Die Hasenpest, nicht nur in NRW – Was du wissen solltest

Während die sogenannte Hasenpest aktuell in Nordrhein-Westfalen für Schlagzeilen sorgt, ist diese Infektionskrankheit weit mehr als ein regionales Phänomen. Hier erfährst du, was sich genau hinter dieser Krankheit verbirgt, wie sie übertragen wird und wie du dich und deinen Hund schützen kannst.

Aktuelles zur Hasenpest in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen (NRW) macht die Hasenpest, auch Tularämie genannt, derzeit wieder von sich reden. Im Frühjahr 2025 wurden in mehreren Regionen – etwa in der Städteregion Aachen, im Kreis Unna und sogar im Ruhrgebiet – Fälle bei Feldhasen bestätigt, wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) meldet.

Die Zahl der infizierten Tiere steigt, und das sorgt bei Hundehaltern für Alarm: Denn obwohl Hunde die Krankheit seltener erleiden, können auch sie das Bakterium Francisella tularensis erhalten – etwa nach Kontakt mit toten Hasen oder Zeckenbissen.

Besonders jetzt, wo die Natur erwacht und Spaziergänge durch Wald und Wiesen locken, warnen Veterinärämter deshalb davor, Hunde in betroffenen Gebieten frei laufen zu lassen. In NRW ist die Lage ernst genug, dass Jäger und Behörden verstärkt Fallwild melden, um die Ausbreitung im Griff zu behalten. Für dich als Hundehalter heisst das: Aufmerksamkeit ist angesagt!

Was ist die Hasenpest?

Die Hasenpest, wissenschaftlich als Tularämie bekannt, ist eine Infektionskrankheit, die nicht nur Hasen, sondern auch Menschen betreffen kann. Verursacht wird sie durch das Bakterium Francisella tularensis, ein winziger, aber äusserst widerstandsfähiger Erreger, der in der Natur sein Unwesen treibt.

Der Name “Hasenpest” stammt nicht von ungefähr: Besonders Feldhasen und andere Wildtiere wie Kaninchen oder Nagetiere sind häufige Überträger, weshalb die Krankheit historisch mit diesen Tieren verknüpft wurde. Doch sie ist längst kein reines Problem der Tierwelt mehr – als Zoonose kann sie auch auf uns Menschen überspringen.

Das Bakterium Francisella tularensis gedeiht in feuchten Umgebungen und kann monatelang in Erde, Wasser oder auf Tierkadavern überleben. Besonders in Regionen mit hoher Wildtierpopulation – sei es in Wäldern, Wiesen oder Flussgebieten – fühlt es sich wohl.

Weltweit ist die Krankheit vor allem in Nordamerika, Nordeuropa und Teilen Asiens verbreitet, wobei Klimafaktoren wie milde Winter ihre Ausbreitung begünstigen können. In Deutschland taucht die Hasenpest zwar nicht täglich auf, doch sie ist keine Seltenheit: Jäger, Förster und Landwirte kennen sie als stille Bedrohung, die immer wieder zuschlägt.

Übertragungswege

Die Hasenpest ist ein Meister der Vielseitigkeit, wenn es um ihre Verbreitung geht. Es gibt mehrere Wege, wie sie von Tier zu Tier oder auf den Menschen übertragen wird.

  • Direkter Kontakt: Wer ein infiziertes Tier berührt, riskiert eine Infektion. Das Bakterium dringt durch kleinste Hautverletzungen ein – ein Kratzer reicht schon.
  • Insektenstiche: Zecken, Mücken oder Bremsen können das Bakterium übertragen, nachdem sie sich an einem infizierten Tier gelabt haben. Besonders in der warmen Jahreszeit ist das ein häufiger Infektionsweg.
  • Kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel: Trinkwasser aus ungeprüften Quellen, etwa Bächen in der Natur, kann die Bakterien enthalten. Selten, aber möglich: der Verzehr von schlecht gekochtem Fleisch eines infizierten Tieres.
  • Einatmen: Staubpartikel, die das Bakterium tragen – etwa beim Mähen von Gras, in dem ein infizierter Kadaver lag – können eingeatmet werden. Dieser Weg ist seltener, aber besonders tückisch.

Symptome der Hasenpest bei Hunden

Hunde sind zwar seltener von der Hasenpest betroffen als Wildtiere wie Hasen, doch eine Infektion ist möglich – etwa durch das Schnüffeln an infizierten Kadavern, Zeckenbisse oder das Trinken aus kontaminierten Pfützen. Hat sich ein Hund infiziert, können folgende Symptome auftreten.

  • Fieber: Eine erhöhte Körpertemperatur (über 39,5 °C) ist oft das erste Anzeichen. Der Hund wirkt schlapp und zieht sich zurück.
  • Appetitlosigkeit: Plötzlicher Verlust des Interesses an Futter oder Leckerlis – ungewöhnlich für die meisten Hunde.
  • Geschwollene Lymphknoten: Besonders am Hals oder unter den Achseln können sich Knoten vergrössern und empfindlich werden.
  • Atemprobleme: Hecheln oder Husten, falls die Infektion die Lunge erreicht.
  • Durchfall oder Erbrechen: Verdauungsprobleme treten manchmal auf, vor allem bei schwereren Verläufen.
  • Lahmheit: Wenn das Bakterium Gelenke befällt, könnte der Hund humpeln oder Schmerzen zeigen.

Besonders heikel: Hunde zeigen nicht immer sofort alle Symptome, und die Krankheit kann sich schleichend entwickeln. Ohne Behandlung – meist Antibiotika vom Tierarzt – kann die Hasenpest für Hunde gefährlich werden, auch wenn tödliche Fälle bei Hunden bisher selten dokumentiert sind. Ein aufmerksamer Blick auf Verhaltensänderungen ist hier entscheidend.

Symptome bei Menschen: Vergleich zur Orientierung

Beim Menschen ähneln die Anzeichen teilweise denen bei Hunden, sind aber oft stärker ausgeprägt:

  • Fieber und Schüttelfrost: Plötzlich einsetzend, oft mit Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.
  • Hautausschlag oder Geschwüre: Besonders bei Infektion über die Haut (z. B. durch einen Zeckenbiss).
  • Geschwollene Lymphknoten: Ähnlich wie bei Hunden, aber oft schmerzhafter.
  • Atembeschwerden: Bei inhalationstypischer Tularämie, die schwerer verläuft.

Für Hundebesitzer ist das wichtig zu wissen: Wenn der eigene Hund Symptome zeigt und der Halter selbst kurz darauf krank wird, könnte das ein Hinweis auf einen gemeinsamen Infektionsweg sein.

Was tun bei Verdacht auf Hasenpest?

Wenn dein Hund Anzeichen wie Fieber, Appetitlosigkeit oder geschwollene Lymphknoten zeigt, handle schnell: Ab zum Tierarzt!

In Deutschland ist die Hasenpest (Tularämie) eine meldepflichtige Tierkrankheit gemäss der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten. Das bedeutet, dass der Tierarzt verpflichtet ist, einen bestätigten Fall – oder auch nur einen begründeten Verdacht – den zuständigen Behörden zu melden, in der Regel dem Veterinäramt. Du als Hundebesitzer musst das nicht selbst tun; der Tierarzt übernimmt diese Aufgabe.

Du musst also keine Behörden direkt kontaktieren – das erledigt der Tierarzt für dich. Deine Aufgabe ist es, den Verdacht ernst zu nehmen und sofort professionelle Hilfe zu suchen. Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika (z. B. Tetracyclin) ist entscheidend, um deinen Hund zu schützen. Gleichzeitig hilfst du so, die Verbreitung der Hasenpest einzudämmen. Tipp: Notiere dir, wo dein Hund unterwegs war (z. B. Waldgebiete mit viel Wild), das könnte dem Tierarzt und den Behörden helfen.

Behandlung & Prävention von Hasenpest

Die Hasenpest mag selten sein, aber als Hundehalter willst du kein Risiko eingehen – weder für deinen Vierbeiner noch für dich selbst. Glücklicherweise kannst du mit ein paar einfachen Massnahmen vorbeugen und im Ernstfall richtig handeln.

Prävention

Dein Hund liebt es, durchs Unterholz zu streifen oder an allem zu schnüffeln, was ihm begegnet – genau das macht ihn aber anfällig. Mit diesen Tipps minimierst du das Risiko:

  • Zeckenschutz: Nutze regelmässig Zeckenmittel (z. B. Spot-ons, Halsbänder oder Tabletten), besonders in der warmen Jahreszeit. Zecken sind ein Hauptüberträger der Hasenpest, und ein guter Schutz ist die halbe Miete.
  • Wildkontakt vermeiden: Halte deinen Hund bei Spaziergängen von toten Tieren wie Hasen oder Nagetieren fern. Ein Kadaver kann ein Brutkasten für das Bakterium sein – besser Leine anlegen, wenn du Fallwild siehst.
  • Wasserquellen prüfen: Lass deinen Hund nicht aus Pfützen oder Bächen in Wildgebieten trinken. Kontaminiertes Wasser ist ein Infektionsweg, den du leicht vermeiden kannst – nimm eigenes Wasser mit.
  • Pflege nach Aufenthalten draussen: Checke deinen Hund nach Ausflügen auf Zecken oder Verletzungen. Eine kleine Wunde könnte ein Einfallstor für das Bakterium sein, wenn er mit infiziertem Material in Kontakt kam.
  • Vorsicht bei Jagdhunden: Wenn dein Hund jagt oder Wild apportiert, trage Handschuhe, falls du das Tier berühren musst, und wasche deinen Hund danach gründlich. Jagdhunde haben ein höheres Risiko durch direkten Wildkontakt.

Behandlung

Falls du Symptome wie Fieber, Appetitlosigkeit oder geschwollene Lymphknoten bei deinem Hund bemerkst, zögere nicht:

  • Sofort zum Tierarzt: Zeit ist entscheidend. Der Tierarzt wird deinen Hund untersuchen und bei Verdacht auf Hasenpest Tests (z. B. Blutproben) machen, um das Bakterium Francisella tularensis nachzuweisen.
  • Antibiotika als Retter: Die gute Nachricht: Die Hasenpest ist bei Hunden gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird. Antibiotika wie Tetracyclin oder Doxycyclin sind Standard und schlagen meist schnell an. Die Behandlung dauert in der Regel 10–14 Tage, je nach Schwere.
  • Unterstützende Pflege: Halte deinen Hund ruhig, sorge für frisches Wasser und füttere leicht verdauliches Futter, wenn er wieder frisst. Der Tierarzt gibt dir hier genaue Anweisungen.
  • Meldepflicht beachten: Wie erwähnt, ist die Hasenpest meldepflichtig. Der Tierarzt übernimmt die Meldung ans Veterinäramt, falls die Diagnose bestätigt wird – du musst dich darum nicht kümmern, aber es hilft, den Prozess im Blick zu behalten.

! Wichtig ! Warte nicht ab, ob es „von allein besser wird“. Ohne Behandlung kann die Hasenpest bei Hunden zwar selten tödlich enden, aber sie verursacht unnötiges Leiden und könnte sich verschlimmern. Schnelles Handeln bringt deinen Hund wieder auf die Pfoten.

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