Hunderasse · FCI-Gruppe 2

Deutscher Boxer

Brachycephal, schutztriebstark, bewegungshungrig: Wer einen Boxer holt, muss Herzvorsorge, Hitzemanagement und konsequente Führung von Tag eins einplanen.

Größe 53–63 cmGewicht 25–35 kgLebenserwartung 9–12 JahreFCI-Standard Nr. 144
GrossKurzhaarSehr aktiv
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Foto eines Deutscher Boxer – KI-generiert (Imagen 4) für rundum.dog
Quelle: KI-Symbolbild Rasse
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Rechtlicher Hinweis: Listenhund in Teilen DACH.In mehreren Bundesländern und Kantonen unterliegt diese Rasse rassespezifischen Auflagen — Haltungserlaubnis, Wesenstest, Maulkorb- und Leinenpflicht, erhöhte Hundesteuer. Vor dem Kauf verbindlich bei deiner Gemeinde prüfen.
Was bedeutet das? →

01Kurzfazit

In einem Absatz

Wenn du nur 30 Sekunden Zeit hast.

Der Deutsche Boxer ist ein muskulöser Molosser mit ausgeprägter Menschenbindung, hohem Bewegungsbedarf und einem Schutztrieb, der klare Führung voraussetzt. Rassetypisch treten Herzerkrankungen und Tumorerkrankungen gehäuft auf. Wer diese Rasse hält, übernimmt Verantwortung für ein Tier, das täglich Struktur, Auslastung und tierärztliche Vorsorge benötigt — nicht gelegentlich, sondern dauerhaft.

02Einleitung

Was den Deutscher Boxer ausmacht

Einleitung

Der Deutsche Boxer (FCI 144) ist ein vielseitiger deutscher Molosser, bekannt für verspielte Art und rassetypisches Herzerkrankungsrisiko, Widerristhöhe 53–63 cm.

03Steckbrief

Eckdaten und Eignung

Steckbrief
Herkunft
Deutschland
Ursprüngliche Aufgabe
Polizei-, Schutz- und Begleithund
FCI
Nr. 144 · Gruppe 2 · Sektion 2: Molossoide, Doggenartige
Schulterhöhe
53–63 cm
Gewicht
25–35 kg
Lebenserwartung
9–12 Jahre
Felltyp
Kurzhaar
Benötigte Bewegung
60 min/Tag
Welpenpreis
1'200–2'500 CHF
Wartezeit
9 Monate
Sportarten
Agility · Obedience · Schutzhund
Charakter-Profil
Aktivitätslevel 4/5
Freundlichkeit zu Fremden 3/5
Bellneigung 3/5
Jagdtrieb 2/5
Spieltrieb 5/5
Erfahrung nötig 2/5
Hitzetoleranz 2/5
Kältevertraeglichkeit 2/5

04Wesen

So zeigt sich der Deutscher Boxer im Alltag

Heimkommen

Beim Heimkommen erwartet dich ein Hund, der die Begrüßung körperlich auslebt: Springen, Drängeln, Lautäußerungen sind keine Ausnahme, sondern Alltag. Diese Intensität ist kein Zeichen schlechter Erziehung — sie ist Ausdruck einer Bindungstiefe, die den Boxer antreibt. Wer das nicht kanalisiert, erhält einen 30-Kilo-Hund, der Besucher umwirft.

Im Alltag

Intern — was der Boxer täglich benötigt: Der Sozialbedarf liegt auf einem hohen Niveau. Der Boxer orientiert sich an seiner Bezugsperson, sucht Körperkontakt und reagiert auf Stimmungen im Haushalt sensibel. Langeweile äußert sich nicht in Rückzug, sondern in destruktivem Verhalten: zerkautem Mobiliar, übermäßigem Bellen, Unruhe. Kopfarbeit in Form von Nasenarbeit, Unterordnung oder Schutzhundsport füllt diesen Bedarf besser als reine Laufbelastung.

Im Alltag

Extern — wie der Boxer auf seine Umgebung reagiert: Gegenüber vertrauten Menschen und Familienmitgliedern zeigt er offene Zugewandtheit. Fremden begegnet er mit Zurückhaltung bis Misstrauen — das ist rassetypisch und kein Fehler, sondern Ausdruck seines Schutztriebs. Diese beiden Pole dürfen nicht verwechselt werden: Ein Boxer, der seiner Familie gegenüber anhänglich ist, ist deshalb nicht automatisch offen für jeden Besucher. Wer das erwartet, wird überrascht sein.

Kinder

Im Alltag mit Kindern gilt: Der Boxer toleriert lebhafte Interaktion, wenn er sie kennt und wenn klare Regeln bestehen. Unbeaufsichtigter Kontakt mit Kleinkindern ist aufgrund von Körpergröße und Spielintensität nicht ratsam. Mit anderen Hunden ist er bei früher Sozialisation verträglich, tritt aber selbstbewusst auf — Rangordnungskonflikte mit gleichgeschlechtlichen Hunden sind möglich.

05Bedürfnisse

Was diese Rasse täglich benötigt

Der Deutsche Boxer benötigt täglich mindestens 90 Minuten aktive Bewegung. Damit sind keine gemächlichen Spaziergänge gemeint, sondern Aktivitäten mit körperlicher und mentaler Beteiligung: Leinenarbeit mit Unterordnungsübungen, Apportieren, Nasenarbeit oder Hundesport wie IPO/IGP, Agility oder Mantrailing.

Mentale Auslastung ist kein Zusatzangebot, sondern Grundbedarf. Ein Boxer, der körperlich müde, aber geistig unterfordert ist, entwickelt Verhaltensprobleme. Tägliche Trainingseinheiten von 15 bis 20 Minuten strukturierter Arbeit ergänzen die Bewegungseinheiten sinnvoll.

Alleinbleiben ist möglich, muss aber schrittweise aufgebaut werden. Vier Stunden gelten als realistisches Maximum für einen gut sozialisierten erwachsenen Boxer — mehr belastet das Tier. Ein Halter, der regelmäßig länger abwesend ist, benötigt eine verlässliche Betreuungslösung.

Die brachycephale Anatomie verlangt konsequentes Hitzemanagement. Intensive Belastung bei Temperaturen über 22 °C ist zu vermeiden. Ausreichend Wasser, Schatten und kühle Ruheplätze sind keine Komfortmaßnahmen, sondern medizinische Notwendigkeit. Im Sommer verschiebt sich die aktive Bewegungszeit auf frühe Morgen- oder späte Abendstunden.

Pflegerisch ist der Boxer anspruchslos: Das kurze Fell benötigt wöchentliches Bürsten. Ohren, Augen und die Gesichtsfalten — sofern vorhanden — werden regelmäßig kontrolliert und gereinigt, um Hautreizungen zu vermeiden. Zahnpflege ab dem Welpenalter einzuführen, reduziert spätere tierärztliche Eingriffe.

Bewegung

Hoch

Kopfarbeit

Viel

Sozialbedarf

Hoch

Erziehung

Mittel

06Sport & Auslastung

Wozu sich der Deutscher Boxer sportlich eignet

Realistisch nach Physiologie und Genetik — nicht jede Rasse passt zu jedem Sport.

Strukturell-physiologisch passend: kein Ausdauersport (Brachycephalie / BOAS).

07Schnell-Check

08Eignung

Für wen passt diese Rasse — und für wen nicht

Passt zu

Der Boxer passt zu Haltern mit Vorerfahrung im Umgang mit kräftigen, triebstarken Hunden. Wer bereits einen großen Hund geführt hat, klare Körpersprache mitbringt und Freude an strukturiertem Training hat, findet in dieser Rasse einen lernwilligen Partner.

Aktive Einzelpersonen oder Paare, die täglich mindestens 90 Minuten für Bewegung und Training einplanen können, erfüllen die Grundbedingung. Ein Garten ist hilfreich, ersetzt aber keine aktive Auslastung.

Familien mit Kindern ab etwa acht Jahren, in denen Regeln konsequent eingehalten werden und mindestens eine erwachsene Person Hundeerfahrung mitbringt, kommen ebenfalls in Frage. Die Kinder sollten im Umgang mit großen Hunden vertraut sein.

Halter, die Hundesport aktiv betreiben möchten — IGP, Mantrailing, Rettungshundearbeit — finden im Boxer einen Hund, der diese Aufgaben mit hoher Motivation annimmt.

Wer bereit ist, regelmäßige kardiologische Vorsorgeuntersuchungen einzuplanen und die Tierarztkosten einer gesundheitlich vorbelasteten Rasse zu tragen, geht realistisch an die Haltung heran. Hitzemanagement im Sommer und die Bereitschaft, Aktivitäten wetterabhängig anzupassen, gehören ebenfalls zum Profil eines geeigneten Halters.

×Passt nicht zu

Der Boxer passt nicht zu Haltern, die täglich mehr als vier Stunden außer Haus sind und keine Betreuungslösung organisieren können. Der hohe Sozialbedarf dieser Rasse verträgt keine regelmäßige Isolation.

Wer einen Hund sucht, der Fremden gegenüber offen und unkritisch reagiert, wird vom rassetypischen Misstrauen des Boxers überrascht sein. Die Verwechslung von Familienbindung mit allgemeiner Umgänglichkeit ist ein häufiger Fehler bei der Rassewahl.

Halter ohne Vorerfahrung mit großen, triebstarken Hunden, die keine begleitende Hundeschule in Anspruch nehmen möchten, unterschätzen die Anforderungen dieser Rasse. Körperkraft und Schutztrieb verlangen von Beginn an konsequente Führung.

Wer in einer Wohnung ohne Möglichkeit zu regelmäßiger, intensiver Bewegung lebt und keinen flexiblen Tagesablauf hat, kann den Bewegungsbedarf des Boxers nicht erfüllen.

Familien mit Kleinkindern unter sechs Jahren, in denen keine erwachsene Person dauerhaft anwesend ist, sollten die Haltung kritisch abwägen. Spielintensität und Körpergröße des Boxers erfordern permanente Aufsicht im Kontakt mit kleinen Kindern.

Halter, die Tierarztkosten für Vorsorgeuntersuchungen und mögliche Herzbehandlungen nicht einplanen können oder wollen, sollten die finanzielle Realität dieser Rasse vor der Entscheidung sorgfältig prüfen.

10Linien-Realität

Show-Linie, Arbeitslinie, Vermehrer-Markt

Im Deutschen Boxer existieren heute zwei erkennbare Zuchtrichtungen, die sich in Temperament, Körperbau und Belastbarkeit unterscheiden.

Die Gebrauchshundlinie orientiert sich an der ursprünglichen Verwendung als Schutz-, Begleit- und Diensthund. Hunde aus dieser Linie zeigen in der Regel ausgeprägtere Triebstärke, höhere Belastbarkeit und stärkere Arbeitsmotivation. Sie werden für IGP (früher Schutzhundsport), Rettungshundearbeit und Polizeidienst eingesetzt. Der Boxer-Klub e.V. mit Sitz München führt Arbeitsprüfungen durch, die für Zuchttiere dieser Linie relevant sind.

Die Showlinie fokussiert stärker auf Typausprägung, Kopfform und Erscheinungsbild gemäß FCI-Standard. Hunde aus dieser Richtung können eine weniger ausgeprägte Triebstärke aufweisen, sind aber nicht zwingend weniger aktiv. Die Kopfform ist in Showlinien teils stärker ausgeprägt brachycephal, was Atemfunktion und Hitzetoleranz beeinflussen kann.

Für den Halter ist diese Unterscheidung praktisch relevant: Ein Welpe aus einer aktiven Gebrauchshundlinie benötigt mehr strukturierte Auslastung und Triebarbeit als ein Hund aus einer reinen Showinzucht. Wer keinen Hundesport plant, ist mit einer ausgewogenen Linie besser bedient als mit einem Hund aus intensiver Arbeitszucht.

Beim Züchterbesuch lohnt es sich, gezielt nach den Leistungsnachweisen der Elterntiere zu fragen — Arbeitsprüfungen, Gesundheitstests und Ausstellungsergebnisse geben Aufschluss darüber, welche Richtung der Züchter verfolgt.

11Gesundheit · Realität

Was du beim Deutscher Boxer medizinisch einplanen musst

Die Lebenserwartung des Deutschen Boxers liegt laut Daten des Boxer-Klubs e.V. und internationaler Zuchtverbände bei 9 bis 12 Jahren — im Vergleich zu anderen Rassen ähnlicher Größe ein eher kurzes Intervall.

Die bedeutendste rassetypische Erkrankung ist die Arrhythmogene Rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC), auch Boxer-Kardiomyopathie genannt. Eine Studie der North Carolina State University (Meurs et al., 2004) identifizierte eine Mutation im Striatin-Gen (STRN) als genetische Ursache bei einem erheblichen Anteil betroffener Hunde. Kardiologische Untersuchungen (Holter-EKG, Echokardiographie) ab dem zweiten Lebensjahr gelten in der seriösen Zucht als Standard. Seriöse Züchter legen Herzuntersuchungsergebnisse der Elterntiere vor.

Tumorerkrankungen treten beim Boxer überdurchschnittlich häufig auf. Mastzelltumoren, Lymphome und Gehirntumoren gehören zu den häufig dokumentierten Diagnosen. Laut einer Auswertung des VDH-Gesundheitsberichts zählen Neoplasien zu den häufigsten Todesursachen in der Rasse.

Hüftgelenksdysplasie (HD) und Spondylose (Verknöcherung der Wirbelsäule) sind weitere relevante Erkrankungen. HD-Röntgenuntersuchungen der Elterntiere sollten beim Züchter nachgefragt werden.

Die brachycephale Anatomie kann — je nach individueller Ausprägung — Atemeinschränkungen verursachen. Hunde mit stark verengten Nüstern oder verlängertem weichem Gaumen benötigen gegebenenfalls einen chirurgischen Eingriff.

Empfohlene Vorsorgeuntersuchungen: jährliche Herzuntersuchung ab Jahr 2, HD-Screening, regelmäßige Augenkontrollen und halbjährliche allgemeine Gesundheitschecks beim Tierarzt.

12Strukturdaten

Gesundheit nach Zahlen

Gesundheit

Anfällige Erkrankungen

ARVC (rassetypische Herzerkrankung), Aortenstenose, Hüftdysplasie, Spondylose

Empfohlene Gesundheitstests

Herzuntersuchung (Holter-Monitor), Hüftröntgen

13Mythen ↔ Realität

Was über diese Rasse oft falsch erzählt wird

Fünf Mythen, fünf Realitäten, fünf Quellen.

1

„Der Boxer ist ein Familienhund, der sich von selbst um Kinder kümmert und dabei immer sanft bleibt.

Der Boxer zeigt gegenüber vertrauten Familienmitgliedern eine starke Bindung und hohe Spielbereitschaft. Sein ausgeprägter Schutztrieb und seine Körperkraft verlangen jedoch konsequente Erziehung und Aufsicht — besonders gegenüber Kindern, die er nicht kennt. Unbeaufsichtigter Kontakt zwischen großen Hunden und Kleinkindern ist grundsätzlich nicht empfehlenswert, unabhängig von der Rasse.

www.vdh.de

2

„Boxer sind wegen ihrer kurzen Schnauze kaum belastbar und benötigen wenig Bewegung.

Der FCI-Standard beschreibt den Boxer ausdrücklich als Gebrauchshund mit Arbeitsprüfung. Der tägliche Bewegungsbedarf liegt bei mindestens 90 Minuten aktiver Auslastung. Die brachycephale Anatomie schränkt die Thermoregulation ein — das bedeutet Hitzemanagement, nicht Bewegungsverzicht. Intensive Belastung bei hohen Temperaturen ist zu vermeiden, moderate bis hohe Aktivität bei kühlen Bedingungen ist rassetypisch notwendig.

rundum.dog

3

„Herzprobleme beim Boxer sind selten und betreffen nur alte Hunde.

Die Arrhythmogene Rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC), auch Boxer-Kardiomyopathie genannt, ist eine genetisch bedingte Herzerkrankung, die bereits bei jungen Tieren auftreten kann. Studien der Tierärztlichen Hochschule Hannover und internationaler Kardiologiegruppen belegen eine erhöhte Prävalenz in der Rasse. Regelmäßige kardiologische Untersuchungen ab dem zweiten Lebensjahr gelten als Standard in der seriösen Zucht.

www.tiho-hannover.de

4

„Ein Boxer, der bellt oder knurrt, ist schlecht erzogen.

Der FCI-Standard beschreibt den Boxer als misstrauisch gegenüber Fremden und als unerschrockenen Verteidiger. Wachverhalten und Lautäußerungen gegenüber Unbekannten sind rassetypisch und kein Erziehungsversagen. Entscheidend ist, ob der Hund diese Reaktionen auf ein Signal hin einstellt — das setzt konsequentes Training voraus, nicht die Unterdrückung des Grundverhaltens.

rundum.dog

5

„Boxer sind Anfängerhunde, weil sie so menschenbezogen und lernwillig sind.

Lernbereitschaft und Menschenbindung erleichtern das Training, ersetzen aber keine Erfahrung im Umgang mit kräftigen, triebstarken Hunden. Ein Boxer mit unzureichender Impulskontrolle und 30 kg Körpergewicht stellt hohe Anforderungen an Körpersprache, Konsequenz und Stressmanagement. Halter ohne Vorerfahrung mit großen Hunden benötigen eine begleitende Hundeschule von Beginn an.

www.vdh.de

Mehr zur Realität dieser Rasse — und warum sie überdurchschnittlich häufig in Tierheimen landet.Zur Tierschutz-Perspektive →

14Tierschutz

Die Tierschutz-Perspektive

Vermehrer-Markt, Designer-Versionen, Tierheim-Realität — was niemand auf der Welpen-Anzeige schreibt.

Der Deutsche Boxer gehört zu den Rassen, die regelmäßig in Tierheimen und bei Tierschutzvereinen auftauchen — nicht weil die Rasse problematisch ist, sondern weil die Erwartungen vieler Halter mit der Realität auseinanderklaffen. Unterschätzter Bewegungsbedarf, fehlende Konsequenz in der Erziehung und die Kosten rassetypischer Erkrankungen sind die häufigsten Abgabegründe.

Vermehrer und unseriöse Anbieter nutzen die anhaltende Nachfrage nach dieser Rasse. Welpen werden ohne Gesundheitstests der Elterntiere, ohne Sozialisation und ohne Zuchtbucheintrag verkauft — oft deutlich unter dem Marktpreis seriöser Züchter. Das Fehlen kardiologischer Untersuchungen der Elterntiere ist dabei besonders problematisch, da ARVC genetisch vererbbar ist. Ein günstiger Kaufpreis kann sich durch hohe Tierarztkosten im ersten Lebensjahr mehrfach relativieren.

Eine Entwicklung, die Tierschutzorganisationen beobachten: die zunehmende Nachfrage nach Boxern mit extrem kurzer Schnauze und stark ausgeprägten Gesichtsfalten. Solche Hunde entsprechen zwar einem bestimmten Schönheitsideal, weisen aber häufiger Atemprobleme und Hautreizungen in den Falten auf. Der FCI-Standard beschreibt ausdrücklich einen trockenen Kopf ohne übermäßige Faltenbildung — Hunde, die weit davon abweichen, sollten tierärztlich auf Atemfunktion geprüft werden, bevor eine Kaufentscheidung fällt.

Die Vermittlung eines erwachsenen Boxers aus dem Tierschutz ist eine gleichwertige Option zur Welpenbeschaffung. Erwachsene Hunde bringen den Vorteil mit, dass Charakter und Gesundheitsstatus bereits einschätzbar sind. Organisationen wie der Deutsche Tierschutzbund oder rassesspezifische Auffangstationen vermitteln regelmäßig Boxer. Wer offen für diese Option ist, findet dort häufig Hunde, die aus nachvollziehbaren Lebensumständen abgegeben wurden und ein neues, strukturiertes Zuhause suchen.

15Kosten · Transparenz

Was diese Rasse realistisch kostet

Der Kaufpreis eines Welpen aus seriöser Zucht mit VDH/SKG-Papieren, Gesundheitstests und Zuchtbucheintrag liegt in Deutschland und der Schweiz zwischen 1.500 und 2.500 EUR/CHF. Angebote deutlich darunter stammen häufig aus unkontrollierter Vermehrung ohne Gesundheitsscreening.

Die jährlichen Lebenshaltungskosten für einen erwachsenen Boxer setzen sich zusammen aus: Futter (hochwertiges Trockenfutter oder BARF) ca. 600–1.000 EUR/Jahr, Grundpflege (Bürste, Ohr-/Faltenpflege) ca. 100–200 EUR/Jahr, Hundeschule/Training ca. 300–600 EUR/Jahr für regelmäßige Kurse.

Tierärztliche Kosten sind bei dieser Rasse überdurchschnittlich einzuplanen: Die jährliche kardiologische Vorsorgeuntersuchung (Holter-EKG) kostet je nach Praxis 150–350 EUR. Behandlungen bei ARVC oder Tumorerkrankungen können mehrere tausend Euro erreichen. Eine Tierkrankenversicherung mit Operationsschutz ist für Boxer-Halter eine sinnvolle Absicherung; die monatlichen Prämien liegen je nach Anbieter und Leistungsumfang zwischen 50 und 120 EUR/Monat.

Gesamtkosten pro Jahr (ohne außerordentliche Tierarztkosten): realistisch 2.000–4.000 EUR/CHF. Wer diese Zahlen vor der Anschaffung kennt, trifft eine informierte Entscheidung.

16Welpensuche

Worauf du bei der Zuchtwahl achten musst

  • Ein seriöser Züchter ist Mitglied im Boxer-Klub e.V.
  • (Deutschland) oder im Schweizerischen Boxer-Club SBC und züchtet mit Zuchtbucheintrag unter VDH/SKG-Dachverband.
  • Die Elterntiere verfügen über aktuelle kardiologische Untersuchungen (Holter-EKG), HD-Röntgenbefunde und — sofern verfügbar — genetische Tests auf die STRN-Mutation.
  • Konkrete Hinweise auf Seriosität: Der Züchter lässt dich die Mutter mit den Welpen besuchen, beantwortet Fragen zu Gesundheitstests schriftlich und stellt einen Kaufvertrag mit Rücknahmegarantie aus.
  • Welpen verlassen die Zucht frühestens mit acht Wochen, sind geimpft, entwurmt und gechipt.
  • Warnsignale: Kein Besuch beim Züchter möglich, Welpen werden an neutralem Ort übergeben, kein Zuchtbucheintrag, keine Gesundheitsnachweise der Elterntiere, Preis deutlich unter 1.500 EUR ohne nachvollziehbare Begründung.
  • Die Vermittlung eines erwachsenen Boxers über Tierschutzorganisationen oder rassesspezifische Auffangstationen ist eine gleichwertige Alternative.
  • Erwachsene Hunde sind in Charakter und Gesundheit besser einschätzbar als Welpen.
  • Eine Anfrage beim Boxer-Klub e.V.
  • oder beim SBC kann den Kontakt zu seriösen Vermittlungsstellen herstellen.

FAQ

Häufige Fragen zum Deutscher Boxer

Ist Deutscher Boxer für Anfänger geeignet?

Deutscher Boxer gilt als für Ersthundehalter geeignet.

Ist Deutscher Boxer ein Familienhund?

Deutscher Boxer gilt bei guter Sozialisierung und artgerechter Haltung als familientauglich.

Wie hoch ist der Bewegungsbedarf von Deutscher Boxer?

Mindestens rund 60 Minuten Bewegung pro Tag. Als aktive Rasse eher mehr — plus geistige Auslastung.

Passt Deutscher Boxer in eine Wohnung?

Mit genügend Auslauf und Beschäftigung lässt sich Deutscher Boxer auch in einer Wohnung halten.

Welche Grösse und welches Gewicht hat Deutscher Boxer?

Ausgewachsen erreicht Deutscher Boxer etwa 53–63 cm Widerristhöhe und wiegt rund 25–35 kg.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von Deutscher Boxer?

Die Lebenserwartung von Deutscher Boxer liegt bei etwa 9–12 Jahren.

Welche Krankheiten treten bei Deutscher Boxer häufig auf?

ARVC (rassetypische Herzerkrankung), Aortenstenose, Hüftdysplasie, Spondylose

17Rasseclubs

Offizielle Rasseclubs in DACH

FCI-Rassestandard (PDF)

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Gleicher Eintrag wie «Boxer» – derselbe Rassestandard (FCI 144). Herzscreening der Elterntiere unbedingt verlangen.