Schildkröte schenken

Schildkröte

Schildkröten können sehr alt werden. Werden sie als Heimtiere gehalten, muss über eine lange Zeit für sie gesorgt werden. Schildkröten sind deshalb keine idealen Heimtiere für Kinder – auch weil sie keine Kuscheltiere sind.  Wie alle Reptilien sind Schildkröten wechselwarme Tiere. Ihre Körpertemperatur hängt von der Umgebungstemperatur ab. Es ist daher für Schildkröten lebenswichtig, sich an der Sonne aufwärmen zu können. Werden in unserem Klima Schildkröten als Heimtiere gehalten, muss ihnen bei den vielen kühlen Regentagen ein Ersatz für die Sonne angeboten werden. Schildkröten bekommen die für sie wichtige Wärme etwa in einem Frühbeet, einem Wintergarten oder einem Treibhaus mit Wärmestrahlern. Schildkröten sind Wildtiere. Im Gegensatz zu Hunden und Katzen nehmen sie Menschen nicht als Sozialpartner wahr. Es bereitet Schildkröten keine Freude, wenn sie aufgehoben und herumgetragen werden.

Haltung und Pflege

Ein Gehege im Garten ist ideal für Land-, Wasser- und Sumpfschildkröten. Sonnige und schattige Plätze sind wichtig. Die Anlage sollte grosszügig angelegt sein. Je mehr Tiere, desto grösser. Von Innenterrarien ist abzuraten. Die gesetzlichen Mindestmasse für die Gehege der verschiedenen Schildkrötenarten sind in der Tierschutzverordnung festgelegt. Empfehlenswert ist ein Freilandgehege, das 2 bis 3 Mal grösser ist als in der Tierschutzverordnung vorgeschrieben. Damit griechische Landschildkröten – die am häufigsten gehaltene Art in der Schweiz – nicht aus ihrem Gehege entweichen können, muss die Umzäunung mindestens 40 Zentimeter hoch sein. Wichtig sind auch genügend Rückzug- oder Versteckmöglichkeiten, so dass sich die Tiere ungestört ausruhen können. Weil verschiedene Schildkrötenarten unterschiedliche Bedürfnisse haben, sollte von einer Vergesellschaftung verschiedener Arten abgesehen werden.

Gesundheit

Schildkröten sind bei artgerechter Haltung robuste Tiere und erkranken selten. Dennoch können sie von Parasiten befallen werden oder sich verletzen. Von Laien werden Gesundheitsprobleme oft zu spät erkannt. Es gilt deshalb, sich bei Fachleuten oder in Fachbüchern über Schildkröten zu informieren. Im Ernstfall sollte ein Tierarzt konsultiert werden. Einen Tierarzt zu finden, der mit Schildkröten Erfahrung hat, kann jedoch schwierig werden. Es ist ratsam, sich bereits bei der Anschaffung einer Schildkröte nach einem Spezialisten zu suchen. Schildkröten sollten täglich beobachtet werden. Je besser man die eigenen Tiere kennt, desto eher fällt auf, wenn sich eines nicht normal verhält. Gesunde Schildkröten haben klare, glänzende Augen ohne Ausfluss und Verkrustungen. Auch die Nase ist frei von Verstopfung und Ausfluss. Sie kommen zum Futter, wenn sie gefüttert werden. Dem Schildkrötenpanzer sieht man allfällige Mangelerscheinungen an. So ist ein gesunder Panzer hart – er soll ja im Notfall schützen. Nur bei jungen Schildkröten ist er noch etwas weicher und elastischer.

Sozialkontakte

Reptilien sind keine sehr sozialen Tiere. Sie treffen sich vornehmlich zur Paarungszeit oder an reichen Futterquellen in grösseren Gruppen. Sie können deshalb gut einzeln gehalten werden. Bei einer Gruppenhaltung ist darauf zu achten, dass sich die Tiere in grosszügigen Freilandgehegen ausweichen können. Zu beachten ist hierbei auch die soziale Struktur innerhalb der Gruppe und das Geschlechterverhältnis. Es sollten immer mehr weibliche Schildkröten als Männchen in einem Gehege gehalten werden und keinesfalls ein Pärchen oder zwei Männchen mit einem Weibchen. Bei allfälligen Aggressionen müssen die Tiere vorübergehend oder dauerhaft getrennt werden. Vertragen sich Schildkröten nicht, kann dies auch ein Hinweis auf ein zu kleines Gehege sein.  

Tiere sind keine Geschenke

Bitte keine Tiere schenken!

Haustiere sind keine Geschenke und sollten nie spontan gekauft werden. Denn Haustiere zu halten, bedeutet eine langfristige Verantwortung für andere Lebewesen zu übernehmen. Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Bedürfnisse der Tiere und welchen Aufwand eine tierfreundliche Haltung mit sich bringt.

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