Chinesische Hunderassen

Der Chihuahua ist der kleinste Hund der Welt und gleichzeitig einer der meistmissverstandenen. Weil er klein ist, wird er infantilisiert – nicht erzogen, getragen, toleriert für Verhalten, das bei einem Rottweiler sofort korrigiert würde. Das Ergebnis: Hunde mit Kontrollverhalten, Aggressivität gegen Fremde und einem Lautstärkerepertoire, das in keinem Verhältnis zu ihrer Körpergröße steht. Der Chihuahua ist kein Problem – das fehlende Konzept dahinter ist es.

Inhaltsverzeichnis

FCI Unterteilung

Hunderassen nach Chinesische Hunderassen

Ursprung: echt präkolumbianisch

Der Chihuahua stammt aus der mexikanischen Provinz Chihuahua und wird mit dem Techichi der aztekischen Tolteken in Verbindung gebracht – einem kleinen Hund, der in religiösen Ritualen eingesetzt wurde. Genetische Studien bestätigen einen präkolumbianischen Ursprung mit asiatischem Einfluss, was mit der Landbrücken-Migration früher Hundetypen übereinstimmt.

Kurzhaar und Langhaar

Die FCI erkennt zwei Varianten: Kurzhaar (glattes, anliegendes Fell) und Langhaar (feines, weiches Fell mit leichter Welle oder Fransen). Im Wesen sind beide Varianten identisch; die Pflege unterscheidet sich geringfügig – der Kurzhaar ist pflegeärmer, der Langhaar braucht gelegentliches Bürsten der Fransen.

Charakter: groß im kleinen Körper

Chihuahuas sind selbstbewusst, alert, territorial und loyal gegenüber ihrer Bezugsperson. Ihr Mut übersteigt regelmäßig ihre physischen Möglichkeiten – was zu Konfrontationen mit deutlich größeren Hunden führt, wenn Sozialisation und Erziehung fehlen. Mit konsequenter Erziehung sind sie außergewöhnlich treue, charakterstarke Begleiter. Ohne Erziehung werden sie zu einem „kleinen Tyrannen“ – ein Verhaltensmuster, das die ganze Tierschutz-Problematik dieser Rasse erklärt (Chihuahuas sind in manchen Regionen die meistabgegebene Rasse in Tierheimen).

Das Teacup-Problem

„Teacup Chihuahua“ ist keine anerkannte Rassebezeichnung, sondern ein Marketingbegriff für Hunde unter einem Kilogramm. Der FCI-Standard schreibt kein Mindestgewicht vor, aber die Veterinärmedizin ist eindeutig: Hunde unter einem Kilogramm haben strukturelle Gesundheitsprobleme – offene Fontanellen (Schädellücken, die sich nie schließen), Hypoglykämierisiko, extreme Frakturanfälligkeit und Herzprobleme. Wer einen „Teacup“ kauft, kauft ein Tier, das auf strukturelle Schwäche gezüchtet wurde.

Gesundheit: was Chihuahua-Halter wissen müssen

Fontanellen (persistierende Schädellücken) sind beim Chihuahua häufig und müssen beim Tierarzt kontrolliert werden. Patellaluxation, Herzprobleme (Mitralklappenerkrankung) und Zahnprobleme durch die kleine Kiefergröße sind rassetypisch. Die Lebenserwartung bei seriöser Zucht ist mit 14–18 Jahren eine der höchsten aller Hunderassen.

Häufig gestellte Fragen

Sind Chihuahuas geeignet für Familien mit kleinen Kindern?

Mit Vorbehalt. Chihuahuas sind fragil – ein Sturz oder ein ungeschickter Griff eines Kindes kann sie ernsthaft verletzen. Dazu kommt ihre Tendenz, sich gegen Übergriffe zu verteidigen. Familien mit Kindern unter 8 Jahren sollten Chihuahuas nur mit entsprechendem Begleitkonzept halten.

Wie kalt ist zu kalt für einen Chihuahua?

Unter 10 Grad brauchen Chihuahuas, besonders Kurzhaar-Varianten, einen Mantel. Sie haben wenig Körpermasse für Eigenwärme. Im Winter in Mitteleuropa ist Hundebekleidung für diese Rasse keine Sache des Geschmacks.