Komplexes Suchspiel
Der Hund lernt, komplexe Suchaufgaben auszuführen und spezifische Objekte oder Personen zu finden.
Dein Hund findet bereits einfache Gegenstände? Dann ist er bereit für komplexe Suchaufgaben mit mehreren Variablen. Die Übung verbindet Nasenarbeit, Konzentration und räumliches Denken.
Ziel: Der Hund findet spezifische Objekte oder Personen in unübersichtlichen Umgebungen innerhalb von 3 bis 5 Minuten.
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten (nach 8 bis 10 Wochen Grundsuchtraining)
Material: 5 bis 6 verschiedene Suchgegenstände, Leckerlis, lange Leine (5 m), Stoppuhr
Wie baust du das Training systematisch auf?
Woche 1–2: Objekt-Spezifikation
Lass deinen Hund drei verschiedene Gegenstände erschnüffeln, Spielzeug, Socke, Schlüsselbund. Sage dabei „Such [Objektname]“. Verstecke nur den genannten Gegenstand in Sichtweite. Erfolgskriterium: 8 von 10 Versuchen korrekt.
Woche 3: Distanz-Steigerung
Verstecke den Gegenstand ausser Sichtweite, aber im selben Raum. Beginne mit 2 Metern Abstand und steigere täglich um einen Meter. Gib das Kommando „Such [Objektname] – Los“ und zeige in die Richtung.
Woche 4: Umgebungs-Komplexität
Wechsle zwischen verschiedenen Räumen oder Gartenbereichen. Der Hund soll den Gegenstand in einer ihm unbekannten Umgebung finden. Zeitlimit: maximal 3 Minuten pro Suche.
Was sind die konkreten Trainingsschritte?
Schritt 1: Objekt-Präsentation (30 Sekunden)
Halte den zu suchenden Gegenstand vor die Nase deines Hundes. Sage „Riech – [Objektname]“. Lass ihn 5 Sekunden schnüffeln und belohne mit „Gut riech“.
Schritt 2: Versteck-Platzierung (1 Minute)
Führe den Hund 10 Meter weg. Verstecke den Gegenstand hinter einem Hindernis, nicht unter etwas. Er soll ihn erschnüffeln und mit der Pfote berühren können.
Schritt 3: Such-Kommando (2 bis 3 Minuten)
Führe den Hund zum Startpunkt. Kommando: „Such [Objektname] – Los“. Begleite ihn die ersten Sekunden, dann lass ihn selbständig arbeiten.
Schritt 4: Fund-Belohnung (30 Sekunden)
Sobald der Hund den Gegenstand berührt oder dir zeigt: „Super gefunden!“ plus hochwertige Belohnung. Falsche Funde (false positive) ignorierst du konsequent.
Welche Kommandos verwendest du?
Start: „Such [Objektname] – Los“
Richtungshinweis: „Da lang“ (mit Zeigegeste)
Erfolg: „Super gefunden“ + Belohnung
Abbruch: „Stopp – Hierher“ (nach 5 Minuten erfolgloser Suche)
Woran erkennst du Trainings-Fortschritt?
Anfänger-Level erreicht: Hund findet bekanntes Objekt in vertrauter Umgebung innerhalb 2 Minuten (8/10 Versuche)
Fortgeschritten-Level erreicht: Hund findet unbekanntes Objekt in neuer Umgebung innerhalb 3 Minuten (7/10 Versuche)
Profi-Level erreicht: Hund unterscheidet zwischen 3 verschiedenen Objekten und findet das gewünschte innerhalb 90 Sekunden
Welche Fehler solltest du vermeiden?
Schwierigkeits-Sprung: Wechsle nicht direkt von der Zimmer-Suche in den Wald. Steigere die Komplexität über 2 bis 3 Zwischenschritte.
Unklare Belohnung: Belohne nur den direkten Fund, nicht das Suchen selbst. Sonst verlängert der Hund absichtlich die Suchzeit.
Objekt-Verwechslung: Verwende pro Trainingseinheit nur einen Gegenstand. Mehrere Objekte gleichzeitig verwirren den Aufbau.
Wie variierst du das Training sinnvoll?
Personen-Suche: Ein Familienmitglied versteckt sich. Kommando: „Such Papa“ statt Objektname. Die Person bleibt stumm bis zum Fund.
Geruchs-Intensität: Reibe den Suchgegenstand mit Leberwurst ein oder verwende stark riechende Objekte, zum Beispiel Kaffeebohnen in einem Stoffsäckchen.
Terrain-Wechsel: Von der Wohnung in den Garten, vom Garten auf den Waldweg. In jeder neuen Umgebung senkst du die Schwierigkeit für 2 bis 3 Durchläufe.
Worauf achtest du bei der Sicherheit?
Kontrolliere das Suchgebiet vor jeder Übung auf Glasscherben, giftige Pflanzen und aggressive Tiere. Beim Outdoor-Training empfiehlt sich ein eingezäunter Bereich oder eine 10-Meter-Schleppleine.
Verstecke keine Gegenstände in Bereichen, die der Hund nicht erreichen soll, unter dem Sofa, in Schränken oder auf Regalen. Das frustriert ihn und kann zu Zerstörungsverhalten führen.
Was du brauchst
Verschiedene Versteckobjekte