Kanarienvogel schenken

Kanarienvogel

Kanarienvögel sind soziale Tiere, die nicht einzeln gehalten werden dürfen. Sie benötigen genügend Platz zum Fliegen und Klettern sowie Versteckmöglichkeiten.
Kanarienvögel stammen von Kanarengirlitzen ab, die bevorzugt in buschreichen Gebieten leben. Deswegen muss die Voliere von Kanarienvögeln mit genügend Naturästen, federnden Stangen oder Seilen unterschiedlicher Dicke und Ausrichtung ausgestattet sein, damit sie sich verstecken und klettern können. Dabei muss auch mindestens ein Drittel der Voliere Platz zum Fliegen bieten.
Kanarienvögel werden in vielen Farben, Körperformen und Gefiedervarietäten gezüchtet. Weil dadurch das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigt werden kann, gilt es die Vorschriften über den Tierschutz beim Züchten  zu beachten.

Haltung und Pflege

Kanarienvögel brauchen eine möglichst grosse, gut eingerichtete Voliere, in der sie fliegen, klettern und baden können. Die vom Gesetz vorgeschriebenen Masse sind das absolute Minimum.
Wer Käfige für Kanarienvögel kaufen will, muss sich vorher gut informieren, ob diese die Mindestanforderungen der schweizerischen Tierschutzgesetzgebung erfüllen (siehe „Weitere Informationen“ > „Links“).
Weil Kanarienvögel schreckhaft sind, sollen sich die Tierhaltenden bemerkbar machen, wenn sie sich ihnen nähern. Ideal ist, wenn das Gehege auf mindestens einer Seite, besser auf zwei Seiten, einen Sichtschutz hat.
Die Voliere sollte auch Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten bieten, z.B. in Ästen. Es eignen sich dünne Zweige von Tannen (rau), Buchen oder Ahorn (weniger rau) sowie Hasel und Birke (glatt). Wichtig ist eine Vielfalt von verschieden steilen, dicken, elastischen und rauen Ästen. Naturäste eignen sich auch gut zum Benagen.
Die Volieren müssen mit Tageslicht oder mit geeignetem Kunstlicht beleuchtet werden. Das Kunstlicht ist so zu wählen, dass es von den Tieren nicht als Flimmern wahrgenommen wird.
Um ihr Gefieder sauber zu halten, baden Kanarienvögel täglich im Wasser. Daher gehört eine Badegelegenheit zur Grundausstattung der Voliere.
Bei Kanarienvögeln ist besonders auf regelmässige und fachgerechte Krallenpflege zu achten.
Zeigen die Kanarienvögel Anzeichen von Gesundheitsstörungen (aufgeplustertes Gefieder, Augenausfluss, verklebte Augen, Niesen, Durchfall, andersfarbiger Kot, vergrösserter Kropf, vermehrte Unruhe oder Juckreiz), ist umgehend eine Tierärztin oder ein Tierarzt beizuziehen.

Sozialkontakte

Kanarienvögel sind soziale Tiere und brauchen den Kontakt mit Artgenossen. Menschen können diesen Kontakt nicht ersetzen. Kanarienvögel dürfen deshalb nicht alleine gehalten werden, sonst entwickeln sie Verhaltensstörungen.
Werden mehrere Männchen gemeinsam gehalten, kann es vorkommen, dass sie sich während der Brutzeit streiten. Das Problem ist nicht schwerwiegend, wenn die Voliere gross und reich an Verstecken ist, so dass jedes Tier sein Revier abstecken kann.

Bewegung und Beschäftigung

Wer den Kanarienvögeln das freie Fliegen in der Wohnung erlauben will, muss einiges beachten: Alle Türen und Fenster schliessen, keine Katzen und Hunde im Raum, Vögel nicht in die Küche fliegen lassen! Dampf, heisse Herdplatten oder Pfannen und ein mit Wasser gefülltes Spülbecken sind Gefahrenquellen. Die Vögel können zudem Kot fallen lassen.
Wildlebende Kanarienvögel verbringen einen grossen Teil des Tages mit Futtersuche. Im Haus kann man das Futter zur Abwechslung in verschiedenen Näpfen anbieten oder ab und zu Futter verstecken.

Futter und Wasser

Kanarienvögel müssen ausreichend geeignetes Futter erhalten. Eine Körnermischung, ergänzt mit frischem Grünfutter oder Obst, ist ihr Hauptfutter. Auch tierisches Eiweiss und Mineralstoffe gehören dazu, wobei der Bedarf während der Mauser, der Legetätigkeit sowie im Wachstum erhöht ist.
Kanarienvögel trinken viel, denn über die trockene Nahrung nehmen sie praktisch keine Flüssigkeit auf. Ihnen muss daher immer genügend Wasser zum Trinken zur Verfügung stehen.
Kanarienvögel brauchen auch Sand für die Verdauung. Sandkörner helfen ihnen, im Magen die Nahrung zu verkleinern.
Wichtig für die Versorgung mit Kalk und für die Schnabelpflege ist ein Sepiaschulp, an dem die Vögel nagen und den Schnabel wetzen können.

Verbotene Handlungen

Gesangskanarien werden im melodischen Singen trainiert. Es ist allerdings verboten, sie in sogenannten Harzerbauern zu halten, weil diese Kleinstkäfige die Bewegungsfreiheit der Tiere zu sehr einschränken und nicht tiergerecht sind.
Sitzstangen mit Sandhülsen sind ebenfalls verboten, weil sie oft zu Verletzungen der Füsse geführt haben.

Tiere sind keine Geschenke

Bitte keine Tiere schenken!

Haustiere sind keine Geschenke und sollten nie spontan gekauft werden. Denn Haustiere zu halten, bedeutet eine langfristige Verantwortung für andere Lebewesen zu übernehmen. Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Bedürfnisse der Tiere und welchen Aufwand eine tierfreundliche Haltung mit sich bringt.

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