Giftstoff, der für Hunde gefährlich wird, wenn sie rohe oder unreife Früchte fressen.
Inhalt
Auberginen gehören zu den Nachtschattengewächsen und enthalten Solanin – einen Giftstoff, der für Hunde gefährlich wird, wenn sie rohe oder unreife Früchte fressen. Gekochte Aubergine in winzigen Mengen ist unbedenklich, aber kein Hund braucht sie wirklich.
Das Problem liegt im Detail: Eine durchschnittlich große rohe Aubergine enthält etwa 11 mg Solanin pro 100 Gramm. Beim Kochen sinkt dieser Wert um etwa 40 Prozent. Für einen 20-Kilogramm-Hund wird es ab etwa 2 mg Solanin pro Kilogramm Körpergewicht kritisch.
Wie viel Aubergine verträgt ein Hund?
Maximal einen Esslöffel gekochte Aubergine pro 10 Kilogramm Körpergewicht – und das höchstens einmal pro Woche. Ein 30-Kilogramm-Hund könnte also theoretisch drei Esslöffel verkraften. Theoretisch deshalb, weil jeder Hund anders reagiert und manche schon bei kleinsten Mengen Durchfall bekommen.
Meiner Einschätzung nach ist das Risiko-Nutzen-Verhältnis schlecht. Auberginen bieten Hunden nichts, was sie nicht aus sichereren Quellen bekommen könnten. Karotten, Zucchini oder Kürbis sind ernährungsphysiologisch überlegen und haben null Vergiftungsrisiko.
Woran erkenne ich eine Solanin-Vergiftung?
Die ersten Anzeichen zeigen sich meist binnen zwei bis vier Stunden: übermäßiges Speicheln, Unruhe, dann Erbrechen. Durchfall folgt oft eine Stunde später. Bei schweren Vergiftungen kommen Muskelzittern und Koordinationsstörungen dazu.
Ein Hund, der eine ganze rohe Aubergine gefressen hat, braucht sofort tierärztliche Hilfe. Das gilt besonders für kleine Hunde unter 10 Kilogramm – bei ihnen reichen schon 50 Gramm rohe Aubergine für ernste Probleme.
Warum sind unreife Auberginen besonders gefährlich?
Unreife, grüne Auberginen enthalten das Drei- bis Vierfache an Solanin wie reife Früchte. Dazu kommt: Der bittere Geschmack, der normalerweise vor dem Gift warnt, ist bei unreifen Auberginen weniger ausgeprägt. Hunde fressen sie deshalb eher komplett auf, bevor der Geschmack sie abschreckt.
Auch die Schale und das Grün der Pflanze sind tabu. Hier konzentriert sich das Solanin am stärksten – ein einziges Auberginenblatt kann bei einem kleinen Hund schon Symptome auslösen.
Wie bereite ich Aubergine für den Hund zu?
Falls du trotz allem Aubergine füttern willst: Schälen, würfeln, 15 Minuten in kochendem Wasser garen. Kein Salz, keine Gewürze, kein Öl. Das Kochwasser wegschütten – dort löst sich ein Teil des Solanins.
Gebratene oder gegrillte Aubergine ist ungeeignet. Das Öl belastet die Bauchspeicheldrüse und die bräunlichen Röststoffe können Magenschmerzen verursachen. Auch eingelegte Auberginen sind wegen des hohen Salzgehalts problematisch.
Welche Hunde sollten keine Auberginen bekommen?
Hunde mit empfindlichem Magen reagieren oft schon auf winzige Mengen mit Durchfall. Bei Arthritis-Patienten können Nachtschattengewächse Entzündungsschübe verstärken – die Studienlage ist dünn, aber die Erfahrungsberichte häufen sich.
Nierenkranke Hunde haben Probleme mit den Oxalaten in Auberginen. Diese Kristalle können bestehende Nierenprobleme verschärfen. Hier ist Vorsicht besser als Nachsicht.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …