Apportieren
Der Hund lernt, einen geworfenen Gegenstand zu holen und zuverlässig zurückzubringen.
Ziel: Dein Hund lernt, ein Objekt zu holen und auf Kommando zurückzubringen und abzugeben.
Schwierigkeitsgrad: Mittelstufe – erfordert bereits gefestigte Grundkommandos
Material: Weicher Apportiergegenstand (Dummy oder vertrautes Spielzeug), hochwertige Leckerlis
Die drei Grundbausteine des Apportierens
Apportieren setzt sich aus drei separaten Kommandos zusammen, die einzeln trainiert werden müssen: “Bring”, “Hier” und “Aus”. Viele Halter erwarten fälschlicherweise alle drei gleichzeitig.
Baustein 1 – “Bring” (Objekt aufnehmen):
Lege den Gegenstand direkt vor deinen Hund. Nimmt er ihn ins Maul, lobst du überschwänglich. Ein Rückruf ist an dieser Stelle noch nicht gefragt, belohnt wird zunächst nur das Aufnehmen. 5-10 Wiederholungen pro Tag.
Baustein 2 – “Hier” (Rückkehr mit Objekt):
Erst wenn Baustein 1 sitzt, wirfst du den Gegenstand 2-3 Meter weit. Nimmt dein Hund ihn auf, gehst du in die Hocke und rufst fröhlich “Hier”. Kommt er, auch ohne Objekt im Maul, wird gelobt. Das Zurückkommen zählt mehr als das Festhalten.
Baustein 3 – “Aus” (Objekt abgeben):
Halte ein Leckerli direkt vor seine Nase, während er den Gegenstand im Maul hat. Die meisten Hunde öffnen das Maul, um das Leckerli zu schnappen. Genau in diesem Moment sagst du “Aus” und tauschst Objekt gegen Belohnung.
Was tun, wenn der Hund nicht zurückkommt?
Der häufigste Stolperstein: Dein Hund holt den Gegenstand, läuft aber in die entgegengesetzte Richtung. Geh ihm niemals hinterher, sonst wird das zu seinem Lieblingsspiel.
Dreh dich stattdessen weg und geh langsam in die andere Richtung. Aus Neugier folgen die meisten Hunde. Alternativ setzt du dich hin und ignorierst ihn komplett. Kommt er doch noch, gibt es überschwängliches Lob, auch wenn er den Gegenstand längst fallen gelassen hat.
Bei hartnäckigen Fällen hilft das Training an der 10-Meter-Schleppleine. So kannst du den Rückruf sanft unterstützen, ohne zu hetzen.
Das “Aus”-Problem lösen
Viele Hunde kommen zurück, geben den Gegenstand aber nicht her. Ziehen oder Kraftmeierei verschlimmern das Problem nur.
Bewährt hat sich der Tausch gegen etwas Wertvolleres. Leberwurst auf dem Finger funktioniert fast immer. Erst wenn er loslässt, bekommt er die Belohnung, mit der Zeit wird das Tauschen so zum positiven Ritual.
Manche Hunde knabbern am Objekt herum, statt es sauber zurückzubringen. Hier hilft es, mehrere identische Gegenstände zu verwenden und schnell zu tauschen, bevor die Kau-Session beginnt.
Zeitplan für den Lernfortschritt
Woche 1-2: Objekt aufnehmen (Baustein 1)
Woche 3-4: Mit Objekt zu dir kommen (Baustein 2)
Woche 5-6: Saubere Abgabe (Baustein 3)
Ab Woche 7: Alle drei Bausteine flüssig verbinden
Perfektioniere jeden Baustein einzeln, bevor du zum nächsten übergehst. Manche Hunde brauchen länger, besonders bei der Abgabe.
Häufige Trainingsfehler vermeiden
Zu früh zu weit werfen: Bleibe bei 2-3 Metern, bis alle drei Bausteine sicher funktionieren.
Beim Tausch zu langsam sein: Hast du das “Aus”-Kommando gegeben, muss die Belohnung sofort kommen. Jede Verzögerung macht das Training zunichte.
Apportieren als Bestrafung nutzen: “Bring den Schuh zurück” nach dem Anknabbern verwandelt Apportieren in eine unangenehme Aufgabe.
Variationen für Fortgeschrittene
Klappt das Grundprinzip: Verschiedene Objekte einführen (Dummy, Ball, Frisbee). Jedes Material fühlt sich anders im Maul an und erweitert die Fähigkeiten.
Später kommt Apportieren aus dem Wasser oder über kleine Hindernisse dazu. Hier zeigt sich, ob dein Hund das Konzept wirklich verstanden hat.
Sicherheit: Verwende nur hundesichere Gegenstände. Splitternde Stöcke, zu kleine Bälle (Erstickungsgefahr) und Gegenstände mit scharfen Kanten sind tabu.
Was du brauchst
Apportiergegenstand (Ball, Spielzeug), Leckerli