Hunderasse · FCI-Gruppe 3

West Highland White Terrier (Westie)

Terriercharakter, Jagdtrieb und EigenstĂ€ndigkeit sind keine Ausnahmen beim Westie — sie sind sein Grundprogramm, das tĂ€gliche FĂŒhrung verlangt.

GrĂ¶ĂŸe 25–28 cmGewicht 6–10 kgLebenserwartung 12–16 JahreFCI-Standard Nr. 85
Klein
Passt diese Rasse zu dir? Schnellcheck →
Foto eines West Highland White Terrier (Westie) – KI-generiert (Imagen 4) fĂŒr rundum.dog
Quelle: KI-Symbolbild Rasse

01Kurzfazit

In einem Absatz

Wenn du nur 30 Sekunden Zeit hast.

Der West Highland White Terrier ist ein kompakter, weißer Schottenterrier mit ausgeprĂ€gtem Selbstbewusstsein und aktivem Jagdtrieb. Wer ihn auf sein gepflegtes Äußeres reduziert, erlebt schnell die andere Seite: einen Hund, der buddelt, bellt und eigene Entscheidungen trifft. Der Westie funktioniert gut im Alltag — aber nur mit klarer Struktur, ausreichend Bewegung und einem Halter, der TerriermentalitĂ€t nicht als Problem, sondern als Wesenseigenschaft versteht.

02Einleitung

Was den West Highland White Terrier (Westie) ausmacht

Einleitung

West Highland White Terrier (Westie): kleiner weisser Schotte mit grossem Selbstbewusstsein – aktiv und trotz Grösse ein echter Terrier

03Steckbrief

Eckdaten und Eignung

Steckbrief
Herkunft
Schottland
UrsprĂŒngliche Aufgabe
Fuchsjagd Rattenjagd
FCI
Nr. 85 · Gruppe 3 · Sektion 2: NiederlÀufige Terrier
Schulterhöhe
25–28 cm
Gewicht
6–10 kg
Lebenserwartung
12–16 Jahre
Felltyp
Doppel
Benötigte Bewegung
60 min/Tag
Welpenpreis
1'500–2'500 CHF
Wartezeit
4 Monate
Sportarten
Agility Erdarbeit
Charakter-Profil
AktivitÀtslevel 3/5
Freundlichkeit zu Fremden 3/5
Bellneigung 3/5
Jagdtrieb 3/5
Spieltrieb 3/5
Erfahrung nötig 2/5
Hitzetoleranz 3/5
KĂ€ltevertraeglichkeit 2/5

04Wesen

So zeigt sich der West Highland White Terrier (Westie) im Alltag

Im Alltag

Beim Morgenspaziergang zeigt sich, was den Westie ausmacht: Die Nase geht sofort auf den Boden, der Körper spannt sich, und ein Rascheln im GebĂŒsch reicht aus, um die volle Aufmerksamkeit zu binden. Der Jagdtrieb ist kein gelegentliches Aufflackern — er ist dauerhaft aktiv. Das bedeutet konkret: Freilauf ohne gesicherte Umgebung ist fĂŒr viele Westies keine realistische Option.

Im Alltag

Intern benötigt der Westie tĂ€glich mentale und körperliche Auslastung. Ein Spaziergang ohne Aufgabe reicht nicht. Suchspiele, Nasenarbeit oder strukturiertes Training fĂŒllen seinen Kopf. Wer das nicht anbietet, erhĂ€lt einen Hund, der sich selbst beschĂ€ftigt — mit Buddeln, Bellen oder dem Zerlegen von GegenstĂ€nden.

Im Alltag

Extern verhĂ€lt sich der Westie gegenĂŒber Fremden wachsam bis neutral. Er ist kein Hund, der jeden Besucher freudig begrĂŒĂŸt. Die Bindung an die Bezugsperson ist eng, aber er zeigt sie nicht ĂŒberschwĂ€nglich. Beim Heimkommen gibt es eine kurze, intensive BegrĂŒĂŸungsphase — danach sucht er sich seinen Platz und beobachtet.

Im Alltag

Diese zwei Pole — hoher interner Sozialbedarf gegenĂŒber der Familie und reserviertes Verhalten gegenĂŒber Unbekannten — dĂŒrfen nicht verwechselt werden. Ein Westie, der eng an seiner Familie hĂ€ngt, ist deshalb nicht automatisch offen fĂŒr jeden Menschen oder jeden Hund.

Im Alltag

Sein Selbstbewusstsein macht ihn zu einem Hund, der Grenzen testet. Inkonsequenz registriert er sofort und nutzt sie. Das ist keine Bösartigkeit — es ist Terrier-Logik.

05BedĂŒrfnisse

Was diese Rasse tÀglich benötigt

Der Westie benötigt tĂ€glich 60 bis 90 Minuten aktive Bewegung. Dabei zĂ€hlt nicht nur die Dauer, sondern die QualitĂ€t: SchnĂŒffelrunden mit Nasenarbeit, Suchaufgaben im GelĂ€nde oder strukturiertes Training fordern ihn mehr als ein reiner Laufspaziergang. Mindestens eine dieser Einheiten sollte gezielt auf geistige Auslastung ausgerichtet sein.

Der Jagdtrieb verlangt besondere Aufmerksamkeit bei der Wahl der Auslaufmöglichkeiten. Gesicherte Hundewiesen oder eingezĂ€unte Bereiche ermöglichen kontrollierten Freilauf. Im offenen GelĂ€nde ist ein zuverlĂ€ssiger RĂŒckruf Voraussetzung — und dieser muss aktiv trainiert werden, nicht vorausgesetzt.

Das Alleinbleiben toleriert der Westie bis zu etwa vier Stunden, wenn es schrittweise aufgebaut wurde. Ein abrupter Wechsel von stĂ€ndiger Anwesenheit zur langen Abwesenheit fĂŒhrt zu Stress und kann Bellverhalten verstĂ€rken. Der Aufbau benötigt Zeit und Konsequenz.

Mental benötigt der Westie Abwechslung. Monotone Wiederholungen im Training verlieren schnell seine Aufmerksamkeit. Kurze, variierende Trainingseinheiten von 10 bis 15 Minuten sind effektiver als lange Einheiten. ApportierĂŒbungen, Mantrailing oder Agility (auf kleinen Parcours) eignen sich gut fĂŒr die Rasse.

Das Meldeverhalten — also Bellen bei GerĂ€uschen, Besuchern oder Bewegungen — ist rassetypisch und sollte frĂŒh gelenkt werden. Ein Westie, der unkontrolliert bellt, ist in MehrfamilienhĂ€usern eine Belastung. FrĂŒhe Gewöhnung an verschiedene AlltagsgerĂ€usche und klare Signale reduzieren das Problem deutlich.

Bewegung

Mittel

Kopfarbeit

Mittel

Sozialbedarf

Mittel

Erziehung

Mittel

06Sport & Auslastung

Wozu sich der West Highland White Terrier (Westie) sportlich eignet

Realistisch nach Physiologie und Genetik — nicht jede Rasse passt zu jedem Sport.

Strukturell-physiologisch passend: Mantrailing, Dummy-Arbeit, Schweißarbeit geeignet.

07Schnell-Check

08Eignung

FĂŒr wen passt diese Rasse — und fĂŒr wen nicht

✓Passt zu

Der Westie passt zu Haltern, die tĂ€glich 60 bis 90 Minuten aktive Bewegung einplanen können und Freude an strukturiertem Training haben. Erfahrung mit eigenstĂ€ndigen oder triebstarken Hunden ist ein Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung — entscheidend ist die Bereitschaft, sich fachlich begleiten zu lassen.

Familien mit Kindern ab etwa 8 Jahren kommen in Frage, wenn die Kinder im Umgang mit Hunden geschult sind und der Hund einen RĂŒckzugsort erhĂ€lt. Kleinkinder und der direkte, ungesteuerte Kontakt mit einem Westie erfordern permanente Aufsicht.

Geeignet ist die Rasse auch fĂŒr aktive Einzelpersonen oder Paare, die einen wachsamen, eigenstĂ€ndigen Begleiter suchen — und nicht einen Hund, der sich bedingungslos anpasst. Wer in einer Wohnung lebt, kann einen Westie halten, wenn tĂ€gliche Auslaufmöglichkeiten und ein konsequenter Tagesrhythmus vorhanden sind.

Halter, die bereit sind, das Meldeverhalten frĂŒh zu lenken, Jagdtrieb im Training zu kanalisieren und dem Hund klare Grenzen zu setzen, werden mit einem robusten, langlebigen und charakterstarken Begleiter belohnt. Ein Garten ist ein Vorteil, aber kein Ersatz fĂŒr aktive BeschĂ€ftigung.

×Passt nicht zu

Der Westie passt nicht zu Haltern, die einen ruhigen, anpassungsfĂ€higen Schoßhund suchen. Wer die Rasse wegen ihres Äußeren wĂ€hlt und den Terriercharakter als Nebensache betrachtet, unterschĂ€tzt den tatsĂ€chlichen Aufwand erheblich.

Nicht geeignet ist die Rasse fĂŒr Haushalte, in denen der Hund tĂ€glich mehr als vier Stunden allein verbringt, ohne dass eine Betreuungslösung vorhanden ist. Auch Halter, die wenig Zeit fĂŒr aktive BeschĂ€ftigung und Training aufwenden können oder wollen, werden mit dem Westie auf Dauer nicht glĂŒcklich.

Wer den hohen Sozialbedarf des Westies gegenĂŒber seiner Familie mit allgemeiner Offenheit gegenĂŒber Fremden gleichsetzt, erlebt Überraschungen: Der Hund ist familiĂ€r eng gebunden, aber nicht automatisch gesellig mit jedem Menschen oder Hund. Wer das nicht einplant, steht vor Erziehungsproblemen, die sich mit der Zeit verstĂ€rken.

Haushalte mit Kleintieren wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Katzen, die nicht hundeerfahren sind, sollten den ausgeprÀgten Jagdtrieb des Westies ernstnehmen. Eine Vergesellschaftung ist möglich, aber nicht selbstverstÀndlich und erfordert sorgfÀltige Eingewöhnung. Wer diesen Aufwand nicht leisten möchte, sollte eine andere Rasse in Betracht ziehen.

10Linien-RealitÀt

Show-Linie, Arbeitslinie, Vermehrer-Markt

Der Westie wird heute ĂŒberwiegend als Begleithund gehalten. Eine ausgeprĂ€gte Arbeitslinie im Sinne aktiver Jagdnutzung existiert in Mitteleuropa kaum noch. Die Unterschiede zwischen Linien betreffen vor allem Showzucht und Hobbyzucht.

Showorientierte Zuchtlinien legen den Schwerpunkt auf das typische Erscheinungsbild: dichtes, weißes Drahthaar, kompakter Körperbau und den charakteristischen „Chrysanthemen-Kopf" mit rundem Gesichtsausdruck. In diesen Linien kann der Trieb etwas zurĂŒckgenommener sein, ist aber nicht verschwunden.

Hobbyorientierte Zuchtlinien ohne klaren Showfokus variieren stĂ€rker in Temperament und Gesundheitsprofil. Hier ist die HerkunftsprĂŒfung besonders wichtig: Ohne Gesundheitstests (Patellaluxation, Augen, HĂŒfte) und dokumentierte Ahnentafeln ist das Risiko fĂŒr rassetypische Erkrankungen schwerer einzuschĂ€tzen.

Eine eigenstĂ€ndige Feldtrial- oder Arbeitslinie fĂŒr den Westie existiert im deutschsprachigen Raum nicht. Wer einen Hund mit besonders ausgeprĂ€gtem Arbeitstrieb sucht, findet diesen eher bei anderen Terrier-Rassen. Der heutige Westie ist primĂ€r ein Begleithund mit Terrier-Erbe — das Erbe ist jedoch genetisch stabil und zeigt sich im Alltag unabhĂ€ngig von der Zuchtlinie.

11Gesundheit · RealitÀt

Was du beim West Highland White Terrier (Westie) medizinisch einplanen musst

Die Lebenserwartung des Westies liegt laut einer Studie des Royal Veterinary College (VetCompass, 2022) bei durchschnittlich 12,7 Jahren, mit einer Spanne von etwa 10 bis 16 Jahren. Damit zĂ€hlt die Rasse zu den langlebigeren Hunden ihrer GrĂ¶ĂŸenklasse.

Rassetypisch erhöhte Risiken bestehen in mehreren Bereichen: Atopische Dermatitis tritt bei Westies deutlich hĂ€ufiger auf als im Rassedurchschnitt — SchĂ€tzungen aus der Fachliteratur gehen von einer PrĂ€valenz von bis zu 25 % aus (Hillier & Griffin, Veterinary Dermatology, 2001). HautverĂ€nderungen, chronischer Juckreiz und OhrenentzĂŒndungen sind hĂ€ufige VorstellungsgrĂŒnde beim Tierarzt.

Die idiopathische Lungenfibrose (Westie Lung Disease) ist eine progressive Erkrankung, die vor allem Àltere Hunde ab 8 Jahren betrifft. Eine Studie der UniversitÀt Edinburgh (Corcoran et al., 2013, NCBI PMC3573949) identifizierte sie als eine der hÀufigsten Todesursachen bei der Rasse. Symptome wie Husten, Belastungsintoleranz und Atemnot sollten umgehend abgeklÀrt werden.

Weitere relevante Erkrankungen: Legg-CalvĂ©-Perthes-Erkrankung (aseptische HĂŒftkopfnekrose, vor allem bei jungen Hunden), Patellaluxation sowie Kupferspeicherkrankheit der Leber.

Empfohlene Vorsorgeuntersuchungen umfassen: Patella-Beurteilung vor der Zucht, Augenuntersuchung (ECVO), Leberwerte im Blutbild ab dem mittleren Alter sowie jĂ€hrliche Hautkontrollen. Übergewicht erhöht das Risiko fĂŒr Gelenkprobleme und sollte durch regelmĂ€ĂŸige Gewichtskontrolle vermieden werden.

12Strukturdaten

Gesundheit nach Zahlen

Gesundheit

AnfÀllige Erkrankungen

Atopische Dermatitis CraniomandibulÀre Osteopathie Kniescheibenprobleme

Empfohlene Gesundheitstests

Hautuntersuchung Kniescheibenkontrolle

13Mythen ↔ RealitĂ€t

Was ĂŒber diese Rasse oft falsch erzĂ€hlt wird

FĂŒnf Mythen, fĂŒnf RealitĂ€ten, fĂŒnf Quellen.

1

„Der Westie ist ein pflegeleichter Schoßhund fĂŒr Stadtmenschen ohne viel Erfahrung.

Der Westie ist ein Arbeitsterrier mit ausgeprĂ€gtem Jagdtrieb und hohem Eigensinn. Er benötigt tĂ€glich 60–90 Minuten Bewegung sowie geistige Auslastung. Ohne konsequente FĂŒhrung entwickelt er Verhaltensweisen wie exzessives Bellen, Buddeln und LeinenreaktivitĂ€t. Ersthalter sind nicht grundsĂ€tzlich ausgeschlossen, mĂŒssen jedoch bereit sein, professionelle Begleitung in Anspruch zu nehmen.

www.kft.de

2

„Das weiße Fell des Westies ist leicht zu pflegen.

Das drahtige Deckhaar des Westies erfordert regelmĂ€ĂŸiges Trimmen — in der Regel alle 8 bis 12 Wochen durch einen Fachmann. Scheren verĂ€ndert die Fellstruktur dauerhaft und kann die natĂŒrliche Wetterfestigkeit beeintrĂ€chtigen. ZusĂ€tzlich neigt die Rasse zu Hauterkrankungen (u. a. Westie Armadillo Syndrome, atopische Dermatitis), die eine erhöhte Fellpflege-Aufmerksamkeit erfordern.

www.vetmed.fu-berlin.de

3

„Kleine Hunde wie der Westie benötigen kaum Erziehung.

Die KörpergrĂ¶ĂŸe eines Hundes korreliert nicht mit seinem Erziehungsbedarf. Der Westie verfĂŒgt ĂŒber einen ausgeprĂ€gten Jagdtrieb und eine hohe EigenstĂ€ndigkeit — beides genetisch verankerte Eigenschaften, die ohne Training zu Problemen im Alltag fĂŒhren. RĂŒckruftraining und Impulskontrolle sind fĂŒr diese Rasse besonders relevant.

rundum.dog

4

„Der Westie versteht sich mit allen anderen Hunden problemlos.

Der Westie kann bei guter Sozialisation vertrĂ€glich mit Artgenossen leben, zeigt jedoch typisches Terrier-Verhalten: Er weicht Konflikten selten aus und reagiert auf Provokation direkt. GegenĂŒber gleichgeschlechtlichen Hunden kann Dominanzverhalten auftreten. Eine frĂŒhzeitige und breite Sozialisation ist entscheidend, ersetzt jedoch nicht die Bereitschaft des Halters, Begegnungen aktiv zu steuern.

www.kft.de

5

„Der Westie ist gesund und hat kaum rassetypische Erkrankungen.

Die Rasse zeigt eine erhöhte PrĂ€valenz fĂŒr atopische Dermatitis, Legg-CalvĂ©-Perthes-Erkrankung (HĂŒftkopfnekrose), Patellaluxation sowie die sogenannte Westie Lung Disease (Idiopathische Lungenfibrose). Laut einer Studie der UniversitĂ€t Edinburgh (2013) zĂ€hlt die idiopathische Lungenfibrose beim Westie zu den hĂ€ufigsten Todesursachen im Alter. RegelmĂ€ĂŸige Vorsorgeuntersuchungen sind daher kein optionaler Zusatz.

www.ncbi.nlm.nih.gov

Mehr zur RealitĂ€t dieser Rasse — und warum sie ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig in Tierheimen landet.Zur Tierschutz-Perspektive →

14Tierschutz

Die Tierschutz-Perspektive

Vermehrer-Markt, Designer-Versionen, Tierheim-RealitĂ€t — was niemand auf der Welpen-Anzeige schreibt.

Der Westie zĂ€hlt zu den Rassen, die regelmĂ€ĂŸig in Tierheimen und bei Tierschutzvereinen landen — nicht wegen Aggression, sondern wegen enttĂ€uschter Erwartungen. HĂ€ufige AbgabegrĂŒnde sind Bellverhalten, Buddelei im Garten, Jagdtrieb gegenĂŒber Kleintieren und die Schwierigkeit, den Hund im Freilauf zu kontrollieren. Diese Verhaltensweisen sind keine Erziehungsfehler — sie sind Terrier-Genetik. Wer das vor dem Kauf nicht einplant, ĂŒbergibt den Hund oft nach wenigen Monaten.

Der Vermehrer-Markt nutzt die PopularitĂ€t des Westies gezielt aus. Weiße Welpen mit rundem Gesicht werden ĂŒber Kleinanzeigenportale zu Preisen zwischen 500 und 1.200 Euro angeboten — ohne Gesundheitstests, ohne Ahnentafel, ohne Sozialisation. Diese Hunde tragen ein erhöhtes Risiko fĂŒr Hauterkrankungen, Patellaluxation und VerhaltensauffĂ€lligkeiten. Der gĂŒnstige Kaufpreis wird durch höhere Folgekosten beim Tierarzt hĂ€ufig mehr als ausgeglichen.

Designer-Versionen des Westies — etwa Kreuzungen mit anderen kleinen Rassen unter Fantasienamen — bieten keine gesundheitlichen Vorteile gegenĂŒber seriös gezĂŒchteten Reinrassigen. Der Hybridvigour-Effekt tritt nur unter kontrollierten Bedingungen auf und ist bei Zufallskreuzungen nicht belegt.

Die Vermittlung eines erwachsenen Westies aus dem Tierschutz ist eine gleichwertige Option. Erwachsene Hunde zeigen ihr Wesen bereits klar — Charakter, TriebstĂ€rke und Sozialverhalten sind einschĂ€tzbar. Viele Tierschutz-Westies wurden abgegeben, weil ihre Halter ĂŒberfordert waren, nicht weil mit dem Hund etwas nicht stimmte. Mit der richtigen Erwartungshaltung und Erfahrung können diese Hunde sehr gut in neue Haushalte integriert werden. Organisationen wie der Klub fĂŒr Terrier e.V. vermitteln Kontakte zu Rassetierschutz-Stellen.

15Kosten · Transparenz

Was diese Rasse realistisch kostet

Ein Westie-Welpe aus seriöser Zucht mit FCI-Papieren, Gesundheitstests und tierÀrztlicher Erstversorgung kostet im deutschsprachigen Raum zwischen 1.200 und 1.800 Euro. Angebote deutlich darunter stammen hÀufig aus nicht kontrollierten Zuchten ohne Gesundheitsdokumentation.

Die jĂ€hrlichen Lebenshaltungskosten liegen je nach Haltungsform bei etwa 1.500 bis 2.500 Euro. Darin enthalten sind: hochwertiges Futter (ca. 400–700 Euro/Jahr), regelmĂ€ĂŸiges Trimmen beim Groomer alle 8–12 Wochen (ca. 50–80 Euro pro Termin, also 400–600 Euro/Jahr), Grundausstattung, Zubehör und Hundeschule im ersten Jahr.

TierĂ€rztliche Routinekosten (Impfungen, Parasitenvorsorge, jĂ€hrliche Untersuchung) belaufen sich auf etwa 300–500 Euro pro Jahr. Hinzu kommen mögliche Behandlungskosten bei rassetypischen Erkrankungen wie Hautproblemen oder Patellaluxation, die schnell mehrere hundert bis ĂŒber tausend Euro erreichen können.

Eine Hundekrankenversicherung oder Tierkrankenversicherung ist fĂŒr den Westie empfehlenswert, da die Rasse ein erhöhtes Risiko fĂŒr chronische Erkrankungen trĂ€gt. Monatliche PrĂ€mien liegen je nach Anbieter und Leistungsumfang zwischen 30 und 80 Euro. Ein Kostenvergleich vor Abschluss lohnt sich.

16Welpensuche

Worauf du bei der Zuchtwahl achten musst

  • Ein seriöser ZĂŒchter lĂ€sst die Welpen beim Muttertier aufwachsen, zeigt beide Elterntiere oder zumindest die Mutter, und stellt Gesundheitszertifikate (Patella, Augen, ggf.
  • Die Welpen verlassen die Zucht frĂŒhestens mit 8 Wochen, sind geimpft, entwurmt und mikrochip-markiert.
  • Ein ZĂŒchter, der Welpen ohne Besichtigung oder auf Vorauszahlung per Versand anbietet, ist ein Warnsignal.
  • (kft.de) fĂŒhrt eine ZĂŒchterliste mit VDH-angeschlossenen ZuchtstĂ€tten.
  • Diese ZĂŒchter unterliegen Zuchtordnungen, die Mindeststandards fĂŒr Gesundheitstests und Haltungsbedingungen vorschreiben.
  • Die Vermittlung eines erwachsenen Westies ĂŒber den Tierschutz ist eine gleichwertige Alternative.
  • Rassetierschutz-Organisationen und Tierheime vermitteln regelmĂ€ĂŸig Westies, deren Charakter und Gesundheitszustand bereits bekannt sind.
  • Das reduziert Unsicherheiten gegenĂŒber einem Welpen erheblich.
  • Vorsicht bei Angeboten auf allgemeinen Kleinanzeigenportalen ohne Vereinszugehörigkeit, ohne Besichtigungsmöglichkeit und mit sehr niedrigen Preisen.
  • Diese Hunde stammen hĂ€ufig aus VerhĂ€ltnissen, die weder Gesundheit noch Sozialisation ausreichend berĂŒcksichtigen.

FAQ

HĂ€ufige Fragen zum West Highland White Terrier (Westie)

Ist West Highland White Terrier (Westie) fĂŒr AnfĂ€nger geeignet?

West Highland White Terrier (Westie) gilt als fĂŒr Ersthundehalter geeignet.

Ist West Highland White Terrier (Westie) ein Familienhund?

West Highland White Terrier (Westie) gilt bei guter Sozialisierung und artgerechter Haltung als familientauglich.

Wie hoch ist der Bewegungsbedarf von West Highland White Terrier (Westie)?

Mindestens rund 60 Minuten Bewegung pro Tag.

Passt West Highland White Terrier (Westie) in eine Wohnung?

Mit genĂŒgend Auslauf und BeschĂ€ftigung lĂ€sst sich West Highland White Terrier (Westie) auch in einer Wohnung halten.

Welche Grösse und welches Gewicht hat West Highland White Terrier (Westie)?

Ausgewachsen erreicht West Highland White Terrier (Westie) etwa 25–28 cm Widerristhöhe und wiegt rund 6–10 kg.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von West Highland White Terrier (Westie)?

Die Lebenserwartung von West Highland White Terrier (Westie) liegt bei etwa 12–16 Jahren.

Welche Krankheiten treten bei West Highland White Terrier (Westie) hÀufig auf?

Atopische Dermatitis CraniomandibulÀre Osteopathie Kniescheibenprobleme

17Rasseclubs

Offizielle Rasseclubs in DACH

FCI-Rassestandard (PDF)

Mitmachen

Hast du ein gutes Foto von deinem West Highland White Terrier (Westie)?

Wir suchen ausdrucksstarke Bilder fĂŒr unsere Rasseportraits. Reiche deins ein, die Redaktion prĂŒft jede Einsendung vor der Veröffentlichung.

Foto einreichen →

Fazit

Passt diese Rasse zu dir?

Hautkrankheiten hĂ€ufig – auf ErnĂ€hrung und Umweltreize achten