Der Akita ist eine beeindruckende Hunderasse aus Japan, die durch ihre würdevolle Ausstrahlung, Treue und Eigenständigkeit auffällt. Als Symbol für Loyalität und Mut wurde der Akita nicht nur zur Nationalrasse Japans erklärt, sondern weltweit für sein starkes Wesen bekannt. Doch hinter der majestätischen Erscheinung verbirgt sich ein Hund, der klare Regeln, Erfahrung im Umgang und viel Verständnis für sein individuelles Naturell benötigt. Wer sich mit dem Akita beschäftigt, entdeckt eine urtümliche Rasse mit faszinierender Geschichte und einem besonderen Charakter, der nicht mit jedem Alltag kompatibel ist – aber mit der richtigen Bezugsperson zu einem tief verbundenen Gefährten werden kann.

In diesem Ratgeber erfährst Du alles, was Du über die Rasse Akita wissen musst – von ihrer Herkunft über ihre Haltung bis hin zu Gesundheit, Pflege und Zuchtfragen. Die Informationen basieren auf aktuellen kynologischen Erkenntnissen, tierschutzrelevanten Aspekten und praktischen Erfahrungswerten.

Herkunft und Geschichte des Akita

Der Akita zählt zu den ältesten und ursprünglichsten Hunderassen der Welt. Seine Wurzeln reichen tief in die japanische Kultur zurück, wo er nicht nur als Jagd- und Wachhund, sondern auch als Symbol für Mut, Treue und Gesundheit verehrt wurde. Benannt wurde die Rasse nach der Präfektur Akita im Norden der japanischen Hauptinsel Honshū, wo sie sich über Jahrhunderte entwickelte.

Ursprünglich wurde der Akita – oder genauer der „Akita Matagi“ – zur Großwildjagd eingesetzt, unter anderem auf Bären, Wildschweine und Hirsche. Diese Urform war kleiner und wendiger als der heutige Standard-Akita. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Rasse durch bewusste Zuchtmassnahmen verändert, insbesondere während der Edo-Zeit (1603–1868), als sie zunehmend als Statussymbol des Adels galt und gezielt vergrößert wurde.

Im frühen 20. Jahrhundert wurden europäische und amerikanische Rassen wie Mastiffs oder Deutsche Schäferhunde eingekreuzt, um den Akita zu einem imposanteren Wachhund zu machen. Diese Vermischung führte zu einem Verlust ursprünglicher Merkmale – woraufhin japanische Züchter und Kynologen in den 1930er Jahren gezielte Rückzuchten einleiteten, um die „Reinheit“ der Rasse zu erhalten. 1931 wurde der Akita als „Nationales Naturdenkmal Japans“ anerkannt.

International bekannt wurde der Akita durch die Geschichte von Hachikō, einem Rüden, der neun Jahre lang täglich am Bahnhof Shibuya in Tokio auf sein verstorbenes Herrchen wartete. Die Geschichte rührte ganz Japan – und später die ganze Welt. Eine Bronzestatue von Hachikō steht noch heute am Bahnhof, und seine Geschichte wurde mehrfach verfilmt.

In den USA entstand nach dem Zweiten Weltkrieg eine eigene Variante: der American Akita (auch Great Japanese Dog genannt). Diese Linie ist massiger, bärenartiger und in mehr Farbschlägen erlaubt als der japanische Typ. Beide Varianten gelten inzwischen als eigenständige Rassen: Der Akita Inu (japanischer Typ) wird vom FCI unter der Standardnummer 255 geführt, der American Akita unter 344.

Aussehen & Grösse des Akita

Der Akita ist ein kraftvoller, imposanter Hund mit einer majestätischen Ausstrahlung. Sein Erscheinungsbild ist geprägt von starker Muskulatur, geradem Rücken, dichter Behaarung und der charakteristischen eingerollten Rute. Doch: Es gibt zwei unterschiedliche Typen, die sich deutlich unterscheiden – der Akita Inu (japanischer Typ) und der American Akita.

Der japanische Akita Inu

Der ursprüngliche, vom FCI als Standardrasse geführte Akita Inu besticht durch elegante Linien, einen fuchsähnlichen Kopf mit dreieckigen, nach vorn geneigten Ohren und eine meist helle Fellfarbe mit typischer „Urajiro“-Zeichnung (weisse Abzeichen an Brust, Wangen, Rutenunterseite, etc.). Seine Erscheinung wirkt edel, ruhig und ausgewogen.

  • Grösse Rüden: ca. 64–70 cm
  • Grösse Hündinnen: ca. 58–64 cm
  • Gewicht: 30–40 kg, je nach Körperbau
  • Fell: Dichtes Stockhaar mit weicher Unterwolle
  • Farben: Rot, Sesam, Weiss, gestromt – jeweils mit Urajiro-Zeichnung

Der American Akita

Der American Akita ist kräftiger, massiger und oft bärenhafter im Ausdruck. Er besitzt einen breiteren Schädel, tiefere Brust und darf laut Standard in deutlich mehr Farben vorkommen – darunter auch schwarz, grau, weiß, gescheckt oder mit Maske.

  • Grösse Rüden: 66–71 cm
  • Grösse Hündinnen: 61–66 cm
  • Gewicht: 40–60 kg, bei kräftigem Knochenbau
  • Fell: Ebenfalls Stockhaar mit dicker Unterwolle
  • Farben: Alle Farben erlaubt, auch mit Maske oder Scheckung

Beide Varianten sind von einem dichten, wetterfesten Fell umhüllt, das sie gegen Kälte hervorragend schützt. Die aufgerollte Rute liegt eng über dem Rücken und ist ein charakteristisches Merkmal der Rasse. Trotz aller Unterschiede haben beide Akita-Typen eine stolze, ruhige Haltung gemein – sie strahlen Selbstsicherheit und innere Stärke aus.

Wesen & Charakter des Akita

Der Akita ist ein ruhiger, stolzer und oft eigensinniger Hund mit starkem Charakter und ausgeprägtem Selbstbewusstsein. Er ist kein typischer „will to please“-Hund, sondern trifft gerne eigene Entscheidungen. Diese rassetypische Eigenständigkeit ist historisch bedingt – als ehemaliger Jagdhund auf Großwild wurde er gezielt auf Unabhängigkeit und Mut selektiert.

Typisch für den Akita ist seine stille Präsenz. Er bellt kaum, ist in der Regel sehr sauber, wirkt oft reserviert – aber niemals unterwürfig. Seine Loyalität gegenüber seiner Bezugsperson ist tief und ernsthaft, jedoch nicht überschwänglich. Er liebt mit Würde. Fremden gegenüber verhält er sich meist distanziert bis desinteressiert, manchmal auch wachsam. Ein Akita muss nicht jeden mögen – und das zeigt er klar, aber kontrolliert.

Innerhalb seiner Familie kann der Akita sehr anhänglich, sensibel und wachsam sein. Oft beobachtet er viel, analysiert Situationen still und entscheidet dann eigenständig. Diese Rasse schätzt klare Kommunikation, Konsequenz und ruhige Führung. Hektik, Druck oder laute Befehle führen schnell zu Rückzug oder sturem Widerstand.

Mit anderen Hunden – insbesondere gleichgeschlechtlichen – kann der Akita unverträglich sein. Viele zeigen ein ausgeprägtes Dominanzverhalten, dulden keine Provokationen und reagieren souverän, aber bestimmt. Frühzeitige Sozialisierung und umsichtiges Management sind hier entscheidend.

Der japanische Akita Inu ist tendenziell etwas sensibler, zurückhaltender und menschenbezogener als der kräftigere, oft territorialer auftretende American Akita. Beide Varianten teilen jedoch den ausgeprägten Wachinstinkt, die Beobachtungsgabe und eine hohe Reizschwelle – was sie zu ruhigen, aber ernsthaften Charakterhunden macht.

Wichtig zu wissen: Der Akita ist kein Anfängerhund. Seine Haltung erfordert ein gutes Gespür für Körpersprache, souveränes Auftreten und eine enge, von gegenseitigem Respekt getragene Mensch-Hund-Beziehung. Wer das bietet, bekommt einen einzigartigen Begleiter mit Charakter und Tiefe.

Für wen passt der Akita – und für wen eher nicht?

Der Akita ist kein Hund für jedermann – aber für manche Menschen der perfekte Begleiter. Wer sich für diese Rasse entscheidet, sollte bereit sein, sich auf einen selbstbewussten, unabhängigen Hund einzulassen, der eigene Entscheidungen trifft und nicht einfach nur gefallen will. Der Akita braucht keine ständige Animation, kein ständiges „Bespaßtwerden“ – er braucht eine klare, vertrauensvolle Beziehung zu seinem Menschen auf Augenhöhe.

Der Akita passt zu Dir, wenn …

  • Du Erfahrung mit selbstständigen oder anspruchsvollen Hunderassen hast
  • Du ruhige, klare und konsequente Kommunikation pflegst
  • Du keine Erwartungen an blinden Gehorsam hast, sondern Respekt schätzt
  • Du bereit bist, die Hundebegegnungen umsichtig zu managen
  • Du einen eher ruhigen Alltag ohne viel Trubel oder ständig wechselnde Reize führst
  • Du keinen Wert auf Hundesport oder Tricks legst, sondern auf eine stille, starke Bindung

Weniger geeignet ist der Akita für …

  • Ersthundebesitzer:innen ohne Erfahrung im Umgang mit eigenständigen Rassen
  • Menschen mit einer „Hund muss gehorchen“-Mentalität oder aversiven Erziehungsmethoden
  • Familien mit kleinen Kindern, wenn die Reize nicht kontrollierbar sind
  • Multihundehaltungen mit unkastrierten, gleichgeschlechtlichen Hunden
  • Haushalte mit hohem Besuchsaufkommen oder engem Nachbarschaftskontakt

Der Akita ist kein „Everybody’s Darling“, sondern ein Hund für Menschen mit innerer Ruhe, Klarheit und einem Gespür für Individualität. Wer bereit ist, sich auf die Rasse einzulassen, wird mit einer tiefen, fast wortlosen Verbundenheit belohnt – aber eben nicht mit Dauergehorsam oder Kompromissbereitschaft.

Erziehung & Alltag mit dem Akita

Die Erziehung eines Akita verlangt viel Feingefühl, Konsequenz und vor allem Geduld. Diese Rasse ist intelligent, aber nicht unterwürfig. Sie reagiert nicht auf Druck, Drill oder dauernde Wiederholungen – sondern auf ruhige Klarheit, vertrauensvolle Bindung und sinnvolle Führung. Der Akita will verstehen, warum etwas getan werden soll – reine Kommandos ohne Kontext beeindrucken ihn selten.

Wichtig ist der Aufbau einer stabilen Beziehung, bevor überhaupt an klassische Erziehung gedacht wird. Der Akita testet Grenzen auf subtile Weise, ignoriert auch mal bewusst ein Signal und beobachtet genau, wie konsequent und souverän sein Mensch bleibt. Das ist kein Ungehorsam im klassischen Sinn – sondern Ausdruck seiner eigenständigen Art zu denken.

Frühzeitige Sozialisierung ist essenziell: Begegnungen mit verschiedenen Menschen, Umweltsituationen und – mit Vorsicht – auch mit anderen Hunden. Gerade bei Hundekontakten ist der Akita selektiv: Er mag nicht jeden und zeigt das deutlich. Ein „der muss sich nur gewöhnen“ funktioniert hier nicht – stattdessen braucht es vorausschauendes Management, Leinenführigkeit und einen klaren Rückruf in Situationen, wo Sozialverhalten kippen könnte.

Typisch für den Alltag mit einem Akita:

  • Er ist draussen meist ruhig, aber wachsam. Er beobachtet viel und agiert nur, wenn er es für nötig hält.
  • Er geht ungern in die Unterordnung – aber akzeptiert Führung, wenn sie fair und souverän ist.
  • Er hat ein gutes Gedächtnis – auch für Ungerechtigkeit. Grobe Behandlung oder lautes Anbrüllen zerstören Vertrauen nachhaltig.
  • Er bleibt gut allein, wenn die Bindung stimmt – klammert aber nicht.

Trainingstipps:

Verzichte auf starre Methoden. Der Akita lernt am besten über kooperative Arbeit, klare Strukturen, kurze Trainingseinheiten und echte Beziehung. Positive Verstärkung wirkt – aber nur, wenn sie nicht übertrieben wird. Ein Leckerli reicht. Lob ist fein – aber ehrlich muss es sein. Die grösste Belohnung für einen Akita ist das Gefühl, ernst genommen zu werden.

Wichtig: Ein Akita darf nicht überfordert, gedrillt oder in Rollen gezwängt werden, die seinem Naturell widersprechen. Alltagstauglichkeit ist möglich – aber nicht durch Anpassung, sondern durch gegenseitige Akzeptanz. Wer seinen Akita kennt, respektiert und sicher führt, lebt mit einem stolzen, ruhigen Gefährten, der mitdenkt – und sich nicht verbiegt.

Auslastung & Beschäftigung des Akita

Der Akita ist kein Hund, der ständig beschäftigt oder „bespasst“ werden möchte – im Gegenteil: Er schätzt Ruhe, Übersicht und geistige Klarheit. Wer denkt, ihn mit Bällchenspielen oder Agility-Strecken glücklich zu machen, wird schnell enttäuscht sein. Stattdessen braucht der Akita sinnvolle, ruhige und selbstwirksame Aufgaben, die seiner Persönlichkeit entsprechen.

Ein ausgelasteter Akita ist kein überdrehtes Energiebündel, sondern ein in sich ruhender Hund, der körperlich und geistig gefordert – nicht überfordert – wurde. Dazu gehören tägliche Spaziergänge mit Schnüffel- und Beobachtungsphasen, kontrollierte Freilaufmöglichkeiten (sofern zuverlässig abrufbar) und vor allem gemeinsame Zeit mit seinem Menschen in einem klar strukturierten Alltag.

Geeignete Beschäftigungen für den Akita:

  • Spaziergänge mit Sinn: Beobachten, Spuren verfolgen, neue Umgebungen erkunden – der Akita liebt es, selbstständig zu analysieren.
  • Mantrailing light oder Fährtensuche: Geruchsarbeit aktiviert den Kopf und stärkt das Vertrauen in den Menschen.
  • Beziehungsorientiertes Longieren oder Freilauftraining: Keine Show, sondern echte Kommunikation auf Distanz.
  • Kooperative Aufgaben im Alltag: Warten an der Tür, gezieltes Beobachten, ruhiges Mitgehen – Aufgaben, die Struktur geben.

Wichtig ist, dass Beschäftigung nie zur Dauerbelastung wird. Der Akita ist kein Dauerläufer und auch kein „will to please“-Sportler. Er braucht kein tägliches Training, sondern tägliche Klarheit. Zwei gute Spaziergänge am Tag, kombiniert mit geistigen Reizen und Ruhephasen, reichen in der Regel aus, um ihn zufrieden und stabil zu halten.

Weniger geeignet sind: hektische Hundespielgruppen, Tricktraining, Apportierwahn oder animierende Spielereien, die ihn aufdrehen statt beruhigen. Auch Hundesportarten mit hoher Geschwindigkeit und Fremdkontakt (z. B. Agility, Dogdance) passen selten zum Wesen des Akita.

Sein Bedürfnis ist nicht: mehr Beschäftigung, sondern: mehr Souveränität in der Beziehung. Ein sicherer Rahmen, eine starke Führung und das Gefühl, „gesehen“ zu werden – das ist für ihn der beste Ausgleich.

Pflege & Fell des Akita

Der Akita besitzt ein dichtes, wetterfestes Stockhaar mit üppiger Unterwolle – ideal für kalte Klimazonen, aber anspruchsvoll in der Pflege. Obwohl er nicht ständig haart, kommt es ein- bis zweimal jährlich zu einem intensiven Fellwechsel („Blow coat“), bei dem die Unterwolle regelrecht herausfällt. In dieser Zeit ist tägliches Bürsten Pflicht.

Fellstruktur im Detail:

Das Fell des Akita besteht aus einer weichen, dichten Unterwolle und einem harschen, geraden Deckhaar. Es schützt hervorragend gegen Kälte, Wind und Nässe – aber neigt dazu, sich bei mangelnder Pflege zu verfilzen oder zu „verstopfen“, vor allem bei alten oder kranken Tieren.

Regelmässige Pflege umfasst:

  • 1–2 Mal wöchentlich bürsten (regelmässiger während des Fellwechsels)
  • Tägliches Bürsten während des Fellwechsels mit Unterwollbürste oder Striegel
  • Keine Schur! Das Fell bietet natürlichen Schutz – eine Schur stört die Thermoregulation und kann Hautprobleme verursachen
  • Nur bei Bedarf baden – idealerweise mit mildem Hundeshampoo (max. 1–2x im Jahr)

Die meisten Akitas sind sehr reinlich und pflegen sich selbstständig. Viele gelten sogar als „katzenähnlich sauber“. Dennoch sollte der Mensch regelmässig Ohren, Krallen und Zähne kontrollieren – wie bei jeder anderen Rasse auch.

Ohrenpflege: Die kleinen Stehohren neigen selten zu Entzündungen, sollten aber gelegentlich kontrolliert und bei Bedarf vorsichtig mit einem weichen Tuch gereinigt werden.

Krallen: Regelmässige Bewegung auf hartem Untergrund sorgt oft für natürlichen Abrieb. Dennoch empfiehlt sich ein monatlicher Kontrollblick, insbesondere bei älteren Hunden oder reduzierter Aktivität.

Zähne: Eine gute Zahnpflege kann durch Kauen auf geeigneten Naturkauartikeln, Dentalspielzeug oder – falls nötig – durch vorsichtiges Zähneputzen unterstützt werden.

Mit der richtigen Pflege bleibt das Fell des Akita nicht nur schön, sondern erfüllt auch seine Schutzfunktion optimal. Wer frühzeitig Routine schafft und das Bürsten mit positiven Erlebnissen verknüpft, erlebt den Pflegeaufwand als wohltuendes Ritual und nicht als Belastung.

Gesundheit & häufige Probleme beim Akita

Der Akita gilt grundsätzlich als robuste und langlebige Hunderasse. Dennoch bringt er – wie viele ursprüngliche Rassen – gewisse genetisch bedingte Risiken mit. Viele dieser Erkrankungen treten nicht bei jedem Hund auf, aber wer sich für einen Akita entscheidet, sollte über die wichtigsten Gesundheitsaspekte informiert sein – gerade auch im Hinblick auf die Wahl eines seriösen Züchters.

Typische Gesundheitsprobleme beim Akita:

1. Autoimmunerkrankungen
Der Akita neigt zu bestimmten Autoimmunstörungen, bei denen das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift. Dazu gehören unter anderem:

  • Sebaceous Adenitis (SA): Eine chronische Entzündung der Talgdrüsen, die zu Haarverlust, schuppiger Haut und sekundären Infektionen führen kann. Häufig mit Juckreiz verbunden.
  • Vogt-Koyanagi-Harada-ähnliches Syndrom (VKH): Auch als „Uveodermatologisches Syndrom“ bekannt. Es betrifft die Pigmentzellen von Augen, Haut und Nervensystem. Symptome: Lichtempfindlichkeit, Erblindung, Hautveränderungen.

2. Hüftgelenksdysplasie (HD)
Wie bei vielen grossen Hunden kann auch der Akita von HD betroffen sein. Eine sorgfältige Zucht mit Röntgenkontrollen reduziert das Risiko erheblich. Trotzdem sind Gelenkgesundheit, Ernährung und kontrollierte Bewegung in der Wachstumsphase essenziell.

3. Hypothyreose
Eine Unterfunktion der Schilddrüse kommt beim Akita häufiger vor. Symptome sind u. a. Gewichtszunahme, Fellveränderungen, Trägheit und Verhaltensveränderungen. Sie ist gut medikamentös behandelbar, wenn sie früh erkannt wird.

4. Progressive Retinaatrophie (PRA)
Eine erbliche Augenerkrankung, die zur Erblindung führen kann. Es gibt genetische Tests, mit denen verantwortungsvolle Züchter ihre Linien untersuchen lassen.

Vorsorge und Gesundheitsmanagement

Wer einen Akita hält, sollte auf Früherkennung setzen: Regelmässige tierärztliche Checks, Blutuntersuchungen (v. a. Schilddrüse), Augen- und Hautkontrollen sowie Gelenkbeurteilungen sind empfehlenswert. Besonders bei auffälligem Verhalten, chronischen Hautproblemen oder Veränderungen am Auge sollte schnell reagiert werden.

Lebenserwartung: Japanischer Akita Inu: 10–14 Jahre; American Akita: meist etwas kürzer, 9–12 Jahre.

Mit guter Haltung, hochwertiger Ernährung, klarem Gesundheitsmonitoring und seriöser Zuchtwahl lässt sich das Risiko für viele dieser Erkrankungen deutlich senken.

Wichtig: Ein Akita gehört in verantwortungsvolle Hände – auch gesundheitlich. Nicht jede Krankheit ist vermeidbar, aber die Entscheidung für einen guten Züchter, eine bewusste Ernährung und einen ausgeglichenen Lebensstil ist die beste Gesundheitsvorsorge.

Kauf, Adoption & Züchterwahl beim Akita

Ein Akita ist kein Hund, den man „einfach so“ anschafft – und schon gar nicht über anonyme Online-Portale. Die Wahl des richtigen Züchters oder eines seriösen Tierschutzvereins ist entscheidend für ein gesundes, stabiles Hundeleben – und für eine langfristig tragfähige Mensch-Hund-Beziehung. Die Entscheidung für einen Akita muss gut überlegt, vorbereitet und auf Herz und Verstand geprüft sein.

Kauf bei einem seriösen Züchter

Ein verantwortungsvoller Akita-Züchter erkennt man nicht an Hochglanzbildern oder blumigen Texten – sondern an Transparenz, Fachwissen und klarer Haltung zur Gesundheit und Sozialisation. Gute Züchter:

  • Züchten im Verband (z. B. VDH, SKG, ÖKV) mit offener Ahnentafel
  • Führen umfassende Gesundheitsuntersuchungen durch (HD, PRA, Schilddrüse, SA)
  • Legen Wert auf frühzeitige Sozialisierung und stabile Muttertiere
  • Fragen gezielt nach Lebenssituation, Erfahrung und Haltungsvorstellungen der Interessierten
  • Geben ihre Hunde nicht in Mehrhundehaltung ohne Erfahrung – und nicht an Menschen ohne Verständnis für den rassetypischen Charakter

Der Preis für einen Akita-Welpen aus seriöser Zucht liegt meist zwischen 2.000 und 3.500 EUR/CHF, je nach Linie, Standort und Aufwand. Ein günstiger Welpe ohne Nachweise ist oft teuer erkauft – mit Krankheiten, Verhaltensproblemen oder illegaler Herkunft.

Adoption eines Akitas aus dem Tierschutz

Auch über Tierschutzvereine oder Rasse-Nothilfen kann man Akitas finden – oft als erwachsene Hunde mit schwieriger Vergangenheit. Diese Hunde brauchen besonders erfahrene Halter:innen mit Geduld, Struktur und sicherer Führung. Bei der Adoption gilt:

  • Niemals Mitleid als Motiv – sondern echte Bereitschaft zur Integration
  • Beratung durch Fachleute einholen – idealerweise mit Vorerfahrung bei Akitas oder ähnlichen Rassen
  • Keine unüberlegte „Rettung“ von Auslandshunden mit unklarer Sozialisation

Tipp: Wer nicht züchten will oder sich nicht auf Ausstellungen bewegen möchte, sollte sich überlegen, ob ein kastrierter oder älterer Akita nicht die bessere Wahl sein könnte – viele suchen über Zuchtvereine oder Pflegestellen ein zweites Zuhause.

Finger weg von: Hobbyzuchten ohne Verband, dubiosen Importangeboten aus dem Ausland oder Welpen, die ohne Papiere und Gesundheitsnachweise „günstig abzugeben“ sind. Der Akita gehört zu den Rassen, die durch schlechte Zucht massiven Schaden nehmen – körperlich wie psychisch.

Fazit: Der Akita – ein Hund für Kenner, nicht für jedermann

Der Akita ist eine faszinierende Hunderasse voller Würde, Stärke und Stille. Seine tiefe Loyalität, seine Beobachtungsgabe und seine Unabhängigkeit machen ihn zu einem unvergleichlichen Begleiter – allerdings nur für Menschen, die ihn verstehen, respektieren und führen können. Er will kein Spielgefährte für alle sein, sondern ein ernsthafter Partner mit eigenem Kopf.

Wer einen leichtführigen Hund sucht, der jedem Menschen freudig begegnet und artig im Hundesport glänzt, wird mit einem Akita vermutlich nicht glücklich. Wer jedoch bereit ist, sich auf eine ruhige, tiefgründige Beziehung einzulassen – getragen von gegenseitigem Respekt, Klarheit und Souveränität – findet im Akita einen Hund mit beeindruckender Präsenz und Charakterstärke.

Wichtig ist eine fundierte Vorbereitung, gute Züchterwahl oder ehrliche Tierschutzberatung und ein realistisches Bild dieser anspruchsvollen, aber lohnenswerten Rasse. Der Akita ist kein Hund für die Masse – sondern für Menschen mit Klasse, Haltung und Herz.

Durchschnittliche Größe und Lebenserwartung der Rasse
Größe
58–78 cm
Gewicht
25–59 kg
Alter
10-14 Jahre
Gehört zu
Fellfarbe
  • Schwarz
  • Weiss
  • Orange / Mahagoni
  • Rehbraun
  • Sandfarben
Fellmuster
Sable
Eigenschaften
Trainierbarkeit
Bewertet mit 3 von 5
Energie
Bewertet mit 4 von 5
Haarausfall
Bewertet mit 3 von 5
Sabbermenge
Bewertet mit 1 von 5
Wachhund
Bewertet mit 5 von 5
Mit andere Hunde
Bewertet mit 1 von 5
Mit Kindern
Bewertet mit 3 von 5
Eine frühzeitige Sozialisierung und ein Gehorsamkeitstraining sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass Ihr Akita gut erzogen ist und auf Ihre Befehle reagiert. Das Training kann auch dazu beitragen, Verhaltensprobleme wie Aggression und Ängstlichkeit zu vermeiden.
Ein Akita hat ein dichtes, doppeltes Fell, das regelmäßig gebürstet werden muss, um Verfilzungen und Haarausfall zu vermeiden. Sie können auch ein Entfilzungsgerät verwenden, um loses Fell zu entfernen. Sie brauchen nicht häufig gebadet zu werden, da sie sich selbst sauber halten.
Regelmäßige Besuche beim Tierarzt sind notwendig, um die Gesundheit Ihres Akita-Hundes zu gewährleisten. Er muss geimpft und entwurmt werden und muss regelmäßig untersucht werden, um mögliche Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen. Akitas sind anfällig für einen Hitzschlag, daher ist es wichtig, sie bei heißem Wetter an einem kühlen und schattigen Ort zu halten. Ebenso sind sie aufgrund ihres kurzen Haars anfällig für Kälte und sollten bei kaltem Wetter einen warmen und gemütlichen Platz zum Ausruhen haben.
Eine ausgewogene und nahrhafte Ernährung Ihres Akita ist wichtig für seine allgemeine Gesundheit. Wählen Sie hochwertiges Hundefutter, das alle wichtigen Nährstoffe enthält, die er braucht. Vermeiden Sie eine Überfütterung, da sie zu Fettleibigkeit neigen.
Ausreichende Bewegung ist wichtig für die körperliche und geistige Gesundheit eines Akita. Sie sind aktive Hunde, die täglich Bewegung brauchen, z. B. lange Spaziergänge oder Ausläufe. Akitas genießen auch Spiele und Aktivitäten, die sie sowohl körperlich als auch geistig fordern.
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