Was Dein Hund vom Tisch wirklich essen darf

Du sitzt beim Essen und plötzlich spürst Du diesen unschuldigen Blick. Dein Hund schaut Dich mit großen Augen an, als würde er sagen: “Kann ich auch was haben?” Aber was kannst Du ihm eigentlich bedenkenlos vom Tisch geben und was solltest Du lieber vermeiden? Hier ein Überblick für alle, die ihrem Vierbeiner ab und zu ein Häppchen gönnen wollen.

Vorsicht bei Gewürzen

Verschiedene Gewürze

Ein wichtiges Grundprinzip: Je mehr ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto ungeeigneter ist es für Deinen Hund. Besonders bei Saucen, Suppen oder Eintöpfen ist Vorsicht geboten. Diese enthalten oft Gewürze wie Knoblauch oder Zwiebel, die für Hunde ab einer Menge toxisch sind. Auch Chili sollte vermieden werden, da es den Magen Deines Lieblings unnötig reizt. Ein bisschen Salz dagegen ist okay und sogar notwendig für den Elektrolythaushalt Deines Hundes.

Hier ist eine Liste einiger Gewürze, die Du bei der Fütterung Deines Hundes unbedingt vermeiden solltest:

  1. Knoblauch: Besonders gefährlich und kann zu Magen-Darm-Beschwerden und Anämie führen.
  2. Zwiebeln: Ebenfalls schlecht für den Magen und kann zu einer Form der Anämie führen.
  3. Chili und Paprika: Können die Magenschleimhaut reizen und Verdauungsprobleme verursachen.
  4. Nelken: Können Magenbeschwerden und Leberschäden verursachen.
  5. Muskatnuss: Kann Halluzinationen, erhöhten Blutdruck und Bauchschmerzen auslösen.
  6. Piment: In großen Mengen kann es toxisch sein, da es ätherische Öle enthält.
  7. Salbei: Kann zu Magen-Darm-Beschwerden und Nervosität führen.
  8. Rosmarin: In großen Mengen kann es zu Krämpfen oder Kalziumeinzahlungen in den Organen führen.
  9. Ingwer: In hohen Dosen kann es den Blutdruck beeinflussen und zu Magenbeschwerden führen.
  10. Schwarzer Pfeffer: In großen Mengen kann es zu Magenbeschwerden führen.
  11. Senf: Kann den Magen reizen und zu Erbrechen oder Durchfall führen.

Dies ist keine vollständige Liste, und es ist immer am besten, Deinen Tierarzt zu konsultieren, wenn Du Dir nicht sicher bist. Aber grundsätzlich gilt: Wenn das Gewürz für Menschen stark oder intensiv ist, ist es wahrscheinlich auch für Deinen Hund nicht gut. Bleib beim Würzen also lieber zurückhaltend und setze auf hundefreundliche Alternativen!

Finger weg von rohem Fleisch

Verschiedene rohe Fleisch Sorten

Vor allem rohes Schweinefleisch ist riskant, da es ein Virus übertragen kann, das die tödliche Aujezkysche-Krankheit auslöst. Aber auch andere Fleischsorten können Bakterien oder Parasiten enthalten, die Deinen Hund krank machen könnten. Gekochte oder gebratene Knochen solltest Du ebenfalls meiden, da sie leicht splittern können.

Die Fütterung von rohem Fleisch an Hunde ist ein kontroverses Thema. Einige Tierärzte und Ernährungsexperten schwören auf eine rohe Ernährung, während andere vor den Risiken warnen. Wenn Du Dich für rohes Fleisch entscheidest, gibt es einige Sorten, die Du unbedingt vermeiden solltest:

  1. Schweinefleisch: Vor allem wegen des Risikos der Aujezkyschen Krankheit, die für Hunde tödlich ist.
  2. Wildfleisch: Kann Parasiten wie den Fuchsbandwurm enthalten.
  3. Geflügel: Besonders Hühnerfleisch kann Salmonellen oder Campylobacter enthalten.
  4. Leber von verschiedenen Tieren: In großen Mengen kann es zu einer Vitamin-A-Vergiftung führen.
  5. Knochenfleisch: Fleisch, das noch an Knochen haftet, kann zu inneren Verletzungen führen, falls der Knochen splittert.
  6. Fisch: Einige Fischsorten können Parasiten enthalten, die schädlich sein können. Außerdem enthalten manche Fischarten hohe Mengen an Thiaminase, die das Vitamin B1 abbaut.
  7. Nicht für den menschlichen Verzehr geeignetes Fleisch: Dies kann mit Bakterien oder Chemikalien belastet sein.

Bevor Du Deinem Hund rohes Fleisch fütterst, solltest Du unbedingt einen Tierarzt konsultieren. Und wenn Du Dich dafür entscheidest, stelle sicher, dass das Fleisch von einer vertrauenswürdigen Quelle stammt und frisch ist. Einfrieren kann auch dabei helfen, einige der Parasiten und Bakterien abzutöten. Aber wie bei allen Dingen gilt: Die Dosis macht das Gift. Also immer in Maßen füttern und die Reaktion Deines Hundes sorgfältig beobachten.

Fettige Snacks vermeiden

Verschiedene Snacks in Schalen

Schinkenspeck oder Chips sind zwar lecker, aber eine Kalorienbombe. Schon eine Scheibe Speck deckt ein Fünftel des täglichen Energiebedarfs eines zehn Kilogramm schweren Hundes. Das kann nicht nur Übergewicht, sondern auch eine schmerzhafte Bauchspeicheldrüsenentzündung zur Folge haben.

Hier ist eine Liste von fettigen Snacks, die Du Deinem Vierbeiner besser nicht geben solltest:

  1. Schinkenspeck: Extrem fettig und kalorienreich, kann Bauchspeicheldrüsenentzündungen auslösen.
  2. Chips: Neben dem Fettgehalt oft mit für Hunde giftigen Gewürzen wie Zwiebel- und Knoblauchpulver versehen.
  3. Pommes Frites: Zu fettig und oft gesalzen, was den Elektrolythaushalt des Hundes stören kann.
  4. Avocado: Enthält Persin, was für Hunde giftig sein kann und zusätzlich fettreich ist.
  5. Nüsse, insbesondere Macadamianüsse: Sehr fettreich und für Hunde giftig.
  6. Fettige Wurstsorten wie Salami oder Chorizo: Oft stark gewürzt und sehr fettreich.
  7. Pizza: Neben dem fettigen Käse und der Salami können auch Zwiebeln und Knoblauch enthalten sein, die für Hunde giftig sind.
  8. Käsegebäck und -snacks: Können extrem fettig sein und zudem oft Gewürze enthalten, die für Hunde schädlich sind.
  9. Donuts und andere fettige Gebäcksorten: Zuckerreich und fettig, was zu Übergewicht und Diabetes führen kann.
  10. Frittierte Lebensmittel: Generell schwer verdaulich und belastend für die Bauchspeicheldrüse.

Wenn Du Deinem Hund einen Leckerbissen gönnen möchtest, dann greife lieber zu gesunden Alternativen wie Karotten, Gurken oder speziellen Hundesnacks, die für seine Ernährungsbedürfnisse ausgelegt sind. Und vergiss nicht, bei der Fütterung immer das große Ganze im Blick zu behalten. Was in Maßen in Ordnung sein kann, wird in Massen schnell zum Problem.

Giftig? Dann Finger weg!

Torte und Kaffee

Manche Lebensmittel sind für Hunde einfach giftig. Dazu zählen unter anderem Avocado, unreife Aubergine, Weintrauben, Rosinen und Schokolade. Auch bestimmte Süßigkeiten, die Xylitol enthalten, sowie Kaffee und Energydrinks sind tabu.

Hier ist eine Liste von Substanzen und Stoffen, die Du unbedingt von Deinem Hund fernhalten solltest:

  1. Xylitol: Ein Zuckerersatzstoff, der in Kaugummis, Bonbons und manchen Backwaren vorkommt. Kann zu Leberversagen führen.
  2. Theobromin (in Schokolade): Besonders in dunkler Schokolade und Kakaopulver enthalten. Kann Herzprobleme und sogar Todesfälle verursachen.
  3. Ethanol (Alkohol): In Getränken, Desinfektionsmitteln und manchen Backwaren. Schädigt das Nervensystem.
  4. Koffein: In Kaffee, Tee, Energydrinks und Cola. Reizt das Nervensystem und kann tödlich sein.
  5. Grapiprant: Ein Wirkstoff in manchen Schmerzmitteln für Hunde, der in hohen Dosen toxisch sein kann.
  6. Nikotin: In Zigaretten und E-Zigaretten. Extrem giftig und sogar in kleinen Mengen tödlich.
  7. Paracetamol und Ibuprofen: Schmerzmittel, die für Hunde toxisch sind und Leber- oder Nierenschäden verursachen können.
  8. Pflanzliche Toxine: Manche Zimmerpflanzen wie Efeu oder Oleander enthalten giftige Substanzen.
  9. Schwermetalle: Blei und Zink, manchmal in alten Farben oder Metallspielzeug gefunden.
  10. Rodentizide (Rattengift): Diese können auch für Hunde lebensbedrohlich sein.
  11. Ethylenglykol: Ein Bestandteil von Frostschutzmitteln, extrem giftig.
  12. Selen: In manchen Shampoos und Hautcremes. Kann Hautirritationen und Vergiftungen verursachen.

Bitte achte darauf, dass Dein Hund keinen Zugang zu diesen giftigen Substanzen hat. Sichere Medikamente, Lebensmittel und Haushaltsprodukte so, dass sie für ihn unerreichbar sind. Wenn Du den Verdacht hast, dass Dein Hund eine dieser giftigen Substanzen gefressen hat, solltest Du umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Unverträglichkeiten erkennen

Es gibt Hunde, die auf bestimmte Fleischsorten oder Getreide empfindlich reagieren. Wenn Du gerade eine Ausschlussdiät machst, sollte Dein Hund wirklich nichts vom Tisch bekommen, um die Diagnose nicht zu verfälschen. Unverträglichkeiten bei Hunden können sich auf verschiedene Weise äußern. Häufige Anzeichen sind Durchfall, Erbrechen, Blähungen und vermehrtes Kratzen oder Hautirritationen. Ein glanzloses Fell und ständiges Jucken können ebenfalls Indikatoren sein. In einigen Fällen können auch chronische Ohrinfektionen oder übermäßiges Pfotenlecken auf eine Unverträglichkeit hindeuten. Wenn Du solche Symptome bei Deinem Hund bemerkst, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen. Oft wird dann eine Eliminationsdiät empfohlen, bei der potenziell problematische Lebensmittel aus der Ernährung gestrichen und nach und nach wieder eingeführt werden, um den Auslöser zu identifizieren.

Was ist erlaubt?

Blauer Weimarer Junghund schaut fragend

Kleine Mengen gekochte Kartoffeln, Reis und Nudeln sind in der Regel unproblematisch. Auch Obst und Gemüse wie Äpfel, Beeren, Möhren und Gurken kommen meist gut an. Gekochtes Fleisch ohne Gewürze und Sauce sowie gekochte Eier oder Käse können ebenfalls gegeben werden. Hier eine Liste von 20 Lebensmittel die sicher sind:

  1. Gekochtes Hühnerfleisch
  2. Karotten
  3. Äpfel (ohne Kerne und Schale)
  4. Bananen
  5. Süßkartoffeln (gekocht)
  6. Kürbis (gekocht)
  7. Gekochter Reis
  8. Gekochte Kartoffeln
  9. Wassermelone (ohne Schale und Kerne)
  10. Gurken
  11. Erdbeeren
  12. Blaubeeren
  13. Lachs (gekocht)
  14. Gekochtes Ei
  15. Haferflocken (ungezuckert)
  16. Quark
  17. Hüttenkäse
  18. Zucchini
  19. Grüne Bohnen (gekocht oder roh)
  20. Apfelmus (ohne Zuckerzusatz)

Bevor Du Deinem Hund ein neues Lebensmittel gibst, informiere Dich immer über eventuelle Risiken und starte mit kleinen Mengen, um zu sehen, wie Dein Hund darauf reagiert. Bei Unsicherheiten ist es immer gut, den Rat eines Tierarztes einzuholen.

Aber denk dran: Diese Leckereien ersetzen nicht die Hauptmahlzeit und sollten nur in Maßen gegeben werden. Auch beim Barfen, die Abkürzung für “Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“, denke an Ausgewogenheit. Hierbei werden Hunde mit rohem Fleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und Obst versorgt. Diese Art der Ernährung soll sich an der natürlichen Nahrung der Vorfahren des Hundes orientieren. Viele Hundehalter schwören darauf, da sie eine bessere Verdauung, glänzenderes Fell und allgemein eine höhere Vitalität bei ihren Tieren feststellen. Aber Vorsicht: Barfen ist nicht für jeden Hund geeignet und sollte stets unter fachkundiger Anleitung und nach Rücksprache mit dem Tierarzt umgesetzt werden, um Mangelerscheinungen und andere gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

So, jetzt bist Du bestens informiert, um Deinem Hund ab und zu eine kleine Freude am Esstisch zu machen, ohne seiner Gesundheit zu schaden. Guten Appetit!

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