Hunderasse · FCI-Gruppe 6

Englischer Harrier

Ausdauer, Spurwille und Rudelinstinkt sind keine Eigenschaften — sie sind das tĂ€gliche Programm, das ein Harrier-Halter erfĂŒllen muss.

Grösse 48–55 cmGewicht 22–27 kgLebenserwartung 10–12 JahreFCI-Standard Nr. 295
MittelKurzhaarMittelgross
Passt diese Rasse zu dir? Schnellcheck →
Foto eines Englischer Harrier – KI-generiert (Imagen 4) fĂŒr rundum.dog
Quelle: KI-Symbolbild Rasse

01Kurzfazit

In einem Absatz

Wenn du nur 30 Sekunden Zeit hast.

Der Englische Harrier ist ein britischer Meutehund, der seit dem 13. Jahrhundert fĂŒr die Hasenjagd ĂŒber weite Distanzen selektiert wurde. Sein Bewegungsbedarf liegt bei mindestens zwei Stunden tĂ€glich, sein Jagdtrieb ist genetisch tief verankert, und sein Sozialbedarf verlangt Kontakt zu Artgenossen. Wer diesen Hund hĂ€lt, ĂŒbernimmt ein spezialisiertes Arbeitstier — kein Alltagsbegleiter fĂŒr urbane Lebensstile.

02Einleitung

Was den Englischer Harrier ausmacht

Einleitung

Der Englische Harrier ist ein seltener britischer Meutehund fĂŒr die Hasenjagd, FCI-Gruppe 6, ausdauernd und freundlich, Widerristhöhe 48–55 cm.

03Steckbrief

Eckdaten und Eignung

Steckbrief
Herkunft
Grossbritannien
UrsprĂŒngliche Aufgabe
Hasenjagd in der Meute
FCI
Nr. 295 · Gruppe 6 · Sektion 1.2: Mittelgroße Laufhunde, mit ArbeitsprĂŒfung
Schulterhöhe
48–55 cm
Gewicht
22–27 kg
Lebenserwartung
10–12 Jahre
Felltyp
Kurzhaar
Benötigte Bewegung
120 min/Tag
Welpenpreis
800–1'500 CHF
Wartezeit
12 Monate
Sportarten
Jagd · FÀhrtenlesen · Mantrailing
Charakter-Profil
AktivitÀtslevel 5/5
Freundlichkeit zu Fremden 4/5
Bellneigung 4/5
Jagdtrieb 5/5
Spieltrieb 3/5
Erfahrung nötig 2/5
Hitzetoleranz 3/5
KĂ€ltevertraeglichkeit 3/5

04Wesen

So zeigt sich der Englischer Harrier im Alltag

Im Alltag

Beim Morgenlauf zeigt sich, was den Harrier ausmacht: Sobald eine Geruchsspur die Nase erreicht, schaltet er auf Arbeitsmodus. Der Blickkontakt zum Halter bricht ab, das Tempo steigt, und Rufe werden selektiv wahrgenommen. Das ist kein Trotz — das ist das Verhalten, fĂŒr das diese Rasse ĂŒber Jahrhunderte selektiert wurde.

Im Alltag

Intern benötigt der Harrier tĂ€glich intensive Bewegung, geistige Auslastung durch Nasenarbeit und sozialen Kontakt. Sein Sozialbedarf ist hoch — er orientiert sich an Rudel und Bezugspersonen, vertrĂ€gt Alleinsein schlecht und profitiert deutlich von einem zweiten Hund im Haushalt. Ohne ausreichende Auslastung Ă€ußert sich Unterforderung durch anhaltende Lautgabe, Unruhe oder destruktives Verhalten.

Im Alltag

Extern verhĂ€lt sich der Harrier gegenĂŒber Fremden offen und wenig reserviert. Er zeigt keinen ausgeprĂ€gten Schutztrieb und begrĂŒĂŸt unbekannte Menschen in der Regel freundlich. Diese Offenheit darf jedoch nicht mit Gehorsam verwechselt werden: Im GelĂ€nde trifft er eigenstĂ€ndige Entscheidungen, die auf Geruch und Instinkt basieren, nicht auf Signalen des Halters.

Andere Hunde

Mit anderen Hunden ist er ausgesprochen vertrĂ€glich — seine Rudelnatur macht ihn zum unkomplizierten Mitbewohner fĂŒr andere Hunde. Kleintiere im Haushalt sind dagegen ein anderes Kapitel: Der Jagdtrieb macht eine Vergesellschaftung mit Kaninchen, Katzen oder Kleinnagern riskant und verlangt konsequentes Management.

Im Alltag

Im Alltag zu Hause wirkt der Harrier ruhig und ausgeglichen — vorausgesetzt, sein Bewegungsbedarf wurde gedeckt. Ein Harrier, der zwei Stunden aktiv gearbeitet hat, legt sich hin. Einer, der das nicht hatte, sucht sich seine BeschĂ€ftigung selbst.

05BedĂŒrfnisse

Was diese Rasse tÀglich benötigt

Der Harrier benötigt tĂ€glich mindestens 120 bis 180 Minuten aktive Bewegung — und damit ist nicht das Gassigehen an der Leine gemeint. Sinnvolle Bewegungsformen sind Schleppjagd, Mantrailing, GelĂ€ndelĂ€ufe in gesichertem Terrain oder organisierte Nasenarbeit. Reine Leinenrunden decken seinen Konditionsbedarf nicht ab.

Ein sicher eingezĂ€untes GelĂ€nde ist nahezu Voraussetzung. Der Spurwille ist so stark, dass Freilauf in offenem GelĂ€nde ohne Absicherung dauerhaft ein Risiko darstellt. ZĂ€une mĂŒssen ausbruchssicher sein — der Harrier ist ausdauernd und motiviert genug, Schwachstellen zu nutzen.

Mental benötigt er Aufgaben, die seine Nase fordern. SchnĂŒffelwiesen, Suchspiele und strukturierte FĂ€hrtenarbeit sind geeignete ErgĂ€nzungen zur körperlichen Auslastung. Ohne kognitive BeschĂ€ftigung entsteht Frustration, die sich in Lautgabe oder Unruhe Ă€ußert.

Der Sozialbedarf ist hoch. Ein zweiter Hund im Haushalt ist keine Luxusoption, sondern eine sinnvolle ErgĂ€nzung, die dem Rudeltier entspricht. Alleinsein ĂŒber mehr als zwei bis drei Stunden ist fĂŒr diese Rasse belastend und sollte durch Hundebetreuung oder Tagesstruktur abgefedert werden.

Die Erziehung erfordert Geduld, Konsequenz und realistische Erwartungen. Der Harrier lernt — aber er priorisiert im Außeneinsatz Geruchsinformationen ĂŒber Signale des Halters. Training muss managementorientiert sein: sichere Umgebungen schaffen, Impulskontrolle aufbauen, Abruf unter kontrollierten Bedingungen festigen. Wer einen Hund mit zuverlĂ€ssigem Freilauf-Abruf in jedem GelĂ€nde erwartet, wird mit dieser Rasse dauerhaft unzufrieden sein.

Bewegung

Sehr hoch

Kopfarbeit

Viel

Sozialbedarf

Hoch

Erziehung

Anspruchsvoll

06Sport & Auslastung

Wozu sich der Englischer Harrier sportlich eignet

Realistisch nach Physiologie und Genetik — nicht jede Rasse passt zu jedem Sport.

Strukturell-physiologisch passend: Mantrailing, Dummy-Arbeit, Schweißarbeit geeignet · CaniCross / Bikejöring möglich.

07Schnell-Check

08Eignung

FĂŒr wen passt diese Rasse — und fĂŒr wen nicht

✓Passt zu

Der Harrier passt zu Haltern, die tĂ€glich mindestens zwei Stunden aktive Bewegung in der Natur einplanen können — nicht als Ausnahme, sondern als Tagesstruktur. Geeignet sind erfahrene Hundehalter mit Kenntnissen im Umgang mit jagdlich motivierten Laufhunden.

Ein lÀndliches oder stadtrandnahes Umfeld mit Zugang zu gesichertem GelÀnde ist nahezu Voraussetzung. Halter, die Nasenarbeit, Schleppjagd oder Mantrailing aktiv betreiben oder bereit sind, diese Sportarten zu erlernen, bieten dem Harrier eine sinnvolle Auslastung.

Haushalte mit einem weiteren Hund profitieren von der Rudelnatur des Harriers — er vertrĂ€gt sich mit anderen Hunden ausgesprochen gut und zeigt in Gesellschaft eines Artgenossen deutlich weniger Stresssymptome beim Alleinsein.

Personen, die Freude an einem eigenstĂ€ndigen, charakterstarken Hund haben und keine Erwartung an bedingungslosen Gehorsam im FreigelĂ€nde mitbringen, finden im Harrier einen ausdauernden Begleiter fĂŒr aktive Outdoor-AktivitĂ€ten. Jagdliche Erfahrung oder Interesse an Hundesport mit Nasenarbeitsschwerpunkt ist ein klarer Vorteil.

×Passt nicht zu

Der Harrier passt nicht zu Haltern, die tĂ€glich weniger als zwei Stunden fĂŒr aktive Bewegung aufwenden können oder wollen. Wer in einer Stadtwohnung ohne Zugang zu gesichertem FreigelĂ€nde lebt, wird den Bewegungsbedarf dieser Rasse dauerhaft nicht decken können.

Halter, die einen zuverlĂ€ssigen Freilauf-Abruf in offenem GelĂ€nde erwarten, werden mit dem Harrier dauerhaft unzufrieden sein — sein Spurwille ist genetisch verankert und kein Erziehungsdefizit.

Haushalte mit Kleintieren wie Kaninchen, Katzen oder Kleinnagern sind ohne konsequentes Trennungsmanagement ungeeignet. Wer den Harrier als ruhigen Wohnungsbegleiter mit geringem Pflegeaufwand sucht, verwechselt seine Freundlichkeit gegenĂŒber Menschen mit einem niedrigen AktivitĂ€tsprofil.

Ersthalter ohne Erfahrung mit jagdlich hochmotivierten Hunden unterschĂ€tzen regelmĂ€ĂŸig den Managementaufwand. Wer außerdem mehr als drei Stunden tĂ€glich außer Haus ist und keine Hundebetreuung organisieren kann, sollte den hohen Sozialbedarf dieser Rasse ernstnehmen — ein Harrier, der dauerhaft allein ist, entwickelt Stressverhalten.

10Linien-RealitÀt

Show-Linie, Arbeitslinie, Vermehrer-Markt

Der Harrier kennt keine ausgeprÀgte Differenzierung zwischen Show- und Arbeitslinie, wie sie etwa beim Labrador oder Golden Retriever existiert. Die Weltpopulation ist zu klein, als dass sich eigenstÀndige Zuchtrichtungen mit klar unterschiedlichem Profil hÀtten etablieren können.

In Großbritannien werden Harrier bis heute vorwiegend in aktiven Meuten gehalten und auf Arbeitstauglichkeit selektiert. Der Harrier Club fĂŒhrt ein Zuchtbuch und dokumentiert Meuten, die noch aktiv jagen. Diese Hunde sind primĂ€r auf Ausdauer, Spurwille und Rudeltauglichkeit ausgerichtet — Ausstellungserfolge spielen eine untergeordnete Rolle.

Außerhalb Großbritanniens — und damit auch im deutschsprachigen Raum — existieren vereinzelte Zuchten, die den Harrier als Begleithund halten. Diese Hunde stammen in der Regel aus britischen Meutezuchten und bringen dieselbe genetische Grundlage mit. Eine eigenstĂ€ndige „Begleithund-Linie" mit reduziertem Jagdtrieb existiert nicht.

Wer einen Harrier aus einer aktiven Meutezucht erwirbt, erhĂ€lt einen Hund mit hohem Arbeitswillen und ausgeprĂ€gtem Spurinstinkt. Wer glaubt, ein Harrier aus einer weniger aktiven Zucht sei automatisch triebschwĂ€cher, unterschĂ€tzt die genetische StabilitĂ€t dieser Merkmale. Vor dem Kauf ist ein GesprĂ€ch mit dem ZĂŒchter ĂŒber die konkrete ArbeitsprĂŒfung der Elterntiere sinnvoll.

11Gesundheit · RealitÀt

Was du beim Englischer Harrier medizinisch einplanen musst

Der Harrier gilt als robuste Rasse mit einer Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren. Belastbare rassetypische Gesundheitsstatistiken existieren aufgrund der geringen Weltpopulation kaum — systematische Studien mit großen Stichproben fehlen.

Wie bei mittelgroßen Laufhunden allgemein bekannt, zĂ€hlen HĂŒftgelenksdysplasie (HD) und Ellbogendysplasie (ED) zu den relevanten Vorsorgebereichen. Eine Auswertung des Orthopedic Foundation for Animals (OFA) aus dem Jahr 2023 zeigt fĂŒr verwandte Laufhundrassen HD-Raten zwischen 8 und 15 % der untersuchten Hunde — fĂŒr den Harrier selbst liegen keine ausreichenden OFA-Daten vor. Röntgenuntersuchungen beider Elterntiere vor der Zucht bleiben dennoch Standard.

OhrentzĂŒndungen sind bei Hunden mit Behang-Ohren hĂ€ufiger als bei Stehohrhunden. RegelmĂ€ĂŸige Ohrkontrolle und -reinigung reduzieren das Risiko. Bei anhaltender KopfschĂŒtteln oder Kratzen am Ohr ist eine tierĂ€rztliche AbklĂ€rung erforderlich.

Übergewicht stellt bei dieser Rasse ein reales Risiko dar, wenn der Bewegungsbedarf nicht gedeckt wird. Ein Harrier, der zu wenig Auslastung erhĂ€lt, neigt zur Gewichtszunahme, was Gelenke und Herzkreislaufsystem belastet. RegelmĂ€ĂŸige Gewichtskontrollen beim Tierarzt (mindestens einmal jĂ€hrlich) sind sinnvoll.

Vorsorgeuntersuchungen sollten jÀhrliche Allgemeinuntersuchungen, Zahnkontrolle und bei Bedarf Blutbild umfassen. WelpenkÀufer sollten auf Gesundheitszertifikate der Elterntiere bestehen.

12Strukturdaten

Gesundheit nach Zahlen

Gesundheit

AnfÀllige Erkrankungen

HĂŒftdysplasie, allgemein robuste Rasse

Empfohlene Gesundheitstests

HĂŒftröntgen

13Mythen ↔ RealitĂ€t

Was ĂŒber diese Rasse oft falsch erzĂ€hlt wird

FĂŒnf Mythen, fĂŒnf RealitĂ€ten, fĂŒnf Quellen.

1

„Der Harrier ist wie ein kleinerer Foxhound — also genauso einfach zu halten.

Der Harrier teilt mit dem Foxhound die Abstammung aus britischen Meutehunden, unterscheidet sich jedoch in Tempo und Einsatzprofil. Er wurde fĂŒr die Jagd zu Fuß selektiert, was ihn ausdauernder, aber nicht handzahmer macht. Sein Spurwille und seine SelbststĂ€ndigkeit im GelĂ€nde sind ebenso stark ausgeprĂ€gt wie beim Foxhound — die geringere KörpergrĂ¶ĂŸe reduziert den Haltungsaufwand nicht.

rundum.dog

2

„Laufhunde sind draußen gut beschĂ€ftigt — ein langer Spaziergang reicht.

Ein Spaziergang an der Leine deckt den Bewegungsbedarf eines Harriers nicht ab. Die Rasse wurde fĂŒr stundenlange Spurarbeit in der Meute selektiert. Ohne gezielte Nasenarbeit, Schleppjagd oder vergleichbare Auslastung entstehen Verhaltensprobleme durch Unterforderung. Der tĂ€gliche Mindestbedarf liegt bei 120 bis 180 Minuten aktiver Bewegung, ergĂ€nzt durch kognitive BeschĂ€ftigung.

rundum.dog

3

„Der Harrier ist so freundlich, dass er problemlos allein gelassen werden kann.

Freundlichkeit gegenĂŒber Menschen und Toleranz gegenĂŒber Alleinsein sind zwei verschiedene Achsen. Der Harrier wurde als Rudelhund gezĂŒchtet — sozialer Kontakt zu Artgenossen und Menschen ist ein genetisch verankertes BedĂŒrfnis. Alleinsein ĂŒber mehr als zwei bis drei Stunden fĂŒhrt bei dieser Rasse regelmĂ€ĂŸig zu Stressverhalten wie Lautgabe, Zerstörung oder Unruhe.

rundum.dog

4

„Der Jagdtrieb lĂ€sst sich durch konsequentes Training vollstĂ€ndig abstellen.

Der Spurwille des Harriers ist das Ergebnis jahrhundertelanger gezielter Selektion auf genau dieses Verhalten. Er lÀsst sich durch Training managen und kanalisieren, aber nicht eliminieren. Freilauf in nicht gesichertem GelÀnde bleibt dauerhaft riskant. Halter, die einen zuverlÀssigen Abruf in jedem GelÀnde erwarten, unterschÀtzen die genetische Tiefe dieses Triebs.

rundum.dog

5

„Seltene Rassen sind gesĂŒnder, weil sie nicht ĂŒberzĂŒchtet wurden.

Geringe PopulationsgrĂ¶ĂŸen erhöhen das Risiko von Inzuchtdepression und eingeschrĂ€nkter genetischer Vielfalt. Beim Harrier ist die Weltpopulation klein, was die Auswahl gesundheitsgeprĂŒfter Zuchttiere erschwert. Gesundheit hĂ€ngt von konkreten Zuchtentscheidungen ab — nicht von der Seltenheit einer Rasse. Röntgenbilder, Gesundheitszertifikate und Zuchtbucheinsicht bleiben Pflicht.

en.wikipedia.org

Mehr zur RealitĂ€t dieser Rasse — und warum sie ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig in Tierheimen landet.Zur Tierschutz-Perspektive →

14Tierschutz

Die Tierschutz-Perspektive

Vermehrer-Markt, Designer-Versionen, Tierheim-RealitĂ€t — was niemand auf der Welpen-Anzeige schreibt.

Der Harrier ist in Deutschland und der Schweiz eine der seltensten Hunderassen ĂŒberhaupt. Das schĂŒtzt ihn vor dem Massenmarkt — schafft aber eigene Risiken.

Vermehrer und Graumarkt
Weil die Nachfrage gering und seriöse ZĂŒchter kaum vorhanden sind, entsteht ein Vakuum, das gelegentlich von Anbietern gefĂŒllt wird, die Harrier oder als Harrier deklarierte Mischlinge ohne Zuchtbucheintrag verkaufen. Wer einen echten Harrier sucht, sollte auf FCI-Papiere und Einsicht in das Zuchtbuch des Harrier Club bestehen. GĂŒnstige Angebote ohne Dokumentation sind ein klares Warnsignal.

Haltungsbedingte Probleme
Das grĂ¶ĂŸte Tierschutzproblem beim Harrier ist nicht die Zucht, sondern die Haltung. Ein Hund, der fĂŒr stundenlange Rudeljagd selektiert wurde und in einem Stadthaushalt ohne ausreichende Auslastung lebt, entwickelt Verhaltensprobleme. Anhaltende Lautgabe, Zerstörung und Unruhe sind keine Charakterfehler — sie sind Symptome einer nicht artgerechten Haltung. Wer diesen Hund hĂ€lt, trĂ€gt Verantwortung fĂŒr ein spezialisiertes Arbeitstier.

Vermittlung als gleichwertige Option
Obwohl Harrier im deutschsprachigen Tierschutz kaum vorkommen, vermitteln internationale Laufhund-Rettungsorganisationen gelegentlich Harrier oder eng verwandte Meutehunde. Diese Hunde sind oft adult, sozialisiert und in ihrer Persönlichkeit einschĂ€tzbar — ein Vorteil gegenĂŒber dem Welpen, dessen Triebprofil sich erst mit der Zeit zeigt. Wer offen fĂŒr einen adulten Hund ist, sollte diese Option ernstnehmen.

Trends und Designervarianten
Beim Harrier existieren keine bekannten Designer-Kreuzungen oder Trendvarianten. Die Seltenheit der Rasse schĂŒtzt sie bislang vor diesem PhĂ€nomen. Das kann sich Ă€ndern, wenn die Rasse durch Social Media an Sichtbarkeit gewinnt — ein Muster, das bei anderen seltenen Rassen bereits beobachtet wurde.

15Kosten · Transparenz

Was diese Rasse realistisch kostet

Ein Harrier-Welpe von einem seriösen ZĂŒchter kostet in der Regel zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Da seriöse Zuchten in Deutschland und der Schweiz kaum existieren, kommen hĂ€ufig Importkosten aus Großbritannien hinzu — Reisekosten oder SpeditionsgebĂŒhren von 300 bis 600 Euro sind realistisch.

Die jĂ€hrlichen Lebenshaltungskosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Hochwertiges Trockenfutter fĂŒr einen mittelgroßen, aktiven Hund kostet zwischen 600 und 1.000 Euro pro Jahr. Fellpflege ist beim Harrier mit seinem glatten, kurzen Haarkleid minimal — ein bis zwei BĂ€der pro Jahr und regelmĂ€ĂŸige Ohrkontrolle reichen aus, Pflegekosten sind gering.

TierĂ€rztliche Grundversorgung (Impfungen, Parasitenvorsorge, jĂ€hrliche Untersuchung) liegt bei 300 bis 500 Euro jĂ€hrlich. Unvorhergesehene Behandlungen — etwa bei Lahmheit, OhrentzĂŒndung oder Verletzungen im GelĂ€nde — können schnell 500 bis 2.000 Euro pro Vorfall kosten. Eine Tierkrankenversicherung fĂŒr einen mittelgroßen Hund kostet je nach Anbieter und Leistungsumfang zwischen 50 und 120 Euro monatlich und ist bei dieser aktiven Rasse sinnvoll.

Hundesport, Mantrailing-Kurse oder Schleppjagd-Teilnahmen verursachen zusĂ€tzliche Kosten von 200 bis 600 Euro jĂ€hrlich, sind aber fĂŒr eine artgerechte Auslastung notwendig.

16Welpensuche

Worauf du bei der Zuchtwahl achten musst

  • Seriöse Harrier-ZĂŒchter sind in Deutschland und der Schweiz ausgesprochen selten.
  • Wer einen Welpen sucht, wird in der Regel auf britische Zuchten stoßen.
  • Dabei gelten dieselben Kriterien wie bei jeder anderen Rasse: Beide Elterntiere sollten persönlich oder per Video vorgestellt werden, Gesundheitszertifikate (HĂŒfte, Augen) mĂŒssen vorliegen, und der ZĂŒchter sollte Fragen zur ArbeitsprĂŒfung der Elterntiere beantworten können.
  • Vorsicht ist bei Anbietern geboten, die Welpen ohne Einsicht in das Zuchtbuch oder ohne RĂŒckgaberecht verkaufen.
  • Plattformen mit sehr gĂŒnstigen Preisen und sofortiger VerfĂŒgbarkeit sind ein Warnsignal.
  • Da der Harrier in Mitteleuropa kaum im Tierschutz vorkommt, ist die Vermittlung ĂŒber Laufhund-Rettungsorganisationen eine seltene, aber gleichwertige Option.
  • Organisationen wie Laufhundrettung oder internationale Meutehund-Vermittlungen vermitteln gelegentlich Harrier oder verwandte Rassen an erfahrene Halter.
  • Wer einen Harrier aus einer aktiven Meutezucht ĂŒbernimmt, sollte sich bewusst sein, dass diese Hunde an Rudelstruktur gewöhnt sind und die Einzelhaltung eine besondere Eingewöhnung erfordert.
  • Eine begleitende Hundeschule mit Erfahrung in Laufhunden ist empfehlenswert.

FAQ

HĂ€ufige Fragen zum Englischer Harrier

Ist Englischer Harrier ein Familienhund?

Englischer Harrier gilt bei guter Sozialisierung und artgerechter Haltung als familientauglich.

Wie hoch ist der Bewegungsbedarf von Englischer Harrier?

Mindestens rund 120 Minuten Bewegung pro Tag. Als aktive Rasse eher mehr — plus geistige Auslastung.

Welche Grösse und welches Gewicht hat Englischer Harrier?

Ausgewachsen erreicht Englischer Harrier etwa 48–55 cm Widerristhöhe und wiegt rund 22–27 kg.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von Englischer Harrier?

Die Lebenserwartung von Englischer Harrier liegt bei etwa 10–12 Jahren.

Welche Krankheiten treten bei Englischer Harrier hÀufig auf?

HĂŒftdysplasie, allgemein robuste Rasse

17Rasseclubs

Offizielle Rasseclubs in DACH

FCI-Rassestandard (PDF)

Mitmachen

Hast du ein gutes Foto von deinem Englischer Harrier?

Wir suchen ausdrucksstarke Bilder fĂŒr unsere Rasseportraits. Reiche deins ein, die Redaktion prĂŒft jede Einsendung vor der Veröffentlichung.

Foto einreichen →

Fazit

Passt diese Rasse zu dir?

Grösser als Beagle, kleiner als Foxhound. PrimÀr jagdlich gehalten. In Europa sehr selten.