Steh-Geh
Der Hund lernt, zwischen Stopp- und Geh-Signalen zu unterscheiden und prompte Richtungswechsel auszuführen.
Ziel: Dein Hund reagiert sofort auf „Steh“ und „Geh“ – die Basis für Sicherheit im Alltag und kontrollierte Spaziergänge.
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Material: Hochwertige Leckerlis (erbsengroß), die dein Hund liebt
Schritt-für-Schritt Anleitung
Woche 1 – Grundlagen (täglich 5-10 Minuten):
- Beginne im Garten oder ruhigen Park. Gehe normal mit deinem Hund.
- Sage deutlich „Steh“ und bleibe selbst sofort stehen. Warte 3 Sekunden ab – reagiert der Hund nicht, führe ihn sanft zurück an deine Seite.
- Steht er richtig: Sofort „Ja!“ + Leckerli. Keine lange Lobrede.
- Nach 10 Sekunden Stillstand: „Geh“ und laufe weiter. Belohne das Mitgehen mit einem zweiten Leckerli nach 3-4 Schritten.
- Maximal 5 Wiederholungen pro Session. Dein Hund soll konzentriert bleiben.
Woche 2 – Timing variieren:
- Verlängere das „Steh“ auf 15-30 Sekunden. Belohne zwischendurch mit ruhigem „Gut“ (ohne Leckerli).
- Wechsle zwischen 5 und 45 Sekunden Stillstand – dein Hund soll nicht vorhersagen können, wann es weitergeht.
- Übe „Steh“ auch aus dem Trab heraus. Das ist schwieriger und braucht mehr Übung.
Ab Woche 3 – Ablenkung und Realität:
- Trainiere bei mehr Ablenkung: andere Hunde in Sichtweite, Jogger, spielende Kinder.
- Übe den Notfall-Stopp: „Steh“ rufen wenn der Hund 2-3 Meter voraus ist. Das kann vor Straßen lebenswichtig sein.
Timing und Belohnungsschema
Die ersten drei Wochen belohnst du jeden korrekten „Steh“ und „Geh“. Ab Woche 4 wechselst du auf unregelmäßige Belohnung – mal bekommt er ein Leckerli, mal nur Lob. Das macht das Verhalten stabiler.
Wichtig: Belohne immer innerhalb von 2 Sekunden. Später = der Hund verknüpft es nicht mehr mit dem Kommando.
Häufige Probleme und Lösungen
Hund reagiert nicht auf „Steh“: Du gehst zu schnell voran. Trainiere eine Woche lang nur „Steh“ – ohne „Geh“. Erst wenn das sitzt, kommt der zweite Befehl dazu.
Hund läuft vor „Geh“ schon weiter: Leinen-Korrektur. Führe ihn wortlos zurück in die Steh-Position. Warte weitere 10 Sekunden, dann erst „Geh“.
Funktioniert nur zuhause: Typisch. Baue Ablenkung schrittweise auf. Erst andere Umgebung, dann mehr Menschen, zuletzt Straßenverkehr.
Sicherheit im Detail
Niemals ohne Leine üben bis „Steh“ aus 10 Metern Entfernung zu 90% funktioniert. Das dauert mindestens 2-3 Monate intensiven Trainings.
An Straßen: Übe „Steh“ bereits 20-30 Meter vor jeder Straße. Nicht erst am Bordstein – da ist es für Korrekturen zu spät.
Bei Jagdhunden oder sehr impulshaften Rassen: Verwende zusätzlich ein Geschirr. Die Halsband-Korrektur bei plötzlichem Stopp kann Verletzungen verursachen.
Aufbau-Varianten
„Langsam“ als drittes Kommando: Nach sicherem „Steh/Geh“ kannst du „Langsam“ einführen. Besonders wertvoll bei älteren oder kranken Hunden.
Distanz-Training: „Steh“ rufen während der Hund 5-10 Meter voraus läuft. Schwierig, aber in Notfällen lebensrettend.
Mit Sichtzeichen: Handheben für „Steh“, Winken für „Geh“. Funktioniert auch bei tauben oder älteren Hunden mit Hörverlust.
Was du brauchst
Keine besonderen Materialien erforderlich