Tag des Artenschutzes und was das mit deinem Hund zu tun hat

Der Tag des Artenschutzes erinnert jedes Jahr daran, wie wichtig es ist, bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Doch was hat das mit unseren Hunden zu tun? Mehr, als man vielleicht denkt! Hunde spielen in vielen Bereichen des Artenschutzes eine Rolle – als Helfer, aber manchmal auch als Problem. In diesem Beitrag beantworten wir spannende Fragen rund um das Thema Hunde & Artenschutz.

03.03.: Tag des Artenschutzes

Der Tag des Artenschutzes findet jedes Jahr am 3. März statt und wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Das Datum wurde gewählt, weil am 3. März 1973 das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) unterzeichnet wurde – eines der wichtigsten internationalen Abkommen zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Was ist CITES?

CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) regelt den Handel mit gefährdeten Arten, um deren Überleben nicht zu gefährden. Das bedeutet:

  • ✅ Schutz von rund 38’000 Arten weltweit, darunter beispielsweise Elefanten, Tiger, Nashörner – aber auch viele Pflanzen, wie etwa Orchideen.
  • ✅ Kontrollen im internationalen Handel, damit bedrohte Arten nicht durch Wilderei oder Übernutzung aussterben.
  • ✅ Verschiedene Schutzstufen, je nachdem, wie gefährdet eine Art ist.

Der Tag des Artenschutzes hat ausserdem jedes Jahr ein spezielles Motto, um bestimmte Aspekte stärker hervorzuheben. So standen in einigen Jahren zum Beispiel grosse Raubtiere, Meerestiere oder der Schutz von Wildtieren im Fokus.

Warum ist dieser Tag wichtig?

  • Über 1 Million Tier- und Pflanzenarten weltweit sind vom Aussterben bedroht.
  • Lebensräume verschwinden durch Abholzung, Umweltverschmutzung und Klimawandel.
  • Wilderei & illegaler Handel sind nach Drogen- und Waffenhandel eine der grössten kriminellen Industrien.

Dieser Tag soll ausserdem daran erinnern, dass jeder etwas für den Artenschutz tun kann – sei es durch bewusstes Konsumverhalten, Spenden für Schutzprojekte oder das Vermeiden von Produkten, die gefährdete Arten betreffen und beeinflussen (z. B. Tropenholz, Elfenbein, Haifischflossensuppe…).

Helfen Hunde beim Artenschutz?

Ja, Hunde spielen in vielen Bereichen des Artenschutzes eine wertvolle Rolle. Dank ihres aussergewöhnlichen Geruchssinns und ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten werden sie gezielt für den Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume trainiert. Hier sind einige beeindruckende Beispiele, wie Hunde zum Erhalt der Natur beitragen.

  • Spürhunde für den Wildtierschutz: Hunde haben einen erstaunlich feinen Geruchssinn und können auf das Aufspüren bestimmter Tierarten trainiert werden – und das ganz ohne direkten Kontakt oder Störung der Tiere. So werden sie weltweit eingesetzt, um bedrohte Arten wie Meeresschildkröten, Koalas oder seltene Frösche in schwer zugänglichen Gebieten zu finden.
    • Beispiel Australien: Nach den verheerenden Buschbränden in den Jahren 2019/2020 wurden Hunde eingesetzt, um verletzte Koalas in verbrannten Wäldern aufzuspüren. Diese Hunde konnten Koalas anhand ihres Kots oder Fellgeruchs aufspüren, sodass Wildhüter die überlebenden Tiere retten konnten.
  • Hunde gegen die Wilderei: Wilderei ist eine der grössten Bedrohungen für viele Tierarten. Speziell ausgebildete Hunde helfen, Wilderer aufzuspüren, Schmuggelware zu entdecken und den illegalen Handel mit bedrohten Arten zu bekämpfen.
    • Beispiel Afrika: Antiwilderei-Teams in Afrika setzen Hunde ein, um Elfenbein, Nashornhorn oder sogar lebende, geschmuggelte Tiere an Flughäfen und Grenzübergängen zu finden. Einige Hunde sind darauf trainiert, Wilderer zu verfolgen, indem sie deren Spuren aufnehmen und Ranger direkt zu den Tätern führen.
  • Herdenschutzhunde gegen Konflikte mit Wildtieren: In vielen Regionen der Welt kommt es zu Konflikten zwischen Landwirten und Wildtieren, etwa wenn Wölfe oder Bären Nutztiere angreifen. Statt Raubtiere zu jagen oder auszurotten, gibt es eine bessere Lösung: Herdenschutzhunde.
    • Beispiel Europa: In Ländern wie der Schweiz, Österreich, Italien und auch Deutschland helfen Herdenschutzhunde dabei, Weidetiere vor Wölfen zu schützen. Dadurch wird vermieden, dass Bauern Wölfe abschiessen – und so können Herdenschutz und Wolfsschutz Hand in Hand gehen.

So wertvoll Hunde im Artenschutz sein können – es gibt auch Situationen, in denen sie zur Gefahr für Wildtiere werden. Streunende oder verwilderte Hunde jagen in vielen Regionen Wildtiere oder übertragen Krankheiten. Auch unkontrolliertes Freilaufenlassen von Hunden in Naturschutzgebieten kann brütende Vögel oder empfindliche Wildarten stören. Mehr dazu im nächsten Abschnitt!

Wenn Hunde eine Bedrohung für den Artenschutz sind

So hilfreich Hunde im Artenschutz sein können – in manchen Fällen stellen sie selbst eine Bedrohung für wildlebende Tiere und Ökosysteme dar. Vor allem verwilderte Hunde, streunende Hunde und unkontrolliert freilaufende Haustiere können erheblichen Schaden anrichten.

  • Verwilderte oder Strassenhunde als Gefahr für Wildtiere: In vielen Ländern gibt es grosse Populationen streunender Hunde, die sich ohne menschliche Aufsicht vermehren und oft als eigene Wildtierart agieren. Diese Hunde jagen, fressen oder bedrängen wildlebende Tiere und haben in einigen Regionen bereits zum Rückgang oder gar Aussterben bestimmter Arten beigetragen.
    • Beispiel Indien: In einigen Regionen jagen verwilderte Hunde bedrohte Tierarten wie Antilopen oder seltene Bodenbrüter.
    • Beispiel Australien: Hier gehören streunende Hunde neben verwilderten Hauskatzen zu den Hauptbedrohungen für heimische Beuteltiere wie Kängurus oder Wombats.
  • Übertragung von Krankheiten auf Wildtiere: Hunde können zahlreiche Krankheiten auf Wildtiere übertragen, darunter Tollwut, Staupe oder Parasiten wie Würmer und Räude. Besonders gefährdet sind Tierarten, die immunologisch nicht an diese Krankheiten angepasst sind.
    • Beispiel Madagaskar: Dort haben streunende Hunde Lemuren mit Parasiten infiziert, was zu drastischen Bestandsrückgängen geführt hat.
  • Störung und Jagd von Wildtieren: Nicht nur verwilderte Hunde, sondern auch Haushunde, die unkontrolliert in Naturschutzgebieten laufen, können eine Gefahr für Wildtiere sein. Einige Hunde haben einen starken Jagdinstinkt und verfolgen Wildtiere – oft aus Spieltrieb oder Jagdverhalten.
    • Bodenbrütende Vögel: Hunde schnüffeln in Nestern oder jagen Vögel auf, die dann ihre Gelege verlassen.
    • Jungtiere von Rehen & Hirschen: Hunde hetzen sie oft zu Tode, selbst wenn sie sie nicht fressen.
    • Hasen & Kaninchen: Viele Hunde jagen sie instinktiv.
    • Raubtiere wie Füchse & Wölfe: Manche Hunde geraten in Konflikte mit Wildtieren oder gefährden Schutzprogramme für Beutegreifer.
    • Seltene Amphibien & Reptilien: Viele Hunde graben nach Tieren im Boden, was geschützte Arten gefährden kann.
    • Wildtiere im Winterschlaf: Bären oder Murmeltiere können gestört werden, was für diese lebensgefährlich sein kann.

Was du mit deinem Hund für den Artenschutz tun kannst

Hunde sind nicht per se eine Bedrohung für den Artenschutz – aber Verantwortung & Rücksichtnahme sind entscheidend, damit sie die Natur nicht unbeabsichtigt gefährden. Auch wenn dein Hund kein speziell ausgebildeter Spürhund oder Herdenschutzhund ist, kannst du mit kleinen, bewussten Entscheidungen einen Beitrag zum Artenschutz leisten.

  • Leine deinen Hund in Naturschutzgebieten an 🏞️ – Viele Tiere, besonders Bodenbrüter oder Rehkitze, sind extrem störanfällig. Ein freilaufender Hund kann unbewusst grossen Schaden anrichten.
  • Bleib auf den Wegen 🛤️ – Hunde, die durchs Unterholz streifen, können dort lebende Tiere vertreiben oder brütende Vögel aufscheuchen.
  • Impfungen und Entwurmung 🦠 – Hunde können Krankheiten wie Staupe oder Räude auf Wildtiere übertragen. Ein gesunder Hund ist also auch ein Schutz für die Natur.
  • Keinen Kot in der Natur hinterlassen 💩 – Hundekot kann Parasiten enthalten, die Wildtiere oder andere Hunde gefährden. Am besten immer eine Kot-Tüte mitnehmen!
  • 🛑 Essensreste oder Hundefutter nicht in der Natur liegen lassen – das kann Wildtiere anlocken und ihr natürliches Verhalten verändern.
  • 🐕 Deinen Hund umweltfreundlich ausstatten: Nachhaltige Hundeleinen, Spielzeuge und Näpfe wählen – es gibt viele umweltfreundliche Alternativen aus recycelten Materialien oder Naturstoffen.
  • Futter mit Verantwortung kaufen 🍖 – Produkte aus nachhaltiger Herstellung oder mit Bio-Zertifizierung unterstützen den Schutz von Ressourcen und Lebensräumen.
  • 🤝 Projekte für den Artenschutz unterstützen: Spenden oder Patenschaften für Organisationen, die Wildtierschutz betreiben, können einen wertvollen Beitrag leisten.

Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln kannst du dafür sorgen, dass dein Hund kein Risiko für Wildtiere darstellt – sondern Teil der Lösung ist. Artenschutz beginnt oft im Kleinen – und jeder Spaziergang kann eine Gelegenheit sein, die Natur mit mehr Achtsamkeit zu geniessen.

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