Gefahrenmeldung · Wildtier

Aujeszky-Virus

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Das Aujeszky-Virus ist für Hunde nahezu immer tödlich, da es keine wirksame Behandlung gibt – die Übertragung erfolgt meist über den Kontakt mit infiziertem Schweinefleisch.

Das Virus, auch Pseudowutvirus genannt, gehört zur Familie der Herpesviren. Sein natürlicher Wirt ist das Schwein. Für den Menschen gilt es als ungefährlich. Für Hunde endet eine Infektion fast ausnahmslos tödlich – in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach den ersten Symptomen.

Übertragung: Der direkte Weg zum Virus

Rohe Schweinefleischprodukte sind das größte Risiko. Das gilt für Wildschweinwürste vom Jäger ebenso wie für rohe Schweineherzchen aus dem Kühlregal. Auch direkter Kontakt mit infizierten Schweinen überträgt das Virus – relevant vor allem für Hunde auf landwirtschaftlichen Betrieben. Von Hund zu Hund überträgt sich das Virus nicht.

Symptome: Schnell und unverkennbar dramatisch

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis neun Tage. Dann entwickelt sich das Krankheitsbild rasend schnell:

  • Extreme Unruhe, Panik, zielloses Umherlaufen
  • Heftiger Juckreiz, vor allem im Kopf- und Halsbereich – Hunde kratzen sich teils bis zur Selbstverletzung
  • Sabbern, Schluckbeschwerden
  • Krämpfe
  • Lähmungserscheinungen, zunächst an den Hinterläufen
  • Bewusstlosigkeit und Tod

Aus tierärztlicher Sicht ist der intensive Juckreiz ein wichtiges Leitsymptom – er unterscheidet die Aujeszky-Erkrankung klinisch von einer echten Tollwut-Infektion.

Erste Hilfe: Sofort zum Tierarzt

Zeigt Ihr Hund diese Symptome und hatte er in den vergangenen zehn Tagen Kontakt mit rohem Schweinefleisch oder Schweinen – fahren Sie sofort in die Tierklinik. Jede Stunde zählt. Eine kausale Therapie existiert nicht. Tierärzte können ausschliesslich die Symptome lindern und den Hund so weit wie möglich stabilisieren. Die Prognose bleibt selbst mit intensivmedizinischer Versorgung infaust.

Schutz: Eine einzige Regel genügt

Kein rohes Schweinefleisch, keine rohen Schweinefleischprodukte. Durchgegartes Schweinefleisch ist sicher – das Virus wird durch Hitze zuverlässig inaktiviert. Wer seinen Hund roh ernährt (BARF), muss Schweinefleisch konsequent vom Speiseplan streichen oder auf tiefgefrorenes Fleisch ausweichen, das mindestens 72 Stunden bei minus 20 Grad gelagert wurde.

Nach aktueller Studienlage ist die Aujeszky-Erkrankung in Ländern mit systematischen Impfprogrammen für Schweine – darunter Deutschland – bei Hausschweinen weitgehend unter Kontrolle. Das Risiko geht heute vor allem von Wildschweinen aus. Jagdhunde und Hunde in Waldgebieten mit hohem Wildschweinbestand sind entsprechend stärker gefährdet.