Gefahrenmeldung · Giftigkeit Lebensmittel

Lakritz

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Lakritz ist für Hunde gefährlich – was steckt dahinter?

Lakritz ist für Hunde gefährlich, weil der enthaltene Wirkstoff Glycyrrhizin aus der Süßholzwurzel ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen kann. Dazu kommen je nach Sorte weitere toxische Substanzen: Zucker, Salz – und in zuckerfreien Varianten Xylit, das für Hunde akut lebensgefährlich ist. Kein Stück Lakritz ist unbedenklich.

Diese Inhaltsstoffe machen Lakritz gefährlich

  • Glycyrrhizin: Der Wirkstoff aus der Süßholzwurzel erhöht den Blutdruck und belastet das Herz-Kreislauf-System. Bereits moderate Mengen können bei vorbelasteten Hunden Herzrhythmusstörungen auslösen.
  • Zucker: Fördert Karies, Gewichtszunahme und bei dauerhafter Aufnahme Diabetes – ein Risiko, das viele Hundehalter unterschätzen.
  • Xylit: In zuckerfreien Sorten oft enthalten. Dieser Süßstoff ist für Hunde extrem giftig. Wenige Gramm reichen, um den Blutzucker innerhalb von Minuten in den Keller zu treiben und eine Leberschädigung auszulösen.
  • Salz: Manche Lakritzsorten – besonders Salzlakritz – enthalten hohe Salzmengen. Folge: Dehydration, Nierenbelastung, im schlimmsten Fall Salzvergiftung.

Gesundheitsrisiken im Detail

Blutdruck und Herz

Glycyrrhizin hemmt ein Enzym, das den Cortisolabbau reguliert. Das führt zu erhöhtem Blutdruck – ein ernstes Problem für Hunde mit bestehenden Herzerkrankungen. Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzversagen sind möglich.

Xylit: akute Vergiftungsgefahr

Frisst ein Hund zuckerfreie Lakritz mit Xylit, setzt die Reaktion schnell ein. Die Bauchspeicheldrüse schüttet übermäßig Insulin aus, der Blutzucker fällt drastisch ab. Erste Symptome können schon nach 15 bis 30 Minuten auftreten. Aus tierärztlicher Sicht gilt das als Notfall.

Magen und Darm

Hoher Zucker- und Salzgehalt reizt die Darmschleimhaut. Durchfall und Erbrechen sind die unmittelbaren Folgen. Wer seinem Hund regelmäßig zuckerreiche Snacks gibt, riskiert langfristig Übergewicht und metabolische Störungen.

Nieren und Salzvergiftung

Salzlakritz ist besonders problematisch. Bei einem 10 Kilogramm schweren Hund können wenige Gramm überschüssiges Salz die Nieren messbar belasten. Eine akute Salzvergiftung zeigt sich durch Zittern, Krämpfe und Bewusstlosigkeit.

Symptome einer Lakritzvergiftung

Nach dem Verzehr von Lakritz auf folgende Zeichen achten:

  • Erbrechen und Durchfall
  • Schwäche, Zittern, Koordinationsprobleme
  • Übermäßiges Trinken und häufiges Urinieren
  • Unruhe, Atemprobleme (Hinweis auf Blutdruckanstieg)
  • Krampfanfälle (besonders bei Xylitvergiftung)
  • Verwirrtheit, Schläfrigkeit bis Bewusstlosigkeit

Erste Hilfe – und wann sofort zum Tierarzt

Sofort handeln bei: Xylit-haltigem Lakritz (jede Menge), Salzlakritz ab einer Handvoll, sichtbaren Krampfanfällen oder Bewusstlosigkeit.

Konkret: Produkt sichern und Zutatenliste mitnehmen. Tierarzt anrufen, bevor man losfährt – er kann vorbereitet sein. Keinesfalls selbst Erbrechen auslösen, ohne Rücksprache mit dem Tierarzt.

Die Studienlage zu exakten Schwellendosen von Glycyrrhizin beim Hund ist dünn – hier zählt die Beobachtung. Bei jeder Menge Lakritz und ersten Symptomen gilt: lieber einmal zu viel anrufen als abwarten.

Was darf der Hund stattdessen?

Wer seinem Hund etwas Süßes gönnen möchte: Ein Stück Apfel (ohne Kerngehäuse), eine Heidelbeere oder eine dünne Karottenscheibe sind sichere Alternativen. Keine Süßholzwurzel, kein Anisgebäck, keine Lakritzbonbons – egal ob „natur“ oder zuckerfrei.