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Ländliche Ausflüge
Wald- und Feldausflüge sind für Zahlreiche Hunde das Beste überhaupt – aber nur, wenn Du die Regeln einhältst und weißt, was Deinen Hund gefährdet. Diese Entity-Page behandelt die rechtlichen Regelungen (Wegegebot, Brut- und Setzzeit nach BNatSchG §39), klärt Wildtierschutz und erklärt praktische Risiken wie Zeckenbefall, Fremdkörper (Grannen) und Wassergefahren. Der Fokus liegt darauf, dass Dein Hund Natur genießen kann und gleichzeitig andere Waldbenutzer und Wildtiere geschützt werden.
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Was bedeutet Wegegebot und Anleinpflicht: Rechtliche Grundlagen für Deinen Hund?
Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG §39) untersagt es, wild lebende Tiere zu stören, deren Lebensstätten zu schädigen und Vogelnester zu zerstören. Das bedeutet: Dein freilaufender Hund, der Rehe aufscheucht oder in Busch Vogelnester zerstört, bricht das Gesetz – und Du zahlst die Geldbuße, nicht Dein Hund. Zusätzlich können einzelne Bundesländer und Gemeinden strengere Regelungen setzen; manche verbieten Hunde ganz in bestimmten Waldstücken. Informiere Dich lokal, bevor Du hingehst.
Brut- und Setzzeit: Der kritische Zeitraum
Von März bis Juli ist Brut- und Setzzeit: Vögel nisten, Rehe werfen Kitze, Wildschweine ziehen Frischlinge auf. In diesem Zeitraum müssen Hunde in Wald und freier Landschaft angeleint sein – bundesweit, unabhängig davon, ob es lokal anders ausgeschildert ist. Das ist kein Vorschlag, sondern Gesetz; Verstöße kosten 50–500 Euro pro Vorfall. Nach dem 15. Juli lockert sich die Vorschrift regional, aber vorsicht: Manche Bundesländer verlängern sie bis August, andere verlangen ganzjährige Anleinpflicht. Dein Hund muss auch nach Juli am besten immer herankommbar bleiben – nicht alle Waldbenutzer verzeihen einen freilaufenden Hund, der ihr Picknick stört.
Waldschutz und Tierschutz gehen zusammen
Wenn Dein Hund überall herumrast, schadet er nicht nur der Brut von Vögeln – er verletzt auch die Pflanzendecke, tritt kleine Säumlinge nieder und macht anderer Waldbenutzer Angst (Jogger, Mountainbiker, Familien). Echte Naturfreundschaft bedeutet, dass Dein Hund lernt, an der Leine Naturerlebnisse zu haben. Ein angeheimer Hund kann schnüffeln, Wasser trinken und sich bewegen; er muss nur auf Wegen bleiben und nicht querfeldein. Das ist für Dein Tier kein Traum-Killer, sondern Realität im gemeinsamen Raum.
Zeckenrisiko im Wald: Vorbeugung und Kontrolle
Wälder sind Zecken-Hochburgen, besonders in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Süddeutschland. Zecken sind nicht nur nervig – sie übertragen Borreliose und FSME, beides kann für Hunde und Menschen schwer sein. Zeckenprävention vor dem Waldgang ist essentiell: Spot-On-Produkte (z.B. Seresto-Halsband, Bravecto, NexGard) sind wirksamer als homöopathische Mittel. Nach jedem Waldgang: Suche Deinen Hund systematisch nach Zecken ab, besonders an Achseln, Ohren, Zwischenzehenbereichen und Bauch. Eine Zeckenzange gehört in jeden Rucksack. Entferne Zecken nicht mit Öl oder Druck – das verhindert nur Blutleere und stresst die Zecke, was sie schneller Speichel abgeben lässt. Drehe oder hebel die Zecke mit der Zange aus, ohne zu quetschen.
Grannen und Ähren: Erstickungsgefahr
Im Juli und August reifen Getreide und Gräser aus, ihre feinen, pfeilförmigen Samenbehälter (Grannen, Ähren) können in Ohren, Nase, Pfoten und sogar Luftröhre Deines Hundes eindringen. Langohren (Spaniel, Setter, Beagle) und langhaarige Hunde sind am meisten gefährdet. Symptome: Ständiges Kopfschütteln, Kratzen, eitrige Ohren, Nasenbluten, Atembeschwerden. Das ist ein Notfall – dein Tierarzt muss die Ähren unter Sedation entfernen. Vermeide hohe Getreidefelder im Frühsommer mit langohrigen oder langhaarigen Hunden, oder schneide das Fell kurz. Kontrolle Ohren und Pfoten täglich nach Ausflügen in Weizenfeldern.
Wasser und Bachläufe: Schwimmen, trinken und Gefahren
Zahlreiche Hunde lieben Wasser – und es ist gut für ihre Gelenke. Aber: Bachläufe können gefährlich sein, wenn Strömung zu stark ist oder der Untergrund rutschig wird. Lass Deinen Hund nicht unbeaufsichtigt im Wasser; einige Hunde ermüden schneller im Wasser als am Land. Kaltes Wasser (unter 15°C) kann Unterkühlung verursachen, besonders bei älteren oder kurzhaarigen Hunden. Nach dem Wassergang: Trockne Ohren und Zwischenzehenbereiche gründlich, sonst entstehen Pilzinfektionen und Entzündungen. Ein Handtuch gehört in jeden Rucksack.
So schützt Du Hund und Wildtiere beim Ausflug in der Natur
Schritt 1: Informiere Dich über lokale Vorschriften
Kontaktiere die zuständige Gemeindeverwaltung oder schau auf der Website des Forstamtes nach: Gibt es ganzjährige Anleinpflicht? Wegegebot? Verbotene Zeiten? Diese Infos sind oft weniger bekannt als nötig, aber verfügbar. Ignorieren kostet echte Geldstrafen.
Schritt 2: Nutze Zeckenprophylaxe vor jedem Waldgang
Ein aktuelles Spot-On (z.B. Seresto, Bravecto, NexGard) oder Halsband ist nicht optional. Zecken übertragen echte Krankheiten. Gib Deinem Hund das Mittel mindestens 3 Tage vor dem Waldgang, damit der Schutz aufgebaut ist. Nach der Rückkehr: Sofort nach Zecken suchen, zumindest an Ohren, Achseln und Bauchseite.
Schritt 3: Halten Sie sich an Wege, besonders März–Juli
Das Wegegebot ist nicht willkürlich – es schützt brütende Vögel und Jungtiere. Dein Hund hat genauso Spaß auf einem Waldweg wie im Unterholz; was er vermisst, merkt er nicht. Beschäftige ihn mit Schnüffelspielen und Pausen auf dem Weg.
Schritt 4: Läine und Rückruf trainieren
Wenn Du außerhalb der Setzzeit Freilauf ermöglicht, trainiere einen sicheren Rückruf (mindestens 3 Monate Training). Dein Hund muss zurück zu Dir kommen auch wenn Rehe rumspringen oder andere Hunde vorbeikommen. Wenn der Rückruf nicht 99% zuverlässig ist, bleibt der Hund an der Leine.
Schritt 5: Überprüfe auf Fremdkörper nach dem Ausflug
Inspiziere Ohren (besonders Langohren), Pfoten (zwischen den Zehen), Nase und Fell auf Grannen, Ähren, Dornen und Zecken. Bei Langohren oder Langhaar: Schneidere das Fell im Frühjahr kurz, um Ähren-Verletzungen zu vermeiden. Ein Putzen mit feuchtem Tuch hilft, Keime und Parasiten zu reduzieren.
Schritt 6: Respektiere andere Waldbenutzer
Nicht alle Menschen mögen Hunde. Jogger und Mountainbiker erschrecken leicht; eine Begegnung mit einem Hund kann ihnen Angst machen oder sie zum Absturz bringen. Hebe Deinen Hund zu Seite, wenn nötig, oder rufe „Hund angeleint!“ zu, wenn sich andere nähern. Das ist Respekt, nicht Unterwerfung – echte Hundefreundlichkeit ist gegenseitig.