Hunderasse · FCI-Gruppe 9

Coton de Tuléar

Starke Bindung, tägliche Fellpflege und konsequente Erziehung sind keine Extras — sie sind das Grundprofil des Coton de Tuléar.

Größe 22–30 cmGewicht 4–6 kgLebenserwartung 14–19 JahreFCI-Standard Nr. 283
KleinLanghaarRuhig
Passt diese Rasse zu dir? Schnellcheck →
Foto eines Coton de Tuléar – KI-generiert (Imagen 4) für rundum.dog
KI-generiertes Symbolbild · zeigt einen typischen Vertreter der Rasse, keinen konkreten Hund.

01Einleitung

Was den Coton de Tuléar ausmacht

Einleitung

Der Coton de Tuléar ist ein kleiner weisser Begleithund aus Madagaskar, FCI-Gruppe 9, mit watteartigem Fell, hypoallergen und langlebig, Widerristhöhe 22–30 cm.

02Kurzfazit

In einem Absatz

Wenn du nur 30 Sekunden Zeit hast.

Der Coton de Tuléar ist ein kleiner Begleithund aus Madagaskar mit baumwollartigem Fell, hohem Sozialbedarf und einer ausgeprägten Bindung an seine Bezugsperson. Wer täglich 45 bis 60 Minuten Bewegung, regelmäßige Fellpflege und eine strukturierte Alltagsführung einplant, erhält einen aufmerksamen, lernfähigen Hund mit einer Lebenserwartung von 14 bis 16 Jahren. Die Rasse verzeiht Inkonsistenz selten.

03Steckbrief

Eckdaten und Eignung

Steckbrief
Herkunft
Madagaskar
Ursprüngliche Aufgabe
Begleithund am Hof der madagassischen Könige
FCI
Nr. 283 · Gruppe 9 · Sektion 1: Bichons und verwandte Rassen
Schulterhöhe
22–30 cm
Gewicht
4–6 kg
Lebenserwartung
14–19 Jahre
Felltyp
Langhaar
Benötigte Bewegung
30 min/Tag
Welpenpreis
1'500–2'500 CHF
Wartezeit
9 Monate
Sportarten
Obedience · Tricks · Agility
Charakter-Profil
Aktivitätslevel 2/5
Freundlichkeit zu Fremden 5/5
Bellneigung 2/5
Jagdtrieb 1/5
Spieltrieb 4/5
Erfahrung nötig 1/5
Hitzetoleranz 4/5
Kältevertraeglichkeit 2/5

04Wesen

So zeigt sich der Coton de Tuléar im Alltag

Heimkommen

Beim Heimkommen begrüßt der Coton de Tuléar seine Bezugsperson mit sichtbarer Freude — nicht mit unkontrolliertem Springen, sondern mit aufmerksamem Beobachten und engem Körperkontakt. Er folgt durch die Wohnung, positioniert sich in Sichtweite und registriert Stimmungsveränderungen früh. Diese Bindungsintensität ist kein Zufall: Die Rasse wurde über Jahrhunderte auf Gesellschaft selektiert.

Im Alltag

Intern — was der Hund benötigt: Der Sozialbedarf liegt auf einer Skala von 1 bis 5 bei 5. Das bedeutet konkret: Der Coton de Tuléar benötigt täglich mehrere Stunden aktive Nähe, nicht nur physische Anwesenheit. Ein Halter, der im Homeoffice arbeitet und den Hund dabei hat, deckt diesen Bedarf anders als jemand, der acht Stunden außer Haus ist. Der Kopfarbeitsbedarf liegt bei 3 — kurze Trainingseinheiten, Suchspiele oder Nasenarbeit von zehn bis fünfzehn Minuten täglich reichen aus, um mentale Sättigung zu erreichen. Der Bewegungsbedarf ist moderat: 45 bis 60 Minuten täglich in zwei bis drei Einheiten genügen einem gesunden Erwachsenen.

Im Alltag

Extern — wie der Hund auf seine Umgebung reagiert: Fremden gegenüber zeigt der Coton de Tuléar eine ausgeprägte Offenheit — Freundlichkeit-Fremde liegt bei 5. Im Alltag heißt das: Besuch wird neugierig begrüßt, nicht misstrauisch beäugt. Auf der Hundewiese sucht er Kontakt zu Artgenossen. Der Jagdtrieb ist gering ausgeprägt; ein Freilauf in gesichertem Gelände ist in der Regel unproblematisch.

Im Alltag

Wichtig: Hoher Sozialbedarf und hohe Freundlichkeit gegenüber Fremden sind zwei verschiedene Dinge. Der Coton benötigt intensive Bindung an seine Bezugsperson — das macht ihn nicht zum gleichgültigen Hund, der jeden Menschen gleich behandelt. Die Bindung an die Hauptbezugsperson bleibt deutlich stärker als die Zuneigung zu Gästen. Wer diesen Unterschied nicht versteht, riskiert, die Trennungsangst zu unterschätzen.

05Bedürfnisse

Was diese Rasse täglich benötigt

Der Coton de Tuléar benötigt täglich 45 bis 60 Minuten Bewegung, aufgeteilt auf zwei bis drei Einheiten. Lange Wanderungen sind möglich, aber nicht zwingend — der Hund passt sein Tempo an ein moderates Aktivitätsniveau an. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit, nicht die Intensität.

Mentale Auslastung: Der Kopfarbeitsbedarf liegt im mittleren Bereich. Zehn bis fünfzehn Minuten Nasenarbeit, Suchspiele oder strukturiertes Tricktraining täglich reichen aus. Der Coton lernt schnell und arbeitet kooperativ — kurze, positive Einheiten mit klarer Struktur sind effektiver als lange Trainingsblöcke. Überforderung durch zu viele Reize in kurzer Zeit führt zu Unruhe, nicht zu besserer Leistung.

Sozialbedarf: Dies ist der entscheidende Faktor. Der Coton de Tuléar benötigt mehrere Stunden täglich in Gesellschaft — nicht passiv im selben Raum, sondern mit aktiver Interaktion. Alleinbleiben muss schrittweise aufgebaut werden; drei Stunden gelten als realistisches Maximum für einen gut konditionierten Hund. Wer regelmäßig länger abwesend ist, benötigt eine verlässliche Betreuungslösung: Hundesitter, Dogsharing oder eine Tagesbetreuung.

Fellpflege als Haltungsvoraussetzung: Das baumwollartige Fell benötigt tägliches oder mindestens alle zwei Tage stattfindendes Bürsten. Besonders anfällig für Verfilzungen sind die Bereiche hinter den Ohren, in den Achseln und an den Innenseiten der Läufe. Professionelle Pflege alle sechs bis acht Wochen ergänzt die Heimroutine. Wer diese Zeitinvestition nicht realistisch einplant, sollte die Rasse überdenken — Verfilzungen verursachen Schmerzen und sind ein häufiger Abgabegrund.

Erziehung: Positive Verstärkung und klare, konsistente Alltagsstruktur führen zuverlässig zum Ziel. Der Coton reagiert sensibel auf Inkonsistenz; fehlende Grenzen äußern sich in Bellverhalten oder Unsicherheit.

Bewegung

Niedrig

Kopfarbeit

Mittel

Sozialbedarf

Sehr hoch

Erziehung

Leicht

07Schnell-Check

08Eignung

Für wen passt diese Rasse — und für wen nicht

Passt zu

Der Coton de Tuléar passt zu Haltern, die einen Großteil des Tages zu Hause verbringen oder eine verlässliche Betreuungslösung organisieren können. Konkret geeignet sind:

Personen im Homeoffice oder mit flexiblen Arbeitszeiten, die den Hund in den Alltag integrieren und mehrere Stunden täglich aktive Nähe anbieten können.

Familien mit Kindern ab etwa 8 Jahren, in denen ein ruhiger, respektvoller Umgang mit dem Hund sichergestellt ist und mindestens eine erwachsene Person die tägliche Pflege und Erziehung übernimmt.

Ältere Halter mit moderatem Aktivitätsniveau, die 45 bis 60 Minuten Bewegung täglich leisten können und die Fellpflege entweder selbst durchführen oder regelmäßig einen Hundefriseur beauftragen.

Halter, die bereits Erfahrung mit bindungsintensiven Rassen haben und wissen, wie Trennungsangst präventiv aufgebaut wird.

Wohnungshaltung ist möglich, wenn die Bewegungseinheiten konsequent eingehalten werden. Ein Garten ist kein Muss, aber ein Vorteil für spontane Auslaufmöglichkeiten. Wichtig: Wer die Freundlichkeit des Coton gegenüber Fremden mit geringem Bindungsbedarf verwechselt, unterschätzt die Anforderungen dieser Rasse an die Hauptbezugsperson.

×Passt nicht zu

Der Coton de Tuléar passt nicht zu Haltern, die regelmäßig mehr als drei Stunden täglich außer Haus sind, ohne eine verlässliche Betreuungslösung zu haben. Die Rasse entwickelt bei unzureichender sozialer Anbindung Trennungsangst — das ist keine Charakterschwäche, sondern eine genetisch verankerte Eigenschaft.

Nicht geeignet ist die Rasse für Personen, die Fellpflege als Gelegenheitsaufgabe betrachten. Wer nicht bereit ist, täglich oder mindestens alle zwei Tage zu bürsten und regelmäßig professionelle Pflege zu beauftragen, riskiert Verfilzungen, die dem Hund Schmerzen bereiten.

Haushalte, die einen ruhigen, selbstständigen Hund ohne intensive Bindung suchen, werden mit dem Coton nicht glücklich. Die Rasse benötigt aktive Zuwendung — ein Hund, der stundenlang allein im Körbchen liegt, entspricht nicht dem Wesen dieser Rasse.

Wer die hohe Freundlichkeit des Coton gegenüber Fremden als Zeichen geringen Sozialbedarfs interpretiert, liegt falsch: Offenheit gegenüber Besuchern und intensive Bindung an die Bezugsperson sind zwei verschiedene Achsen. Wer diese Verwechslung nicht korrigiert, unterschätzt den tatsächlichen Betreuungsaufwand erheblich.

Auch für Halter, die Erziehung bei kleinen Hunden als optional betrachten, ist diese Rasse ungeeignet — fehlende Struktur äußert sich in Bellverhalten und Unsicherheit.

10Linien-Realität

Show-Linie, Arbeitslinie, Vermehrer-Markt

Der Coton de Tuléar verfügt über keine klassische Linien-Differenzierung im Sinne von Arbeitslinie, Showlinie oder Field-Trial-Linie. Die Rasse wurde ausschließlich als Gesellschaftshund gezüchtet — eine Aufgabentrennung, wie sie bei Retriever- oder Hüterrassen existiert, hat sich historisch nicht entwickelt.

In der Praxis lassen sich dennoch zwei Zucht-Kontexte unterscheiden: Madagassische Ursprungslinien und europäische FCI-konforme Zuchten. Madagassische Hunde gelten als genetisch enger und in ihrer Phänotyp-Varianz breiter — sie entsprechen nicht immer dem FCI-Standard von 1999. Europäische Zuchten orientieren sich konsequent am Standard, mit Fokus auf das charakteristische baumwollartige Fell, die Proportionen und das beschriebene Wesen.

Innerhalb der europäischen Zucht existieren Unterschiede in der Zuchtphilosophie: Einige Züchter legen den Schwerpunkt auf Ausstellungserfolge und damit auf Fellqualität und Proportionen; andere priorisieren Wesen und Gesundheitsparameter. Diese Unterschiede sind für Kaufinteressenten relevant — ein Gespräch mit dem Züchter über Zuchtziele und Gesundheitstests gibt Aufschluss darüber, welcher Schwerpunkt verfolgt wird.

Eine offizielle Linien-Klassifizierung durch die FCI existiert nicht. Die Rasse bleibt in Gruppe 9, Sektion 1.2, ohne Arbeitsprüfung — das spiegelt den historischen und aktuellen Verwendungszweck korrekt wider.

11Gesundheit · Realität

Was du beim Coton de Tuléar medizinisch einplanen musst

Die Lebenserwartung des Coton de Tuléar liegt zwischen 14 und 16 Jahren — damit gehört die Rasse zu den langlebigeren Hunden ihrer Größenklasse. Diese Spanne basiert auf Zuchtverbands-Daten und wird durch mehrere europäische Rasseclub-Erhebungen gestützt.

Rassetypische Gesundheitsrisiken umfassen folgende Bereiche:

Patellaluxation: Bei kleinen Rassen eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen. Eine Studie der Orthopedic Foundation for Animals (OFA) aus 2022 zeigt, dass bei Coton de Tuléar-Untersuchungen rund 8 % der getesteten Hunde eine Patellaluxation aufwiesen (OFA-Datenbank, Stand 2022). Seriöse Züchter lassen Elterntiere vor der Zucht röntgenologisch untersuchen.

Augenerkrankungen: Progressive Retinaatrophie (PRA) und Katarakt sind in der Rasse dokumentiert. Genetische Tests auf bekannte PRA-Mutationen sind verfügbar und sollten bei Zuchttieren nachgewiesen sein.

Zahngesundheit: Kleine Rassen neigen zu Zahnfehlstellungen und Zahnsteinbildung. Regelmäßige Zahnpflege ab dem Welpenalter sowie jährliche tierärztliche Zahnkontrollen reduzieren das Risiko von Parodontitis erheblich.

Hautirritationen: Das dichte Fell begünstigt Hautprobleme, wenn Pflege vernachlässigt wird. Verfilzungen führen zu Druckstellen und Entzündungen.

Übergewicht: Der Coton de Tuléar neigt bei falscher Fütterung zu Übergewicht, was die Gelenke zusätzlich belastet. Das Gewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden; bei einem Normalgewicht von 4 bis 6 kg sind bereits 500 Gramm Mehrgewicht relevant.

Empfohlene Vorsorgeuntersuchungen: Jährliche Allgemeinuntersuchung, Zahnkontrolle, Augenuntersuchung beim Spezialisten alle zwei Jahre, Patella-Beurteilung beim Welpen und im Junghundalter.

12Strukturdaten

Gesundheit nach Zahlen

Gesundheit

Anfällige Erkrankungen

Patellaluxation, Herzprobleme, progressive Retinaatrophie

Empfohlene Gesundheitstests

Patella-Screening, Herzuntersuchung, Augenuntersuchung

13Mythen ↔ Realität

Was über diese Rasse oft falsch erzählt wird

Fünf Mythen, fünf Realitäten, fünf Quellen.

1

"Der Coton de Tuléar ist hypoallergen und löst keine Allergien aus."

Kein Hund ist vollständig allergiefrei. Allergische Reaktionen entstehen primär durch das Protein Can f 1 im Speichel und in Hautschuppen — nicht durch das Fell selbst. Das baumwollartige Fell des Coton verliert zwar wenig Haar, was die Allergenverteilung im Raum reduzieren kann. Eine Garantie gegen allergische Reaktionen liefert das jedoch nicht. Allergiker sollten vor der Anschaffung einen Allergologen konsultieren und Kontakttests durchführen.

www.akc.org

2

"Kleine Hunde benötigen keine konsequente Erziehung."

Der Coton de Tuléar reagiert sensibel auf Inkonsistenz in der Alltagsführung. Fehlende Grenzen äußern sich bei dieser Rasse häufig in übermäßigem Bellverhalten, Trennungsangst oder Unsicherheit gegenüber unbekannten Reizen. Größe ist kein Maßstab für Erziehungsbedarf. Der FCI-Standard beschreibt das Wesen als eines der wichtigsten Rassemerkmale — ein Wesen, das durch konsequente Führung geformt wird.

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3

"Der Coton de Tuléar kann problemlos lange allein bleiben, weil er ruhig ist."

Der Coton de Tuléar weist einen hohen Sozialbedarf auf. Die Rasse ist auf enge Bindung an ihre Bezugsperson ausgerichtet — das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger Selektion als Gesellschaftshund. Langes Alleinbleiben ohne vorherigen, schrittweisen Aufbau führt bei vielen Exemplaren zu Trennungsangst. Drei Stunden gelten als realistisches Maximum für einen gut konditionierten Hund; mehr erfordert professionelle Begleitung.

www.tierschutzbund.de

4

"Das lange Fell des Coton pflegt sich von selbst, weil es nicht verfilzt wie andere Rassen."

Das baumwollartige Fell des Coton de Tuléar verfilzt — besonders in den Bereichen hinter den Ohren, in den Achseln und an der Innenseite der Läufe. Ohne tägliches oder mindestens alle zwei Tage stattfindendes Bürsten entstehen Matten, die schmerzhaft auf die Haut drücken und nur durch Scheren entfernt werden können. Regelmäßige professionelle Pflege alle sechs bis acht Wochen ergänzt die Heimroutine.

rundum.dog

5

"Der Coton de Tuléar ist ein reiner Schoßhund ohne eigenen Willen."

Der FCI-Standard beschreibt den Coton als intelligent und mit lebhaftem Ausdruck. Die Rasse zeigt Eigeninitiative, beobachtet ihre Umgebung aufmerksam und reagiert auf Stimmungen ihrer Bezugsperson. Tricktraining, Nasenarbeit und leichte Hundesportarten werden von vielen Exemplaren mit Interesse aufgenommen. Wer den Coton ausschließlich als passiven Begleiter hält, unterschätzt seinen mentalen Bedarf.

rundum.dog

Mehr zur Realität dieser Rasse — und warum sie überdurchschnittlich häufig in Tierheimen landet.Zur Tierschutz-Perspektive →

14Tierschutz

Die Tierschutz-Perspektive

Vermehrer-Markt, Designer-Versionen, Tierheim-Realität — was niemand auf der Welpen-Anzeige schreibt.

Der Coton de Tuléar ist in der DACH-Region kein Massenprodukt — aber auch keine Rasse, die vollständig vor problematischen Zuchtpraktiken geschützt ist.

Vermehrer-Markt: Auf Kleinanzeigenplattformen werden Coton-Welpen regelmäßig ohne Nachweis von Gesundheitstests, ohne Ahnentafel und zu Preisen weit unter dem Marktniveau angeboten. Preise unter 800 Euro für einen Welpen mit Papieren sind ein Warnsignal — seriöse Zucht mit Gesundheitstests, tierärztlicher Begleitung und Sozialisation kostet mehr. Wer einen Welpen ohne Besichtigung der Mutter, ohne Einsicht in Gesundheitsdokumente und ohne Zuchtverbandsanbindung kauft, finanziert Strukturen, die Tierwohl systematisch unterordnen.

Designer-Versionen: Kreuzungen mit dem Namen „Coton-Mix" oder ähnlichen Bezeichnungen werden vermarktet, ohne dass die Eigenschaften des Coton — Fell, Wesen, Gesundheitsprofil — verlässlich vererbt werden. Kaufinteressenten sollten wissen, dass solche Bezeichnungen keine Rassegarantie darstellen.

Zucht- und haltungsbedingte Probleme: Die häufigsten Abgabegründe für Coton de Tuléar in Tierschutzorganisationen sind unterschätzter Pflegeaufwand und Trennungsangst. Beides ist vorhersehbar: Das Fell benötigt täglich Pflege, und die Rasse ist genetisch auf enge Bindung ausgerichtet. Wer diese Faktoren vor der Anschaffung nicht realistisch einplant, schafft eine Situation, die für Hund und Halter belastend wird.

Vermittlung als gleichwertige Option: In der DACH-Region sind Coton de Tuléar im Tierschutz selten, aber nicht inexistent. Rasseclub-Vermittlungen und spezialisierte Tierschutzorganisationen vermitteln gelegentlich erwachsene Hunde, deren Vorgeschichte bekannt ist. Ein erwachsener Hund hat den Vorteil, dass Wesen und Gesundheitsstatus bereits einschätzbar sind. Die Suche über den Schweizer Coton Club (CTCS) oder den deutschen Rasseclub ist ein sinnvoller erster Schritt — unabhängig davon, ob ein Welpe oder ein erwachsener Hund gesucht wird.

15Kosten · Transparenz

Was diese Rasse realistisch kostet

Die Anschaffungskosten für einen Coton de Tuléar aus seriöser Zucht mit Ahnentafel und Gesundheitstests liegen in der DACH-Region zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Angebote deutlich darunter — insbesondere ohne Zuchtverbandsanbindung — sind ein Hinweis auf fehlende Gesundheitsvorsorge oder Vermehrerzucht.

Laufende Kosten pro Jahr (Richtwerte):
- Futter: 400 bis 700 Euro, abhängig von Qualität und Fütterungsform
- Fellpflege (professionell, alle 6–8 Wochen): 600 bis 1.000 Euro; wer selbst pflegt, reduziert diesen Posten erheblich, benötigt aber Ausrüstung (Bürsten, Schere, Trockner: Einmalinvestition ca. 100–200 Euro)
- Tierarzt (Routine): 200 bis 400 Euro jährlich für Impfungen, Parasitenvorsorge und Jahresuntersuchung
- Tierarzt (ungeplant): Rücklagen von 1.000 bis 2.000 Euro pro Jahr werden empfohlen; Patellaluxation-Operationen kosten je nach Schweregrad 1.500 bis 3.500 Euro
- Hundehaftpflichtversicherung: 50 bis 120 Euro jährlich (je nach Kanton/Bundesland und Anbieter)
- Krankenversicherung (optional): 300 bis 800 Euro jährlich, sinnvoll angesichts möglicher orthopädischer Eingriffe

Gesamtkosten im ersten Jahr (inkl. Anschaffung und Erstausstattung): realistisch 3.500 bis 5.500 Euro. Ab dem zweiten Jahr: 1.500 bis 3.000 Euro jährlich, ohne größere Tierarztkosten.

16Welpensuche

Worauf du bei der Zuchtwahl achten musst

  • Ein seriöser Züchter lässt sich an konkreten Merkmalen erkennen: Die Mutter des Wurfes ist vor Ort und kann besichtigt werden.
  • Gesundheitsnachweise für Elterntiere — mindestens Patella-Beurteilung und Augenuntersuchung — liegen schriftlich vor.
  • Der Züchter ist einem anerkannten Zuchtverband angeschlossen, etwa dem Coton de Tuléar Club Schweiz (CTCS) oder einem VDH-Mitgliedsverein.
  • Welpen verlassen den Bestand frühestens mit acht Wochen, sind geimpft, entwurmt und gechippt.
  • Warnsignale: Kein Besichtigungstermin möglich, Welpen werden auf Parkplätzen übergeben, mehrere Würfe gleichzeitig verfügbar, kein Interesse an der Lebenssituation des Käufers, Druck zur schnellen Entscheidung.
  • Vermittlung als gleichwertige Option: Erwachsene Coton de Tuléar werden gelegentlich über Rasseclub-Vermittlungen oder Tierschutzorganisationen angeboten.
  • Ein erwachsener Hund bringt den Vorteil mit, dass Wesen, Gesundheitsstatus und Verhalten bereits einschätzbar sind.
  • Die Eingewöhnungszeit benötigt Geduld, ist aber mit strukturierter Begleitung gut gestaltbar.
  • Der CTCS (swisscotonclub.ch) ist ein sinnvoller Ausgangspunkt für die Suche — sowohl nach Züchtern als auch nach Vermittlungshunden.

FAQ

Häufige Fragen zum Coton de Tuléar

Ist Coton de Tuléar für Anfänger geeignet?

Coton de Tuléar gilt als für Ersthundehalter geeignet.

Ist Coton de Tuléar ein Familienhund?

Coton de Tuléar gilt bei guter Sozialisierung und artgerechter Haltung als familientauglich.

Wie hoch ist der Bewegungsbedarf von Coton de Tuléar?

Mindestens rund 30 Minuten Bewegung pro Tag.

Passt Coton de Tuléar in eine Wohnung?

Mit genügend Auslauf und Beschäftigung lässt sich Coton de Tuléar auch in einer Wohnung halten.

Welche Grösse und welches Gewicht hat Coton de Tuléar?

Ausgewachsen erreicht Coton de Tuléar etwa 22–30 cm Widerristhöhe und wiegt rund 4–6 kg.

Wie hoch ist die Lebenserwartung von Coton de Tuléar?

Die Lebenserwartung von Coton de Tuléar liegt bei etwa 14–19 Jahren.

Ist Coton de Tuléar für Allergiker geeignet?

Coton de Tuléar gilt als vergleichsweise allergikerfreundlich. Eine Garantie gibt es nie — teste den direkten Kontakt vorab.

Welche Krankheiten treten bei Coton de Tuléar häufig auf?

Patellaluxation, Herzprobleme, progressive Retinaatrophie

17Rasseclubs

Offizielle Rasseclubs in DACH

FCI-Rassestandard (PDF)
Fazit

Passt diese Rasse zu dir?

Einer der freundlichsten, langlebigsten Kleinhunde. Hypoallergen, stadtgeeignet. Baumwoll-artiges Fell braucht intensive Pflege.