Tierischer Kummer: Wenn der Hund trauert

Hund schaut sehr traurig, trauert

Wenn ein Hund einen geliebten Menschen oder Artgenossen verliert, kann man oft beobachten, dass er auf seine eigene Weise trauert. Obwohl es nicht wissenschaftlich belegt ist, ob Hunde tatsächlich trauern, sprechen viele Indizien dafür. Wir befassen uns heute mit dem Thema Trauer bei Hunden und was wir tun können, um unsere treuen Gefährten bei Abschiedsschmerz und Kummer zu unterstützen.

Trauern Hunde wirklich?

Es gibt zwar keine wissenschaftlichen Studien, die das eindeutig widerlegen oder bestätigen. Tatsache ist aber, dass Hunde hochsoziale Lebewesen sind und als solche in sogenannten „Sozialverbänden“ (Rudeln) leben. Dazu zählen sowohl die Menschen (Halter, Haushaltsmitglieder, bekannte Gesichter) als auch Artgenossen, z.B. in einem Mehrhundehaushalt.

Und es lässt sich sehr häufig beobachten, dass Hunde merklich ihr Verhalten ändern, wenn jemand aus besagtem Sozialverband verstirbt. Es ist also nachvollziehbar, falls der Hund in diesem Fall Anzeichen von Einsamkeit oder sonstige Verhaltensänderungen zeigt. Kurzum: der Hund trauert.

Anzeichen dafür, dass der Hund trauert

Kennst du zufällig die fünf Phasen der Trauer? Vielleicht kann man das nicht 1:1 auf Hunde auslegen. Dennoch stellen wir auch hier einige Gemeinsamkeiten fest.

  1. Verdrängung
  2. Wut/Zorn
  3. Verhandlung
  4. Verzweiflung
  5. Akzeptanz

Verliert ein Hund ein geliebtes Mitglied seines Rudels, ist es möglich, dass er bestimmte „Symptome“ zeigt, die darauf schliessen lassen, dass er tatsächlich trauert. Eher selten „überspringen“ Hunde die Zwischenphasen der Trauer, sie gehen von der Verdrängung unmittelbar zur Akzeptanz über. Bei Hunden beobachtet man besonders oft die vierte Phase der Trauer: Verzweiflung. Diese zeigt sich durch merklich verändertes Verhalten. Beispiele dafür sind:

  • Appetitverlust oder Futterverweigerung
  • Hund ist plötzlich sehr anhänglich
  • Ruhelosigkeit, Umherwandern
  • Vermehrtes Zurückziehen
  • Häufiges Winseln
  • Verminderter Spieltrieb
  • Selteneres Schwanzwedeln zur Begrüssung oder aus Freude

Wie kann ich meinem Hund helfen, wenn er trauert?

Abschied nehmen

Wir Menschen brauchen auch unsere Rituale, um von geliebten Mitmenschen Abschied zu nehmen. Warum sollte es bei Hunden anders sein? Falls möglich, wäre es sinnvoll, den Hund ein letztes Mal am verschiedenen Artgenossen schnuppern zu lassen – sie erkennen durchaus, dass der Gefährte nicht mehr lebt. Das ist bei weitem besser, als wenn der vertraute und gewohnte Zweithund „ganz plötzlich“ einfach verschwunden ist. Es mag zwar etwas pietätlos anmuten, aber beim Abschied von einem Menschen könnte es ähnlich aussehen. Nimm deinen Hund vielleicht mit zur Beerdigung und lass ihn kurz in die Nähe vom Sarg.

Trauer erlauben

Der Hund trauert, und das ist erstmal in Ordnung. Wir erwarten nicht, dass von heute auf morgen alles wieder seinen gewohnten Gang geht. Dazu zählen auch erstmal seltsame Rituale, wie den verschiedenen Gefährten suchen oder an einem bestimmten Platz auf ihn warten. Nähere dich langsam an den trauernden Hund an, statt derartiges Verhalten abrupt zu verbieten oder zu unterbinden.

Sicherheit durch Normalität

Wahrscheinlich trauert nicht nur dein Hund, sondern auch du selbst. Diese Zeit ist wichtig für euch beide, aber irgendwann muss sie vorübergehen. Wenn du der erste bist, der die Trauer überwindet, kannst du deinen Hund entsprechend anleiten. Zu einem vertrauten Alltag zurückzukehren, verschafft deinem Hund das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

Die Trauer überwinden

Es ist schwer zu sagen, wie viel Trauer normal ist und wann es zu viel wird. Gerade schwere Ausprägungen, z.B. Fressunlust, machen es aber unter Umständen erforderlich, dass du deinen Hund aktiv aus seiner Trauer herausführst. Suche für ihn eine gesunde Form von Ablenkung. Dabei helfen beispielsweise besondere Ausflüge (schwimmt dein Hund gern? Dann ab an den See!), ausgiebig Zeit für Spaziergänge (inklusive besonderer Routen z.B. durch einen Wald) und neue Herausforderungen (Spiele, Parcours, Sportarten…). Dabei gilt: Fordern ja, überfordern nein. Die genannten Tipps wirken aber gelegentlich Wunder, weil der Hund dann plötzlich neue Lebensfreude verspürt.

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Ich habe schon geschrieben, noch bevor Computer selbstverständlich wurden. Schon als Kind habe ich mir die Schreibmaschine meiner Eltern geschnappt und drauflos getippt: Geschichten, Beobachtungen, Gedanken. Hauptsache Worte. Mein Zugang zu Hunde-Themen ist kein klassischer. Lange Zeit war ich eher skeptisch, geprägt von weniger guten Erfahrungen. Umso mehr hat es mich überrascht, als ich – dank Roger – erlebt habe, wie verantwortungsvoll und bewusst gute Hundehaltung funktionieren kann. Dieser Perspektivwechsel begleitet meine Arbeit bis heute. Bei rundum.dog bin ich als Content Managerin an vielen Stellen beteiligt, an denen aus Ideen fertige Beiträge werden. Ich recherchiere Themen, plane Inhalte, schreibe Artikel, begleite Gastbeiträge redaktionell, veröffentliche Texte und betreue die Social-Media-Kanäle. Mein Blick richtet sich dabei immer auf das grosse Ganze: Welche Themen sind relevant? Welche Fragen stehen dahinter? Und wie lassen sich Inhalte so aufbereiten, dass sie verständlich, fundiert und für unsere Leser wirklich hilfreich sind? Ich glaube, dass Emotionen allein nicht ausreichen. Gute Entscheidungen entstehen dort, wo Information, Selbstreflexion und Bereitschaft zum Hinterfragen zusammenkommen. Mit meinen Texten möchte ich genau dazu beitragen.