Blaualgen sind keine Algen, sondern Cyanobakterien. In nährstoffreichen, stehenden Gewässern vermehren sie sich bei Wärme stark, besonders im Hochsommer und Spätsommer. Erkennbar sind sie an grünlich-blauen Schlieren, Teppichen oder einer Trübung wie verschüttete Farbe, häufig am windzugewandten Ufer.
Warum schon kleine Mengen reichen
Manche Cyanobakterien bilden lebertoxische Stoffe, andere greifen das Nervensystem an. Ein Hund nimmt sie auf, wenn er aus dem Wasser trinkt, darin badet oder sich danach das Fell leckt. Erste Anzeichen treten innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden auf:
- Erbrechen, Durchfall, starkes Speicheln
- Zittern, Schwäche, Koordinationsstörungen
- Krämpfe und Atemnot bei Nervengiften
Eine Blaualgenvergiftung ist immer ein Notfall. Jede Minute bis zur Tierarztpraxis zählt, ein Gegenmittel gibt es nicht.
Woran du kritisches Wasser erkennst
Verdächtig ist Wasser, das trüb wirkt, grünlich gefärbt ist oder einen Film an der Oberfläche trägt. Ab etwa 25 Grad Wassertemperatur steigt das Risiko. In flachen Uferzonen ist dieser Wert im Spätsommer schnell erreicht. Wo Gemeinden oder Kantone warnen, gilt das Badeverbot auch für Hunde.
So bleibt der Badetag sicher
- Bei sichtbarer Trübung oder Schlieren nicht ins Wasser lassen.
- Klares, fließendes Wasser bevorzugen, stehende Tümpel meiden.
- Frisches Trinkwasser mitbringen, damit der Hund nicht aus dem See trinkt.
- Nach dem Baden gründlich abspülen, bevor er sich putzt.
Intensitäts-Verlauf
Erste Belastung bei Hitzephasen ab Mitte Juni. Hauptrisiko Juli bis September in flachen, stehenden Gewässern. Entspannung mit sinkenden Wassertemperaturen im Oktober.
Quellen
- Thieme Tiermedizin, Vet-News Blaualgen und Hunde 2024
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Hinweise Badegewässer
- Umweltbundesamt, Cyanobakterien in Badegewässern