Objektidentifikation und -apportierung
Der Hund lernt, spezifische Objekte anhand von Kommandos zu identifizieren und gezielt zu apportieren.
Ziel: Der Hund lernt, auf Kommando einen bestimmten Gegenstand aus mehreren Optionen auszuwählen und zu apportieren.
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten (erfordert sichere Apportiergrundlagen)
Material: 3–5 deutlich unterschiedliche Gegenstände (Ball, Socke, Spielzeug, Dummy), Leckerlis, ruhiger Trainingsplatz
Wie trainierst du die Objektidentifikation in 4 Wochen?
Woche 1 – Basis-Identifikation (täglich 2x 5 Minuten)
Verwende nur zwei sehr unterschiedliche Objekte: einen Ball und eine Socke. Lege beide vor dich auf den Boden. Sage „Ball“ und zeige darauf. Wartet der Hund einen Moment, belohne ihn bereits für das Anschauen. Nimmt er den Ball in die Schnauze, sofort markieren („Ja!“) und belohnen.
Ignoriert er das falsche Objekt: keine Korrektur. Sag einfach erneut „Ball“ und tippe gegebenenfalls leicht darauf. Nach 3–4 erfolgreichen Wiederholungen folgt eine Pause.
Woche 2 – Kommando-Festigung (täglich 2x 8 Minuten)
Jetzt rufst du beide Objekte abwechselnd ab: „Ball“, dann „Socke“. Das Zeigen entfällt – nur noch das Wortkommando zählt. Der Hund soll 8 von 10 Versuchen korrekt schaffen, bevor du zur nächsten Stufe gehst.
Klappt das zuverlässig, führe ein drittes Objekt ein – etwa ein kleines Plüschtier mit dem Kommando „Maus“.
Woche 3 – Distanz und Ablenkung (täglich 1x 10 Minuten)
Vergrössere den Abstand zwischen den Objekten. Statt 30 cm liegen sie jetzt 1–2 Meter auseinander. Das zwingt den Hund zur bewussteren Auswahl. Trainiere in unterschiedlichen Räumen, um Ortsgewohnheiten zu vermeiden.
Neue Herausforderung: Der Hund soll das gewünschte Objekt zu dir apportieren, nicht nur berühren. Die Belohnung gibt es erst nach der vollständigen Abgabe.
Woche 4 – Perfektion (täglich 1x 8 Minuten)
Alle vier Objekte liegen gleichzeitig aus. Die Kommandos kommen in zufälliger Reihenfolge. Trainingsreif ist der Hund bei 9 von 10 korrekten Apportierungen.
Welche Kommandos funktionieren am besten?
Kurze, eindeutige Wörter mit unterschiedlichen Anfangslauten: „Ball“, „Socke“, „Maus“, „Ring“. Vermeide ähnlich klingende Begriffe wie „Ball“ und „Seil“.
Manche Hunde lernen Farben schneller als Objektnamen. Du kannst auch „Rot“, „Blau“, „Gelb“ als Kommandos verwenden – wenn die Objekte eindeutig farblich unterscheidbar sind.
Was machst du bei häufigen Problemen?
Hund bringt immer dasselbe Objekt: Entferne das Lieblingsobjekt vorübergehend aus dem Training. Etabliere zuerst die anderen Objekte sicher, dann kommt das Lieblingsobjekt wieder dazu.
Hund wirkt überfordert: Zurück zu zwei Objekten. Trainingszeit auf 3 Minuten reduzieren. Manchmal benötigt die Transferleistung einfach mehr Zeit.
Erfolgsquote unter 60%: Aktuelle Schwierigkeitsstufe beibehalten. Erst bei stabilen 80% Erfolg zur nächsten Stufe wechseln.
Sicherheitshinweise für das Objekttraining
Alle Trainings-Objekte müssen zu gross zum Verschlucken sein. Keine scharfen Kanten oder abbrechenden Teile. Nach jeder Trainingseinheit die Objekte auf Beschädigungen prüfen.
Bei Welpen unter 6 Monaten nur weiche Materialien verwenden. Harte Objekte können die noch weichen Zähne beschädigen.
Was du brauchst
Verschiedene Gegenstände (Ball, Seil, Dummy etc.), Leckerli