Distanz-Apportieren
Der Hund lernt, Gegenstände aus größerer Entfernung selbstständig zu apportieren und sicher zurückzubringen.
Ziel: Dein Hund apportiert zuverlässig aus 20–50 Meter Entfernung und wartet auf dein Signal.
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten – setzt sicheres Apportieren auf 5 Meter voraus
Material: 2–3 unterschiedliche Apportiergegenstände (Dummy, Ball, Apportierholz), Leckerlis, lange Schleppleine (15m)
Wie trainierst du Distanz-Apportieren Schritt für Schritt?
Das Training erfolgt in festen Distanzstufen. Jede Stufe wiederholst du mindestens fünfmal erfolgreich, bevor du weitergehst.
Stufe 1 (5–8 Meter): Lass deinen Hund absitzen. Gehe mit dem Apportiergegenstand 5 Meter weg, lege ihn sichtbar ab. Kehre zum Hund zurück. Kommando „Apport“ erst geben, wenn der Hund ruhig wartet. Bei Erfolg: Leckerli plus Lob.
Stufe 2 (10–15 Meter): Gleicher Ablauf, aber der Gegenstand verschwindet kurz aus dem Sichtfeld des Hundes. Der Hund muss sich die Position merken.
Stufe 3 (20–30 Meter): Jetzt kommt die Schleppleine ins Spiel. Falls der Hund abgelenkt wird, kannst du ihn zurückführen. Wichtig: Das Kommando „Hier“ muss auf diese Distanz bereits sitzen.
Stufe 4 (40+ Meter): Freie Arbeit ohne Leine. Nur in eingezäunten Bereichen oder bei perfekt abrufbaren Hunden.
Welche Fehler passieren beim Distanz-Training am häufigsten?
Der klassische Fehler: Du springst von 8 auf 25 Meter. Das überfordert den Hund. Er läuft zwar los, vergisst aber mittendrin was er eigentlich sollte.
Zweiter Stolperstein: Du gibst das Apport-Kommando, obwohl der Hund bereits unruhig wird oder aufsteht. Das belohnt Ungeduld. Warte bis der Hund entspannt sitzt, dann erst das Kommando.
Häufig übersehen: Die Rückruf-Sicherheit. Ein Hund, der auf 30 Meter nicht zuverlässig kommt, wird beim Apportieren erst recht nicht zurückkehren.
Wann brichst du das Training ab?
Sofortiger Abbruch wenn: Der Hund den Gegenstand findet, aber nicht bringt. Oder er läuft in die falsche Richtung und reagiert nicht auf „Hier“. Dann eine Stufe zurück und das Grundkommando festigen.
Ebenfalls Pause einlegen wenn der Hund nach drei Versuchen den Gegenstand nicht findet. Das frustriert beide Seiten. Verkürze die Distanz und mach den Gegenstand wieder sichtbarer.
Welche Sicherheitsaspekte musst du beachten?
Untergrund checken: Keine Glasscherben, spitze Steine oder Dornen auf der Laufstrecke. Der Hund konzentriert sich auf den Gegenstand, nicht auf seine Pfoten.
Bei Trainingsorten mit anderen Hunden: Schleppleine verwenden. Ein fremder Hund kann deinen Hund vom Apportieren ablenken oder Konflikte auslösen.
Wetter beachten: Bei Hitze über 20°C nur im Schatten trainieren. Langes Laufen belastet den Kreislauf.
Mein Hund läuft zum Gegenstand, bleibt aber dort stehen. Was tun?
Das ist ein Motivationsproblem. Geh zum Hund hin (nicht rufen!), nimm den Gegenstand und mach ihn interessant – bewegen, quietschen. Erst wenn der Hund ihn ins Maul nimmt, lobst du und gehst gemeinsam zurück.
Wie lange sollte eine Trainingseinheit dauern?
Maximal 10 Minuten pro Einheit. Distanz-Apportieren ist körperlich anstrengend. Nach drei erfolgreichen Durchgängen aufhören, auch wenn der Hund noch Energie hat.
Ab welchem Alter kann ich Distanz-Training beginnen?
Frühestens ab 8 Monaten. Junge Hunde haben noch nicht die Konzentration für 20+ Meter Läufe. Zudem können die Gelenke belastet werden.
Variationen: Verschiedene Gegenstände verwenden (Dummy, Ball, Spielzeug), Richtung wechseln (nicht immer geradeaus), unterschiedliche Untergründe (Wiese, Sand, Waldweg).
Was du brauchst
Verschiedene Apportiergegenstände (Dummy, Ball, Futterbeutel)