Unter dem Hindernis Durch
Der Hund lernt, auf Kommando unter einem niedrigen Hindernis hindurchzukriechen.
Ziel: Der Hund kriecht auf Kommando unter niedrigen Hindernissen durch – eine Basisübung für Agility und mentale Auslastung.
Schwierigkeitsgrad: Anfänger (ab 4 Monaten geeignet)
Material: Besenstiel oder Holzlatte, zwei stabile Stühle oder Blumentöpfe, hochwertige Leckerlis
Warum kriecht mein Hund nicht unter dem Hindernis durch?
Dein Hund versteht noch nicht, was du von ihm willst. Das Kriechen ist unnatürlich – Hunde bevorzugen den aufrechten Gang oder springen über Hindernisse.
Die meisten Halter beginnen mit einem zu niedrigen Hindernis. Der Hund fühlt sich eingeengt und weicht aus.
Wie baue ich das Kriech-Kommando richtig auf?
Schritt 1 – Neugierde wecken (Woche 1):
Stell das Hindernis so hoch auf, dass dein Hund bequem darunter durchgehen kann. Bei einem Labrador etwa 40 cm, bei einem Dackel 20 cm. Leg ein Leckerli auf die andere Seite des Hindernisses – sichtbar, aber nicht erreichbar ohne Durchgang.
Lass deinen Hund das Leckerli entdecken. Die meisten Hunde gehen automatisch darunter durch. In dem Moment sagst du „Kriech“ und belohnst sofort mit Stimme und einem zweiten Leckerli.
Schritt 2 – Kommando verknüpfen (Woche 2):
Jetzt lockst du nicht mehr mit sichtbaren Leckerlis. Führe deinen Hund zum Hindernis, gib das Kommando „Kriech“ und zeige mit der flachen Hand zum Durchgang. Kriecht er durch, folgt sofort die Belohnung.
Verweigert er, geh selbst in die Hocke und krieche vor – das motiviert die meisten Hunde zur Nachahmung.
Schritt 3 – Höhe reduzieren (Woche 3+):
Senke das Hindernis wöchentlich um 5 cm. Dein Hund lernt dabei, sich flacher zu machen. Bei Verweigerung gehst du einen Schritt zurück zur vorherigen Höhe.
Wie oft soll ich das Kriech-Training durchführen?
Trainiere täglich 5–10 Minuten, nicht länger. Häufige kurze Einheiten sind effektiver als seltene lange Sessions.
Beende immer mit einem Erfolgserlebnis – auch wenn das bedeutet, das Hindernis kurz höher zu stellen.
Was mache ich bei typischen Trainingsproblemen?
Hund springt über das Hindernis: Du hast zu schnell die Höhe reduziert. Erhöhe sie wieder und arbeite in kleineren Schritten.
Hund geht drumherum: Trainiere zwischen zwei Wänden oder in einem Flur, wo Ausweichen unmöglich ist.
Hund hat Angst: Das Hindernis ist zu niedrig oder wackelt. Stabilisiere es und beginne mit mehr Höhe.
Variationen für Fortgeschrittene:
Wechsle zwischen verschiedenen Hindernissen: Tunnel aus Decken, niedrige Tische, Gartenstühle. Ändere den Untergrund von Gras zu Sand zu Fliesen – das fordert die Balance heraus.
Sicherheitshinweise:
Das Hindernis muss absolut stabil stehen. Ein verrutschender Besenstiel kann deinen Hund nachhaltig verunsichern. Prüfe vor jedem Training die Stabilität.
Bei Welpen unter 6 Monaten nie unter die natürliche Kopfhöhe gehen – die Gelenke sind noch nicht ausgereift.
Was du brauchst
Niedriges Hindernis (z.B. Stange auf zwei Stützen)