Lauch
Lauch gehört zur Allium-Familie und ist für Hunde giftig – er sollte vollständig aus der Hundeernährung ausgeschlossen werden. Porree landet in vielen Küchen täglich auf dem Schneidebrett: in Suppen, Eintöpfen, Quiches. Für Menschen unbedenklich. Für Hunde eine ernste Gefahr.
Warum ist Lauch giftig für Hunde?
Lauch enthält Thiosulfate – schwefelhaltige Verbindungen, die in der Allium-Familie vorkommen, also auch in Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch. Diese Substanzen greifen die roten Blutkörperchen an und lösen deren Zerstörung aus. Die Folge ist eine hämolytische Anämie: Das Blut transportiert zu wenig Sauerstoff, die Organe werden unterversorgt. Der Prozess läuft schleichend – manchmal über Tage, bevor Symptome sichtbar werden.
Aus tierärztlicher Sicht gibt es keine sichere Mindestmenge. Auch kleine Mengen, regelmäßig verfüttert, können sich kumulativ zu einer ernsthaften Vergiftung aufsummieren. Lauch in jeder Form gehört nicht in die Hundeschüssel.
Symptome einer Lauchvergiftung
Die Symptome zeigen sich zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen nach der Aufnahme. Achte auf folgende Anzeichen:
- Erbrechen und Durchfall – meist die ersten Reaktionen nach der Giftaufnahme
- Schwäche und Lethargie – der Hund wirkt antriebslos, schläft ungewöhnlich viel
- Blasses oder weißliches Zahnfleisch – deutliches Zeichen für Anämie, sofort prüfen
- Schnelles oder flaches Atmen – der Körper versucht, den Sauerstoffmangel zu kompensieren
- Erhöhter Herzschlag – das Herz arbeitet gegen den Sauerstoffdefizit an
- Rötlich-brauner Urin – ein Hinweis auf zerfallende rote Blutkörperchen im Kreislauf
Erste Hilfe: Was tun, wenn der Hund Lauch gefressen hat?
Sofort handeln – auch ohne sichtbare Symptome. Ruf umgehend die Tierarztpraxis oder einen tierärztlichen Notdienst an. Halte bereit: die geschätzte Menge, den Zeitpunkt der Aufnahme und das Gewicht deines Hundes. Diese drei Angaben helfen dem Tierarzt, das Risiko einzuschätzen.
Löse kein Erbrechen auf eigene Faust aus. Das entscheidet der Tierarzt. In der Klinik stehen je nach Situation verschiedene Maßnahmen zur Verfügung: kontrolliertes Auslösen von Erbrechen, Aktivkohle zur Bindung der Giftstoffe, Infusionen oder unterstützende Therapie bei bereits eingetretener Anämie.
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Prognose. Eine unbehandelte hämolytische Anämie kann tödlich verlaufen.
Wann sofort in die Tierklinik?
- Der Hund hat eine größere Menge Lauch gefressen – Richtwert: ab etwa 5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht gilt als potenziell toxisch
- Das Zahnfleisch ist blass, weiß oder bläulich
- Der Hund atmet auffällig schnell oder flach
- Er kollabiert oder reagiert kaum noch
- Der Urin ist dunkel verfärbt
Gekochter oder verarbeiteter Lauch: genauso gefährlich
Kochen zerstört die Thiosulfate nicht. Gekochter Lauch ist genauso toxisch wie roher. Das betrifft auch alle verarbeiteten Produkte, die Lauch enthalten: Fertigsuppen, Eintöpfe, Saucen, Würzmischungen. Tischreste sind deshalb grundsätzlich ein Risiko – besonders wenn Lauch, Zwiebeln oder Knoblauch in der Zubereitung stecken, oft unsichtbar und geruchlich überdeckt.
Alle im Haushalt lebenden Personen sollten wissen: Lauch und Hunde vertragen sich nicht. Ein kurzer Hinweis an Besuch, der den Hund gern mit Essensresten verwöhnt, kann eine Vergiftung verhindern.