Jack Russel mit Bierflasche

Anlässlich des Tag des Bieres am 04. August widmen wir uns der Frage: darf eigentlich auch ein Hund Alkohol trinken? Was passiert, wenn unsere vierbeinigen Freunde in Kontakt mit Alkohol kommen? In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf die Auswirkungen von Alkohol auf Hunde und vergleichen sie mit der Wirkung auf Menschen. Zudem beleuchten wir eine kontroverse Empfehlung von Hundetrainer Rütter & Tierarzt Dr. Rückert aus dem Jahr 2018 in Bezug auf den Alkoholkonsum von Hunden.

Was ist eigentlich drin in Bier, Wein, Schnaps & Co.?

Bevor wir uns mit den Auswirkungen von Alkohol auf Hunde befassen, ist es wichtig zu verstehen, was Alkohol eigentlich ist. Alkohol, chemisch bekannt als Ethanol, ist eine psychoaktive Substanz, die in vielen Getränken wie Bier, Wein und Spirituosen enthalten ist.

Ethanol ist eine farblose, brennbare Flüssigkeit mit einem charakteristischen Geruch und Geschmack. Es ist sowohl in Wasser als auch in organischen Lösungsmitteln löslich, was es zu einer vielseitig verwendbaren chemischen Verbindung macht.

Die psychoaktiven Effekte von Ethanol auf den menschlichen (und auch den tierischen) Körper sind vielfältig. In geringen Mengen kann es entspannend wirken, Hemmungen reduzieren und soziale Ängste mildern. In höheren Dosen kann es jedoch zu Koordinationsverlust, Gedächtnisproblemen, Bewusstseinsveränderungen und sogar zu Bewusstlosigkeit führen.

Die Wirkung von Alkohol auf Menschen und Hunde im Vergleich

Die Auswirkungen von Alkohol auf Menschen sind gut dokumentiert – von Entspannung über Euphorie bis hin zu Koordinationsverlust und Übelkeit. Der Stoffwechsel von Alkohol unterscheidet sich erheblich zwischen Menschen und Hunden. Während der menschliche Körper Enzyme produziert, um Ethanol effizient abzubauen, fehlt vielen Hunden ein ausreichender Gehalt dieser Enzyme.

Insbesondere das Enzym Alkoholdehydrogenase, das Ethanol in Acetaldehyd umwandelt, ist bei Hunden weniger aktiv. Dies führt dazu, dass ein Hund Alkohol viel langsamer abbauen kann als ein Mensch. Der langsame Abbau führt dazu, dass selbst kleine Mengen Ethanol im Körper eines Hundes zu einer Anhäufung von giftigem Acetaldehyd führen können, was zu einer Reihe von Gesundheitsproblemen führt.

Trinkt ein Hund Alkohol, können also ähnliche Symptome wie beim Menschen auftreten, jedoch in verstärktem Mass. Alkoholkonsum kann bei Hunden zu Erbrechen, Atembeschwerden, Krämpfen und sogar zum Tod führen. Die Auswirkungen treten jedoch viel schneller und intensiver ein, aufgrund der unterschiedlichen Stoffwechselrate.

Bedenklicher Alkohol-Tipp für Hunde aus der Vergangenheit

Vor einigen Jahren sorgte eine Empfehlung des Hundeexperten Martin Rütter und Tierarzt Dr. Rückert für Diskussionen. Sie gaben nämlich an, dass kleine Mengen Alkohol für Hunde unbedenklich seien, zum Beispiel, um die Angst zu Silvester zu lindern. Diese Empfehlung stiess auf heftige Kritik von anderen Tierärzten und Experten, die betonten, dass jeglicher Alkoholkonsum für Hunde gefährlich sei. Die Meinungsverschiedenheit verdeutlicht, wie wichtig es ist, verlässliche Informationen von Fachleuten einzuholen.

In einem entsprechenden Beitrag beschrieb Tierarzt Dr. Rückert recht umfangreich Tipps zum Umgang mit extrem verängstigten Hunden zum Jahreswechsel. Zitat: Alkohol, von Hunden speziell in Form von Eierlikör sehr gern aufgenommen, ist natürlich – wie wir fast alle wissen – in der korrekten Dosierung ein recht potentes Sedativum mit angstlösender Wirkung.

Den Kritikern nimmt er ausserdem gleich vorweg: Fakt ist: Hunde fallen von einer begrenzten Menge Alkohol keineswegs tot um, sondern werden – wie wir Menschen – einfach etwas angesäuselt, was in diesem Fall genau der gewünschte Effekt ist. Und Hunde werden auch nicht, wenn sie einmal im Jahr eine minimale Menge Alkohol bekommen, zu Alkoholikern.

Die richtige Dosierung von Alkohol für Hunde laut Rückert

Gewicht des Hundes bis 25 kg:

Körpergewicht in kg x 0,4 x 100 / Prozent des Alkohols = Gesamtmenge des zu verabreichenden alkoholischen Getränks in ml.

Gewicht des Hundes von 26 kg bis 50 kg:

Körpergewicht in kg x 0,3 x 100 / Prozent des Alkohols = Gesamtmenge des zu verabreichenden alkoholischen Getränks in ml.

Gewicht des Hundes ab 50 kg:

Körpergewicht in kg x 0,2 x 100 / Prozent des Alkohols = Gesamtmenge des zu verabreichenden alkoholischen Getränks in ml.

Die Gesamtmenge des zu verabreichenden alkoholischen Getränks immer auf 2-3 Portionen im Abstand von ca. 2 Stunden aufteilen.

Also, was denn nun? Darf ein Hund Alkohol trinken?

Wir wissen also nun, dass Alkohol beim Hund ganz anders wirkt als beim Menschen. Trotzdem scheiden sich bei der Frage, ob ein Hund Alkohol zumindest in gewissenhafter Dosierung trinken darf, weiterhin die Geister.

Die überwiegende Mehrheit der Tierärzte und Hundeexperten sind sich einig, dass Hunde unter keinen Umständen Alkohol konsumieren sollten. Das Risiko – zum Beispiel einer versehentlich zu hohen Dosierung oder unerwarteten Reaktionen des Tieres aufgrund individueller Eigenschaften – ist einfach zu gross und die gesundheitlichen Auswirkungen unter Umständen schwerwiegend.

Dr. Rückert lieferte seinerzeit zwar eine klare Anleitung, wie man für den Hund Alkohol unbedenklich dosieren könnte, allerdings stellt sich die Frage, inwieweit der Halter in der Silvesternacht selbst in der Lage ist, derartige Berechnungen anzustellen.

Letztendlich ist es die Aufgabe jedes Hundebesitzers, die Gesundheit und das Wohlergehen seines Tieres zu schützen. Und dazu gehört auch, sicherzustellen, dass sie keinen schädlichen Einflüssen ausgesetzt werden. Denke daran: Was für uns Menschen gut ist, ist nicht unbedingt auch gut für unsere Hunde. Lass uns also dafür sorgen, dass unsere vierbeinigen Freunde gesund und glücklich bleiben – auch ohne Alkohol.

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